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Donnerstag, 22. Januar 2015

HoloLens: NASA und Microsoft wollen mittels Avataren den Mars erforschen


Erste Simulationen des OnSight-Systems im Mars-Einsatz. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena (USA) - Gemeinsam mit dem Computer-Soft- und Hardwaregiganten Microsoft hat die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA die Software "OnSight" entwickelt. Diese soll es mittels der neusten, sogenannten HoloLens-Brille zukünftig Wissenschaftlern ermöglichen, virtuell auf dem Mars zu arbeiten.

"OnSight wird es schon den Wissenschaftlern der 'Mars Science Laboratory'-Mission (MSL) erlauben, das Gelände rund um den Rover 'Cursiosity' von ihrem Schreibtisch aus zu erkunden", erläutert MSL-Projektleiter Dave Lavery das Gemeinschaftsprojekt mit Microsoft. "Das wird unsere Wahrnehmung vom Mars und der Umgebung rund um den Rover vollständig verändern."


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Die OnSight-Technologie greift dabei auf die Daten des Curiosity-Rovers zu, um damit eine 3D-Simulation der unmittelbaren Umgebung zu erstellen, in der sich dann Wissenschaftler von überall her virtuell treffen können. Die Forscher werden in der Lage sein, den Arbeitsplatz des Rovers aus der Sicht einer auf dem Mars anwesenden Person zu untersuchen, Aktivitäten zu planen und die Ergebnisse dieser Arbeiten unmittelbar prüfen zu können, so die NASA.


Erste Simulationen des OnSight-Systems im Einsatz | Copyright: NASA/JPL-Caltech

"Wir glauben, dass OnSight die Art und Weise, wie wir den Mars erforschen und diese Forschung mit der Welt teilen, auf eine völlig neue Art erweitern wird", zeigt sich der OnSight-Projektwissenschaftler Jeff Norris vom Jet Propulsion Laboratory der NASA schon jetzt überzeugt.



Erste Simulationen des OnSight-Systems im Einsatz | Copyright: NASA/JPL-Caltech


Bislang waren die Rover-Wissenschafter alleine auf Aufnahmen der mobilen Laborheinheit angewiesen, die sie auf Computerbildschirmen untersuchen und daraus Folgerungen ziehen mussten. "Aber selbst 3D-Stereoaufnahmen liefern nicht das natürliche Gefühl Tiefe, wie es das menschliche Auge tut, um uns einen Eindruck räumlicher Verhältnisse zu verschaffen", so die NASA-Forscher.


Das OnSight-System soll mittels der visuellen Rover-Daten ein holografisches Modell des Sichtfeldes des Rovers und dadurch eine Hybridansicht aus Realdaten und virtuellen Simulationen erstellen. Um diesen Eindruck erleben zu können, müssen sich die Forscher der neusten Microsoft-Technologie "HoloLens" bedienen. Der Träger einer solchen Hologramm-Brille wird dann die Umgebung des Rovers um den Wissenschaftler auf der Erde projiziert. "Auf diese Weise kann man sich dass durch die felsige Landschaft rund um den Rover bewegen, sich bücken, um Gestein aus der Nähe oder geologische Aufschlüsse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Auf diese Weise sollen Wissenschaftler und Ingenieure mit dem Mars auf natürlich-menschlichere Art und Weise interagieren und auch zukünftige Missionen sozusagen vor Ort planen können", erhoffen sich die NASA-Visionäre.



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"Bislang waren unsere Mars-Forscher auf eine Seite des Computerbildschirms beschränkt", erklärt Norris abschließend. "Dieses Werkzeug gibt uns nun aber die Möglichkeit, die Umgebung des Rovers auf eine ähnliche Weise zu erforschen, wie Geologen dies auf der Erde tun würden." Erste Testläufe mit den OnSight-HoloLens-System sind noch im Laufe dieses Jahres geplant.



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Astrophysiker: Stabiles Wurmloch im Innern der Milchstraße möglich


Simulation der beiden Ausgänge eines Wurmlochs (Illu.) | Copyright: Davide and Paolo Salucci

Triest (Italien) - Unsere eigene Heimatgalaxie, die Milchstraße, könnte ein gewaltiges sogenanntes Wurmloch und damit ein Tunnel durch die Raumzeit besitzen. So besagt es zumindest die Schlussfolgerung eines internationalen Astrophysikerteams. Sollte sich dieses theoretische Szenario bestätigen, so wäre dieses Wurmloch sogar stabil und könnte damit auch für interstellare Reisen nutzbar sein.

Wie die Gruppe aus Wissenschaftlern aus Indien, Italien und Nordamerika um Farook Rahaman von der Jadavpur University aktuell im Fachjournal "Annals of Physics" (DOI: 10.1016/j.aop.2014.08.003) berichtet, kommt sie aufgrund einer Kombination der Karten der angenommenen Verteilung von Dunkler Materie in der Milchstraße mit den neusten theoretischen Urknall-Modellen zu dieser Schlussfolgerung.


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"Wenn wir die Karte (der Verteilung) von Dunkler Materie in der Milchstraße mit dem neusten Modell zum Urknall kombinieren, um so das Universum zu erkläre, und wir die Existenz von Raum-Zeit-Tunneln (Wurmlöchern) annehmen, dann zeigt sich, dass unsere Galaxie tatsächlich einen solchen Tunnel besitzen könnte", erläutert der Astrophysiker und Experte für Dunkle Materie, Paolo Salucci von der International School for Advanced Studies (SISSA). "Dieses Wurmloch könnte dann sogar ebenso groß sein wie die Milchstraße selbst. Auf der Grundlage unserer Berechnungen scheint es sogar so, dass dieser Tunnel stabil wäre und wir durch dieses Wurmloch - ganz wie im aktuellen Kinofilm 'Interstellar" - hindurch reisen könnten."

Allerdings stellen die Autoren der Studie auch klar, dass man nicht definitiv behaupte, dass die Milchstraße ein Wurmloch sei. "Aber auf der Grundlage der theoretischen Modelle, wäre das zumindest eine Möglichkeit."


Unabhängig von der Science-Fiction-Hypothese ist unsere Forschung auch interessant, weil sie komplexere Betrachtungen Dunkler Materie vorschlägt: "Wissenschaftler haben schon lange versucht, Dunkle Materie anhand der Hypothese der Existenz eines Bestimmten Teilchens, des sog. Neutralino, zu erklären", erläutert Salucci. "Allerdings wurde dieses Teilchen bislang weder vom LHC-Teilchenbeschleuniger am CERN noch im Universum selbst identifiziert.


Es gibt aber auch alternative Theorien dazu, die diesen Partikel nicht benötigen - und vielleicht ist es an der Zeit, dass Wissenschaftler diese Alternativen ernst nehmen sollten. (...) Dunkle Materie könnte auch eine andere Dimension und sogar ein galaktisches Transportsystem sein. Auf jeden Fall aber sollten wir wirklich nochmals von Neuem fragen, was Dunkle Materie eigentlich ist."


Auf die Frage, ob die Theorie überhaupt jemals überprüft werden kann, erläutern die Forscher, dass ein solcher Test beispielsweise im Vergleich unserer Galaxie mit einer Nachbargalaxie, etwa mit der Magellanschen Wolke, liegen. Aber bislang sind wir noch weit davon entfernt, einen solchen Vergleich durchzuführen.


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Sensationell erhaltener keltischer Kultplatz und Festungsanlage nahe Biberach entdeckt


Blick auf die teilweise freigelegte Trockenmauer. | Copyright: Landesamt für Denkmalpflege, Regierungspräsidium Stuttgart

Biberach (Deutschland) - Bei Langenenslingen im Kreis Biberach haben Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart eine "sensationell gut erhaltene keltische Befestigung" entdeckt.

Wie die Archäologen um Prof. Dr. Dirk Krausse und Dr. Leif Hansen in einer Pressemitteilung berichten, laufen die Ausgrabungen seit 2014 im Bereich der oberen Donau und schon im ersten Jahr ist den Forschern eine Aufsehen erregende Entdeckung von überregionaler Bedeutung gelungen.

Auf der sogenannten "Alte Burg", einem plateauartigen Ausläufer der Schwäbischen Alb oberhalb von Langenenslingen, stießen die Forscher im vergangenen Oktober überraschend auf eine mindestens vier Meter hoch erhaltene monumentale Steinmauer: "Sie begrenzt einen gut zwei Hektar großen Bergsporn, der vor ca. 2500 Jahren durch die frühkeltischen Erbauer vollkommen überformt und umgestaltet wurde. Wie die Entdeckung eines Opferschachts mit menschlichen Skelettreste zeigt, diente dieses gigantische Bauwerk bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. als Kultplatz."


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Die aus Kalksteinen gesetzte Trockenmauer konnte bisher nur im Randbereich freigelegt werden (s. Abb.) und ist noch nicht abschließend datiert. Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Tierknochen aus dem Mauerbereich sprechen aber schon jetzt für eine Errichtung der Mauer im 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. Auch die Keramik- und Metallfunde von der Alte Burg und die Ähnlichkeit der neu entdeckten Mauer mit den Fundamenten der berühmten Lehmziegelmauern des nur rund neun Kilometer südlich gelegenen Fürstensitzes Heuneburg sprechen für eine Entstehung in frühkeltischer Zeit.

"Auf der Alte Burg konnten wir die Steinmauer bisher auf einer Höhe von 4,2 Metern freilegen, die oberen Partien sind jedoch noch im Steinschutt verborgen, so dass die Mauer an einigen Stellen wahrscheinlich noch sechs oder sieben Meter hoch senkrecht steht. Das ist für den gesamten Raum nördlich der Alpen einzigartig", sagt Projektleiter Prof. Dr. Dirk Krausse.


"Die bisherigen Forschungen zeigen, dass die Alte Burg in der frühkeltischen Zeit wahrscheinlich nicht nur unter fortifikatorischen Gesichtspunkten heraussticht, sondern auch eine sehr bedeutende Anlage mit Kultplatzfunktion dargestellt haben dürfte." Zur Klärung der Beziehungen zur Heuneburg, zu der in der Eisenzeit mit großer Wahrscheinlichkeit Sichtverbindung bestand, bedarf es in den nächsten Jahren jedoch noch weiterer intensiver Forschungen. Die Ausgrabungen an der Alte Burg werden im Frühjahr 2015 fortgesetzt.


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