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Dienstag, 21. April 2015

Rätselhafter Staubstrahl auf Rosetta-Komet Churyumov-Gerasimenko


Forscher rätseln über einen am 12. März 2015 entstandenen Staubstrahl aus der unteren Schattenseite des Kometen Churyumov-Gerasimenko. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS-Team

Darmstadt (Deutschland) - Kometen sind eigentlich dafür bekannt, dass sie Gas und Staub ins All schleudern. Nicht zuletzt entsteht so durch die Erhitzung der sonnenzugewandten Seite in zunehmender Sonnennähe der charakteristische Schweif der Schweifsterne. Die europäische Kometensonde "Rosetta" hat nun jedoch auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko, den sie umkreist, erstmals ein unerwartetes Phänomen dokumentiert: Auch aus der Schattenseite des Kometen tritt seit Mitte März ebenfalls ein neuer Staubstrahl aus, dessen Ursache bisher ungeklärt ist und der hier nach bisherigem Wissensstand eigentlich nicht sein sollte.

"Zum ersten Mal wurde dabei auch direkt der Moment der Geburt eines neuen Staubstrahls beobachtet", erläutert der Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt, der die wissenschaftlichen Beteiligungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der ESA-Mission Rosetta leitet. "Diese Beobachtungen werden helfen, die bisher nicht vollständig verstandene kometare Aktivität zu entschlüsseln."


Die Aktivität des Kometen hat sich durch seine zunehmende Annäherung an die Sonne erwartungsgemäß kontinuierlich verstärkt. Grund hierfür ist, dass sich die Oberfläche aufheizt und so zunehmend Gas in den umgebenden Weltraum austritt und Staubpartikel mit sich reißt. Obwohl der Komet erst in vier Monaten seinen sonnennächsten Punkt erreichen wird, ist er schon jetzt von einer sogenannten Kometenkoma umgeben, die überall auf der Tagseite von fortwährend entweichendem Staub genährt wird und sich auf den Aufnahmen der OSIRIS-Bordkamera deutlich abzeichnet (s.Abb.).


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Der nun entdeckte Staubstrahl auf der Schattenseite des Kometen stellt die Wissenschaftler vor ganz neue Fragen, erläutert die Pressemitteilung des DLR. "Es ist schon sehr spannend darüber nachzudenken, wie denn Kometen auch auf der Schattenseite aktiv werden können", sagt Dr. Jörg Knollenberg, DLR-Kometenforscher und Wissenschaftler im OSIRIS-Team. "Allerdings ist es gut möglich, dass erste Sonnenstrahlen auf bisher im Schatten versteckte Bergklippen fielen. Es sind weitere Beobachtungen und Berechnungen notwendig, um hier eine plausible Antwort zu finden."


Nur zwei Minuten vor der obigen Aufnahmen, war der Staubstrahl noch nicht zu sehen. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS-Team

Die einmalige Beobachtung gibt den Wissenschaftlern auch Gelegenheit, die Staub-Ausbreitungsprozesse besser zu studieren. "Wir analysierten die Helligkeitsschwankungen entlang des unerwarteten Staubstrahls und konnten dabei abschätzen, dass sich die Partikel mit mindestens acht Metern pro Sekunde vom Kometen entfernen", erklärt Knollenberg. Damit bestätigten sich vorangegangene Messungen zur Staubausbreitung auf der Tagseite.


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Dawn liefert neue Aufnahmen den hellen Flecken auf der Ceres-Oberfläche

Settling in at Ceres
Einzelbildanimation der Ceres-Oberfläche, basierend auf Aufnahmen der NASA-Sonde "Dawn" vom 14. und 15. April 2015. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Ansicht zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Pasadena (USA) - Neue Aufnahmen der NASA-Sonde "Dawn" zeigen die mysteriösen hellen Flecken auf der Oberfläche des Zwergplaneten Ceres - darunter auch die aus zwei solcher Flecken im Innern eines Kraters bestehende bekannteste und rätselhafteste Struktur dieser Art - nun aus einer Entfernung von nur noch 22.000 Kilometern. Allerdings (Achtung Spoiler!) liefern auch diese Aufnahmen keine neuen Erkenntnisse darüber, um was es sich bei diesen stark reflektiven Flecken tatsächlich handelt.

Die Aufnahmen stammen vom 14. und 15. April 2015 und zeigen einen senkrechten Blick der Sonde von oberhalb der Nordpolregion des Zwergplaneten. "Seit wir diese ausgesprochen hellen Flecken beobachten, haben sie sich nicht verändert", sagt Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied im Kamerateam der Dawn-Mission. "Eine spannendes Phänomen, das uns sicherlich noch überraschen wird." Erst kürzlich zeigte eine Auswertung von Infrarotaufnahmen, dass die unterschiedliche helle Flecken offenbar unterschiedlicher Natur sind (...wir berichteten).



Einzelbild der Ceres-Ansicht vom 14./15. April 2015. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA


Detailvergrößerung der beiden hellen Flecken auf Ceres. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Ansicht zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

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Die Entdeckung der weißen Flecken auf Ceres sei "eine kleine Sensation, denn bisher wurde ähnliches auf keinem anderen Körper des Sonnensystems beobachtet", erläutern die Forscher des DLR. "Ihre Herkunft ist ein Rätsel, bisher können wir über ihre Struktur oder Zusammensetzung noch nichts sagen", so Jaumann. "Eigentlich sind es zurzeit noch eher helle Punkte, die kleiner als vier Kilometer sein müssen." Noch aber ist die Raumsonde Dawn zu weit entfernt, um ihre Form aufzulösen.

Für den 29. April 2015 ist der Eintritt der Sonde in eine ständige Umlaufbahn um Ceres geplant. Dann wird "Dawn" den Zwergplaneten bis zum 9. Mai auf einer Distanz von rund 13.500 Kilometern umkreisen und sich dem Zwergplaneten danach noch weiter annähern und Aufnahmen von nur noch etwa 400 Metern pro Pixel möglich werden.


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