Freitag, 24. April 2015

Vollständige Genom-Kartierung des Wollhaarmammuts ebnet Weg zu dessen Wiederbelebung


Mammut, Zeichnung von 1885. | Copyright: Paul Jamin, gemeinfrei

Hamilton (Kanada) - Ein internationales Genetikerteam hat die nahezu vollständigen Genome zweier sibirischer Wollhaarmammuts kartiert und zeichnet damit das bislang vollständigste genetische Bild der ausgestorbenen Eiszeitriesen. Aus dem Ergebnis lassen sich neue Rückschlüsse auf die Evolutionsgeschichte der Mammuts und die Umstände schließen, die schlussendlich zu ihrem Aussterben geführt haben. Zugleich ebnet die Kartierung den Weg zur Wiedererweckung der Tiere.

"Durch diese Arbeit wird die Wiederbelebung der Art zu einer wirklich realen Möglichkeit, die wir nun theoretisch schon binnen weniger Jahrzehnte realisieren können", erläutert Hendrik Poinar, der Direktor des Ancient DNA Centre an der McMaster University. "Mit einem vollständigen Genom und dieser Art von Daten können wir nun damit beginnen zu verstehen, was ein Mammut zu einem Mammut macht, wenn wir es mit einem Elefanten vergleichen."


Während viele Wissenschaftler lange Zeit davon ausgingen, dass die Mammuts Opfer des damaligen Klimawandels und der Bejagung durch den Menschen wurden, legen die nun vorliegenden neuen Daten eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren nahe, die sich über einen längeren Zeitraum in der evolutionären Geschichte der Dickhäuter auswirkten.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Bei den beiden Quellen der nun erstellten Genome handelt es sich um zwei Mammuts, die jeweils 40.000 Jahre getrennt voneinander lebten: Während ein Exemplar vor rund 45.000 im nordöstlichen Sibirien lebte, gehörte das zweite zu einer der letzten überlebenden Mammut-Populationen, die noch bis vor 4.300 Jahren auf der Wrangel-Insel im Arktischen Ozean lebten.

Bei letzterem fanden die Forscher eine nur noch niedrige genetische Vielfalt und damit ein deutliches Anzeichen für Inzucht, die wahrscheinlich auf die kleine Anzahl der auf Wrangel überlebten Exemplare während der letzten 5.000 Jahre der Existenz der Art zurückgeht.


Schon vor 250.000 bis 300.000 Jahren erfuhren die Mammuts einen signifikanten Rückgang, den die Tiere aber überstanden. Nicht so jedoch ihren Rückgang zum Ende der letzten Eiszeit.


"Aus unseren Daten geht hervor, dass während die Ägypter die Pyramiden bauten, es immer noch lebende Mammuts auf den arktischen Inseln gab", so Poinar. Die Ergebnisse haben die Genetiker aktuell im Fachjournal "Current Biology" (DOI: 10.1016/j.cub.2015.04.007) veröffentlicht.



WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Genetiker verpflanzen erstmals erfolgreich Mammut-DNA in die eines Elefanten 25. März 2015
Wissenschaftler nach 'frischem' Mammut-Fund: "Chance für erfolgreiches Klonen eines Wollhaarmammut ist hoch" 20. März 2014
Mammut-Kadaver mit "Frischfleisch" und flüssigem Blut entdeckt
31. Mai 2013
 
Mammuts überlebten länger als bislang angenommen 29. Dezember 2009
Mammuts haben in England noch 6000 Jahre überlebt 18. Juni 2009


grenzwissenschaft-aktuell
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE