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Dienstag, 12. Mai 2015

NASA dämpft Hoffnungen auf den EmDrive und Warp-Antrieb


Symbolbild: Das "Raumschiff Enterprise" im Warp-Flug (Illu.). | Copyright: Paramount Pictures

Washington (USA) - Seit kürzlich Meldungen über neuste und angeblich erfolgreiche Experimente mit einem unkonventionellen Antriebssystem durch NASA-Wissenschaftler weltweit nicht nur für Aufsehen und auch für Spekulationen gesorgt haben, dass bei diesen Versuchen sogar ein Warp-Feld erzeugt wurde, (...wir berichteten), streiten sich Laien wie Experten über die Fakten und Hintergründe dieser Berichte (...wir berichteten). Jetzt hat die NASA in einem kurzen Statement die Hoffnungen auf das vermeintlich exotische Antriebssystem "EmDrive, das ohne Treibstoff auskommen soll und einen Warp-Antrieb-in-Reichweite gedämpft.

"Während die Experimente von Forschern am Johnson Space Center der NASA in Houston weltweit für Schlagzeilen gesorgt haben, handelt es sich in Wirklichkeit nur um kleine Anstrengungen, die bislang keine greifbaren Ergebnisse erbracht haben", so die US-Raumfahrtbehörde auf Anfrage von "Space.com". Auch arbeite die NASA nicht an der Entwicklung eines Warp-Antriebs, so das Statement.


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Allerdings ist zumindest letztere Aussage nicht ganz richtig, denn Harold "Sonny" White von eben jenem bereits genannten Johnson Space Center der NASA erforscht tatsächlich und ganz offiziell schon seit einigen Jahren eben jene Technologie, wie wir aus "Star Trek" als sogenannten Warp-Antrieb kennen (...wir berichteten).

Beim "EmDrive" (electromagnetic drive) wiederum handelt es sich um ein Konzept des britischen Wissenschaftlers und ehemaligen EADS-Atrium-Ingenierus Dr. Roger Shawyer, das elektrische Energie mittels Mikrowellen in Schubkraft umwandeln soll - ohne dabei ein Treibmittel zu benötigen. Trotz der Behauptungen chinesischer Forscher, das Konzept bereits erfolgreich getestet zu haben, verbannten die meisten westlichen Wissenschaftler den "EmDrive" ins Reich der Phantasie und Pseudowissenschaft. Schließlich widerspreche es physikalischen Impulserhaltungsgesetz. 2014 hat jedoch selbst die NASA das Konzept überprüft und in einem Fachartikel ebenfalls bestätigt, dass der Antrieb prinzipiell tatsächlich funktioniert (...wir berichteten). Da der "EmDrive" ohne Treibstoff auskommt und die notwendigen Mikrowellen mittels Solarenenergie erzeugt werden können, könnte der Antrieb völlig neue Wege und Möglichkeiten der Raumfahrt aufzeigen.


Nachdem er selbst umfangreiche Hintergrundinformationen zu den neusten Tests mit dem EmDrive über das "NASASpaceflight.com"-Forums veröffentlicht hatte (...wir berichteten) verwies Paul March vom Eagleworks-Labor fortgeschrittene Antriebstechnologien für der NASA eine Anfrage durch "Space.com" an seinen Chef Harold White vom Johnson Space Center der NASA, der auf diese Anfrage bislang jedoch nicht reagiert hat.


Schlussendlich bleibt festzustellen, dass solange White, March und Kollegen ihre Ergebnisse nicht mittels einer Fachpublikation mit der Wissenschaftsgemeinde geteilt haben, viele Fragen und deren mögliche Antwort größtenteils spekulativer Natur bleiben.


Kritiker bemerken, dass die bislang durch die Forenbeiträge gelieferten Informationen und Daten auf Ergebnisse hindeuten, die kaum über zu erwartenden Zufallsergebnissen oder gar Messfehlern liegen und bei Weitem noch keine Hoffnungen auf irgendeine Form von aus heutiger Sicht exotische Antriebssystemen rechtfertigen würden. Doch auch diese Einschätzung bleibt bis zu einer ordentlichen Publikation der Daten und Ergebnisse, mehr Spekulation als faktenbasiert.


Abschließend erklärt die NASA in ihrem Statement gegenüber Space.com: "Die NASA finanziert die Grundlagenforschung auch innovativer Konzepte als Teil unserer Investitionen und Anstrengungen, die Grenzen der Wissenschaft und Technik voranzutreiben. Dies ist Teil dessen, was die NASA als Erforschung des Unbekannten versteht. Die NASA fühlt sich dazu verpflichtet, sich auf ihre, durch den 'Strategic Space Technology Investment Plan', vorgegebenen Prioritäten und Investitionen zu konzentrieren. Durch diese Investitionen wird die NASA die notwendigen Fähigkeiten entwickeln, Menschen so weit hinaus ins All zu schicken, wie nie zuvor."


Was das genau beinhaltet, und ob dieses Anliegen der Entwicklung oder zumindest der Erforschung des EmDrive und eines Warp-Antriebs beinhaltet oder dieses widerspricht, erläutert die NASA damit jedoch nicht...


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Neue Aufnahmen zeigen Ceres-Rätsel in bislang bester Auflösung

http://photojournal.jpl.nasa.gov/archive/PIA19547.gif
Animation der Ceres-Rotaion | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Pasadena (USA) - Eine aus Einzelbilder zusammengestellte neue Animation zeigt die Oberfläche des Zwergplaneten Ceres in bislang nicht gekannter Auflösung und offenbart zugleich auch neue An- und Einblicke auf die Rätsel des größten Körpers im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Ihre Geheimnisse geben die hellen Flecken und sonderbar geformten Krater aber immer noch nicht preis.

Die neuen Aufnahmen stammen vom 3. und 4. Mai 2015 und zeigen Ceres aus einer Entfernung von noch immer 13.600 Kilometern. Die Bilder erreichen damit eine Auflösung von 1,3 Kilometern pro Bildpunkt (Pixel) - für eine präzise wissenschaftliche Auswertung ist das aber immer noch nicht ausreichend.



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Schon jetzt aber zeigen hohe Aufwölbungen, ungewöhnliche Kraterformen, helle Flecken und erstaunlich flache Ebenen auf der Oberfläche von Ceres, dass der Zwergplanet für Diskussionen unter den Wissenschaftlern sorgen wird.: "Die Aufnahmen sind zwar sehr gut, aber zurzeit können wir über vieles nur spekulieren. Ceres lässt sich nicht so einfach verstehen", kommentiert Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Wissenschaftler im Dawn-Missionsteam.

Von besonderem Interesse ist weiterhin der große helle Fleck im Zentrum eines großen Kraters. Schon zuvor hatten Aufnahmen gezeigt, dass es sich bei diesem Merkmal nicht nur um einen, sondern in Wirklichkeit um zwei dicht aneinander liegende helle Flecken handelt. Die neusten Aufnahmen zeigen nun sogar, dass sich die Struktur in noch mehr kleinre Elemente aufteilt (s.Abb.).



Detailansicht des großen hellen Flecks, der – wie sich nun zeigt - in Wirklichkeit aus mehren kleinen Flecken besteht. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Was diese hellen Flecken jedoch sind, könne auch angesichts der neusten Aufnahmen noch nicht gesagt werden: "Es ist wahrscheinlich, dass dort relativ frisches Eis vorhanden ist, aber auch Salz wäre eine plausible Erklärung", so Jaumann. "Man kann viel vermuten, aber zurzeit noch schwer einschätzen um was es sich wirklich handelt."


Bis zum 6. Juni 2015 wird die Sonde sich nun nach und nach auf einen Abstand von nur noch 4.400 Kilometern über der Oberfläche herabsenken und alle drei Tage den Zwergplaneten, dessen Durchmesser fast 1000 Kilometer beträgt, einmal umrunden.



Erstaunlich geometrisch geformter, sechseckiger Krater auf Ceres. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

"Wir wissen jetzt schon, dass Ceres sehr spannend für uns Planetenforscher sein wird." Vor allem die Frage, wie es im Inneren der eisigen Ceres aussieht, beschäftigt Planetenforscher Ralf Jaumann. Der Zwergplanet in 434 Millionen Kilometern Entfernung von der Sonne liegt hinter der Frostgrenze im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Während das erste Ziel der Mission, Asteroid Vesta, ein so genannter trockener Asteroid ohne Wasser war, wird mit Ceres als zweitem Ziel der Mission das genaue Gegenteil untersucht: Der Zwergplanet könnte nach Schätzungen der Wissenschaftler einen Wasseranteil von 15 bis 25 Prozent aufweisen. "Die große Frage ist: Gibt es tatsächlich einen Ozean im Inneren? Und wie sieht die Kruste aus? Um die Antworten zu finden, müssen wir uns die Daten ganz genau anschauen." Einige Forscher vermuten sogar, dass es im Innern des potentiell vorhandenen Ozeans sogar Leben geben könnte (...wir berichteten).


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