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Mittwoch, 25. März 2015

Rover Curiosity findet biologisch nutzbaren Stickstoff auf dem Mars


Selbstporträt des NASA-Marsrovers "Curiosity" am 177. Marstag im Gale Krater. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Greenbelt (USA) - Der NASA-Marsrover "Curiosity" hat auf der Oberfläche des Roten Planeten erstmals für biologische Prozesse nutzbaren Stickstoff nachgewiesen. Mit dem Fund steigt einmal mehr die Wahrscheinlichkeit, dass der Mars einst für Leben, selbst wie wir es von der Erde kennen, lebensfreundlich war.

Wie die NASA berichtet, fand sich der Stickstoff in Form von Stickoxid im Boden des Mars und wurde wohl durch das Aufbrechen von Nitraten während des Erhitzungsprozesses im Innern des Laborinstruments "Sample Analysis at Mars" (SAM) an Bord des Rovers freigesetzt. Nitrate wiederum sind eine Molekülklasse die Stickstoff in einer fixierten Form beinhalten, wie er von lebenden Organismen genutzt werden kann.


Stickstoff selbst ist eine der Grundlagen des irdischen Lebens, ist der doch Teil der Bausteine größerer Moleküle wie DNA und RNA, wie sie den genetischen Bauplan des Lebens beinhalten, sowie von Proteinen, aus denen Strukturen wie Haare, Fingernägel bestehen. Zudem beschleunigt und reguliert Stickstoff chemische Reaktionen. Wie auf der Erde, so ist jedoch auch auf dem Mars atmosphärischer Stickstoff als Stickstoffgas (N2) gebunden, das nur schwer mit anderen Molekülen reagiert. Um an für Leben notwendigen chemischen Reaktionen beteiligt zu sein, müssen die beiden Stickstoffatome zunächst voneinander getrennt oder fixiert werden. Auf der Erde gibt es bestimmte Organismen, die genau dazu in der Lage sind und für die dieser Vorgang wichtig für den Stoffwechsel ist.


Neben N2 bestehen Nitrate (N3) aus einem Verbund eines Stickstoffatoms mit drei Sauerstoffatomen und damit eine Quelle für fixierten Stickstoff. So kann sich ein Nitratmolekül mit unterschiedlichen anderen Atomen und Molekülen zu anderen Nitraten verbinden.


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Bislang, so erklären die NASA-Forscher, gibt es "keinerlei Anzeichen dafür, dass die gefundenen fixierten Stickstoffmoleküle von einem Organismus erzeugt wurden, da die Oberfläche des heutigen Mars für bekanntes Leben unwirtlich ist." Statt dessen vermuten die Wissenschaftler, dass es sich um urzeitlichen Stickstoff handelt, der durch non-biologische Prozesse wie beispielsweise Meteoriten- oder Blitzeinschläge schon vor langer Zeit entstand.

Tatsächlich künden Geländemerkmale wie Flussbetten oder Mineralien, wie sie nur unter Beteiligung von flüssigem Wasser entstehen, von einst lebensfreundlichen Umweltbedingungen auf dem Mars. Auch die zum Aufbau von Leben notwendigen organischen Komponenten, konnte der Mars-Rover an seinem Arbeitsort, dem Gale-Krater, schon finden.


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"Der Nachweis von biologisch nutzbarem Stickstoff stellt einen weiteren Hinweis dafür dar, dass der Gale-Krater einst eine lebensfreundliche Umwelt darstellte", kommentiert Jennifer Stern vom Goddard Space Flight Center der NASA, die gemeinsam mit Kollegen ihre Entdeckung aktuell im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Science" (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1420932112) veröffentlicht hat.

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Wildtierkameras belegen: Tiere flohen Tage vor schwerem Erdbeben


Am Boden lebende Vögel wie diese Amazonashokko, waren in de Tagen vor dem Contamana-Beben 2011 in Peru nicht mehr auf den Wildtierkameras im Yanachaga National Park zu sehen. | Copyright: R. Grant et al.

Chelmsford (England) - Schon seit Jahrhunderten werden einigen Tierarten die Fähigkeiten nachgesagt, Erdbeben schon vorab spüren zu können und entsprechenden Orten und Regionen zu entfliehen. Während Kritiker dieser Behauptung entsprechende Beobachtungen weiterhin verneinen, belegt nun erstmals eine Studie mit Hilfe von Wildtierkameras und Messungen von Umweltfaktoren genau dieses Verhalten und eine direkte Verbindung zu den seismischen Aktivitäten. Die Forscher selbst vermuten, dass Ionen in der Luft die schon Tage in den Tieren ein Fluchtverhalten auslösen könnten.

Wie das Team um Dr. Rachel Grant von der Anglia Ruskin University aktuell im Fachjournal "Physics and Chemistry of the Earth" berichtet, nutzen sie Aufnahmen der durch Bewegungssensoren ausgelösten Wildtierkameras im peruanischen Yanachaga National Park. Diese Aufnahmen belegen demnach eine signifikante Veränderung im Verhalten von Tieren schon viele Tage vor dem Beben von Contamana, das 2011 Peru mit einer Stärke von 7.0 traf.


"An einem normalen Tag nehmen die Kameras zwischen 5 und 15 Tiere auf. In den Tagen vor dem Beben, waren es so gut wie gar keine Sichtungen mehr, die von den Kameras dokumentiert wurden. Für die hiesige Regenwaldregion ist das wirklich sehr ungewöhnlich."

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Gegenüber der "MailOnline" berichte Grant, dass offenbar besonders Nagetiere für die Vorgänge sensibel zu sein scheinen und bis zu 8 Tage vor dem Beben gänzlich vor den Kameras verschwanden, obwohl gerade diese Tiere normalerweise am Waldboden sehr häufig vorkommen. "Während unserer Kontroll-Phasen waren sie wirklich ständig und überall."

Als mögliche Erklärung für das Verschwinden der Tiere konnte das Wissenschaftlerteam, an dem u.a. auch Professor Friedemann Freund vom SETI Institute und Professor Jean-Pierre Raulin vom brasilianischen Centre of Radio Astronomy and Astrophysics MacKenzie (CRAAM) an der Presbyterian MacKenzie University beteiligt waren, zwei Wochen vor dem Beben Reflexionen niedrigfrequenter Radiowellen (VLF) und Störungen in der Ionosphäre rund um das Epizentrum des Bebens ausmachen. Schwankungen in diesen Ereignissen stimmten zugleich mit dem signifikanten Rückgang der Tiersichtungen überein. Da die Ionosphäre eine hohe Konzentration von Ionen und freien Elektronen aufweist, vermuten die Forscher, dass durch Erdbebenprozesse im Untergrund Ionen in die Luft abgegeben werden. Von diesen Ionen wiederum ist bekannt, dass sie auf Menschen und Tiere unangenehme Nebenwirkungen, wie das sogenannte Serotonin-Syndrom ausüben können. Hierbei kommt es zu einer Zunahme der Serotoninwerte im Blutstrom, was zu Unruhe, Erregung, Hyperaktivität und Verwirrung führt. Auf diese Weise könnte die entsprechende Freisetzung der Ionen das Verhalten besonders der am und im Boden lebenden Tiere erklären.

"Wir glauben, dass beide von uns nun erstmals in dieser Form dokumentierten Phänomene (das Verschwinden der Tiere und die zunehmende Ionisation) von seismischer Aktivität in der Erdkruste ausgelöst werden", so Grant.


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In einem nächsten Schritt suchen die Forscher nun nach einem Weg, das dokumentierte Verhalten der Tiere vor einem Beben und die entsprechenden Messungen reproduzierbar demonstrieren zu können. Weitere Untersuchungen sollen dann zeigen, ob die beobachteten Faktoren auch gezielt zur Erdbebenvorhersage genutzt und in Frühwarnsysteme integriert werden können.

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Genetiker verpflanzen erstmals erfolgreich Mammut-DNA in die eines Elefanten


Symbolbild: Mammut-Mumie im Permafrost. | Copyright: A.V. Lozhkin/NOAA/Public Domain

Cambridge (USA) - US-Genetiker haben erstmals erfolgreich Mammut-DNA in lebendige Zellen eines Elefanten eingebracht und beschreiten damit einen wichtigen Schritt hin zur Wiederbelebung der einstigen Giganten.

Wie der Genetik-Professor Geroge Church von der Harvard University gegenüber der "Sunday Times" berichtet, stammt die DNA von Mammuts, die im arktischen Permafrostboden der Wrangel-Halbinsel gefunden wurden. Zwar handele es sich noch nicht um die vollständige Gensequenz eines Mammuts, dennoch aber um jene Eigenschaften, die Mammuts von heute lebenden Elefanten unterscheiden, so etwa Gene für die Größe der Ohren, subkutane Fette und die charakteristische Körperbehaarung.

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Im genetischen Code des Elefanten funktionieren die Mammut-Gene bislang völlig normal, zitiert die Zeitung den Wissenschaftler. "Wir verfügen damit jetzt erstmals über funktionierende Elefanten-Zellen mit Mammut-DNA." Es sei jedoch noch weitere Forschung notwendig, weshalb bislang auch noch keine Fachpublikation vorliege.

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Während die letzten Mammute vor rund 3.300 Jahren auf der nordsibirischen Wrangelinsel ausstarben, sind derzeit weltweit drei Team darum bemüht, das Genom der Tiere vollständig zu rekonstruieren und diese wieder zum Leben zu erwecken.

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