Donnerstag, 16. April 2015

NASA-Raumsonde liefert erste Nahaufnahme des Pluto-Systems


Nahaufnahme von Pluto und Charon in Farbe. | Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Laurel (USA) - Bislang bildeten lediglich Aufnahmen von erdgestützten oder Weltraumteleskopen die Grundlage jeglicher Beschreibungen der Eigenschaften des ehemals neunten Planeten Pluto und seiner fünf kleineren und größeren Monde. Mit der jetzt, drei Monate vor dem direkten Vorbeiflug der Sonde "New Horizons" am 15. Juli 2015 präsentierten Aufnahme der liefert die NASA erstmals eine wirkliche Nahaufnahme des Pluto-Systems.

"Mit diesem Vorbeiflug wird sich unser Wissen darüber, wie das Pluto-System wirklich ist, exponentiell erweitern und ich habe keinen Zweifel daran, dass wir ganz faszinierende Entdeckungen vor uns haben", kommentiert John Grunsfeld Administrator des Science Mission Directorate der NASA die Aufnahme.


Neun Jahre und annähernd 4,8 Milliarden Kilometer ist die Sonde nun unterwegs, um erstmals Pluto und seine bislang fünf bekannten Monde aus wirklicher Nähe zu fotografieren und die Oberfläche des Zwergplaneten im unsere Sonnensystem abschließenden Kuiper-Gürtel jenseits des Neptun zu kartografieren.


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Pluto ist der größte bislang bekannte Körper im Kuiper-Gürtel, besitzt eine Stickstoffatmosphäre, komplexe Jahreszeiten und markante Oberflächenmerkmale. Er besteht aus Eis und Fels und könnte sogar einen Ozean aus flüssigem Wasser unter seiner eisigen Kruste verbergen. Zudem wird er von mindestens fünf Monden umkreist. Der größte dieser Monde, Charon, könnte selbst über eine Atmosphäre und einen inneren Ozean verfügen.

An Bord der Sonde befinden sich insgesamt sieben hochkomplexe wissenschaftliche Instrumente - darunter Kameras, Spektrometer, Plasma- und Staubdetektoren. Mit diesen soll die Geologie von Pluto und Charon kartiert und die Zusammensetzung, Texturen und Temperaturen ihrer Oberflächen dokumentiert werden. Zudem soll Plutos Atmosphäre analysiert und nach einer Atmosphäre um Charon gesucht werden.


Derzeit ist "New Horizons" Pluto zwar schon näher als unsere Erde der Sonne, doch zeigen sich der Zwergplanet und sein größter Mond bislang noch nur als zwei helle Punkte. Am Punkt ihrer größten Annäherung wird sich die Sonde dem Pluto-System bis auf 9.600 Kilometer annähern und dann wahrscheinlich faszinierende Entdeckungen am Rande unseres Sonnensystems offenbaren.


Nach dem Vorbeiflug am Pluto-System wird "New Horizons" den Kuipergürtel durchfliegen, wo zwischen 2018 und 2019 ein Vorbeiflug an einem weiteren Kuipergürtel-Objekt geplant ist.


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