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Samstag, 21. März 2015

Theologen und Wissenschaftler diskutieren an der US-Kongressbibliothek über außerirdisches Leben


Der Lesesaal der Library of Congress in Washington. | Copyright: Carol M. Highsmith, Public Domain

Washington (USA) - Mit einem ersten Treffen zwischen Theologen und Wissenschaftlern begann am 18. März 2015 eine Reihe von Veranstaltungen, bei der die Konsequenzen der Entdeckung von außerirdischem Leben auf "religiöse Traditionen und unterschiedliche Konzepte der Menschheit, unsere Selbstwahrnehmung und unseres Platzes im Universum" auswirken könnten.

Der "First Blumberg Dialogue to Focus on Astrobiology and Religion" fand am John W. Kluge Center des Library of Congress statt und begann mit Treffen und Diskussionen zwischen Theologen, Astronomen, Planetenwissenschaftlern und Astrobiologen.


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Teilnehmer des ersten Treffens waren:
- Steven Benner, von der Foundation For Applied Molecular Evolution

- John Hart, Professor für christliche Ethik an der Boston University
- Susannah Heschel, Professorin für jüdische Studien am Dartmouth College
- Pamela Klassen, Professorin für Religionswissenschaftler an der University of Toronto
- Donald S. Lopez Jr., Professor für buddhistische und tibetische Studien an der University of Michigan
- Jonathan Lunine, Professor der Physikwissenschaften an der Cornell University
und Ebrahim Moosa, Professor für Islamwissenschaftlern an der University of Notre Dame.
Geleitet werden Vorträge und Diskussionen von Derek Malone-France, Professor für Philosophie und Religion an der George Washington University und John Baross, Professor an der School of Oceanography und des Astrobiology Program an der University of Washington.


Die "Blumberg Dialoge" sind Teil einer fortwährenden Zusammenarbeit zwischen der US-Kongressbiliothek und dem NASA Astrobiology Program, die sich die Untersuchung der "humanistischen und sozialen Auswirkungen" der offenbar erwarteten Entdeckung außerirdischen Lebens durch die NASA verschrieben hat.


Im Mai und August solle es dann weitere Treffen innerhalb der Reihe geben, deren thematische Inhalte auf der Seite des Kluge Centres bekannt gegeben werden.


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Kometensonde findet "meistgesuchtes Molekül" auf Rosetta-Kometen 67P


Gas und Staub steigen von der Oberfläche Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko auf, während sich der Komet dem sonnennächsten Punkt auf seiner Umlaufbahn nähert. | Copyright: ESA/Rosetta/NAVCAM

Bern (Schweiz) - Auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko hat die europäische Kometensonde "Rosetta" zum ersten Mal Stickstoffgas in der Umgebung eines Kometen gemessen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern wichtige Schlüsse zur Entstehung unseres Sonnensystems.

Wie das Team um Martin Rubin vom Physikalischen Institut der Universität Bern aktuell im Fachjournal "Science" (DOI: 10.1126/science.aaa6100) berichtet, ist molekularer Stickstoff (N2) der Hauptbestandteil der Erdatmosphäre und findet sich auch in den Atmosphären und den Oberflächen von Pluto und dem Neptun Mond Triton. Von N2 nimmt man auch an, dass es sich während der Entstehung unseres Sonnensystems um die häufigste Form des Stickstoffes handelte.


Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, dieses "meistgesuchte Molekül", zum ersten Mal in der sogenannten Koma, also in der Atmosphäre eines Kometen, nachzuweisen. "Obwohl man annimmt, dass Kometen wie 67P/Churyumov-Gerasimenko in der selben Region wie Triton und Pluto entstanden sind, war es bisher nicht möglich, den molekularen Stickstoff in ihnen nachzuweisen", sagt Rubin, "denn im Eis des Kometen kann nur sehr wenig N2 eingefangen und gespeichert werden. Um diese geringen Mengen zu messen, waren Auflösungsvermögen und Sensitivität der bisherigen Beobachtungsinstrumente einfach nicht hoch genug".


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Mit Messungen des an der Universität Bern entwickelten Massenspektrometers "ROSINA" an Bord der Sonde, ist es den Forschern aufgrund möglichen Auflösung, Moleküle mit beinahe gleicher Masse zu unterscheiden; also etwa molekularen Stickstoff und Kohlenmonoxid.

Die Messungen des molekularen Stickstoffs deuten darauf laut den Wissenschaftlern hin, dass der Komet in einer sehr kalten Region unseres Sonnensystems entstand. "Die Menge an molekularem Stickstoff, den Kometen wie Chury zur Erde gebracht haben können, ist viel geringer als die anderer stickstoffhaltiger Moleküle wie Ammoniak", erläutert die ROSINA-Chefwissenschaftlerin Kathrin Altwegg. Ihrer Meinung nach, ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass Kometen aus der Jupiter-Familie, der auch Chury angehört, weder für das irdische Wasser noch für Gase wie N2 die Hauptquelle sein dürften.


Die Weltraumforscherin und ihr Team haben vor kurzem herausgefunden, dass sich das Verhältnis von Deuterium, also schwerem Wasserstoff, zu Wasserstoff im Wasser des Kometen deutlich von dem auf der Erde unterscheidet. Dies deutet darauf hin, dass das irdische Wasser einen anderen Ursprung hat. "Wie die Herkunft des Wassers, war der fehlende molekulare Stickstoff in Kometen eine der offenen Fragen der Giotto Mission zum Kometen 1P/Halley vor fast 30 Jahren", erklärt Altwegg. "Es erfüllt mich mit grosser Genugtuung, diese Frage heute beantworten zu können."


Matt Taylor, wissenschaftlicher Leiter von Rosetta bei der ESA, nennt die Entdeckung des molekularen Stickstoffs "ein weiteres Puzzle-Teilchen" bei der Untersuchung darüber, welche Rolle Kometen der Jupiter-Familie bei der Entwicklung unseres Sonnensystems spielten. "Aber das Puzzle ist damit bei weitem noch nicht komplett. Rosetta und Chury sind noch etwa fünf Monate vom sonnennächsten Punkt ihrer Umlaufbahn entfernt. Wir werden nun beobachten, wie sich die Zusammensetzung der Gase während der Annäherung ändert und daraus versuchen, weitere Schlüsse über die Vergangenheit dieses Kometen zu ziehen."


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