Donnerstag, 26. März 2015

Initiative für Naturheilkunde und Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin


Symbolbild: Homöopathika. | Copyright: grewi.de

Essen (Deutschland) - Die "Carstens-Stiftung : Natur und Medizin" fördert über drei Jahre ein deutschlandweites Projekt mit zwei Zielen: 1. Wirksame und sichere Therapien aus der Naturheilkunde und Homöopathie in die Pädiatrie zu integrieren und 2. Kinder vor unnötigen Maßnahmen und Wechselwirkungen zu schützen.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, carstens-stiftung.de


Ob Salbei-Tee bei Halsschmerzen, Zwiebelwickel bei Mittelohrentzündung oder Apis nach einem Insektenstich - die Eltern jedes zweiten Kindes in Deutschland haben ihre(n) Kleine(n) zuhause schon einmal mit Pflanzenpräparaten, Globuli und Co. behandelt. Naturheilkunde und Homöopathie sind längst in den Kinderzimmern angekommen. Dagegen gibt es in Kinderkliniken kaum ganzheitliche Behandlungskonzepte im Sinne einer integrativen Pädiatrie. Denn: An objektivem Wissen darüber, welche komplementären Verfahren sich bei welchen pädiatrischen Krankheitsbildern anbieten, wie stark pflanzliche und homöopathische Mittel bei Kindern dosiert werden müssen, ob Wechselwirkungen mit konventionellen Arzneien bestehen usw., fehlt es noch an vielen Stellen.


Die Carstens-Stiftung und ihre Fördergemeinschaft Natur und Medizin e.V. nehmen sich dieser Aufgabe an. Durch die systematische Aufarbeitung der bisherigen Forschung sollen wirksame und sichere Verfahren aus Naturheilkunde und Homöopathie für Kinder und Jugendliche identifiziert, bei Bedarf angepasst und ergänzt werden. Gleichzeitig sollen diese Verfahren zunächst an drei Kinderkliniken in München, Landshut und Essen implementiert werden. "Ziel ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das die Vorteile beider medizinischen Richtungen zum Wohle der kleinen Patienten miteinander vereint", erläutert Nicole Germeroth, Geschäftsführerin der Carstens-Stiftung.


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"Wir müssen die Balance von Gesundheit und Krankheit immer im Licht vieler Dimensionen sehen, auch unter seelischen, psychischen und Beziehungsaspekten", ergänzt Prof. Dr. Christoph Klein, Klinikleiter am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians Universität in München. Dort ist die Homöopathie dank eines Modellprojektes der Carstens-Stiftung : Natur und Medizin aus dem Jahre 1995 bereits in die ambulante und stationäre Pädiatrie integriert. Ausgehend von diesen ermutigenden Erfahrungen soll das breite Behandlungsspektrum in der Kinder- und Jugendmedizin nun auch um Verfahren aus der Naturheilkunde und Mind-Body-Medizin erweitert werden, welche die Ressourcen von Kindern aktivieren und stärken. Ausreichend Zuwendung spielt dabei ebenso eine Rolle, wie etwa Entspannungs- und Verhaltensübungen.

In der Kinderkrankenhaus St. Marien gGmbH in Landshut sollen Homöopathie und Naturheilverfahren vor allem in der psychosomatischen Abteilung sowie bei der stationären Behandlung chronisch kranker Kinder begleitend eingesetzt werden.


In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Elisabeth-Krankenhauses Essen wird der Schwerpunkt auf Kopf- und Bauchschmerzen liegen, aber auch schwerwiegende, etwa neurologische oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sollen hier künftig unterstützend behandelt werden.


Begleitet wird die Entwicklung des ganzheitlichen Behandlungskonzeptes für Kinder und Jugendliche dabei von der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte, die auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurückblicken kann. Klinikleiter Prof. Gustav Dobos dazu: "Unsere Evaluation dieses Konzeptes ermöglicht, dass die in München, Landshut und Essen gewonnenen Erkenntnisse im Anschluss auch an weiteren Kinderkliniken auf der ganzen Welt genutzt werden können." Was für Erwachsene mittlerweile gängige Praxis ist - nämlich auch im Krankenhaus professionell mit Schul- und Komplementärmedizin zusammen behandelt zu werden – wird dann auch für Kinder endlich möglich sein.


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