Mittwoch, 13. Mai 2015

Dunkles Material auf der Oberfläche des Jupitermondes Europa könnte Meersalz sein


Der Jupitermond Europa. | Copyright: NASA/JPL/DLR

Washington (USA) - Dunkles Material, dass entlang linear verlaufenden Aufbrüche die Oberfläche des eisigen Jupitermondes Europa kennzeichnet, ist wahrscheinlich Meersalz. Zu dieser Folgerung kommen NASA-Wissenschaftler anhand von Laborexperimenten und vermuten, dass dieses Meersalz dem unter dem kilometerdicken Eispanzer vermuteten Ozean entstammt. In diesem Fall würde das bedeuten, dass das Wasser dieses Ozeans mit dem felsigen Ozeanboden reagiert. Die Anwesenheit solchen Meerwassers auf der Oberfläche von Europa wäre ein wichtiger Hinweis auf Prozesse, die Leben im Ozean des Eismondes ermöglichen könnten.

Wie die Forscher um Kevin Hand vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA aktuell im Fachjournal "Geophysical Research Letters" (DOI: 10.1002/2015GL063559) berichten, haben sie im Labor die Umweltbedingungen - darunter Temperatur (minus 173 Celsius), annäherndes Vakuum und starke Strahlungseinwirkung durch das gewaltige Magnetfeld des Jupiter - auf der Oberfläche von Europa simuliert.


Von dem dunklen Material war bislang nur bekannt, dass es lineare Risse und Aufbrüche und andere relativ junge geologische Merkmale auf der Europaoberfläche bedeckt. Dieser Umstand legt nahe, dass es sich um Material aus dem Innern des Mondes handelt. Die chemische Zusammensetzung dieses Materials war bislang jedoch rätselhaft.


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Schon dutzende Stunden, nachdem die Forscher neben zahlreichen anderen Materialien Proben von Natriumchlorid (Kochsalz) den Europa-Bedingungen ausgesetzt hatten – und was etwa 100 Jahren auf dem Jupitermond entspricht, begann dieses sich gelblich-braun zu verfärben. Spektral betrachtet entspricht diese Verfärbung jener der dunklen Oberflächenmerkmale auf Europa.


Unter Europa-Bedingungen verfärbt sich Kochsalz in gleicher Weise wie das dunkle Material auf der Oberfläche Europas. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

"Sollte das wirklich Salz aus dem verborgenen Untergrundozean sein, so wäre das die einfachste und eleganteste Lösung des Rätsels um das mysteriöse dunkle Material", so Hand. Anhand des Verfärbungsgrades hoffen die Forscher nun darauf, die geologische Strukturen genau datieren zu können.


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