Montag, 27. April 2015

Archäologen finden flüssiges Quecksilber in Kammer unterhalb der Tempelpyramide des Quetzalcoatl


Auf Laserscan-Daten basierende grafische Darstellung des Tunnels (rosa), der unterhalb der Pyramide des Quetzalcoatl verläuft. | Copyright: inah.gob.mx

Teotihuacan (Mexiko) - Am Ende des unterhalb der Maya-Tempelpyramide der "gefiederten Schlange", Quetzalcoatl, haben mexikanische Archäologen "große Mengen flüssigen Quecksilbers gefunden. Die Forscher vermuten, dass es sich dabei um die rituelle Darstellung des Unterweltflusses der Maya - vergleichbar mit dem altgriechischen Styx - handelt. Angesichts dieses Fundes zeigen sich die Archäologen nun zuversichtlich, unmittelbar vor der Entdeckung der schon seit Jahrzehnten gesuchten rituellen Grabkammer der einstigen königlichen Herrscher von Teotihuacan zu stehen.

Der britische "The Guardian" zitiert den die Grabungen leitenden Archäologen, Sergio Gómez vom mexikanischen Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) mit der auf einer Pressekonferenz bestätigten Meldung der Entdeckung großer Mengen Quecksilbers in einer Kammer unterhalb der Pyramide des Quetzalcoatl, der drittgrößten Pyramide in Teotihuacan.


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Hier hatte Gómez schon 2003 einen seit 1.800 Jahren versiegelten Tunnel, durch diesen verbundenen Kammern und unzählige Artefakte gefunden (siehe Abb. o.; ...wir berichteten ausführlich, s. Links am Ende dieser Meldung).



Blick auf den Pyramidentempel des Quetzalcoatl. | Copyright: Tatjana Ingold, ingold.ch

Aufgrund der großen Mengen des gesundheitsschädlichen Quecksilbers sind die Archäologen nun gezwungen, ihre weiteren Arbeiten in Schutzanzügen durchzuführen. Flüssiges Quecksilber hatte für die mesoamerikanischen präkolumbianischen Hochkulturen zwar keinen direkt praktischen Nutzen, stellte jedoch - darauf deuten ähnliche Funde an anderen archäologischen Stätten in Mittelamerika - offenbar eine große rituelle Bedeutung. Archäologen vermuten, dass das Quecksilber den Fluss bzw. See der Unterwelt der Mythologie der mittelamerikanischen indigenen Völker - vergleichbar mit dem Styx der griechischen Mythologie - symbolisierte.


Da diese unterirdischen Gewässer den Eingang zur Unterwelt darstellen, hoffen nun auch die Archäologen um Gómez kurz vor der Entdeckung der schon seit vielen Jahren gesuchten Grabkammern der einstigen Herrscher von Teotihuacan oder Ritualkammern zu stoßen.


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Interessanterweise wurde ein Fluss aus Quecksilber schon zuvor auch im Innern einer chinesischem Pyramide nahe Xian entdeckt. Auch im Innern der von der weltberühmten Terrakottaarmee behüteten Grabkammer des "Ersten erhabenen Gottkaisers" Qin Shihuangdi, wurde mit Hilfe des Quecksilbers der Fluss einer unterirdischen Welt nachgebildet.


Verschiedene Kopfskulpturen an der Frontseite des Tempels des Quetzalcoatl. | Copyright: Tatjana Ingold, ingold.ch

Bei Quetzalcoatl, so sein Azteken-Name, handelt es sich um eine im gesamten mittelamerikanischen Raum verehrte Gottheit, die Tolteken und Maya ihn in ihrer Sprache Kukulkan nannten. Verehrt wurde er als Windgott, Gott des Tierkreises, Schöpfergott und Kulturheros (Priesterkönig).


Sein Name setzt sich aus dem Wort "Quetzal", einer in Mittelamerika einheimischen Vogelart mit einem auffälligen Federkleid und "coatl", also Schlange, zusammen, weswegen häufig von der "gefiederten Schlange" die Rede ist. "Doch auch das Coatl lässt sich noch auseinander nehmen", erläutert André Kramer in einem Artikel über den Mythos der wiederkehrenden Gefiederten Schlange, wie er auch in einigen Grenzwissenschaften - vornehmlich in der Prä-Astronautik - eine immer wieder beachtete Rolle spielt, und führt weiter aus: "Co bezeichnet in der Mayasprache eine Schlange, während atl im Nahua für Wasser steht. Man könnte Quetzalcoatl also noch differenzierter für die verschiedenen Elemente, Himmel, Wasser und Erde (die Schlange als am Boden kriechendes Tier) sehen."


Während sich das Interesse der Prä-Astronautik vornehmlich in den Ausführungen der Autoren Däniken und Fiebag begründen, die in Quetzalcoatl einen möglichen außerirdischen Besucher vermuten, sehen andere in ihm einen unbekannten frühen europäischen Reisenden, der den Völkern Mittelamerikas die Kultur brachte. Je nachdem, welcher Interpretation man in der Auseinandersetzung mit dem Quetzalcoatl-Mythos folgt, erklärt sich sicherlich auch die Faszination an den derzeitigen Funden und Entdeckungen in Teotihuacan. Einige Beobachter vermuten sogar, innerhalb noch unentdeckter (Grab-)Kammern der Pyramide könnten sich sogar die Überreste des Quetzalcoatl selbst befinden...


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