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Freitag, 6. März 2015

Planet Mars verlor einst einen ganzen Ozean an Wasser


Künstlerische Darstellung des Mars vor rund vier Milliarden Jahren (Illu.). | Copyright: ESO/M. Kornmesser/N. Risinger (skysurvey.org)

Greenbelt (USA) - Erneut bestätigt eine aktuelle Studie, dass große Teile des Mars einst von einem großen Ur-Ozean bedeckt waren. Dieser Ozean, die das Ergebnis der Untersuchung beinhaltete mehr Wasser als das Nordpolarmeer und bedeckte dabei einen größeren Anteil der Planetenoberfläche als der Atlantik auf der Erde.

Wie das internationale Team aus Wissenschaftlern um Geronimo Villanueva vom Goddard Space Flight Center der NASA aktuell im Fachjournal "Science" (DOI:
10.1126/science.aaa3630) berichtet, beobachteten sie die Planetenoberfläche des Mars über einen Zeitraum von sechs Jahren mit dem Very Large Telescope und Instrumenten am W. M. Keck-Observatorium und der Infrared Telescope Facility der NASA. Anhand dieser Beobachtungsdaten erstellten die Forscher dann eine Karte mit den Eigenschaften des Wassers in unterschiedlichen Teilen der Atmosphäre des Mars.

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Laut der neuen Studie hätte der junge Planet vor vier Milliarden Jahren genug Wasser gehabt, um die ganze Oberfläche mit einer 140 Meter tiefen, flüssigen Schicht zu bedecken. Allerdings sei es wahrscheinlicher, dass sich das Wasser zu einem Ozean vereinte, der beinahe die Hälfte der Nordhalbkugel des Roten Planeten bedeckte und so in manchen Regionen eine Tiefe von mehr als 1,6 Kilometern erreichte.

"Unsere Untersuchungen liefern eine zuverlässige Schätzung, wie viel Wasser einst auf dem Mars vorhanden war, und zwar indem wir bestimmt haben, wie viel Wasser in den Weltraum verloren ging", erläutert Villanueva. "Mit dieser Arbeit können wir die Geschichte des Wassers auf dem Mars besser verstehen."


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Ihre neue Schätzung gründen die Wissenschaftler auf genauen Beobachtungen zweier geringfügig unterschiedlicher Formen von Wasser in der Marsatmosphäre: "Die eine ist die bekannte Form des Wasser, die aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom besteht, also H2O. Die andere ist HDO, auch halbschweres Wasser genannt, eine natürlich vorkommende Abweichung, in der ein Wasserstoffatom durch eine schwerere Form ersetzt wird, dem sogenannten Deuterium. Da die deuterierte Form schwerer als normales Wasser ist, geht es weniger leicht durch Verdunstung in den Weltraum verloren. Je mehr Wasser der Planet also in den Weltraum abgibt, desto größer ist das Verhältnis von HDO zu H2O in dem Wasser, das übrigbleibt."

Tatsächlich gelang es den Forschern, die chemischen Fingerabdrücke der beiden Wassersorten. Indem sie das Verhältnis von HDO zu H2O vergleichen, können Wissenschaftler messen, um wie viel sich der Anteil von HDO vergrößert hat, und können hierdurch bestimmen, wie viel Wasser in den Weltraum verloren ging. Das wiederum erlaubt Schätzungen über die Menge an Wasser auf dem Mars in der Vergangenheit.


In der nun veröffentlichten Arbeit stellte das Team die Verteilung von H2O und HDO mehrmals innerhalb eines Zeitraums von knapp sechs Erdenjahren - das sind etwa drei Marsjahre - in einer Karte dar. Entstanden sind daraus für jedes einzelne Jahr planetenumfassende Schnappschüsse der Verteilung und des Verhältnisses beider Wassersorten.


Ulli Käufl von der ESO, der für den Bau eines der Instrumente, die in dieser Arbeit verwendet wurden, verantwortlich war und Koautor der neuen Veröffentlichung ist, fügt hinzu: "Ich bin abermals überwältigt, welche Leistungsfähigkeit astronomische Teleskope in Bezug auf die Möglichkeit der Untersuchung anderer Planeten von der Erde aus haben: Wir haben einen ehemaligen Ozean in einer Entfernung von 100 Millionen Kilometern gefunden!"


Das Team hat sich besonders für die Regionen nahe des Nord- und Südpols interessiert, da die dortigen polaren Eiskappen das größte bekannte Wasserreservoir des Mars bilden. Bei dem Wasser, das dort eingelagert ist, geht man davon aus, dass es die Evolution des Wassers auf dem Mars dokumentiert hat, und zwar von der feuchten Noachischen Periode, die vor etwa 3,7 Milliarden Jahren endete, bis hinein in die Gegenwart.


"Die neuen Ergebnisse zeigen, dass das Niederschlagswasser in der Nähe der Polarregionen im Vergleich zum Meerwasser auf der Erde um den Faktor sieben angereichert war, vorausgesetzt, dass das Wasser in den Polkappen des Mars um das Achtfache angereichert ist. Um solch ein hohes Anreicherungslevel zu bekommen, muss der Mars ein Wasservolumen verloren haben, das 6,5 mal größer ist, als das momentane Volumen der Polkappen. Das Volumen des einstigen Ozeans auf dem Mars muss mindestens 20 Millionen Kubikkilometer betragen haben."


Angesichts der heutigen Marsoberfläche könnte sich der Ozean möglicherweise an den Northern Plains befunden haben, welche man aufgrund ihres niederen Geländes schon länger als guten Kandidaten erachtet hat. Ein frühzeitlicher Ozean an dieser Stelle hätte 19 Prozent der Planetenoberfläche bedeckt - zum Vergleich, der Atlantische Ozean nimmt 17 Prozent der Erdoberfläche ein.


"Wenn Mars so viel Wasser verloren hat, gab es höchstwahrscheinlich länger Wasser auf der Oberfläche, als bisher angenommen, was darauf hindeutet, dass er auch länger bewohnbar war“, ergänzt Michael Mumma, leitender Wissenschaftler am Goddard und Zweitautor des Artikels abschließend.


Möglicherweise hatte der Mars einst sogar noch mehr Wasser, von dem sich ein Teil unter der Oberfläche eingelagert haben könnte. In der fortdauernden Suche nach Untergrundwasser könnten sich die Karten als nützlich erweisen, da sie Mikroklimata und Veränderungen im Laufe der Zeit im Gehalt des Niederschlagswassers aufzeigen.


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UFO im argentinischen TV - Echtes Video oder Fake?


UFO über Buenos Aires? Standbild aus dem Video. | Copyright/Quelle: tn.com.ar

Buenos Aires (Argentinien) - Seit Tagen streiten sich UFO-Fans, Experten und Kritiker über den Mitschnitt einer Nachrichtensendung des argentinischen Senders TN, auf dem am Himmel über dem Studio bzw. der Studio-Umgebung ein großes, vermeintlich scheibenförmiges Flugobjekt zu sehen war (...wir berichteten). Wir haben unseren Experten für computergenerierte Animation zu den von Kritikern des Videos angemerkten Kritikpunkten befragt.

Der Original TV-Mitschnitt

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

"Das Hauptproblem der meisten im Internet veröffentlichten Videos ist der Umstand, dass diese eben für die Nutzung in diesem Medium teilweise stark komprimiert werden und man die Rohdaten bzw. Originalaufnahmen nie zu sehen bekommt", erläutert Oliver M. Voss von VossMedia.de. "Jede Bewertung solcher Videos stößt also automatisch an ihre Grenzen. Aber es gibt natürlich manipulierte - gefälschte - Videos, anhand derer sich entsprechende Manipulationen einfacher und offenkundiger nachweisen lassen als in anderen Fällen."


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Schon in unserer ersten Meldung zum diskutierten Video zitierten wir den Experten für Computeranimation und Bildbearbeitung dahingehend, dass das "UFO" wunderbar hinter den ganzen anderen Objekten herfliegt. "Wenn hier nachträglich manipuliert wurde, dann ist das eine gute Arbeit."

Doch es ist genau dieses Verhalten, das bei vielen Betrachtern Zweifel an den Aufnahmen weckt: Man könne "deutlich sehen, dass das UFO verschwindet, kurz bevor es etwa hinter das Haus fliegt" und auch bei den anderen Objekten im Vordergrund (Antennen, Lampenmasten usw.) sei dieser Effekt zu beobachten, so die Kritik.

Und tatsächlich, eben diese Details sind auf dem Video zu sehen (s. Abb.):




Standbilder aus dem Video: Kurz bevor das Objekt hinter Vordergrundobjekten herfliegt oder von diesen Verdeckt wird, hat es den Anschein, als verschwinde das es kurzfristig. | Copyright/Quelle: tn.com.ar

Für Voss ist dieses Merkmal zumindest angesichts dieses Videos jedoch kein Hinweis auf eine Manipulation: "Da steigt lediglich die JPG-Kompression kurz aus. Diese hat die feinen Abstufungen nicht erkannt (grau auf grau) und 'angenommen', da müsse noch die glatte Fläche von den vorherigen Frames abgebildet werden (so wird bei der JPG-Kompression Datenvolumen eingespart). Danach wird die Stelle korrekt verworfen und wieder der bewegte Inhalt dargestellt. Die leichten hellen 'Auras' um Objekte (Haus usw.) herum sogar zunächst merkwürdig transparent erscheinende Pfosten, Kabel und Kanten sind normal. Die Auras kommen vom Schärfe-Algorithmus der Kamera oder der Postproduction."

Gleiches gilt auch bei einer weiteren kritischen Beobachtung: "Bei 0:53 bis 0:55 ist ein nach unten weisendes Teil einer Straßenbeleuchtung zu sehen. Nachdem das UFO diesen passiert, fehlt das untere Stück dieses Merkmals." Auch dieser Umstand deutet Voss als Kompressionsartefakte: "Der fragliche Teil ist auch (nach dem 'UFO-Durchflug') nicht weg, sondern immer noch als leichter Schimmer zu sehen. Ein deutliches Merkmale von Kompressionsartefakten. (s.Abb.)"



Detailvergrößerte Standbilder aus dem Video. Der ursprüngliche Lampenfortsatz (l.) scheint zunächst nur noch verkürzt sichtbar (m.), wird jedoch anhand einer Kontrastverstärkung wieder sichtbar (r.). Der Effekt offenbart sich dadurch als Kompressionsartefakt. | Copyright/Quelle: tn.com.ar (Bearb.: grewi.de)

Ein weiteres Problem bei der Beurteilung der Aufnahmen ist der Umstand, dass die Moderatoren der Sendung nicht etwa - wie es die Fernsehbilder suggerieren - vor einem Panoramafenster, sondern vor einer Leinwand oder einer sogenannten Blue- oder Greenscreen bzw. Leinwand sitzen, auf die offenbar Live-Aufnahmen der Studio-Umgebung übertragen werden, um den Eindruck eines Panoramastudios zu erzeugen. (Innenaufnahmen des TN-Studios finden Sie HIER)


Da es sich also um eine Projektion handelt, könnten diese Bilder natürlich auch relativ einfach zuvor manipuliert worden sein. Der Sender selbst hat sich bislang jedoch nicht zu den Aufnahmen geäußert und versucht auch nicht, aus dem Interesse daran Kapital zu schlagen.


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"Wie gesagt, sollte es sich um manipulierte Aufnahmen handeln, so sind diese wirklich ordentlich gemacht", gibt Voss zu bedenken. "Wenn das editiert ist, hat der Editor aber aufgepasst und dem 'UFO' auch die gleiche chromatische Abberation verpasst."

Auf die Nachfrage, ob die vorigen Argumente im Sinne der Kompressionsartefakte nicht auch umgekehrt und sozusagen gegen das Video bzw. dessen Authentizität gedeutet werden könnten, erläutert Voss abschließend: "Solche Sachen muss man dann beim Rohfile prüfen, was man aber leider nie sieht. Anders erklären kann man so was immer irgendwie."


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