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Montag, 9. März 2015

Ciudad Blanca: Expedition findet verschollene "Weiße Stadt des Affengottes" im Regenwald von Honduras


Der Kopf einer sonst noch vergrabenen Steinskulptur eines Wer-Jaguars. | Copyright: Dave Yoder für National Geographic

Fort Collins (USA) - Nachdem im Sommer 2012 US-Archäologen mittels Laservermessungen aus der Luft inmitten des ebenso unberührten wie unerforschten Urwalds von Honduras die gänzlich überwucherten Reste einer bis dahin unbekannten archäologischen Stätte entdeckt und darüber spekuliert hatten, dass es sich um die sagenumwobene "Ciudad Blanca", die Weiße Stadt (im Urwald) - handeln könnte (...wir berichteten), hat nun eine Expedition auch vor Ort die Existenz der Stadtanlage bestätigt. Welche Kultur hier ihre beeindruckenden Spuren hinterlassen hat, wissen die Archäologen indes noch nicht.

Wie "National Geographic" berichtet, entdeckte das internationale Forscherteam um Chris Fisher und Stephen Leisz von der University of Colorado an der 2012 im Rahmen der ersten Laservermessung mit der "Light Detection And Ranging"-Methode (LiDAR) entdeckten Stätte (...wir berichteten) zahlreiche Strukturen, Steinskulpturen und Gebäude - also die Überreste einer ganzen Stadtanlage.


Bei dem LiDAR-Verfahren wird das zu vermessende Gebiet aus der Luft heraus mit jeweils 25 bis 5ß0 Laserpulsen pro Quadratmeter abgetastet, wodurch die Wissenschaftler Los Mosquitia insgesamt mit mehr als vier Milliarden Laserpunkten vermessen wurde. Aus den Daten kann dann der Bewuchs herausgerechnet werden, wodurch das Geländeprofil darunter hochauflösend in Form geodätischer Aufnahmen zum Vorschein kommt. Anhand dieser Bilder können dann neben geomorphischen Eigenschaften der Landschaft auch beispielsweise archäologische Strukturen herausgelesen werden.


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Zu den vor Ort gemachten Entdeckungen zählen ausgedehnte Plätze, Erdwerke, Grabhügel und eine Erdpyramide, deren Alter die Wissenschaftler auf 1.000 bis 1.400 Jahre schätzen.

Unmittelbar zu Füßen der Pyramide fanden die Forscher 52 wertvolle Steinskulpturen, die sie für eine oder mehrere Opfergaben halten. Neben Opfersitzen (sog. Metates) handelt es sich hierbei um Schalen und Tierdarstellungen, darunter Schlangen, mythische Wesen und Geier.


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Der für die Forscher bislang jedoch interessanteste Fund ist der helmartig eingefasste steinerne Kopf eines zoomorphen Wesens, das die Wissenschaftler für eine Wer-Jaguar, also einen Menschen halten (s. Abb.o.), der sich in einen Jaguar verwandeln kann. Aus diesem Fund leiten die Archäologen zugleich ab, dass in der Stadt schamanische Rituale praktiziert wurden.

Jetzt planen die Wissenschaftler gemeinsam mit der Regierung Honduras' weitere Ausgrabungen vor Ort.


Hintergrund

Ciudad Blanca - Die Legende der Weißen Stadt im Urwald

Zum ersten Mal wird die Ciudad Blanca, also die Weiße Stadt (im Urwald) von dem wohl bekanntesten spanischen Konquistador Hernán Cortés erwähnt, der 1526 - also fünf Jahre nach seiner Niederschlagung der Azteken, von der Kolonialstadt Trujillo an der Nordküste Honduras aus eigentlich nach der Sagenstadt Hueitapalan suchte, in der er das berühmte El Dorado vermutete.


20 Jahre später, 1544 beschrieb der Bischof von Honduras, Cristobel de Pedraza in einem Brief an den spanischen König eine anstrengende Reise zum Rand des Dschungels der Mosquitia-Küste, von deren Hügeln aus er in der Ferne, in einem der Flusstäler, eine große Stadt gesehen habe. Seine einheimischen Führer hätten ihm zudem bestätigt, dass die dortigen Adligen von goldenen Tellern speisen würden.


Seit dieser Zeit hat die Legendenbildung die Ciudad Blanca immer mehr ausgeschmückt. Andere Quellen verbinden die Weiße Stadt auch mit zentralamerikanischen Mythen, wenn sie beispielsweise als Geburtsstädte des Aztekengottes Quetzalcoatl beschrieben wurde.


Immer wieder berichteten aber auch Forscher und Piloten davon, im Urwald der Region eine große Stadt gesehen zu haben. Der Umstand, dass einige dieser Berichte von goldenen Statuen und blendend weißen Gebäuden erzählen, führte nicht nur zu dem heutigen Mythos sondern auch zum Namen der verschollenen Stadt. Einige Legenden der lokalen indigenen Gruppen berichten zudem davon, dass einstige Götter in der Weißen Stadt Zuflucht gesucht haben sollen, deren Betreten Normalsterblichen strengstens verboten sei.


Seit den 1920er Jahren haben verschiedene Expedition erfolglos nach der "Weißen Stadt" gesucht.1940 machte sch dann auch der exzentrische Forscher
Theodore Morde für das Museum of the American Indian (heute Teil der Smithonian Institution) in der Mosquita-Region auf die Suche nach der verschollenen Stadt.

Tatsächlich kehrte Morde aus Mosquita mit tausenden Artefakten zurück und berichtete, die Weiße Stadt gefunden und betreten zu haben, von der die Ureinwohner der Region berichten sollen, dass in ihr eine gewaltige Statue eines Affengottes vergraben sein soll. Allerdings verweigerte Morde zeitlebens die Bekanntgabe der genauen Position seiner Entdeckung, weil er befürchtete, dass sie geplündert werden könnte. Auf einer seiner späteren Expeditionen zu seinem Fund, soll er sich angeblich vor Ort das Leben genommen haben.


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Neptunartige Gasplaneten könnten lebensfreundlich werden


Künstlerische Interpretation der Transformation eines Mini-Neptuns zu einem lebensfreundlichen, erdähnlichen Planeten. | Copyright: Rodrigo Luger (mit Bildern der NASA)

Seattle (USA) - Bislang galten Gasplaneten selbst dann als für Leben - wie wir es von der Erde kennen - unwirtlich und lebensfeindlich, wenn sie einen felsigen festen Kern besitzen. In einer aktuellen Studie zeigen US-Astrobiologen nun jedoch, wie kosmische Kräfte sogenannte Mini-Neptune in lebensfreundliche Erdplaneten verwandeln könnten. Schon jetzt könnte es sich bei einigen, der als lebensfreundlich eingeschätzten erdartigen Exoplaneten um einstige Gasplaneten handeln.

Wie die Forscher um Rodrigo Luger und Rory Barnes von der University of Washington aktuell im Fachjournal "Astrobiology" (DOI: 10.1089/ast.2014.1215) und vorab auf ArxiV berichten, genügen schon die bekannten Phänomene von Gezeitenkraft und eine starke Aktivität eines masseschwachen Zentralgestirns, um auf lange Sicht aus einem neptunartigen sogenannten Gas-Zwerg einen erdartigen Planeten wie die Erde werden zu lassen. Bei diesen Mini-Neptunen handelt es sich große Planeten mit festen Felskernen und einer sehr dichten Wasserstoffatmosphäre, die ihren Stern auf ursprünglich weiten Umlaufbahnen umkreisen.


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Bei den meisten Sternen in unserer Galaxie handelt es sich um Rote Zwergsterne, sogenannte M-Zwerge. Sie sind kleiner und lichtschwächer als unsere Sonne, weswegen ihre habitablen Zonen (jene Abstandregionen also, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund milder Temperaturen Wasser in flüssiger Form und damit Leben, wie wir es von der Erde kennen, möglich ist) auch deutlich dichter am Stern zu finden sind. Im Umfeld dieser Sterne erwarten Astronomen schon in näherer Zukunft zahlreiche sogenannte Super-Erden zu finden. Hierbei handelt es sich um erdartige Planeten mit einem Vielfachen der Masse unserer Erde, die aber kleiner sind als Gasriesen wie Neptun und Uranus.

"Es gibt viele kosmische und stellare Prozesse, die für die Lebensfreundlichkeit unserer Erde nur bedingt eine Rolle spielen, wie sie aber die Lebensfreundlichkeit von Planeten um M-Zwerge von Bedeutung sein können", erläutert Luger. "Die beiden bedeutendsten Faktoren sind starke Gezeitenkräfte und starke Aktivität des Sterns selbst."


Die Gezeitenkraft des Sterns kann sich dabei so stark auf einen ihn dicht umkreisenden Planeten auswirken, dass dieser von seiner eigentlichen Kugelform in eine eiartige Form gezogen und gestaucht werden kann und dabei sogar noch dichter an seinen Stern hernawandert. "Auf der Erde sind es glücklicherweise nur die Wassermassen unserer Ozeane, die von der Gezeitenkraft um einige Meter verändert werden", erläutert der Forscher weiter. "Umkreist ein Planet aber seinen Stern in einem geringeren Abstand, wie eben jene Planeten innerhalb der habitablen Zonen um M-Zwerge, so sind die Gezeitenkräfte auf diese Planeten natürlich bedeutend stärker."

Durch die dabei im Innern des Planeten erzeugte Reibung, entstehen gewaltige Mengen an Energie, die der Planet abgibt. Durch diesen Vorgang kann es zu starkem Vulkanismus auf der Oberfläche des Planeten kommen, was wiederum zu einem verstärkten Treibhauseffekt führen kann und eventuell vorhandene Ozeane verdampfen lassen würde. Starke solare Aktivität, wie sie von M-Zwergen bekannt ist, und die damit einhergehende Strahlung würde die Chancen für Leben auf solchen Planeten zudem extrem reduzieren. Schon in einer früheren Studie konnten Luger und Barnes zeigen, dass der gesamte Wasservorrat eines erdartigen Planeten durch diesen und damit einhergehende Prozesse innerhalb der ersten hundert Millionen Jahren nach seiner Entstehung, verloren gehen kann.


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Anhand von Computermodellen konnten die Wissenschaftler nun aber auch zeigen, dass die gleichen Prozesse angesichts von Planeten, die als Mini-Neptune entstehen, den Gegenteiligen Effekt haben können und diese zu potentiell lebensfreundlichen Planeten werden lassen.

Werden die eigentlich eisig-kalten Mini-Neptune von der Gezeitenkraft eines Sterns an diesen herangezogen, könnten diese so auch in die habitable Zone des Sterns gelangen und hier gleichzeitig viel stärkerer ultravioletter und Röntgenstrahlung des Stern ausgesetzt werden. Auf diese Weise kann ein Mini-Neptun dann große Teile seiner atmosphärischen Gase ins All verlieren. In einigen Fällen könnte sogar eine gänzlich wasserstofffreie Atmosphäre um den felsigen Kern zurückbleiben. Solche Planeten bezeichnen die Autoren der Studie dann als "lebensfreundliche verdampfte Kerne".


"Solche Planeten könnten dann auch über große Wassermengen an der Oberfläche verfügen, da ihre Kerne reich an Wassereis sind", so Luger. "Wenn diese Planeten erst einmal in der habtiablen Zone angekommen sind, schmilzt dieses Eis nach und nach und gibt das Wasser in Form von Ozeanen frei, in denen dann auch Leben entstehen könnte."


Natürlich müssten zu diesen Eigenschaften auch noch zahlreiche weitere Komponenten hinzukommen, um aus einem einstigen Gasplaneten einen lebensfreundlichen erdartigen Planeten werden zu lassen und schlussendlich sogar Leben hervorzubringen. "Aber, der Anfang wäre gemacht."


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