Dienstag, 24. März 2015

NIRO-SETI sucht im Infrarot-Spektrum nach intelligenten außerirdischen Signalen


Das NIROSETI-Team am Lick Observatory. | Copyright: Laurie Hatch, ucsd.edu

San Diego (USA) - Mit einem neuen Instrument fahnden Astronomen im Rahmen der Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen (Search for Extraterestrial Intelligence, SETI) zukünftig auch im infraroten Lichtspektrum nach Hinweisen auf außerirdische Zivilisationen.

"Tatsächlich wäre infrarotes Licht eine hervorragende Art und Weise der interstellaren Kommunikation", erläutert Professor Shelley Wright Professor von der University of California in San Diego, dessen Team die neuen Detektoren gemeinsam mit Forschern um Dan Werthimer und Richard Treffers von der University of California in Berkeley und dem Dunlap Institute for Astronomy & Astrophysics an der University of Toronto entwickelt hat.


Die Forscher hoffen mit ihrem Instrument gepulste Signale von Infrarot-Lasern zu detektieren, wie sie das Licht ferner Sterne für einem milliardstel Bruchteil einer Sekunde überstrahlen könnten. Da interstellare Gase und Staub für Licht im nahen Infrarot-Spektrum nahezu transparent sind, könnte mit einer solchen Kommunikationstechnologie deutlich größere Distanzen ungehindert überbrückt werden und entsprechende Signale auch über wesentlich größeren Entfernungen hinaus gesendet und wahrgenommen werden. Zudem benötigt infrarotes Licht weniger Energie zu Übertragung der dennoch gleichen Informationsmenge.


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Tatsächlich ist die Grundidee zur Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen im infraroten Lichtspektrum aber gar nicht neu und wurde schon 1961 von Charles Townes von der University of California in Berkely in einem Fachartikel vorgeschlagen.

Seither hatte sich SETI über 50 Jahre lang jedoch hauptsächlich auf die Suche nach Radiosignalen im All konzentriert und das Suchspektrum erst in den vergangenen zehn Jahren nach und nach auch auf optische Signale in Form von Lasern ausgeweitet. Doch erst jetzt ist es technisch möglich, Instrumente zur Ortung von Infrarot-Laserpulsen zu entwickeln.


Wie der Name schon sagt, sucht das "Near-Infrared Optical SETI"-Instrument (NIROSETI) nach sich wiederholenden Lichtmustern in optischen nahen Infrarotbereich, die auf ihr Potential einer Informationsübermittlung durch fremde Zivilisationen hin analysiert werden können. Mit NIROSETI wird es zukünftig möglich sein, die Suche nach außerirdischen Signalen hunderte von Lichtjahren auszuweiten. Installiert wurde das neuen Instrument am Lick Observatory der University of California auf dem Mount Hamilton östlich von San Jose.


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Neben der Suche nach außerirdischen Signalen im nahen Infrarotbereich ermöglicht das Instrument auch rein astronomische Beobachtungen: "Es ist das erste Mal, dass die Menschheit das Universum im infraroten Wellenlängen im Bereich von Nanosekunden betrachten kann", erläutert Wertheimer. "Das Instrument könnte somit nicht nur die Frage beantworten, ob wir alleine im Universum sind, sondern auch neue astrophysikalische Phänomene entdecken."

Auch der SETI-Pionier Dr. Frank Drake, der dem Entwicklerteam beratend zur Seite stand, zeigt sich von dem neuen Instrument begeistert: "Solche (infraroten) Signale wären erwartungsgemäß so stark, dass man nur vergleichsweise kleine Teleskope benötigt, um sie zu empfangen. Und an kleineren Teleskopen steht meist mehr Beobachtungszeit zur Verfügung. Das ist wiederum wichtig, da sich die Chance eines Erfolges erhöht, je mehr Sterne damit abgesucht werden können." Jetzt brauche es nur noch Außerirdische, die ihre Signale auch mit dieser Technologie in unsere Richtung senden, gibt Drake abschließend zu bedenken.


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