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Donnerstag, 15. Januar 2015

Studie zeigt: Sonnenaktivität zum Zeitpunkt der Geburt beeinflusst unser Leben


Symbolbild: Aktive Sonne. | Copyright: NASA

Trondheim (Norwegen) - Seit Jahrtausenden sind Astrologen davon überzeugt, dass die Sterne unser Leben beeinflussen. Tatsächlich könnte an dieser Vorstellung etwas Wahres dran sein - zumindest, wenn man statt astrologische astronomische Definitionen der Himmelskörper bemüht. Denn jene Himmelskörper, die in der Astrologie die angeblich prägende Rolle spielen, sind gar keine Sterne im astronomischen Sinn, sondern Planeten. Dafür bestimmt aber wirklicher Stern - also unsere Sonne - offenbar unser Leben tatsächlich mehr als bislang bekannt. Eine norwegische Studie hat nun festgestellt, dass die Stärke der Sonnenaktivität zum Zeitpunkt unserer Geburt unser späteres Leben zu beeinflussen scheint.

Wie die Gine Roll Skjærvø, Frode Fossøy und Eivin Røskaft von der Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens (NTNU) aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2014.2032) berichten, zählen zu den Eigenschaften, die von der Sonnenaktivität zum Zeitpunkt unserer Geburt beeinflusst werden, unsere Fruchtbarkeit, Gesundheit und unsere Lebensdauer.


Zu ihrem Ergebnis kommen die Wissenschaftler durch die Auswertung einer Kombination demografischer Daten von über 9.000 zwischen 1676 und 1878 geborener, wohlhabender und verarmter Norweger mit den Beobachtungsdaten zur Sonnenaktivität.


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Wie die Analyse zeigt, sterben Menschen, die zu Zeiten erhöhter Sonnenaktivität geboren wurden im Durchschnitt bis zu fünf Jahre früher als jene, die unter einer ruhigen Sonne deren Licht der Welt erblickten. Zudem reduziere eine aktive Sonne die Wahrscheinlichkeit, dass jene zu diesen Zeiten geborenen Menschen das Erwachsenenalter erreichen merklich und vermindere die Fruchtbarkeit bei entsprechend geborenen Frauen. Die Studie zeigt auch Unterschiede zwischen wohlhabenden und ärmeren Menschen und erklärt dies damit, dass ärmere Menschen aufgrund ihrer erhöhten Arbeit im Freien auch weniger geschützt und damit stärker den beschriebenen Einflüssen ausgesetzt waren.

Tatsächlich war schon vor der Studie bekannt, dass umweltbedingte Stressfaktoren während der frühen Entwicklung eines Organismus negative Auswirkungen auf dessen gesundheitliche Entwicklung und reproduktive Fähigkeiten haben kann.


Einer dieser Stressfaktoren ist erhöhte UV-Strahlung, wie sie abhängig von der jeweiligen Sonnenaktivität stark variieren kann. Auch wenn die Forscher bislang noch nicht sicher sagen können, wie stark sich entsprechend höhere Dosen den menschlichen Organismus prägen, so scheint es doch so, dass diese sich durch Schäden an Zellen und der DNA auswirken.


Die Sonnenaktivität selbst äußert sich in den bekannten Sonnenflecken und durchläuft in der Regel einen Aktivitätszyklus von rund 11 Jahren. Während eines solchen Zyklus durchläuft unser Zentralgestirn rund acht Jahre mit niedriger Aktivität (Minimum) und jeweils drei Jahre mit erhöhter Aktivität (Maximum).


Während sich die Studie natürlich lediglich auf einen statistischen Vergleich der beiden Datengrundlagen stützt und nicht die direkten Ursachen der Lebensumstände der 9.000 Individuen untersuchen konnte – also keinen eindeutigen Beweis für die beschriebenen Auswirkungen der Sonnenaktivität darstellen kann - berücksichtigten die Forscher dennoch auch – so bekannt – Auswirkungen der Gesundheit der Mütter, den soziökonomischen Status und die jeweilige ökonomische Gesamtsituation, um damit die Aussagekraft der Studie zu stärken.


Den Grund für die gefunden Übereinstimmungen und ihre negativen Auswirkungen sehen die Autoren der Studie in den besagt erhöhten Werten an ultravioletter Strahlung. Diese könnten sich mindernd auf die Produktion von Folsäure auswirken. Diese Form des Vitamin B gilt als wichtig für den Vorgang der schnellen Zellvermehrung während der Schwangerschaft. Schon zuvor hatten Studien gezeigt, dass eine Verminderung dieser sogenannten Folate vor der Geburt mit höheren Krankheitsraten im Erwachsenenalter und einer früheren Sterblichkeit einhergeht.


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NGTS: Neue europäische Teleskope zur Jagd nach Exoplaneten auf dem chilenischen Paranal


Der Next-Generation Transit Survey (NGTS) ist Teil des Paranal-Observatorium der ESO im Norden Chiles | Copyright: ESO/G. Lambert

Paranal (Chile) Die Teleskope des "Next-Generation Transit Survey" (NGTS, auf Deutsch etwa "Transitsuchprogramm der nächsten Generation") am Paranal-Observatorium der Europäischen Spdsternwarte (ESO) im Norden Chiles haben ihr erstes Licht gesehen. Im Rahmen dieses Projektes wird nach Exoplanetentransits gesucht - also Planeten, die von der Erde aus gesehen direkt vor ihrem Mutterstern vorbeilaufen und dabei einen kleinen Teil des Sternenlichts abschatten. Dieser Effekt lässt sich mit empfindlichen Kameras messen. Die Teleskope des NGTS sollen insbesondere Planeten von der Größe Neptuns oder kleiner entdecken, also mit einem Durchmesser zwischen dem doppelten und dem achtfachen Erddurchmesser. Von deutscher Seite ist das Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an diesem Projekt beteiligt.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um einen Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte ESO


Der Next-Generation Transit Survey (NGTS) ist ein auf großflächige Beobachtungen angelegtes System, das aus zwölf Einzelteleskopen besteht, von denen jedes einen Durchmesser von 20 Zentimetern hat. Diese neue Anlage wurde von einem Konsortium britischer, Schweizer und deutscher Einrichtungen errichtet und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Paranal-Observatoriums der ESO im Norden Chiles.


Daher kann sie sowohl von den hervorragenden Beobachungsbedingungen vor Ort als auch von technischer Unterstützung seitens der vorhandenen Einrichtungen profitieren.


"Wir waren auf der Suche nach einem Standort mit vielen klaren Nächten und trockener Luft bei guter Durchsicht, damit unsere Messungen so möglichst oft besonders präzise werden - der Paranal war dabei mit großem Abstand unsere erste Wahl", kommentiert Don Pollacco von der britischen University of Warwick, einer der Leiter des NGTS-Projekts, die Standortwahl.


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NGTS ist so konzipiert, dass es vollkommen automatisiert kontinuierlich auf der Suche nach Exoplanetentransits die Helligkeit von mehreren 100.000 vergleichsweise hellen Sternen am Südhimmel vermessen wird. Dabei soll eine relative Genauigkeit von einem Tausendstel erreicht werden, was mit bodengebundenen Instrumenten für großflächige Himmelsdurchmusterungen bisher nie gelungen ist.

Die Realisierung einer so hohen Präzision bei Helligkeitsmessungen über ein großes Gesichtsfeld hinweg ist technisch sehr anspruchsvoll. Die für NGTS notwendigen Schlüsseltechnologien konnten allerdings bereits mit einem kleineren Prototypen demonstriert werden, der 2009 und 2010 auf La Palma (Kanarische Inseln) in Betrieb war. NGTS baut außerdem auf dem Erfolg des SuperWASP-Experiments auf, das bis heute führend beim Nachweis von großen Gasplaneten ist.


Die mit NGTS entdeckten Planeten werden mit größeren Teleskopen näher untersucht werden, darunter auch das Very Large Telescope der ESO. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, kleine Planeten zu finden, die einen so großen Helligkeitsunterschied verursachen, dass es möglich wird, die Planetenmasse genau zu bestimmen.


Daraus wiederum ergibt sich die Dichte des Planeten und somit Hinweise auf seine Zusammensetzung. Bei solchen Planeten wäre es dann zum Teil auch möglich, ihre Atmosphären näher zu untersuchen, denn während der Planet vor seinem Mutterstern vorbeiläuft, durchleuchtet das Sternenlicht quasi die Atmosphäre am Rand der Planetenscheibe, die dann ihrerseits winzige, aber nachweisbare Spuren im Sternlicht hinterlässt. Bislang sind nur sehr wenige Planeten bekannt, die solche Messungen erlauben. NGTS sollte viele zusätzliche Kandidaten finden.


NGTS ist das erste Teleskopprojekt überhaupt, das am Paranal-Observatorium angesiedelt ist, aber nicht von der ESO betrieben wird, während viele ähnlich gelagerte Projekte am älteren La Silla-Observatorium laufen. Die NGTS-Daten werden im ESO-Archiv gespeichert und von dort für Astronomen auf der ganzen Welt zugänglich sein.


Peter Wheatley, ein weiterer NGTS-Projekteiter von der University of Warwick, erläutert abschließend: "Wir freuen uns sehr, dass wir nun mit unserer Suche nach kleinen Planeten um sonnennahe Sterne beginnen können. Die NGTS-Entdeckungen und Nachfolgebeobachtungen mit bodengebundenen und weltraumbasierten Teleskopen werden wichtige Schritte auf dem Weg zur Untersuchung der Atmosphären und der Zusammensetzung extrasolarer Planeten von der Größe der Erde sein."


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