Freitag, 10. April 2015

Forscher finden weiteren Sonnenzyklus


Kompositaufnahme aus 25 Einzelaufnahmen der Sonne von April 2012 to April 2013, aus dem Aktivitätsbänder auf beiden Sonnenhälften sichtbar werden. | Copyright: NASA/SDO/Goddard

Boulder (USA) - Neben dem schon lange bekannten 11-jährigen Sonnenzyklus haben Sonnenforscher nun einen weiteren Zyklus unseres Zentralgestirns entdeckt, während dem die Sonnenaktivität innerhalb von rund 330 Tagen zu- und wieder abnimmt. Hierbei handele es sich um eine Hauptquelle heftiger Sonneneruptionen.

Wie die Forscher um Scott McIntosh vom High Altitude Observatory of the National Center for Atmospheric Research aktuell im Fachjournal "Nature Communications" berichten werden, wird der quasi-einjährige Zyklus von Veränderungen in Bändern aus starken Magnetfeldern angetrieben, die sich auf jeder Hemisphäre der Sonne finden.


"Was wir hier vorliegen haben ist ein starker Antrieb von Sonnenstürmen", so der Forscher. "Durch ein besseres Verständnis darüber, wie sich diese aktiven Magnetfeldbänder in der Sonne bilden und so die jahreszeitlichen Instabilitäten entstehen, können wir unsere Vorhersagen über das sog. Weltraumwetter zusehends verbessern".

 
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Bislang sei der eigentlich für jedermann sichtbare 1-Jahreszyklus der Sonne von Forscher übersehen oder abgetan worden, weil immer nur nach den Gründen für den bekannten 11-Jahres-Zyklus gesucht wurde. Dennoch sei die Auswirkung dieses "neuen" Sonnenzyklus auf das Weltraumwetter derart stark, dass es dringend erforderlich sei, mehr über diesen zu erfahren.

Magnetisierte Bänder aus Sonnenmaterial wandern in Richtung des Sonnenäquators. Die Art und Weise, wie die Bänder jeder Hemisphäre miteinander interagieren führt zu einem 330-Tage währenden und bislang übersehen Aktivitätszyklus unserer Sonne. Diese kann ebenso starke Auswirkungen haben, wie der bereits bekannte 11-Jahreszyklus der Sonne.


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Die Interaktion der magnetischen Bänder könne auch dabei helfen, andere Sonnenrätsel zu lüften. So wird seit den 1960er Jahren beobachtet, dass die Anzahl starker Sonnenausbrüche und damit einhergehender koronaler Masseauswürfe, ein Jahr oder mehr verzögert nach dem Höhepunkt der Anzahl der Sonnenflecken ihren Höhepunkt hat. Dieses als Gnewaschew-Lücke bezeichnete Hinterherhinken scheint ebenfalls damit zusammen zu hängen, wie jeweils zwei Magnetfeldbänder auf jeweils einer Sonnenhälfte miteinander interagieren, ineinanderfließen und dabei instabile Regionen auf der Sonne entstehen lassen, aus denen heraus sich dann Sonnenausbrüche und koronale Masseauswürfe lösen können.


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