Dienstag, 24. März 2015

Haben Forscher den "Gesang der Sterne" entdeckt?


Symbolbild: Aktive Sonnenoberfläche (hier ein gewaltiges, von der Sonne ins All ausbrechendes sog. Filament aus Sonnenmaterial am 31. August 2012). | Copyright: NASA/SDO

York (England) - Sozusagen durch Zufall haben britische Wissenschaftler während Experimenten mit Plasmen und Lasern einen unerwarteten, hydrodynamischen und tonerzeugenden Effekt entdeckt, der darauf hindeutet, dass Sterne Klänge produzieren. Hörbar ist der Gesang der Sterne aus gleich zweierlei Gründen allerdings nicht.
Anm.d.GreWi-Red.: In der ersten Fassung dieser Meldung ist ein Übersetzungsfehler der Wertangabe "Trillion" unterlaufen. Diese entspricht im englischsprachigen Wortgebraucht in der Regel der deutschen Billion und nicht der Trillion und unterscheidet sich zudem von der US-amerikanischen Trillion. Wir gehen jedoch davon aus, dass im Kontext der englischen Pressemeldung auch die englisch(britische) Trillion, also die deutsche Billion gemeint ist. Dies wurde im folgenden Text nun entsprechend korrigiert.
Wie das Team um Dr. John Pasley vom York Plasma Institute an der University York aktuell im Fachjournal "Physical Review Letters" (DOI: 10.1103/PhysRevLett.114.115001) berichtet, kommt es eine billionstel Sekunde, nachdem der intensive Versuchslaser auf ein Plasma trifft, zu einen beschleunigten schnellen Fluss dieses Plasma aus dichteren Regionen hin zu Regionen mit verminderter Dichte. Hierbei entstehe dann so etwas wie ein Stau zwischen den beiden Regionen, wodurch eine Serie von Druckpulsen - und damit eine Klangwelle - entstehe.

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Allerdings sei der so entstandene Ton derart hochfrequent, dass er selbst von Delphinen oder Fledermäusen nicht zu gehört werden könnte, so die Forscher: "Mit einer Frequenz von annähernd einer Billion Hertz entstand dieser Ton nicht nur völlig unerwartet, sondern ist wohl auch die höchste in diesem Medium mögliche Frequenz, wie sie sechs Millionen mal über dem für Säugetiere hörbaren Spektrum liegt."

In der Natur gibt es laut den Wissenschaftlern nur wenige Orte, an denen dieser Effekt auftreten kann. Einer davon ist die Oberfläche von Sternen wie unsere Sonne. "Es könnte also durchaus sein, dass unsere Sonne und andere Sterne regelrecht singen", so Pasley. "Allerdings kann dieser Klang sich im Vakuum des Weltraums nicht ausbreiten, weshalb niemand den Gesang der Sterne hören kann."


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Die Technologie, mit der die Forscher den Effekt entdeckt haben, basiert auf einem ähnlichen Prinzip wie eine Geschwindigkeitsmessung im Straßenverkehr und ermöglicht die akkurate Messung des Plasmaflusses in trillionstel Bruchteilen einer Sekunde von jenem Punkt aus, an dem der Laser auftritt.

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