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Freitag, 23. Januar 2015

Frankreich: Atomkraftwerksleitung spricht erstmals von einem "UFO" statt von "Drohnen"


Blick auf einen Block des Kernkraftwerks Blayais. | Copyright: Pierre-alain dorange / (Wikimedia Commons) CC BY-SA 3.0

Blayais (Frankreich) - Seit Anfang Oktober 2014 kam es in Frankreich zu mehr als 20 Überflügen von Kernkraftwerken durch unbekannte Flugobjekte (...wir berichteten). Während Kraftwerksbetreiber, Polizei, Militär und Politiker stets darum bemüht waren, die Ereignisse mit Flugdrohnen bzw. Multikoptern aus dem Modellflugbereich im wahrsten Sinne des Wortes "klein" zu reden, war es in bislang keinem Fall gelungen, die Natur und Identität der Flugobjekte zu klären. Mit dem Direktor des Kernkraftwerks Blayais hat nun erstmals auch ein AKW-Betreiber das Kind beim eigentlich zutreffenden Namen genannt und erklärt, dass das, was über dem dortigen Kernkraftwerk beobachtet wurde, keine Drohne sondern ein UFO gewesen sei.

Auf einer Informationsveranstaltung am 20. Januar 2015 stellte der Werksleiter Pascal Pezzani auf Anfrage eines anwesenden Lokalabgeordneten zu Neuigkeiten zur Herkunft der "Drohne", die die Anlage im Oktober 2014 überflogen hatte, klipp und klar fest: "Wir haben hier keine Drohne gesehen. Was wir hier gesehen haben, war ein UFO." Dennoch habe es keinerlei Auswirkung auf die Sicherheit der Anlage durch und während des Vorfalls gegeben. "Wenn es einen Überflug der Anlage gibt, dann erstatten wir Anzeige und melden das", zitiert die Lokalzeitung "Soud Ouest".


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+ + +GreWi-Kommentar
Was lange währt, wird englisch korrekt. Mit der Richtigstellung der Definition des gesichteten Objekts als UFO, also als unidentifiziertes Flugobjekt, macht Pezzani nun vielleicht den Weg frei, für eine unvoreingenommene und ergebnisoffene Diskussion und Erforschung der bis heute immer noch rätselhaften Überflüge.

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Was sahen zivile Augenzeugen der UFO-Drohnen über Frankreichs Kernkraftwerken?
12. Januar 2015


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Außerirdische Lebensform? Astrobiologen präsentieren weiteren unbekannten Organismus aus der Stratosphäre

Ist dies ein Teil eines außerirdischen Organismus? | Copyright: University of Sheffield

Sheffield (England) - Zwei aufgrund ihrer Interpretationen von Kleinstobjekten aus der Stratosphäre als außerirdische Organismen umstrittenen Astrobiologen haben einen weiteren Fund in Proben aus rund 27 Kilometern Höhe präsentiert. Auch dieser, aufgrund seines Aussehens von den Forscher als "Geister-Teilchen" bezeichnete Organismus, sei auf der Erde selbst unbekannt und könne nur aus dem All selbst stammen.

Wie das Team um Professor Milton Wainwright von der University of Sheffield und Professor Chandra Wickramasinghe, Direktor des Buckingham Centre for Astrobiology an der University of Buckingham gegenüber dem britischen "Daily Express" berichten, stelle die entdeckte Struktur eine Art "lebenden Ballon" dar, mit dem sich ein mikroskopisch kleiner, aber außerirdischer Organismus wahrscheinlich fortbewege.

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Entdeckt wurde das "Geister-Teilchen" in einer Probe, die mittels einer Ballonsonde in rund 27 Kilometern Höhe und damit innerhalb der Stratosphäre entnommen wurde. "Mit der Breite eines menschlichen Haares, gleicht dieser Organismus einem Chiffonschal und ist definitiv biologischer Herkunft", erläutert Wainwright gegenüber der Zeitung. "Wir können davon ausgehen, dass es sich normalerweise um eine Art Ballon handelt, der von einem Organismus mit leichten Gasen gefüllt wird, um so in der Luft oder den Meeres eines Planeten oder einer sonstigen Umwelt im All zu treiben. Auch wenn der Organismus auf unseren Bildern eher wie ein geplatzter Ballon aussieht, so ist er in seinem natürlichen Zustand wahrscheinlich aufgeblasen.


Das im vergangenen Oktober von den Forscher präsentierte "Drachen-Teilchen" aus der Stratosphäre. Ein weitere Organismus außerirdischer Herkunft? | Copyright: University of Buckingham

Erst im vergangenen Oktober und 2013 hatten die Forscher weitere mikroskopisch kleine Organismen aus der Stratosphäre präsentiert und schon hier deren organische und außerirdische Herkunft postulier: "Da bislang kein Transportmechanismus bekannt ist, der diese Organismen von der Erdoberfläche in die Höhe tragen kann, ist die einzig logische Schlussfolgerung, dass sie aus der entgegengesetzten Richtung und damit aus dem Weltraum zur Erde kamen. Kritiker vermuten hingegen, dass es sich um Objekte und Organismen von der Erde selbst handelt und kritisieren zudem die unwissenschaftlich Art der Publikation der Entdeckungen und Ergebnisse entweder durch die Massenmedien oder im umstrittenen Fachmagazin "Journal of Cosmology", vom dem die Kritiker behaupten, dass es sich lediglich um eine Publikation der Forscher im ungenügend kontrollierten Eigenverlag handelt.


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Umstrittene Astrobiologen präsentieren weiteren "außerirdischen Organismus" 7. Oktober 2014
Astrobiologen finden Mikroorganismen in Stratosphäre und schließen auf außerirdische Herkunft 12. September 2013


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Kometenforscher präsentieren erste Ergebnisse der Vermessung und Untersuchung von Rosetta-Komet Churyumov-Gerasimenko


Detailansicht des Kometen. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Köln (Deutschland) - Wissenschaftler der europäischen Kometen-Mission Rosetta haben die ersten Ergebnisse von sieben der elf Instrumente an Bord der Sonde veröffentlicht. Der extrem dunkle Komet Churyumov-Gerasimenko (67P/C-G) zeigt sich dabei als sehr heterogener Körper mit einer abwechslungsreichen Oberfläche, einer Koma mit Variationen und Gänsehaut-ähnlichen Strukturen, die die Forscher noch nicht erklären können.

- Die folgende Meldung basiert größtenteils auf der Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, DLR


Wie das internationale Wissenschaftlerteam aktuell in einer (kostenfrei online zugänglichen) Sonderausgabe des Wissenschaftsjournals "Science" berichten, gehört Churyumov-Gerasimenko zu den dunkelsten Objekten in unserem Sonnensystem - die Reflexion des Sonnenlichts, die das Spektrometer VIRTIS (Visible, Infrared and Thermal Imaging Spectrometer) festgestellt hat, beträgt gerade einmal sechs Prozent. Dies könnte daran liegen, dass die Oberfläche des Kometen mit dunklen Materialien wie Eisensulfide, dunkle Silikate und kohlenstoffreichen Verbindungen angereichert ist.



Grafischer Vergleich der Helligkeit von Erde, Mond und Churyumov-Gerasimenko. | Copyright/Quelle: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA & Gordan Ugarkovich (Earth); Robert Vanderbei, Princeton Univ (Moon); ESA/Rosetta/NAVCAM (67P/C-G)

"Sehr wahrscheinlich ist auch nur wenig oder überhaupt kein Wassereis an der unmittelbaren Oberfläche des Kometenkerns", sagt DLR-Wissenschaftlerin Dr. Gabriele Arnold vom VIRTIS-Team. "Es ist aber zweifelsohne im Inneren Wassereis vorhanden." Bei seiner Reise durch das Sonnensystem hat Churyumov-Gerasimenko wohl einen Großteil des Wassereises in seinen äußeren Schichten durch Sublimation verloren.


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"Eine der interessantesten Entdeckungen ist aber der Nachweis von langkettigen Kohlenwasserstoffverbindungen", sagt die Planetenforscherin. Damit konnte die Existenz solcher organischen Verbindungen - Vorläufer von Aminosäuren - auf einer Kometenoberfläche festgestellt werden - von der Erde aus ist dies nicht möglich. "Die Bildung solcher Verbindungen erfordert komplexe Reaktionen unter Wirkung von UV- oder kosmischer Strahlung bei tiefen Temperaturen, wie sie nur in den äußeren Regionen des Sonnensystems jenseits des Neptunorbits vorherrschen." Churyumov-Gerasimenko könnte für die Planetenforscher somit ein Blick in die frühen Phasen unseres Sonnensystems bedeuten.

Dass vor allem Wasser, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid die Koma des Kometen bilden, ergaben die Messungen mit ROSINA, einem Massenspektrometer, das Moleküle und Ionen selbst im Hochvakuum der Kometenkoma mit höchster Empfindlichkeit nachweisen kann. "Interessant ist, dass sich das Massenverhältnis dieser drei Bestandteile über einen Kometentag hinweg stark ändert", erläutert DLR-Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt aus dem ROSINA-Wissenschaftlerteam in der Pressemitteilung des DLR. Während der Rotation des Kometen erfasste das Massenspektrometer mal einen deutlich höheren Anteil an Wassermolekülen, mal ein höheren Anteil an Kohlendioxid-Molekülen. "Das deutet darauf hin, dass die Eise, aus denen die Gasmoleküle stammen, ungleich im Kern verteilt sind." Im weiteren Verlauf der Mission soll herausgefunden werden, ob diese Heterogenität ein Ergebnis der Entstehung des Kometen vor vielen Milliarden Jahre ist oder ob spätere Differenzierungsprozesse dafür verantwortlich sind.



Schaubild der abwechslungsreichen Kometenoberfläche. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Die Auswertung der OSIRIS-Kamera zeigte, wie unterschiedlich die verschiedenen Regionen des Kometen strukturiert sind. Rund 70 Prozent der Kometenoberfläche sind bereits erfasst worden - die bisher noch nicht abgebildete südliche Hemisphäre ist noch nicht ausreichend beleuchtet. Insgesamt unterschiedliche 19 Regionen stellten die Wissenschaftler fest und benannten sie nach ägyptischen Gottheiten. Grob kategorisiert ergaben sich bei der Auswertung der Kamera-Bilder fünf dominierende verschiedene Oberflächentypen: die staubbedeckten Gebiete, bröckeliges Material, großflächige Vertiefungen, glattes Gelände und freiliegende kompakte Strukturen. "Die Oberfläche des Kometen ist extrem abwechslungsreich und keineswegs einheitlich", sagt DLR-Kometenforscher Kührt. Zu sehen sind auf den OSIRIS-Aufnahmen auch dünenähnliche Wellen oder auch Gänsehaut-ähnliche Erhöhungen mit einem Durchmesser von rund drei Metern - deren Entstehungsprozess muss allerdings noch untersucht und erklärt werden.



Die Gänsehaut des Kometen. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Rätselhaft bleibe auch noch die Entstehung des ungewöhnlich geformten Kometenkörpers. Der doppelkernige Komet hat einen Kopf sowie einen größeren Körper - beide Bestandteile sind mit einem schmalen Hals miteinander verbunden.


Demnach könnte es sein, dass zwei einzelne Kometen einst aneinander geschwebt und eine Einheit gebildet haben. Möglich wäre aber auch, dass der dünne Hals durch Erosion entstanden ist und so aus einem Kometen scheinbar zwei "Körperteile" entstanden sind. Deutlich ist bisher auf den OSIRIS-Bildern zu sehen, dass der Grat zwischen den beiden Kometenteilen die bisher aktivste Zone ist, in der Gas ausströmt und Staubteilchen ins All reißt.



Aktivität auf dem Kometen. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

"Wir werden die bisher erfassten Daten von der Annäherung, dem Orbit und der Landung weiterhin analysieren und sicherlich noch mehr über Churyumov-Gerasimenko und somit über die Entstehung unseres Sonnensystems erfahren", ist sich Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt vom DLR-Institut für Planetenforschung sicher.


Noch stehen die Wissenschaftler der Kometenmission Rosetta am Anfang mit ihrer Auswertung aller Daten, die die insgesamt 21 Instrumente auf Muttersonde und Lander Philae aus dem All gesendet haben. "Zurzeit analysieren und diskutieren wir bereits die nächsten Daten", sagt DLR-Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt, der die wissenschaftlichen Beteiligungen des DLR an der Rosetta-Mission leitet abschließend. "Churyumov-Gerasimenko hat noch Vieles, was es zu entschlüsseln gilt."


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WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Rosetta-Mission: Irdisches Wasser stammt nicht von Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko 11. Dezember 2014
Kometen-Lander Philae findet organische Moleküle auf Churyumov-Gerasimenko 19. November 2014
Rosettas Komet 67P/C-G sendet mysteriöses magnetisches Signal 18. November 2014


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