Freitag, 27. März 2015

Neue Aufnahmen der Passage des Objekts G2, am Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße


Diese beschriftete Collage zeigt die Bewegung der staubhaltigen Wolke G2, wie sie sich annähert und dann schließlich am supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße vorbeizieht. | Copyright: ESO/A. Eckart

Köln (Deutschland) - Sie galt lange Zeit als kosmische Staub-Gas-Wolke, die sich dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum unserer Heimatgalaxie der Milchstraße annäherte und diesem im Mai 2014 am nächsten kam. Astrophysiker waren überzeugt, dass die als Objekt G2 bezeichnete Wolke, diese Begegnung nicht überstehen und bei der Passage in die Länge gezogen und zerrissen werden würde. Doch die mysteriöse Wolke verhielt sich ganz anders als erwartet und zeigte sich auch nach der Passage nach wie vor sehr kompakt. Mittlerweile ist eine hitzige Diskussion darüber entstanden, um was es sich bei dem Objekt tatsächlich handelt (...wir berichteten). Jetzt liegen die bislang besten Messungen und Aufnahmen dieses mysteriösen Objekts vor.

Erstellt wurden die Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) von einem Wissenschaftlerteam der Universität zu Köln. Angesichts der Beobachtungen zeigen sich auch die Forscher um Andreas Eckart davon überzeugt, dass es sich bei G2 höchstwahrscheinlich um einen jungen Stern mit einem massereichen Kern handelt, der noch immer Materie ansammelt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters" (DOI: 10.1088/0004-637X/800/2/125) veröffentlicht.


Ursprünglich hatten Astrophysiker angenommen, dass die "Wolke" von den starken Gezeitenkräften des Schwarzen Lochs, das eine Masse aufweist, die dem Viermillionenfachen der Masse der Sonne entspricht, auseinandergerissen und sich entlang ihrer Umlaufbahn zerstreuen würde. "Ein Teil dieser Materie würde dann das Schwarze Loch füttern, was zu einem plötzlichen Aufleuchten oder anderen Hinweisen darauf führen sollte, dass dieses Monster gerade eine seiner seltenen Mahlzeiten genießt", erläutert die ESO-Pressemitteilung. "Um diese seltenen Ereignisse beobachten zu können, wurde die Region im galaktischen Zentrum in den vergangenen Jahren von vielen Astronomengruppen mit großen Teleskopen überall auf der Welt sorgfältig systematisch untersucht."


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Die Ergebnisse der neuen Beobachtungen stimmen mit denen früherer Beobachtungen am Keck-Teleskop auf Hawaii überein: Die Aufnahmen im infraroten Licht, das vom leuchtenden Wasserstoff stammt, belegen, dass die Wolke sowohl vor als auch nach ihrer größten Annäherung an das Schwarze Loch kompakt war.

Obwohl frühere Beobachtungen nahelegten, dass G2 verzerrt wurde, lieferten die neuen Beobachtungen keine Belege dafür, dass die "Wolke" signifikant verschmiert wurde: "Sie wurde weder sichtbar auseinandergezogen, noch verteilen sich die gemessenen Geschwindigkeiten breiter", so die Forscher.



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Weitere Beobachtungen der Polarisation des Lichts, das aus der Region des supermassereichen Schwarzen Lochs stammt, machen deutlich, dass das Verhalten der Materie, die in Richtung Schwarzes Loch gezogen wird, sehr stabil ist und - bislang - nicht durch angesaugte Materie aus der G2-Wolke gestört wurde.


"Die Widerstandsfähigkeit der Staubwolke gegenüber den extremen gravitativen Gezeitenkräften so nahe am Schwarzen Loch legen sehr deutlich nahe, dass sie eher ein dichtes Objekt mit einem massereichen Kern umschließt, als dass es sich um eine lockere, freifliegende Wolke handelt. Diese These wird von der Tatsache unterstützt, dass ein Beweis dafür, dass das Monster im Zentrum mit Materie gefüttert wird, bisher fehlt, da dies zu einer Aufhellung und zunehmender Aktivität führen würde."


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