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Dienstag, 17. März 2015

Aktuell schwerer Magnetsturm macht helle Polarlichter auch über Deutschland möglich!


Archivbilder: Nordlichter über dem norwegischen Hessdalen (Aufnahmen kontrastverstärkt). | Copyright: A. Müller, grewi.de

Berlin (Deutschland) - Derzeit ist ein schwerer geomagnetischer Sturm der Kategorie G4 aktiv. Verursacht wurde er von einem koronalne Masseauswurf (KMA) der bei einer Sonneneruption am 15. März in Richtung Erde geschleudert wurde. Experten gehen von einem der schwersten geomagnetischen Stürme des aktuellen Sonnenzyklus aus. Sollten die aktuellen Werte bis Mitternacht anhalten, so sind theoretisch visuelle Polarlichter bis nach Mitteldeutschland möglich. Aus Cottbus, Hannover und Versmold wurde schon fotografisches Polarlicht gemeldet - Nordlichter also, wie sie jedoch erst mit fototechnischen Mitteln auf entsprechenden Aufnahmen sichtbar werden.

"Für Nord-Deutschland wird es auf jeden Fall visuell reichen!", berichtet "Sonnen-Sturm.info" und erläutert, dass die magnetische Ausrichtung des Sonnenwinds weiterhin sehr günstig für anhaltende geomagnetische Störungen sei: "Solange wir in der magnetischen Blase des KMA sind und das interplanetare Magnetfeld (IMF) nach Süden gerichtet bleibt, wird es dabei bleiben, dass zum eintreten der Dämmerung bis in die Nacht hinein mehr oder weniger deutlich visuelles Polarlicht zu sehen sein wird."


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Wer die Daten selbst deuten will und so den perfekten Zeitpunkt nutzen will für die Beobachtung; Auf unseren Seiten unter http://sonnen-sturm.info/echtzeit-weltraumwetter und http://sonnen-sturm.info/polarlichtvorhersage findet Ihr alle relevanten Daten und Erklärungen.

Generell gelte jedoch: "Einen für das Auftreten von Polarlicht in mittleren Breiten entscheidenden Faktor stellt das interplanetarische Magnetfeld dar, das Magnetfeld also, dass vom Sonnenwind getragen wird. Dessen relative Polung zum Erdmagnetfeld entscheidet, inwieweit geladene Teilchen von der Sonne bis zu uns vordringen können. Nur wenn das IMF südwärts, also dem irdischen Magnetfeld entgegengesetzt ausgerichtet ist, können die Magnetfeldlinien des IMF in die des Erdmagnetfelds einkoppeln (Reconnection). Entlang dieser Feldlinien ist es nun Teilchen des Sonnenwinds möglich, tief in die Erdatmosphäre einzudringen. Als Folge ist Polarlicht bis in unsere Breiten möglich. Während bei einem weit südlich gerichteten IMF auch kleinere Ausbrüche auf der Sonne in unseren Breiten starkes Polarlicht auslösen können, ist bei höheren Sonnenwindgeschwindigkeiten der Orientierungseffekt beider Magnetfelder gegeneinander zu vernachlässigen. Haltet daher immer die Sonnenwind-Daten im Auge, insbesondere die beiden unteren Linien, welche das IMF darstellen."


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Auf der eigenen Facebook-Seite hat "Sonnen-Sturm.info" einen Info-Live-Stream eingerichtet auf dem Leser auch eigenen Beobachtungsinformationen und Bilder einstellen können.

AUFRUF AN UNSERE LESER: Sie haben die aktuellen Nordlichter über Deutschland nicht nur gesehen sondern sogar fotografiert? Mailen Sie uns doch die Bilder und wir zeigen Sie auf GreWi. Bitte auch die gewünschten Copyright-Angaben beifügen. Bitte mailen Sie Ihre Bilder an: redaktion@grenzwissenschaft-aktuell.de

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Yeti-DNA-Studie: Forscher zweifeln an Eisbären im Himalaya


Symbolbild: Historische Aufnahme eines Eisbären | Copyright: gemeinfrei


Washington (USA) - Während das Ergebnis einer DNA-Analyse angeblicher Yeti-Haare durch ein Team um den Oxford-Genetiker Brian Sykes Vertreter der Theorie einer noch unbekannten Großprimatenart im Himalaya enttäuschte, lieferte es zugleich den Nachweis einer vermeintlichen zoologisch-kryptozoologischen Sensation: Die Existenz einer urzeitlichen Eisbärenart im Himalaya (...wir berichteten). Eine Überprüfung der Analyseergebnisse im vergangenen Dezember hatte dann jedoch ergeben, dass diese Schlussfolgerung auf einem Fehler beruht und die Haare nicht von einem urzeitlichen sondern einem modernen Eisbären stammen (...wir berichteten). Aufgrund der weit voneinander entfernt gelegenen Fundorte der untersuchten Haarproben stellte diese Erkenntnis zwar keinen Beweis für einen unbekannten Großprimaten, dafür aber für einen dennoch für hiesige Verhältnisse exotischen unbekannte und mit modernen Eisbären verwandten Großbären im Himalaya dar. Jetzt zweifeln US-Genetiker aber auch an dieser Erklärung.

Wie Eliecer Gutierrez of the Smithsonian Institution und Ronald Pine vom Natural History Museum and Biodiversity Research Center an der University of Kansas nun aktuell im Open-Access-Fachjournal "ZooKeys" (DOI: 10.3897/zookeys.487.9176) berichten, handele es sich wahrscheinlich weder um Haare des klassischen Yeti, noch um die eines urzeitlichen oder modernen Eisbären, sondern lediglich um Haare von im Himalaya bekannten Braunbären.


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Die Daten der Analyse zeigten schlicht und einfach zu viele Überlappungen mit den RNA-Analysen gewöhnlicher Braunbären auf, als dass man diese Bärenart als Ursprung der untersuchten Proben ausschließend könne.

Gegenüber NBC-News hat Sykes die nun von Gutierrez und Pine veröffentlichte Einschätzung als "vollständig von statistischer Natur" bezeichnet: "Diese Erklärung könnte richtig sein, oder aber auch nicht. (...) Wie ich das schon wiederholt gesagt habe, ist der einzige Erkenntnisweg nun der, dass man im Himalaya einen lebenden Bären finden muss, dessen RNA mit jener der Proben übereinstimmt. Dazu muss man seinen Hintern aber natürlich von Schreibtisch weg in den Himalaya begeben. (...) Die wahren Helden in diese Angelegenheit sind doch jene Personen, die selbst tatsächlich in den Himalaya gegangen sind, mit den Menschen vor Ort gesprochen, und diese Haare gefunden haben. Die dann so weise waren, einige davon aufzubewahren und diese für unsere Untersuchungen zur Verfügung gestellt hatten."


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Pflanzlicher Wirkstoff aus afrikanischem Strauch tötet Nierenkrebszellen


Die Rinde von Phyllanthus engleri enthält Englerin-A. Die Substanz lässt Nierenkrebszellen absterben. | Copyright: Bart Wursten / www.zimbabweflora.co.zw

Dortmund (Deutschland) - In einem afrikanischen Strauch, Phyllanthus engleri, haben deutsche Wissenschaftler die Substanz Englerin-A entdeckt, die Krebszellen in der Niere dadurch abtötet, dass sie die Kalziumkonzentation in den Zellen erhöht. Die Forscher wollen nun ob Englerin-A das Potenzial hat, in Zukunft als innovatives Medikament gegen Nierenkrebs eingesetzt zu werden.

Wie die Forscher um Slava Ziegler vom Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie gemeinsam mit Kollegen aus Berlin und der University of Leeds aktuell im Fachjournal "Angewandte Chemie" (DOI: 10.1002/anie.201411511) berichten, sterben die Krebszellen daraufhin. Dabei aktiviert Englerin-A ausschließlich Kalziumkanäle von Nierenkrebszellen, nicht jedoch von gesunden Zellen.


"In seiner Heimat im südlichen Afrika gilt Phyllanthus engleri schon lange als Heilpflanze", erläutert die Pressemitteilung des Instituts. "Der früher zu den Wolfsmilchgewächsen zählende Strauch oder kleine Baum wächst vor allem in den trockenen Savannengebieten in Tansania, Sambia, Malawi, Zimbabwe, Mosambik und Südafrika. In Tansania beispielsweise dienen die Wurzeln der Pflanze als Mittel gegen Epilepsie, das Kauen der Blätter und Früchte soll gegen Husten und Bauchschmerzen helfen. Ein Sud aus Wurzeln soll sogar gegen Bilharziose und Gonorrhoe wirksam sein. Gleichzeitig enthält die Pflanze starke Giftstoffe, die zu tödlichen Vergiftungen führen können."


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Schon 2009 hatten US-Wissenschaftler mehr als 30 Substanzen aus Phyllanthus engleri gewonnen und ihre Wirksamkeit auf Krebszellen analysiert. Demnach ist eine Variante von Englerin-A aus der Rinde des Baumes, das sogenannte (-)-Englerin-A, besonders wirksam gegen Nierenkrebszellen und einige andere Krebsformen. Im selben Jahr hat die Gruppe von Mathias Christmann, der heute an der Freien Universität in Berlin forscht, diese komplexe Verbindung synthetisch hergestellt.

Dafür diente ein Inhaltsstoff des Öls der Katzenminze (Nepeta cataria) als Ausgangsstoff: das Nepetalacton - eine Substanz, die bei Katzen rauschhafte Erregungszustände auslöst. Das Nepetalacton ist also ein nachwachsender Rohstoff aus einer Pflanze, die leichter verfügbar ist als Phyllantus engleri. Für die weitere Analyse von Englerin-A ist das entscheidend, denn dadurch lassen sich größere Mengen produzieren.


Wie Englerin-A aber die Krebszellen tötet, blieb unbekannt. Bis vor kurzem galt eine Variante des Enzyms Proteinkinase C als vermeintliches Zielprotein von Englerin-A. Nun haben die Max-Planck-Wissenschaftler jedoch festgestellt, dass Zellen, die besonders gut auf Englerin-A ansprechen, diese Enzymvariante gar nicht besitzen. Die Forscher konzentrierten sich stattdessen auf eine Familie von Kalziumkanälen in der Zellmembran von Nierenzellen, die sogenannten TRPCs (transient receptor potential channels).


Verschiedene Nierenkrebszellen bilden unterschiedliche Mengen dieser Kanäle. Die Messungen ergaben, dass eine Zugabe von Englerin-A die Kalziumkonzentration innerhalb der Zellen so stark steigen lässt, dass diese innerhalb weniger Minuten absterben. "Wir haben Krebszellen untersucht, die viel TRPC4 produzieren. Diese Zellen" reagieren besonders empfindlich auf Englerin-A. In Zellen, die kein TRPC4 bilden beziehungsweise normale TRPC4-Mengen aufweisen, steigt der Kalziumspiegel nicht so stark an. Diese Zellen sterben daher nicht", erklärt Ziegler. Bislang wissen die Forscher aber noch nicht, ob die Überproduktion der TRPCs der alleinige Grund für das Absterben der Krebszellen ist.


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Englerin-A wirkt also spezifisch auf Krebszellen in der Niere. "Diese Eigenschaft ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Krebsmedikamenten, denn so ließen sich Nebenwirkungen auf gesunde Zellen möglicherweise vermeiden", sagt Herbert Waldmann, der am Dortmunder Max-Planck-Institut unter anderem die Verwendung von Naturstoffen für die Wirkstoffentwicklung erforscht.


In Kooperation mit dem Lead Discovery Center in Dortmund wollen die Forscher in den nächsten Jahren untersuchen, ob Englerin-A als Krebsmedikament geeignet ist. Das von der Max-Planck-Gesellschaft gegründete Zentrum hilft dabei, potenzielle Wirkstoffe aus der Grundlagenforschung in die klinische Erprobung zu bringen. "Englerin-A ist ein Paradebeispiel für einen Wirkstoff mit viel Potenzial, gleichzeitig aber hohem Risiko. In der jetzigen Phase gäbe es kaum kommerzielle Partner, die das Kapital für die weitere Untersuchung zur Verfügung stellen würden. Das Lead Discovery Center kann diese Kluft zwischen Grundlagenforschung und Medizin überbrücken", sagt Waldmann abschließend.


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Astrobiologen identifizieren Farben möglichen außerirdischen Leben


Acht der 137 Proben von Mikroorganismen, die genutzt wurden, um die charakteristischen Farben für den Katalog zusammenzustellen. In jedem Bildteil ist oben ein herkömmliches Foto der Probe zu sehen, unten eine Mikrofotografie mit 400facher Vergrößerung. Bei der Zusammenstellung achteten die Wissenschaftler auf möglichst große Vielfalt an Farbe und Pigmentierung. | Copyright: Hegde et al. / MPIA

Heidelberg (Deutschland) - Durch die Bestimmung der "chemischen Fingerabdrücke" von 137 verschiedenen Arten von Mikroorganismen aus den unterschiedlichsten Lebensräumen, von denen einige an extreme Umweltbedingungen angepasst sind, wollen Astrobiologen zukünftig Leben auf den Oberflächen fremder Welten erkennen und nachweisen. Die jetzt vorgestellte Auswahl erlaube "eine erste vorsichtige Abschätzung der möglichen Farbenvielfalt von Lebensformen auf Exoplaneten", so die Autoren der aktuellen Studie.

Wie die Forscher um den Doktoranden Siddharth Hegde vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) und Lisa Kaltenegger, Direktorin des Institute for Pale Blue Dots an der Cornell University, aktuell im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS; DOI:
10.1073/pnas.1421237112)" berichten, handele es sich um eine neue Suchstrategie für Leben auf Exoplaneten (also Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems). "Bisherige Strategien hatten sich auf indirekte Spuren von Leben konzentriert, etwa die Auswirkungen, die Leben auf die Zusammensetzung der Atmosphäre des betreffenden Planeten hat. Wird die Oberfläche eines Exoplaneten allerdings von einer bestimmten Lebensform dominiert, könnte ein direkterer Nachweis von Leben möglich sein: anhand des Lichts, das von Organismen reflektiert wird und dabei eine charakteristische Färbung annimmt."

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Wie die Pressemitteilung des MPIA erläutert, untersuchen Astronomen Planeten, indem sie das Sternenlicht auffangen, das von Atmosphäre und Oberfläche des Planeten reflektiert wird. Stehen beispielsweise Jupiter oder Venus hell leuchtend am Himmel, dann handelt es sich bei ihrem Licht um Sonnenlicht, das von diesen Planeten reflektiert wird. "Außerirdische Astronomen, die detaillierte Beobachtungen unseres Heimatplaneten vornehmen, würden feststellen, dass ein Teil des von der Erde reflektierten Lichts grün eingefärbt ist, weil es von Bäumen und anderen Pflanzen reflektiert wurde."


In diesem aus mehreren Einzelbildern zusammengesetzten Bild der NASA ist die grüne Färbung des reflektierten Sonnenlichts gut sichtbar - ein direktes Zeichen für die Anwesenheit von Pflanzen auf der Erdoberfläche. Analog gilt: Bedecken Mikroorganismen mit einer bestimmten Pigmentierung weite Teile der Oberfläche eines Exoplaneten, so könnte sich ihre Anwesenheit in ferner Zukunft direkt aufgrund von Teleskopaufnahmen der Färbung der Planetenoberfläche nachweisen lassen. | Copyright: NASA Earth Observatory

Auf die selbe Art und Weise könnte auch ein Organismus, der hinreichend große Teile einer Exoplanetenoberfläche bedeckt, direkt nachgewiesen werden, indem man die Färbung misst, die er dem reflektierten Licht aufprägt. Diese Färbung wiederum hängt von den Pigmenten ab, also den Farbstoffen, die der Organismus enthält. Die Details der Färbung lassen sich im Spektrum des Lichts nachweisen, also in der Zerlegung des Lichts in seine Regenbogenfarben. In einem solchen Spektrum hinterlassen unterschiedliche Farbstoffe unterschiedliche Intensitätsmuster - das chemische Analogon eines Fingerabdrucks, der zur Identifikation der unterschiedlichen Arten von Mikroorganismen genutzt werden kann.


Die Vielfalt der Möglichkeiten solcher chemischer Fingerabdrücke zu erkunden ist das Ziel des aktuellen Projekts der Forscher um Hegde und Kaltenegger. Hierzu taten sich die Wissenschaftler mit der Biologin Lynn Rothschild, ihrem Postdoktoranden Ivan Paulino-Lima und dem Biologen Ryan Kent zusammen, die am Ames Research Center der NASA arbeiten. Das gemeinsame Ziel: herauszufinden, welche chemischen Fingerabdrücke unterschiedlichen Mikroorganismen entsprechen, und was das für die Färbungsmöglichkeiten für die Oberflächen von Exoplaneten bedeutet.


Zu diesem Zweck stellte das Team Kulturen von 137 unterschiedlichen Arten (Spezies) von Mikroorganismen zusammen: 36 aus existierenden Sammlungen von Kulturen, 100 die Paulino-Lima zusammengestellt hatte sowie einen Organismus, den Rocco Mancinelli vom Bay Area Environmental Research Institute am Ames-Standort Mountain View isoliert hatte. "Hauptkriterium bei der Auswahl der Arten war es, eine möglichst große Vielfalt an Pigmentierungen zu bekommen: Die 137 Organismen weisen eine große Farbvielfalt auf und stammen aus ganz unterschiedlichen Lebensräumen, von der chilenischen Atacamawüste in Chile bis zu Hawaianischem Salzwasser und Holzbauten an einer Solequelle im Boone's Lick State Park in Missouri."


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Bei ihren Untersuchungen ließen die Forscher in kontrollierter Weise Licht auf jede der Kulturen fallen, maßen den chemischen Fingerabdruck des reflektierten Lichts und stellten ihre Ergebnisse in einem Online-Katalog zusammen. Der Katalog enthält Reflexionsspektren bei sichtbaren und nahinfraroten Wellenlängen von 0,35 bis 2,5 Mikrometer. Er ist der vollständigste und vielfältigste seiner Art, und der erste Katalog, der direkt im Hinblick auf die Oberflächeneigenschaften von Exoplaneten zusammengestellt wurde.

Zukünftig sollen noch weitere Proben gesammelt werden, um den Katalog so zu erweitern, dass er eine noch größere Vielfalt an Mikroorganismen erfasst. "Das Ergebnis sollte nicht nur für Astrobiologen interessant sein, sondern auch für Astronomen, die Modelle für Planetenatmosphären berechnen. Der Nachweis solcher chemischen Fingerabdrücke von Organismen auf einer Planetenoberfläche stellt allerdings selbst für die nächste Generation von Teleskopen eine beachtliche Herausforderung dar." Derzeit sei es noch nicht möglich, reflektiertes Licht eines Exoplaneten von ähnlicher Größe wie die Erde zu beobachten, da ein solcher Planet durch das Licht seines Sterns schlicht überstrahlt wird. Kaltenegger beschreibt den Nutzen der Datenbank abschließend wie folgt: "Diese Datenbank gibt uns erste Einblicke in die Vielfalt an nachweisbaren Lebensspuren auf den vielen verschiedenen Welten, die es da draußen geben könnte."


- Die Online-Datenbank "Biosignature Database" findenSie HIER


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