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Mittwoch, 18. Februar 2015

Fremder Zwergstern durchquerte vor 70.000 Jahren unser Sonnensystem


Künstlerische Darstellung des roten Scholz' Sterns in Begleitung eines Braunen Zwergsterns (Vordergrund) bei ihrer Annäherung an die Sonne (l.). | Copyright: Michael Osadciw/University of Rochester

Rochester (USA) - Es ist gerade einmal 70.000 Jahre her, dass ein fremder Zwergstern die äußeren Regionen unseres Sonnensystems durchquerte. Zu dieser erstaunlichen Schlussfolgerung kommt ein internationales Astronomenteam. Damit wäre der Zwergstern unserer Sonne fünf mal näher gekommen als unser heutiger nächster Nachbarstern Proxima Centauri.

Wie die Forscher um Eric Mamajek von der University of Rochester und Kollegen aktuell im Fachjournal "The Astronomical Journal Letters" (DOI: 10.1088/2041-8205/800/1/L17) berichten, haben sie die Bewegungen des roten Zwergsterns (WISE J072003.20-084651.2), der nach seinem Entdecker auch als "Scholz' Stern" bezeichnet wird, untersucht und rückberechnet.


Dabei haben die Wissenschaftler festgestellt, dass der heute rund 20 Lichtjahre von der Sonne entfernte Stern vor rund 70.000 Jahren die äußeren Regionen der Oortschen Wolke und damit den äußersten Rand unseres Sonnensystems in gerade einmal 0,8 Lichtjahren bzw. 52.000 astronomische Einheiten (AE) Entfernung zur Sonne durchquert haben muss. Obwohl diese Entfernung also dem 52.000-fachen des Abstands zwischen Sonne und Erde entspricht, ist es - astronomisch betrachtet - nur ein Katzensprung. Der unserer Sonne heute nächstgelegene Stern, bzw. das System Proxima Centauri, ist immerhin 4,2 Lichtjahre von uns entfernt.


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Die Forscher sind sich somit zu "98 Prozent sicher", dass der Scholz' Stern damals die äußeren Regionen der Oortschen Wolke durchquert hatte. Die Oortsche Wolke wiederum stellt eine ringförmige und zugleich die äußerste Region unseres Sonnensystems dar und wird von mehren Milliarden Kometen gebildet. Allerdings habe die Passage des massearmen Sterns jedoch zu keinen größeren Störungen innerhalb der dünn besetzten Oortschen Wolke geführt, da der Rote Zwerg nur etwa acht Prozent der Masse unserer Sonne besitzt.

Sichtbar war der Durchflug des Scholz' Sterns von der Erde aus wohl - wenn überhaupt - nur zeitweise. Während der Stern selbst zu lichtschwach war (...und ist), als dass er von unseren Vorfahren von der Erde aus hätte gesehen werden können, könnte jedoch sein starkes Magnetfeld dazu geführt haben, dass seine Helligkeit ab und zu mehrere Minuten bis Stunden lang um das Zehntausendfache zunahm und der Stern dann als heller Lichtpunkt am Nachthimmel sichtbar wurde.


Zur nächste Annäherung eines fremden Sterns an unser Sonnensystem wird es erst wieder in 240.000 bis 470.000 Jahren kommen, wenn der Stern HIP 85605 unser System passieren, jedoch nicht in dieses eindringen wird.


...GreWi wird natürlich auch dann berichten


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Dawn kommt potentiell lebensfreundlichem Zwergplaneten Ceres immer näher


Dawn-Aufnahmen der Vorder- und Rückseite des noch 83.000 Kilometer entfernten Zwergplaneten Ceres. (Die Aufnahmen in Originalgröße finden Sie HIER) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Pasadena (USA) - Die US-Raumsonde Dawn nähert sich dieser Tage immer mehr ihrem Ziel, dem Zwergplaneten Ceres. Unter dessen eisiger Oberfläche vermuten Planetenforscher einen flüssigen Wasserozean, in dem es dann sogar Leben geben könnte. Aus 83.000 Kilometern Entfernung lieferte die Sonde am vergangenen Wochenende erneut Aufnahmen in bislang unerreichter Qualität.

Die neusten Aufnahmen stammen vom 12. Februar und zeigen den Zwergplaneten aus 83.000 Kilometern Distanz und mit einer bislang unerreichten Auflösung von 7,8 Kilometer pro Pixel. Zusehends kommen nun mehr und mehr zahlreiche Krater sowie zahlreiche weiße Flecken auf der Oberfläche von Ceres zum Vorschein, von denen die Forscher bislang immer noch nicht wissen, worum es sich genau handelt.


Forscher vermuten, dass es sich hierbei um mit Eis gefüllte Krater oder aber auch Ablagerungen von Eisvulkanen handeln könnte. Tatsächlich stehe die Wahrscheinlichkeit nicht schlecht, dass sich unter dem Eispanzer, der die Oberfläche des Zwergplaneten bildet, einen noch immer flüssigen Wasserozean befindet, in dem es dann vielleicht sogar Leben geben könnte (...wir berichteten) und der den Kryovulkanismus "befeuern" könnte.


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"Je mehr wir uns Ceres nähern, umso erstaunter sind wir", kommentiert der Hauptuntersucher der Dawn-Mission Chris Russel die neusten Aufnahmen. "Wir waren zwar darauf vorbereitet, dass Ceres einige Überraschungen für uns bereit hält, aber wir haben nicht geahnt, dass sie uns derart verblüffen würde."

Für den 6. März 2015 erwarten die Missionsleiter das Eintreten der Sonde in eine Umlaufbahn um den Zwergplaneten.


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