Mittwoch, 15. April 2015

160 gestrandete Delfine vor Hokota - Forscher befürchten schweres Beben


Archiv: Breitschanbeldelfin (Illu.) | Copyright: gemeinfrei

Hokota (Japan) - Sechs Tage, bevor 2011 ein Beben der Stärke 9 auf der Richterskala zu einem verheerenden Erdbeben, dem Tsunami und in deren Folge der Nuklearkatastrophe von Fukushima führte, strandeten an der Küste Präfektur Ibaraki 50 Breitschnabeldelfine aus bislang ungeklärtem Grund. Nachdem vergangene Woche nun an die 160 Exemplare am Strand vor Hokota, ebenfalls in der Präfektur Ibaraki, an Land strandeten, stehen die lokalen Behörden erneut vor einem Rätsel. Einige Beobachter und Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen und befürchten eine erneut bevorstehende Naturkatastrophe. 

UPDATE 17.04.2015: Laut einer bislang unbestätigten Erklärung des japanischen National Science Museums, wurden 17 der gestrandeten Delphine mitterweile obduziert. Dabei zeigten sich bei allen Tieren zwar keine anderweitigen verletzungen oder Schäden, jedoch bei sämtlichen Exemplaren eine gänzlich weiße Lunge. Lungen in einem derart vollständig minderdurchbluteten Zustand (Ischämie) habe sie selbst noch nicht gesehen, so die Chefuntersucherin eines 30-köpfigen Expertenteams. Beobachter vermuten nun, dass dieser Zustand etwas mit der Nuklearkatatstrophe von Fukushima zu tun haben könnte. 

Wie Tadasu Yamada, Wissenschaftler am National Museum of Nature and Science gegenüber dem lokalen Nachrichtensender NHK kommentierte, fanden sich bislang bei keinem der Tiere offenkundige Anzeichen für Erkrankungen oder Wunden, die für das unnatürliche Verhalten vom 9. April 2015 verantwortlich gemacht werden könnten.

Schon vor der Fukushima-Katastrophe wurde etwa das Stranden von rund 100 Grindwalen auf den neuseeländischen Stewartinseln im Februar 2011 von einigen Beobachtern und Forschern als Anzeichen des 48 Stunden später sich hier ereignendes Christchurch-Bebens gewertet. Auch dem Seebeben von 2004, in dessen Folge mehr als 230.000 Menschen ihr Leben verloren, gingen zahlreiche rätselhafte Strandungen von Walen und Delfinen in Neuseeland und Australien voraus.


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Der indische Professor Dr. Arunachalam Kumar ist sich sicher, dass es eine Verbindung zwischen diesen Vorfällen und darauffolgenden Beben gibt. Er vermutet, dass u.a. Störungen im elektromagnetischen Feld in Folge der Bewegungen der tektonischen Platten für die Fehlnavigation der Wale und Delfine verantwortlich sein könnte. Andere Wissenschaftler sehen keine derartigen verbindungen und bezeichnen entsprechenden Theorien als unwissenschaftlich. Dass zumindest einige Tierarten bevorstehende Beben und andere Naturkatastrophen offenbar vorherahnen können, hat jedoch erst kürzlich wieder eine Studie gezeigt (...wir berichteten, s. Links).

Der aktuelle Vorfall vor Hokota könnte ein interessanter Testfall für die kontrovers diskutierten Theorien sein - mit hoffentlich weniger katastrophalen Folgen.


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