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Freitag, 27. März 2015

Studie: "Annähernd lichtschnelle außerirdische Raumschiffe müssten Spuren hinterlassen"


Künstlerische Darstellung des Konzepts eines Raumschiffes beim Übergang in Warpgeschwindigkeit | Copyright: NASA

El Segundo (USA) - Das Prinzip ist aus der Science-Fiction-Serie "Star Trek" hinreichend bekannt: Raumschiffe, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegen hinterlassen eine für andere identifizierbare sogenannte Warp-Signatur. Dass dies auch für Raumschiffe gelten würde, die sich "nur" mit annähernder Lichtgeschwindigkeit durch den Raum bewegen, haben nun zwei US-Physiker errechnet und vermuten sogar, dass wie solche Signaturen schon mit heutiger Technologie ausfindig machen könnten. Interstellar reisende Außerirdische könnten demnach schon bald anhand derartige Signaturen entdeckt werden, da es für deren postulierten Merkmale keine natürliche Quelle gibt.

Während für die menschliche Technologie Reisen durch das Universum mit annähernder oder sogar Überlichtgeschwindigkeit ein zwar konkret erforschtes (...wir berichteten) aber noch weit entferntes Ziel darstellt, könnten außerirdische Zivilisationen hierfür bereits Lösungen gefunden haben und solche Fortbewegungstechnologie bereits einsetzten - ohne, dass wir auf der Erde bislang davon Notiz genommen hätten.


Wie die Physiker Ulvi Yurtsever und Steven Wilkinson von der US-Rüstungsfirma Raytheon aktuell in einem auf "arXiv.org" veröffentlichten Fachartikel berichten, sollten derartige Reisen außerirdischer Lichtgeschwindigkeitsraumschiffe - ganz gleich welche konkrete Antriebsform sie verwenden - im kosmischen Mikrowellenhintergrund eine verräterische Signatur hinterlassen. Diese Spuren, so die Forscher weiter, könnten dann wiederum schon mit heute zur Verfügung stehender Technologie entdeckt werden.


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Der Grund für die charakteristische Signatur sind ständige Kollisionen des hypothetischen Alien-Raumschiffs mit Photonen der Mikrowellenhintergrundstrahlung, die aufgrund der hohen Reisegeschwindigkeit des Raumschiffs fortwährend in Form hochenergetischer Gammastrahlung auf dessen Außenhülle treffen. Zur gleichen Zeit werden die Mikrowellenhintergrundsphotonen durch das Wechselspiel mit dem Raumschiff selbst gestreut.

Im Universum, so erläutern Yurtsever und Wilkinson weiter, gebe es keine natürliche Quelle für vergleichbare Spuren, wenn durch die Annähernd- oder Überlichtgeschwindigkeitsreise des Raumschiffs ein der Flugbahn des Raumschiffs entsprechendes Signal in Form von sich stark abkühlender und zugleich ansteigender Strahlung im Terahertz- oder Infrarotbereich entstünde.

"Derzeit arbeiten wir an einer Vorhersage darüber, wie weit entfernt wir mit der uns derzeit schon zur Verfügung stehenden Detektortechnologie derartige Signaturen schon heute ausfindig machen könnten", so die Physiker abschließend.

Man darf also gespannt sein...


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Neue Aufnahmen der Passage des Objekts G2, am Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße


Diese beschriftete Collage zeigt die Bewegung der staubhaltigen Wolke G2, wie sie sich annähert und dann schließlich am supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße vorbeizieht. | Copyright: ESO/A. Eckart

Köln (Deutschland) - Sie galt lange Zeit als kosmische Staub-Gas-Wolke, die sich dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum unserer Heimatgalaxie der Milchstraße annäherte und diesem im Mai 2014 am nächsten kam. Astrophysiker waren überzeugt, dass die als Objekt G2 bezeichnete Wolke, diese Begegnung nicht überstehen und bei der Passage in die Länge gezogen und zerrissen werden würde. Doch die mysteriöse Wolke verhielt sich ganz anders als erwartet und zeigte sich auch nach der Passage nach wie vor sehr kompakt. Mittlerweile ist eine hitzige Diskussion darüber entstanden, um was es sich bei dem Objekt tatsächlich handelt (...wir berichteten). Jetzt liegen die bislang besten Messungen und Aufnahmen dieses mysteriösen Objekts vor.

Erstellt wurden die Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) von einem Wissenschaftlerteam der Universität zu Köln. Angesichts der Beobachtungen zeigen sich auch die Forscher um Andreas Eckart davon überzeugt, dass es sich bei G2 höchstwahrscheinlich um einen jungen Stern mit einem massereichen Kern handelt, der noch immer Materie ansammelt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters" (DOI: 10.1088/0004-637X/800/2/125) veröffentlicht.


Ursprünglich hatten Astrophysiker angenommen, dass die "Wolke" von den starken Gezeitenkräften des Schwarzen Lochs, das eine Masse aufweist, die dem Viermillionenfachen der Masse der Sonne entspricht, auseinandergerissen und sich entlang ihrer Umlaufbahn zerstreuen würde. "Ein Teil dieser Materie würde dann das Schwarze Loch füttern, was zu einem plötzlichen Aufleuchten oder anderen Hinweisen darauf führen sollte, dass dieses Monster gerade eine seiner seltenen Mahlzeiten genießt", erläutert die ESO-Pressemitteilung. "Um diese seltenen Ereignisse beobachten zu können, wurde die Region im galaktischen Zentrum in den vergangenen Jahren von vielen Astronomengruppen mit großen Teleskopen überall auf der Welt sorgfältig systematisch untersucht."


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Die Ergebnisse der neuen Beobachtungen stimmen mit denen früherer Beobachtungen am Keck-Teleskop auf Hawaii überein: Die Aufnahmen im infraroten Licht, das vom leuchtenden Wasserstoff stammt, belegen, dass die Wolke sowohl vor als auch nach ihrer größten Annäherung an das Schwarze Loch kompakt war.

Obwohl frühere Beobachtungen nahelegten, dass G2 verzerrt wurde, lieferten die neuen Beobachtungen keine Belege dafür, dass die "Wolke" signifikant verschmiert wurde: "Sie wurde weder sichtbar auseinandergezogen, noch verteilen sich die gemessenen Geschwindigkeiten breiter", so die Forscher.



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Weitere Beobachtungen der Polarisation des Lichts, das aus der Region des supermassereichen Schwarzen Lochs stammt, machen deutlich, dass das Verhalten der Materie, die in Richtung Schwarzes Loch gezogen wird, sehr stabil ist und - bislang - nicht durch angesaugte Materie aus der G2-Wolke gestört wurde.


"Die Widerstandsfähigkeit der Staubwolke gegenüber den extremen gravitativen Gezeitenkräften so nahe am Schwarzen Loch legen sehr deutlich nahe, dass sie eher ein dichtes Objekt mit einem massereichen Kern umschließt, als dass es sich um eine lockere, freifliegende Wolke handelt. Diese These wird von der Tatsache unterstützt, dass ein Beweis dafür, dass das Monster im Zentrum mit Materie gefüttert wird, bisher fehlt, da dies zu einer Aufhellung und zunehmender Aktivität führen würde."


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