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Freitag, 9. Januar 2015

Polarforscher finden riesige Kreisstruktur im Eis der Antarktis


Die mysteriöse kreisförmige Bruchstruktur im König-Baudoin-Schelfeis. | Copyright: Tobias Binder, Alfred-Wegener-Institut (AWI)

Bremerhaven (Deutschland) - Es klingt wie der Anfang eines Science-Fiction-Films: Bei Messflügen haben deutsche Geophysiker in der Antarktis eine rund zwei Kilometer durchmessende, kreisförmige Bruchstruktur im Eis entdeckt. Was den Einbruch im König-Baudoin-Schelfeis verursacht hat, ist bislang noch unbekannt. Wissenschaftler vermuten aber, dass es sich um den Einschlagskrater eines Meteoriten handelt könne, der 2004 in dieser Region niedergegangen sein soll.

Erstmals auf den auffälligen Kreisbruch im Eis aufmerksam wurden die Forscher um Christian Müller vom Alfred-Wegener-Instituts (AWI) des Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung bei einem Überflug am 20. Dezember 2014:


"Etwa fünf bis sechs Kilometer von unserem Flugzeug entfernt, sah ich plötzlich diese gewaltige kreisrunde Struktur von rund drei Kilometern Durchmesser und ich wunderte mich, was eine derart große Struktur im eis hinterlassen haben könnte", erinnert sich Müller.



In dieser kontrastverstärkten Version des Originalfotos wird der Kreisbruch noch deutlicher. | Copyright/Quelle: Tobias Binder, Alfred-Wegener-Institut (berab. Version: grenzwissenschaft-aktuell.de

Zurück auf der Princess-Elisabeth-Forschungsstation suchte der Forscher dann in den wissenschaftlichen Aufzeichnungen nach möglichen Hinweisen auf Einschlagsereignisse in den vergangenen Jahren. Hierbei stieß der Wissenschaftler auf zwei voneinander unabhängige Studie, die 2004 anhand von Infraschallaufnahmen von Polarstationen sowie Beobachtungen eines wahrscheinlich von einem Meteor verursachten Staubschweifs über Australien, auf den Einschlag eines Meteors als Erklärung für die Bruchstruktur hindeuten. Ein solcher Einschlag konnte bislang jedoch noch nicht bestätigt, geschweige denn genauer lokalisiert werden. Allerdings deuten die Aufzeichnungen daraufhin, dass dieser Körper dann irgendwo im König-Baudoin-Schelfeis der Ostantarktis niedergegangen sein müsste.


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"Wenn die Struktur tatsächlich von dem Einschlagsereignis 2004 stammt, so hätten in den vergangenen 10 Jahren zahlreiche, die Struktur verändernde Prozesse –
- wie etwa Schneeakkumulation, Winderosion und Deformationen durch den Fluss des Schelfeises selbst - auf den Bruch eingewirkt", erläutert der AWI-Wissenschaftler Dr. Graeme Eagles auf "AntarcticStation.org".

Allerdings habe die Theorie vom angeblichen Einschlag 2004 auch einen kleinen Haken, zitiert "Spiegel-Online" den Forscher: "Wir haben Belege auf älteren Satellitenaufnahmen gesehen, die gegen diese Hypothese sprechen." Das heißt: Die jetzt gefundene Struktur war womöglich schon vorher da.



Eine durch Verzerrung erstelle direktere Falschfarb-Draufsicht auf die Kreisstruktur. | Copyright/Quelle: Tobias Binder, Alfred-Wegener-Institut (berab. Version: grenzwissenschaft-aktuell.de

Sechs Tage nach ihrer Entdeckung vermaßen die Wissenschaftler die Kreisstruktur aus der Luft mit präzisen Instrumenten wie einem Laseraltimeter und Radarkartierung.


Während bislang vieles für den Einschlag eines Meteoriten als Erklärung für die Kreisnarbe im eis spricht, halten sich die Wissenschaftler des AWI mit einer eindeutigen Schlussfolgerung noch zurück. Hier will man zunächst noch genauere Daten und weitere Untersuchungen abwarten.


Da die Mission der deutschen Forscher jedoch nicht für die Untersuchung eines Meteoriteneinschlags ausgelegt ist, stehe derzeit nicht nie notwendige Ausrüstung und Expertise zur Verfügung, erklären die Wissenschaftler. Hierzu sollen zukünftige weitere Forscher und Experten vor Ort arbeiten. Hierzu wollen die Forscher unter anderem im Innern der Struktur bohren, um so nach weiteren Hinweisen für einen Meteoriten zu suchen. "Derzeit hat aber unsere aktuelle Mission Vorrang. Die Kreisstruktur muss bis auf weiteres noch warten", so Eagles.



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Oreichalkos: Taucher finden mystisches Metall aus Platons Atlantis in antikem Schiffswrack


Das mit den Oreichalkos-Barren beladene Schiffswrack. | Copyright: Superintendent of the Sea Office, Sicily

Gela (Italien) - Vor der Küste Südsiziliens haben Taucher in einem 2.600 Jahre alten Schiffswrack 39 Barren eines Metalls entdeckt, das antiken Beschreibungen eines Metalls entspricht, das angeblich von dem legendären versunkenen Kontinent Atlantis stammen soll. Das sogenannte Oreichalkos kam mit einem Schiff entweder aus Griechenland oder Kleinasien, dass vermutlich bei einem Sturm sank, noch bevor es im antiken Hafen von Glea anlegen konnte.

"Das Wrack selbst stammt aus der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts v.Chr. und wurde rund 300 Meter vor der Küste Gelas in drei Metern Tiefe entdeckt", zitiert "Discovery News" den Leiter der sizilianischen Meeresbehörde, Sebastiano Tusa.


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Insgesamt fanden die Taucher bislang 39 Barren des einzigartigen Metalls: "Bislang wurde noch nie etwas Vergleichbares gefunden und Oreichalkos war nur von einigen wenigen verzierten Objekten und eben aus den altgriechischen Texten bekannt." Tatsächlich galt Oreichalkos bislang als eher geheimnisvolles Metall, dessen Zusammensetzung und Herkunft immer wieder kontrovers diskutiert wurde.



Die vor der Südsizilianischen Küste in einem antike Schiffwrack gefundenen 39 Oreichalkos-Barren. | Copyright: Superintendent of the Sea Office, Sicily

Laut den altgriechischen Texten wurde Oreichalkos von Kadmus und damit dem mythischen griechisch-phönizischen König von Theben erfunden. Bekannt wurde das Metall besonders durch die im vierten Jahrhundert v. Chr. verfassten Schilderungen des griechischen Philosophen Platon in dessen Kritias-Dialog. Darin beschreibt Platon Oreichalkos als "feurig schimmerndes Metall", das von den Bewohnern von Atlantis nach Gold am meisten geschätzt wurde. Mit dem Metall, so Platon weiter, sei die atlantische Königsburg und der darin liegende Poseidontempel überzogen und verziert gewesen.


Die nun angefertigte Röntgenfluoreszenzanalyse der geborgenen Oreichalkos-Barren ergab eine Zusammensetzung von 75-80% Kupfer, 15-20% Zink und kleine Mengen von Nickel, Blei und Eisen - und kommt damit Messing sehr nah. Tatsächlich bist
Oreichalkos heute noch die griechische Bezeichnung für Messing.

Aus archäologischer Sicht bestätige der Fund, dass Gela nach ihrer Gründung 689 v.Chr. zu einer reichen Handels- und Handwerksstadt anwuchs, so Tusa. Wahrscheinlich waren die Barren für das Kunsthandwerk in der Stadt bestimmt, dessen Erzeugnisse weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und begehrt waren.


In naher Zukunft sollen auch den Rest der Ladung des antiken Schiff geborgen werden. Ob der Fund aber auch die Kontroverse um die Frage beilegen kann, um was genau es sich bei dem antiken
Oreichalkos aus Platons Atlantis handelt, bleibt offen...

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Keine SETI-Signale von neuem Kepler-Planeten


Künstlerische Darstellung eines Planeten wie dem ersten von der Kepler-2-Mission entdeckten Exoplaneten "Kepler 116454b". | Copyright: Harvard-Smithsonian Astrophysical Observatory

Mountain View (USA) - Der erste, vom reanimierten NASA-Weltraumteleskop Kepler entdeckte Exoplanet, der Planet "Kepler 116454b", wurde mit der Allen Telescope Array nach Signalen intelligenter Zivilisationen abgehorcht. Das Ergebnis war auch hier negativ. Das Ergebnis jedoch, ist wenig erstaunlich.


Wie der SETI-Chefastronom Seth Shostak auf der Seite des SETI Institutes berichtet, handelt es sich bei "Kepler 116454b" um einen Planeten, der in rund 180 Lichtjahren Entfernung zu Erde einen organgenen Zwergstern im Sternbild Fische umkreist.


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Mit der Allen Telescope Array suchte der SETI-Astronom Jon Richards vom SETI Institute’s Center for SETI Research den Planeten nach Signalen im Bereich von 1000 bis 2250 MHz ab. Bei dem Planeten handelt es sich um den ersten Exoplaneten, der von dem Weltraumteleskop nach dessen Reaktivierung entdeckt wurde. Zuvor waren im März 2013 die Kreisel-Schwungräder des Teleskops ausgefallen, wie sie für dessen hochpräzise Ausrichtung verantwortlich waren. Nach verschiedenen Reaktivierungsversuchen wurde der Planetensucher in seiner ursprünglich geplanten Arbeitsweise aufgegeben (...wir berichteten), konnte dann aber kurz vor Weihnachten 2014 wieder mit neuer Methode seine Suche nach Planeten um ferne Sterne wieder - wenn auch mit reduzierter Effektivität – im Rahmen der sogenannten Kepller-2-Mission (K2) aufnehmen.

Dass von "Kepler 116454b" keine intelligenten Signale ausgehen, dürfte die SETI-Astronomen jedoch nicht verwundert haben. Mit einer Umlaufzeit von gerade einmal 9 Tagen und einer Umlaufbahn, die den Planeten drei mal näher an seinen Stern heranführt als Merkur die Sonne umkreist, dürfte es auf der Super-Erde für Leben, wie wir es von der Erde kennen, viel zu heiß sein.


"Nichtsdestotrotz haben Jahrhunderte der Erfahrung gezeigt, dass Beobachtungen manchmal die Erwartungen übertrumpfen", erklären die SETI-Astronomen ihre Suche nach Signalen auch angesichts solcher Planeten. "Aus diesem Grund untersuchen wir routinemäßig neue Exoplaneten - ganz gleich, ob sie für Leben vielversprechend sind oder nicht." Trotz bzw. gerade aufgrund der bisherigen negativen Ergebnisse, wollen die Astronomen "Kepler 116454b" jetzt auch noch in weiteren Bandbreiten absuchen.


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA 
Kepler-186f: Keine SETI-Signale aus Richtung von potentiell zweiter Erde 28. Mai 2014

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Merlins Mound: Baumschnittarbeiten auf 'Merlins Grabhügel'


Der spiralförmig angelegte Merlins Mound. | Copyright: Marlborough College

Marlborough (England) - Der sogenannte Silbury Hill in der Nähe des Steinkreises von Avebury in der südwestenglischen Grafschaft Wiltshire ist die größte, von Menschen errichtete Kegelpyramide Europas, prägt das Landschaftsbild rund um Avebury und ist zugleich ein Tourismusmagnet der Region. Den wenigsten Besuchern bekannt ist jedoch bekannt, dass Silbury Hill noch eine "kleine Schwester" besitzt: Der "Merlins Mound" ist allerdings auch auf dem Gelände des Marlborough Colleges vor direkten Blicken - und zudem von Bäumen und Büschen bewachsen - verborgen. Jetzt soll "Merlins Grabhügel" von einem Teil der Vegetation befreit werden.

Wie "MarlboroughNewsOnline.co.uk" berichtet, habe das Wiltshire Council sowie das für die Erhaltung und Pflege von archäologisch und historisch bedeutsamen britischen Stätten verantwortliche "National Heritage" die Genehmigung für die Baumfäll- und Schnittarbeiten erteilt. Allerdings sollen die Stümpfe der Teils mehrere Jahrzehnte alten Bäume im Boden verbleiben, um damit die Stabilität des künstlichen Hügels zu sichern.



Die mit rot gekennzeichnete Vegetation soll im kommenden Jahr entfernt werden. | Copyright: National Heritage

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Lange Zeit galt, wie der Name "Merlins Mound" schon sagt, der Mound in der Folklore als Grabhügel des mystischen Zauberers Merlin. Auf diese Legende geht auch der Name des Städtchens Marlborough (Merlins Borough) selbst zurück. Tatsächlich stammen auch die ersten Siedlungsfunde rund um Marlborough aus und von rund um den Hügel selbst. Später nahm man an, dass es sich um den Hügel einer sächsischen Motteburg gehandelt habe. Erst vor wenigen Jahren zeigten neuste archäologische Untersuchungen dann, dass der Merlins Mound wahrscheinlich zur gleichen Zeit wie der Silbury Hill - also vor rund 4600-4700 Jahren - errichtet wurde (...wir berichteten).


Der Silbury Hill nahe Avebury in Wiltshire. | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de


Grafischer Vergleich zwischen Silbury Hill (hell) und dem Merlins Mound (dunkel). | Copyright: English Heritage

Zu welchem Zweck sowohl der Silbury Hill und der Merlins Mound einst errichtet wurden, ist bis heute unbekannt. Während der Silbury Hill im auch hier namensgebenden Volksglauben als Grabhügel des mystischen Königs Sil galt, der im Innern des Hügels auf einem goldenen Pferd sitzend begraben sein sollte, zeigten Grabungen und Bohrungen jedoch auch hier, dass es sich nicht um einen Grabhügel handelt.


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