Donnerstag, 23. April 2015

Studie beweist: Pestizide schaden den Wildbienen


Bienenzucht vor Rapsfeldern in Schweden | Copyright/Quelle: lunduniversity.lu.se

Lund (Schweden) - Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern in einer Studie gelungen nachzuweisen, wie das hochwirksame Pestizid Clothianidin aus der Gruppe der Neonicotinoide auf Honig- aber auch auf Wildbienen in landwirtschaftlich geprägten Landschaften wirkt: Während die Honigbienen mit dem Pestizid zurechtkommen, hat es eine stark schädliche Auswirkung auf die Wildbienen.

Neonicotinoide werden besonders zur Schädlingsabwehr beim Anbau von Raps auf die jungen Pflanzen zum Schutz gegen sogenannte Rapsflöhe eingesetzt. Seit 2013 wurde der Einsatz innerhalb der EU stark eingeschränkt, da Rapsblüten besonders viele Bienen anziehen.


Die jetzt im Fachjournal "Nature" (DOI: 10.1038/nature14420) veröffentlichten Ergebnisse der Studie von Wissenschaftler um Maj Rundlöf von der Lunds Universitet stellen - so die Forscher - eine ernstzunehmende Erkenntnis dar, da Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Nahrungsmittelpflanzen darstellen.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Wir können eine eindeutig negative Auswirkung auf das Wachstum und die Reproduktionsfähigkeit in Hummelkolonien in der Nähe entsprechend behandelter Rapsfelder nachweisen", so Rundlöf. Zudem gibt es in der Umgebung dieser Felder deutlich weniger Hummeln und Wildbienen als im Umfeld unbehandelter Felder. Allerdings bemerken die Forscher auch, dass die beschriebenen negativen Effekte nicht in entsprechenden Honigbienenkolonien gefunden werden konnten.

"Aber genau deshalb zeigt unsere Studie, wie differenziert wir die Auswirkungen eines Produkts tatsächlich betrachten müssen. Wenn wir nur die Auswirkung neuer Pestizide auf Honigbienen untersuchen und diese dann freigeben, so ist das bei Weitem nicht ausreichend, um auch die Konsequenzen für Wildbienen in der realen Landschaft einschätzen zu können", so der Forscher.


Sein Kollege Thorsten Rahbek Pedersen von schwedischen Ladwirtschaftsministerium fügt hinzu: "Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Clothianidin in Rapsfeldern nicht angebracht ist und wir alternative Vorkehrungen und Anbaumethoden brauchen, wenn wir weiterhin in Schweden Raps anbauen wollen." Genau diese Methoden sollen in einem nächsten Schritt nun an der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften entwickelt und erprobt werden.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

grenzwissenschaft-aktuell
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE