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Freitag, 26. April 2013

Forschungsprojekt untersucht Buddhismus im Westen


Symbolbild: Buddha.
| Copyright: Eric Pouhier, CC-BY-SA 2.5
 

Witten/Herdecke (Deutschland) – Ein aktuelles Forschungsprojekt an der Universität Witten/Herdecke befasst sich mit buddhistischen Praxiswegen und modernen Lebensweisen.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Presseinformation der Universität Witten/Herdecke, uni-wh.de

Anders als in den traditionellen buddhistischen Ländern reproduziert sich der westliche Buddhismus nicht in mönchischen Kontexten, sondern primär als eine Laienbewegung. Darüber hinaus trifft er im deutschsprachigen Raum auf eine hochgradig individualisierte und ausdifferenzierte Gesellschaft, deren Werthorizonte nicht mehr ohne weiteres in übergreifende moralische und kosmologische Horizonte integriert werden können.


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"Mittlerweile bestehen zwar eine Vielzahl Untersuchungen zum Phänomen des so genannten ‚westlichen Buddhismus’, jedoch recht wenige Studien zur Frage, was Menschen aus den westlichen Gesellschaften eigentlich machen, wenn sie sich langfristig zu einem buddhistischen Praxisweg verpflichten und wie sie dies mit modernen Lebensweisen in Einklang bringen können", erläutert Prof. Werner Vogd von der Universität Witten/Herdecke, der das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt "Buddhismus im Westen" leitet.

Das Forschungsprojekt widmet sich sechs Schulungswegen aus dem deutschsprachigen Raum im Hinblick auf die spezifischen Formen der Praxis ihrer Adepten. Dabei werden sowohl die Entwicklungsdimension beachtetet als auch unterschiedliche Traditionen berücksichtigt (jeweils zwei Schulen aus dem Tibetischen Buddhismus, Zen Buddhismus und dem Theravada Buddhismus).

Das Projekt ist zum 1. April 2013 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Projektverantwortliche sind Jonathan Harth und Dr. Thea Boldt-Jaremko.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Arbeiten beginnen: Forscher erstellen Edition ältester Handschriften des indischen Buddhismus 24. Januar 2013

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Quelle: uni-wh.de

Mittwoch, 17. April 2013

Studie erforscht Gegenwarts-Schamanismus in der Eifel


Devotionalien für ein Naturheilungsritual.
| Copyright: Mirko Uhlig
 

Mainz (Deutschland) - Ein von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) gefördertes kulturanthropologisch-volkskundlichen Forschungsprojekt untersucht
Gegenwartsformen schamanischen Heilens im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Moderner Schamanismus, so ein erstes Fazit, ist "ein vielschichtiges Phänomen, das Klienten aus allen Bildungsschichten anspricht und keineswegs nur abergläubische Außenseiter".

Schamanismus ist im neuzeitlichen Deutschland ein noch relativ junges und recht uneinheitliches Phänomen, erklärt der Kulturanthropologe Mirko Uhlig von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU): "Es ist in den 1950er Jahren aufgekommen und hat sich seitdem als eine Form des sogenannten geistigen Heilens verbreitet. Im Westen Deutschlands liegen im Gebiet der Eifel günstige Voraussetzungen vor, um Schamanismus als Praxis der Gesundheitsfürsorge oder zur Bewältigung von Lebenskrisen zu erforschen."


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In seiner Studie untersucht Uhlig, welche Vorstellungen und Praktiken schamanisch Tätige und ihre Klientel leiten. Er konzentriert sich dabei auf die Eifel als grenzüberschreitende Region, um Befunde für die deutsche und die deutschsprachige belgische Seite vergleichen zu können.

Schamanismus werde gemeinhin als Praxis verstanden, so der Forscher, bei der Menschen mit einer Geisterwelt kommunizieren. Er gilt nicht eigentlich als Religion, sondern wird eher als die Auseinandersetzung mit einem Jenseits beschrieben, um heilende Kräfte zu mobilisieren. "Auf jeden Fall aber herrscht ein starker Seelenglauben vor, auch bei unterschiedlichen Ausprägungen des Schamanismus".

Ursprüngliche Verbreitungsgebiete sind Sibirien und Südamerika. Erste Kenntnisse davon kamen verstärkt zum Ende des 17. Jahrhundert mit Reiseberichten aus Sibirien nach Europa, und schon bald rückte die ambivalente Figur des Schamanen ins Bewusstsein der westeuropäischen Bildungsschichten.

Zugleich finden sich aber mögliche schamanisch-anmutende Darstellungen auch in der keltischen Kunst Zentraleuropas, wie etwa auf dem "Kessel von Gundestrup" aus der La-Téne-Zeit, der in einem Torfmoor nahe Gundestrup im jütländischen Himmerland in Dänemark gefunden wurde. Die neuzeitlich ökologisch-spirituelle Komponente der Schamanenfigur wurde in den 1970er Jahren durch den Künstler Joseph Beuys aufgegriffen und verbreitet.

Wie weit schamanisch geprägte Konzepte heute in Mitteleuropa verbreitet sind oder wie viele Anhänger sie haben, lässt sich laut Uhlig nicht erschöpfend beziffern. Uhlig untersucht in dem DFG-Projekt "Sinnentwürfe in prekären Lebenslagen der Gegenwart: Eine transnationale Ethnographie geistigen Heilens im ländlichen Raum (Eifel)" insbesondere, was die Menschen eigentlich dazu bewegt, einen "Schamanen" aufzusuchen. "Unzufriedenheit mit dem bestehenden Gesundheitssystem und die Suche nach alternativen Heilungsansätzen mögen eine Ursache sein, weshalb sich Menschen dem Schamanismus mit seinen Praktiken wie Schwitzhüttenzeremonie, schamanischer Reise oder Hopi-Herzheilung zuwenden." Sinnsuche oder Sehnsucht nach Spiritualität, gerade auch in kritischen Lebenssituationen, können ebenso Motive sein wie Bemühungen um ein naturverbundenes, ökologisch ausgerichtetes Leben.


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Aufgrund der bisher geführten Interviews steht für den Volkskundler fest, dass es sich bei dem modernen Schamanismus um ein vielschichtiges Phänomen handelt, das Klienten aus allen Bildungsschichten anspricht und keineswegs nur abergläubische Außenseiter. Im Rahmen seiner Doktorarbeit wird Uhlig weitere Interviews mit schamanisch Praktizierenden führen und auswerten. Durch die mikroskopische Analyse, so heißt es in einem Bericht für die Zeitschrift "Volkskunde in Rheinland-Pfalz", versucht das Vorhaben u.a. "einen lebensnahen Beitrag zur kulturwissenschaftlichen Deutung von Spiritualität zu liefern und auf diesem Wege einen Beitrag zur Erforschung individueller Gegenwartsreligiosität zu leisten."

Bücher zum Thema:

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Quelle: uni-mainz.de

Freitag, 1. Februar 2013

Forschungspreis für Studien zu Yoga und Meditation ausgelobt


Symbolbild: Yoga (Illu.). | Copyright: grewi.de 

Gießen (Deutschland) - Schon zum vierten Mal hat die "Society for Meditation and Meditation Research" e.V. (SMMR) hat einen Forschungspreis für Studien zu Yoga und Meditation ausgelobt. Noch bis zum 31. Mai 2013 können empirische Arbeiten aus diesem Bereich eingereicht werden.

Die SMMR selbst ist ein gemeinnütziger Verein, der die Meditationsforschung und den Dialog zwischen Meditierenden verschiedener Traditionen fördert. Der Preis ist mit 3.500 Euro dotiert und kann auf mehrere Personen aufgeteilt werden.

Prämiert werden hervorragende deutschsprachige Forschungsarbeiten (Diplomarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, Dissertationen, Einzelstudien oder Studien aus einem Forschungsprogramm), die nach dem 31. Mai 2011 fertig gestellt wurden, also zum Einsendeschluss nicht älter als zwei Jahre sind. Der Bewerbung sind zwei Exemplare der Arbeit und ein kurzer Lebenslauf beizufügen.


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Bewerbungen sind zu richten an Dr. Ulrich Ott (Bender Institute of Neuroimaging, Justus-Liebig-Universität Gießen, Otto-Behaghel-Straße 10 H, 35394 Gießen, Telefon: 0641 99-26342). Ott selbst ist wissenschaftlicher Beirat der SMMR und Vorsitzender der Jury, der am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) seit 1998 Yoga und Meditation erforscht und lehrt.

Die prämierten Arbeiten sollen auf dem Jahreskongress der SMMR vom 11. bis 13. Oktober 2013 im Benediktushof, Holzkirchen, vorgestellt werden.

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Samstag, 18. August 2012

Ebay.com verbietet Zauberei, Magie und Paranormales


Symbolbild: Übersinnliche Dienstleistungen bei Ebay (Illu.). | Quelle: grewi.de

San José (USA) - Konnten bislang über das Online-Auktionshaus "Ebay" neben Sachwerten auch ungegenständlichen Dienstleitungen angeboten, versteigert und erstanden werden, so schränkt die englischsprachige Ebay-Plattform "Ebay.com" dies ab kommenden September ein und verbietet unter anderem auch Angebote, die sich um Zauberei, Hexenkunst und das Paranormale drehen.

Wie das US-Unternehmen in seinem Update der Richtlinien für Verkäufer für Herbst 2012 mitteilt, die am dem 30. August in Kraft, dürfen zukünftig neben u.a. Heimarbeit. Mitgliedschaften und Kochrezepten auch keine Flüche, Zaubersprüche, Hexerei, Magie, Segnungen, aber auch keine angeblichen Zaubertränke oder heilerische Sitzungen und Wahrsagedienstleistungen mehr angeboten werden.

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Den bisherigen Anbietern entsprechender Dienstleistungen gibt das Auktionshaus bis innerhalb der ersten Septemberwoche 2012 die Möglichkeit, ihre Restbestände - wie immer man sich diese auch vorzustellen hat - anzubieten. Entsprechende Auktionen, die darüber hinaus noch geschaltet sind, werden von Ebay danach gelöscht. Anbietern, die entsprechende Dienstleistungen über dieses Datum hinaus versteigern, droht im schlimmsten Fall die Schließung ihres Zugangskontos.

Ob und wann entsprechende Regeln auch für die deutschsprachigen Ebay-Portale (.de / .at / .ch) geplant sind, war bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung nicht bekannt. Bislang sind hier auch weiterhin Angebote zu Liebes- und Voodoo-Zauber als auch verschiedenste Wahrsage-Dienstleistungen zu ersteigern. Hier wurde eine ebenfalls für diesen Herbst geplante "Einführung der Funktion 'Rahmenbedingungen für Ihre Angebote'" bis auf weiteres verschoben.

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Quelle: ebay.com

Donnerstag, 24. Mai 2012

Lichtsprache: Zellkommunikation durch Biophotonen?


Beispiel für eine Biophonen-"Botschaft" (Spitze) eines Fischeies während eines 400 sekündigen Beobachtungszyklus. | Copyright/Quelle: Sergey Mayburov / arxiv.org

Moskau/ Russland - Die Hinweise darauf, dass lebende Zellen Photonen, also Lichtteilchen, aussenden und empfangen können, mehren sich zusehends. Ein russischer Wissenschaftler liefert nun Belege dafür, dass diese Biophotonen eine bislang unbekannte Form der Zellkommunikation sein könnten.

Biophotonen selbst, bzw. deren physikalische Auswirkungen, sind schon seit Jahrzehnten Inhalt sowohl von intensiver Forschung als auch ebenso hitzig geführter Debatten. Während gerade in einigen Bereichen der Esoterik und der Alternativmedizin ihre Existenz oft als Nachweis für eine von der Naturwissenschaft noch nicht erkannte Lebenskraft und als eine mögliche Erklärung für die Aura gedeutet wird, verweisen Kritiker darauf, dass diese derart schwach seien, dass Messungen noch nicht einmal eine Aussage über die in den Zellen herrschenden Strahlungsverhältnisse ermöglichen.

Dass Zellen grundsätzlich jedoch Biophotonen abgeben, ist nachweisbar. Wie Zellen Biophotonen jedoch erzeugen, darüber herrscht noch weitestgehend Uneinigkeit.

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Wie der "The Physics arXiv Blog" (technologyreview.com/blog/arxiv) erläutert, vermuten jedoch einige Forscher, dass unterschiedliche molekulare Prozesse Photonen aussenden können und dass diese dann zur Zelloberfläche durch energiereiche sogenannte Exzitone transportiert werden. Ein ähnlicher Prozess leitet innerhalb der Photosynthese auch die Energie von Photonen über die Proteinketten.

Biophotonen selbst sind mit bloßem Augen für gewöhnlich nur schwer zu erkennen und werden von den Zellen mit einer Rate von mehren Dutzend pro Sekunde und Quadratzentimeter, etwa einer Zellkultur, abgegeben. Da diese Rate vergleichsweise niedrig ist, zweifeln viele Biologen daran, dass es sich um eine Form von Zellkommunikation handelt.

Nun jedoch hat der russische Biologe Sergey Mayburov vom Lebedev Institute of Physics in Moskau die Debatte durch die Beschreibung der von ihm entdeckten neuen Beweise für die These und deren Vorabpublikation auf "arXiv.org" erneut entfacht.

Über mehrere Stunden hinweg hat der Forscher Fischeier im Dunkeln beobachtet und die von diesen abgegebenen Mustern der Abgabe der Biophotonen dokumentiert. Ziel dieser Analyse war es, zu überprüfen, ob der stetige Ausstrom der Biophotonen eine erkennbare Struktur beinhaltet, die als Kommunikationsform qualifiziert werden könnte.

Laut Mayburov strömen die Biophotonen in kurzen quasiperiodischen Ausbrüchen aus den Zellen heraus. Dieses Muster habe eine auffallende Ähnlichkeit zu Impulsen, mit welchen Binärdaten durch gestörte Kanäle übertragen werden können. Diese Beobachtung könnte erklären, wie die Zellen derart schwache Strahlungsniveaus auch noch in störungsreichen Umgebungen wahrnehmen können.

Sollte der Wissenschaftler Recht haben, so erläutert der arXiv-Blog weiter, "könnte dies eine Anzahl interessanter Phänomene erklären, die von einigen Forscher schon länger der Kommunikation durch Biophotonen zugeschrieben werden. (...) So konnte in Experimenten bereits gezeigt werden, dass Biophotonen einer wachsenden Pflanze auch die Zellteilungsrate anderer Pflanzen um bis zu 30 Prozent steigern können. Eine derartige Wachstumsrate liegt signifikant deutlich über dem, was gewöhnliches Licht auslösen kann, obwohl dieses deutlich heller ist." Auch Versuche mit wachsenden Eiern haben einen solchen Effekt schon belegt, während die Biophotonen bereits ausgereifter Eier das weitere Wachstum anderer Eier zu behindern oder sogar zu unterbinden scheinen.

- Mayburovs Artikel finden Sie HIER

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Forscher erklären Aurasichtigkeit mit Synästhesie

9. Mai 2012
Forscher fotografieren biolumineszente "Aura" des Menschen

23. Juli 2009

Bücher zum Thema:

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Quellen: arxiv.org, technologyreview.com/blog/arxiv

Freitag, 20. Januar 2012

Älteste astrologische Tierkreis-Tafel in versiegelter Höhle entdeckt

Elfenbeinsegment mit der Darstellung des Sternzeichens "Krebs" mit grafischer Rekonstruktion. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Staco Forenbaher, inantro.hr

Nakovana/ Kroatien - In einem seit mehr als 2.000 Jahren von der Außenwelt unzugänglichen Teil einer Höhle an der kroatischen Adria haben kroatische und US-amerikanische Archäologen Teile der bislang ältesten bekannten astrologischen Tafel mit Darstellungen des Tierkreises entdeckt, die wahrscheinlich zur Erstellung persönlicher Geburtshoroskope verwendet wurde.

Insgesamt handelt es sich um 30 Fragmente eines einstigen Rades aus Elfenbein, in das die jeweiligen Sternzeichen als symbolische Darstellungen im griechisch-römischen Stil eingeritzt wurden. nach jahrelanger Puzzlearbeit ist es den Archäologen nun gelungen die Elemente der Sternzeichen Krebs, Zwillinge und Fische zu rekonstruieren. Ein weiteres Fragment könnte das Hinterteil der Darstellung des Schützen zeigen. Die Fragmente der Tierkreistafel wurden neben einem phallusförmigen Stalagmiten unter unzähligen Scherben hellenistischer Trinkgefäße gefunden.

Archäologische Arbeiten vor dem phallusförmigen Stalaktiten. | Copyright: Staco Forenbaher, inantro.hr

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"Der antike Astrologe könnte diese Tafel genutzt haben, um seinem Klienten den Stand von Planeten, Mond und Sonne im Bezug zum Tierkreis zum Zeitpunkt seiner Geburt aufzuzeigen", erläutert Professor Alexander Jones vom "Institute for the Study of the Ancient World" an der New York University.

Elfenbeinsegment mit der Darstellung des Sternzeichens "Fische" mit grafischer Rekonstruktion. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Staco Forenbaher, inantro.hr

Zeigt diese Darstellung das Hinterteil des "Schützen"? (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Staco Forenbaher, inantro.hr

Die Tierkreistafel sei das älteste bislang gefundene Exemplar, so Jones. Die Tafel sei sogar älter als jede andere Form von niedergeschriebenen Horoskopen aus der griechisch-römischen Epoche, aus der eine Vielzahl entsprechender Dokumente, geschrieben auf Wänden und Papyrus, erhalten sind.

Gemeinsam mit Staco Forenbaher vom "Institute for Anthropological Research" in Zargreb hat Jones die Rekonstruktionsergebnisse aktuell im "Journal for the History of Astronomy" veröffentlicht.

Die Rekonstruktion der Tierkreistafel. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Staco Forenbaher, inantro.hr

Entdeckt wurden die Funde bei Erkundungen einer Höhle nahe des Dörfchens Nakovana im Jahre 1999. Hinter einem von Schutt verschlossenen Durchgang entdeckte Forenbahers damalige Freundin und heutige Frau einen von diesem Schutt seit etwa 2.000 Jahren von der Außenwelt abgeschlossenen und bislang entsprechend unbekannten Teil der Höhle mit den Fragmenten. Eine Analyse des Schutts brachte die Forscher zu dem Schluss, dass die Passage im ersten Jahrhundert absichtlich verschlossen wurde - möglicherweise, so vermuten die Forscher, von den Bewohnern der Gegend im Kampf gegen die Römer. Wie und warum die Elfenbeintafel bzw. deren Bruchstücke einst in die Höhle gekommen sind und wo sie ursprünglich hergestellt wurde, wissen die Archäologen indes noch nicht.

Elfenbeinsegment mit der Darstellung des Sternzeichens "Zwilling" mit grafischer Rekonstruktion. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Staco Forenbaher

Die Grundlage der auf der Tafel dargestellten astrologischen Vorstellungen und somit der westlichen Astrologie stammt aus dem antiken Babylonien und wurde hier vor rund 2.400 Jahren in Form von Horoskopen entwickelt. Vor rund 2.100 Jahren fand diese Astrologie dann den Weg über Ägypten in den Mittelmeerraum und wurde vornehmlich von den Griechen zu jener Form der Astrologie weiterentwickelt, wie sie heute noch angewendet wird.

Mittels einer C-14-Datierung bestimmten die Wissenschaftler das Alter der Abbildungen auf rund 2.200 Jahre, und damit auf eine Zeit kurz vor dem Auftauchen der modernen Form der Astrologie. Das Elfenbein stammt von einem Elefanten, der etwa zur gleichen Zeit getötet wurde oder verstarb. Möglicherweise waren die Elfenbeinelemente einst auf einem hölzernen Untergrund aufgebracht.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / inantro.hr / isaw.nyu.edu / livescience.com

Dienstag, 10. Januar 2012

Studie belegt: Meditation verdichtet graue Hirnsubstanz

Archiv: Buddhistische Mönche meditieren im indischen Jetavana-Kloster nahe Sravasti in Uttar Pradesh. | Copyright: myself, cc-by-sa 2.5 US

Cambridge/ USA - Wissenschaftler der Universitäten Harvard, Yale und Massachusetts haben erstmals nachgewiesen, dass Meditation die physische Struktur unseres Gehirns verändern kann. In ihrer Studie zeigen die Forscher eine Zunahme der Dichte von Teilen des Gehirns der Meditierenden, die für Aufmerksamkeit und der Verarbeitung von Sinneseindrücken verantwortlich sind.

Wie die Forscher berichten, ist die Zunahme der Dichte der grauen Hirnsubstanz in einer der Hirnregionen bei älteren Menschen deutlicher als bei jungen. Diese Erkenntnis ist für die Wissenschaftler von besonderem Interesse, da es sich bei diesen Regionen um Teile den menschlichen Kortex handelt, die mit zunehmendem Alter eigentlich dünner werden.

"Unsere Daten belegen, dass Meditation die kortikale Plastizität in Hirnregionen fördert, die wichtig für die kognitive und emotionale Verarbeitung von Eindrücken als auch für Wohlbefinden sind" erläutert die Leiterin der Studie, die Psychologin Sara Lazar von der Harvard Medical School.

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Damit stimmen die Ergebnisse mit jenen früherer Studien überein, die eine Zunahme der Dichte der grauen Substanz der für Musik verantwortlichen Hirnareale bei Musikern oder in den visuellen und motorischen Hirnregionen bei Jongleuren nachweisen konnten. "Mit anderen Worten: Die Struktur des menschlichen erwachsenen Gehirns kann sich als Reaktion auf wiederholtes Üben (auch noch im Alter) verändern."

Für ihre Studie verglichen die Forscher Hirnscans von 20 mit Meditation erfahrenen Personen mit denen von 15 nicht meditierenden Personen. Während der Scans selbst meditierten die Meditierer, während die in dieser Praxis unerfahrenen Personen sich einfach nur versuchten, sich auf ihre ganz eigene Art und Weise zu entspannen. Die Meditierenden praktizierten hierbei die buddhistische Meditationspraxis der sogenannten Einsichtsmeditation (Vipassana), bei der sich der Meditierende ganz auf sein Inneres, auf Geräusche und/oder Körpereindrücke konzentriert, und die weder das bekannte "Om"-Singen oder die Rezitation anderer Mantras oder Gesänge beinhaltet.

Wie die Forscher in der "Harvard Gazette" berichten, war hierbei das Ziel, sich auf die Körpereindrücke selbst und weniger auf Gedanken über diese zu konzentrieren. "Hört man beispielsweise plötzlich ein Geräusch, so hören die Meditierenden diesem Geräusch zu, anstatt darüber nachzudenken", erläutert Lazar und fährt fort: "Wenn ihr Bein einschläft, so nehmen sie nur den physikalischen Eindruck war. Wenn es nichts gibt, so konzentriert man sich lediglich auf den eigenen Atem. Erfahrene Meditierende sind hierbei in der Lage, nicht mehr an komplexe Dinge zu denken."

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Die Scans selbst dauerten jeweils rund 40 Minuten pro Tag. Einige der untersuchten Meditierenden hatten erst ein Jahr Erfahrung mit der Meditationspraxis, andere praktizierten diese bereits seit Jahrzehnten. Die stärksten Veränderungen zeigten sich bei jenen Meditierenden, die sich am tiefsten ihrer Meditation hingeben konnten - ein Zustand, den die Forscher durch eine reduzierte Atemfrequenz feststellten.

"Diese Beobachtung belegt sehr deutlich, dass die Unterschiede in der Hirnstruktur durch die Meditation hervorgerufen wurden und nicht die Hirndichte der entsprechenden Areale zur vertieften Meditation führten", so Lazar.

Einsichtsmeditation, so die Studienleiterin weiter, "kann jederzeit und überall praktiziert werden. Menschen die diese Technik schnell anwenden, bemerken oft, dass das, was in ihren Köpfen vor sich geht, hauptsächlich mit zufälligen Gedanken mit nur wenig Substanz einhergeht. (...) Das Ziel der Meditation ist es nicht, den Kopf zu leeren, sondern sich nicht von zufälligen Gedanken fesseln zu lassen."

"Wer beispielsweise einen wichtigen Abgabetermin vor Augen hat, tendiert oft dazu, sich darüber sorgen zu machen, was wohl passiert, wenn er oder sie den Termin nicht einhalten kann - selbst dann, wenn ihr Produkt schon gut genug ist, um den gestellten Anforderungen zu genügen. Diese Sorge um das 'was passiert wenn- kann uns ganz verrückt machen. Wenn man sich aber stattdessen auf den aktuellen Moment konzentriert - darauf, was noch getan werden muss und was gerade jetzt passiert, dann vergeht dieses Gefühl von Stress. Gefühle werden weniger hinderlich und stattdessen deutlich motivierender."

Die Zunahme der Dichte der grauen Substanz in den entsprechenden Hirnarealen entspricht zwar nur gerade einmal 2 bis 4 Tausendstel eines Zentimeters, doch stehe diese Zunahme in einem direkten proportionalen Verhältnis zu jener Zeit, die die entsprechende Person während ihres Lebens bereist meditiert hat. "Diese Erkenntnis legt wiederum nahe, dass der Unterschied in der Dichte durch extensive Praxis zustande kommt und nicht einfach nur durch Unterschiede zwischen den untersuchten Meditierenden und Nichtmeditierenden erklärt werden kann", so Lazar.

Von weiteren Studien erhoffen sich die Forscher nun, dass diese den belegten Effekt bestätigen und dadurch neue Erkenntnisse gewonnen werden können, wie "Meditation zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden als auch gegen das Altern" genutzt werden kann.

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Derweil gehe es darum, einige der grundlegenden Fragen, die von den Studienergebnissen aufgeworfen werden, zu beantworten. So sei noch unklar, was die Zunahme der Dichte der grauen Hirnsubstanz verursache. Könnte etwa die Meditation dazu führen, dass mehr Verbindungen zwischen den Hirnzellen oder mehr Blutgefäße entstehen? Auch die Frage, wie die größere Dichte das tägliche Verhalten beeinflusst, wenn es möglicherweise zu einer verstärkten Kommunikation zwischen den intellektuellen und emotionalen Hirnarealen kommt, sei noch nicht beantwortet.

Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, planen die Wissenschaftler um Lazar am Massachusetts General Hospital weitere und größer angelegte Studien.

Der Umstand, dass diese Art der Meditation (Vipassana) der natürlichen Ausdünnung der Denkoberfläche des Gehirns entgegenwirkt, könnte auch bei der Erforschung des Alterungsprozesses und seiner Verlangsamung oder gar Umkehr behilflich sein, so die Forscher. Dennoch zeigt sich Lazar in dieser Frage noch deutlich zurückhaltend: "Unsere Daten legen nahe, dass die Rate der kortikalen Ausdünnung in einem kleinen Teil des Gehirns langsamer abläuft. Meditation könnte also einen Weg aufzeigen, wie einige Aspekte des kognitiven Alterns verlangsamt werden können. Es ist aber wichtig, dass wir uns zugleich verdeutlichen, dass auch viele der in dieser Meditation erfahrene Mönche und Yogis an den gleichen Wehwehchen leiden, wie wir alle: Auch sie werden alt und sterben. Allerdings behaupten sie zumindest, sich selbst im hohen Alter an der Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und guter Erinnerungsgabe zu erfreuen."

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Hin-Scans zeigen, wie Meditation wirkt
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / harvard.edu

Donnerstag, 24. März 2011

2012-Autor José Argüelles verstorben

José Argüelles (1939-2011) | Quelle: 2012kongress.de

Kalifornien/ USA - Der bekannte esoterische Forscher, Visionär, Künstler und Buchautor José Argüelles ist im Alter von 72 Jahren verstorben. Arguelles gilt als der Vordenker des modernen Phänomens 2012, wonach das Ende des Maya-Kalenders am 21. Dezember 2012 ein Bewusstseinswandel stattfinden soll und in dessen Folge zahlreiche Autoren, Theorien und Kritiken sich mit besagten auseinandersetzten.

Bekannt wurde José Argüelles zunächst 1997 als Initiator der großen Gemeinschafts-Meditationen "Harmonische Konvergenz“, dem alljährlich stattfindenden "Whole Earth-Festival“ in Kalifornien und vornehmlich als Autor des schon 1987 veröffentlichten Esoterik/New Age-Klassikers "The Mayan Factor: Path Beyond Technology" (dt.: Der Maya-Faktor) durch den das Datum 21.12.2012 in das breite Bewusstsein der Menschen gelangte und Verbreitung fand.

Nach kurzer Krankheit sei Argüelles am 23. März 2011 friedlich verstorben. Schon zuvor hatte er sich zurückgezogen, um sich auf den bevorstehenden Wandel vorzubereiten.

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Zum Hype um 2012 erklärte Argüelles noch 2009: "Leider entwickeln immer mehr Menschen die Vorstellung, dass es bei 2012 um die Apokalypse, Armageddon oder das Ende der Welt geht, obwohl es sich in Wirklichkeit eher um einen Ausklang der Zivilisation, wie wir sie heute kennen, handelt. (...) Es ist immer ein schmerzvoller Prozess von etwas Altem zu trennen und sich Neuem zuzuwenden."

- Die Internetpräsenz der von Argüelles gegründeten "Foundation for the Law of Time" finden Sie HIER, das deutsche Pendant mit zahlreichen übersetzten Artikel des Autors HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / lawoftime.org

Montag, 24. Januar 2011

Achtsamkeitsmeditation verändert Hirnstruktur innerhalb von acht Wochen

Archiv: Meditation | Copyright: franklaumen.de

Boston/ USA - Schon die Teilnahme an einem achtwöchigen Übungsprogramm in sogenannter Achtsamkeitsmeditation ruft messbare Veränderungen in Hirnregionen hervor, die beispielsweise für Erinnerung, Selbstwahrnehmung, Empathie und Stress verantwortlich sind. Zu diesem Ereignis kommt eine Studie von deutscher und US-amerikanischer Neurologen.

Wie die Wissenschaftler um Dr. Britta Hölzel vom "Bender Institute of Neuroimaging" an der "Justus-Liebig Universität Gießen" und Dr. Sara Lazar vom "Psychiatric Neuroimaging Research Program" am "Massachusetts General Hospital" in der kommenden Ausgabe des Fachmagazins "Psychiatry Research: Neuroimaging" berichten, ging es in der Studie darum, die Behauptungen von erfahrenen Meditierenden zu überprüfen, die berichteten, dass Meditation nicht nur zu einem Gefühl des Friedens und physischer Entspannung verhilft, sondern auch kognitive und psychologische Verbesserungen mit sich bringen kann, von welchen man auch im alltäglichen Leben profitieren könne.

"Unsere Studie zeigt, dass Veränderungen in der Hirnstruktur möglicherweise tatsächlich auf die Meditation zurückzuführen sind und sich die Meditierenden nicht einfach nur besser fühlen, weil sie durch die Meditation entspannt haben", so Lazar.

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Schon in früheren Studien konnte Lazars Forschungsgruppe Strukturunterschiede zwischen den Gehirnen erfahrener Meditierer und Personen ohne entsprechende Erfahrungen nachweisen (...wir berichteten 1, 2). Bislang war es anhand dieser Studien jedoch noch nicht möglich gewesen, nachzuweisen, dass die Veränderungen tatsächlich durch die Meditation hervorgerufen worden waren.

In der aktuellen Studie wurden die Hirnstrukturen von 16 Probanden mittels Magnetresonanztomographie (MR, MRT) zwei Wochen vor Beginn des achtwöchigen intensiven Achtsamkeitsmeditations-Programms "Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR) am "University of Massachusetts Center for Mindfulness" dokumentiert.

Zusätzlich zu den wöchentlichen Meditationssitzungen, bei welchen die urteilsfreie Wahrnehmung von Empfindungen, Gefühlen und der Gemütsverfassung angestrebt wurde, bekamen die Mitglieder der Meditationsgruppe Audioanweisungen für die persönliche Meditation zuhause und sollten hinzu aufzeichnen, wie lange sie täglich meditierten.

Im Gegensatz zu den Mitgliedern der nichtmeditierenden Kontrollgruppe, berichteten die Teilnehmer der Meditationsgruppe von deutlichen Verbesserungen, dass sie täglich durchschnittlich 27 Minuten meditiert hatten.

Auch die Auswertung der MR-Aufnahmen bestätigten eine gesteigerte Dichte der sogeannnten grauen Hirnsubstanz in jenen Hirnarealen, wie sie für jene in der Meditation trainierten Aufgaben zuständig sind; so etwa im Hippocampus, der eine wichtige Rolle beim Lernen und Erinnern spielt, aber auch in Strukturen, die mit Selbstwahrnehmung, Mitgefühl und Selbstprüfung assoziiert werden.

Die von den Meditationsteilnehmern beschriebene Reduktion von Stress, spiegelte sich mit einer zurückgegangenen Dichte der grauen Hirnsubstanz in der Amygdala wider, die eine wichtige Funktion in der Entstehung von Ängsten und Stress spielt.

Während in den früheren Studien auch eine entsprechende Substanzveränderung in der sogenannten Insula festgestellt werden konnte, jener Region also, die mit Selbstwahrnehmungsprozessen assoziiert wird, fanden sich für eine Zunahme der Dichte der grauen Hirnsubstanz in diesem Areal während der aktuellen Studie keine Anzeichen. Die Forscher vermuten jedoch, dass deren Zunahme möglicherweise längere Zeit beanspruchen könnte


Bei keinem Mitglied der Kontrollgruppe konnten die obig beschriebenen Veränderungen auch nur ansatzweise nachgewiesen werden, was schlussendlich auch belegt, dass es sich bei den Veränderungen der Meditierenden nicht um gewöhnliche Prozesse während der verstrichenen Zeitperiode gehandelt hatte.

"Es ist faszinierend zu sehen, dass unser Hirn eine derartige Plastizität aufweist und dass praktizierte Meditation eine aktive Rolle in diesen Veränderungen spielen kann, wie sie auch einen Beitrag zu alltäglichem Wohlbefinden und Verbesserung der Lebensqualität leisten kann", kommentiert Hölzel. "Andere Studien mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen haben gezeigt, dass Meditation zu bedeutenden Verbesserungen einer Vielzahl von Symptomen führen kann. Jetzt untersuchen wir die zugrunde liegenden Mechanismen im Hirn, wie sie diese Veränderungen ermöglichen."

Auch Dr. Amishi Jha, eine nicht an der Studie beteiligte Neurologin an der "University of Miami" zeigt sich von dem Ergebnis fasziniert. "Meditation kann nicht nur innerhalb von acht Wochen Stress reduzieren, sondern geht auch noch mit strukturellen Veränderungen im Hirn einher. Das öffnet viele neue Möglichkeiten für weitere Erforschungen des Potentials der Tiefenmeditation, etwa als Schutz gegen stressbedingte Störungen, wie etwa dem posttraumatischen Stresssyndrom."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mgh.harvard.edu


Montag, 4. Oktober 2010

Großbritannien erhebt Druidentum zur Religion

Archiv: Auch für modernen Druiden gilt der Steinkreis von Stonehenge als eines der wichtigsten Heiligtümer | Copyright: FrankLaumen.de

London/ England - Die "Charity Commission", die in Großbritannien für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit von Vereinen und Organisationen zuständig ist, hat das Druidentum und damit die erste Form von neuzeitlichem Form von Paganismus (Heidentum) sonstigen Religionsgemeinschaften des Landes gleichgestellt und als Religion anerkannt.

Wie das "Druid Network" am Sonntag mitteilte, erhielt die Organisation von der "Charity Commission" die Bestätigung, dass man im Sinne einer Religion als gemeinnützige Organisation anerkannt wurde. "Die Anerkennung war das Ziel unserer fünfjährigen Bemühungen", so das Netzwerk. Damit erhalten die britischen Druiden nicht zuletzt auch Zugang zu Steuerermäßigungen. Allerdings habe das Netzwerk gar nicht genügend Einnahmen, um diesen Vorzug auch in Anspruch nehmen zu können, erklären die Druiden. Grund für die Bewerbung um den Status, seien hauptsächlich juristische Hintergründe gewesen. Das Druidennetzwerk selbst vertritt nach eigenen Angaben rund 350 einen Mitgliedsbeitrag von jährlich zehn Pfund zahlende Mitglieder. Tatsächlich bekennen sich laut BBC jedoch bis zu 10.000 Menschen als Anhänger des modernen Druidentums.

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In ihrer Entscheidung erkennt die Kommission das Anbeten von Naturgeistern als religiöse Aktivität an. Tatsächlich stellt das Druidentum, die früheste überlieferte Form spiritueller Praktik auf den britischen Inseln dar und hat ihren Ursprung in der Welt der Kelten. In der keltischen Gesellschaft gehörten die Druiden, so berichten es historische Quellen, wie beispielsweise Cäsar in seinem "De bello gallico" (Vom Gallischen Krieg), der Adelsschicht an, studierten Philosophie, Wissenschaft und Religion, waren selbst für die Lehre und Weitergabe des (Geheim-)Wissens verantwortlich und wirkten als Priester und Richter.

Für das "Druid Network" (druidnetwork.org) definiert sich hingegen das modernde Druidentum wie folgt: "Neben der Verehrung der Natur, der Ahnen und des Kulturerbes als heilig, erfordert die Ausführung des [modernen] Druidentums ein großes Maß an engagiertem Studium. Während dieses Studiums der Umwelt, feiert ein Druide den Zyklus der Jahreszeiten und engagiert sich dadurch für Ökologie und den Schutz der Erde und ihrer nichtmenschlichen Bewohner. Das Studium der menschlichen Natur verleiht dem Druiden hingegen Selbsterkenntnis und beinhaltet die Suche nach Emotionen, Vernunft, Bewusstsein und dem freien Willen. Auf der Suche nach den Quellen seiner Inspiration soll (der Druide) durch den Ausdruck seiner Kreativität seine Gemeinschaft bzw. seinen Stamm inspirieren. Durch das Studium seiner Ahnen und jener seines Volkes, sowie seiner (Kultur-)Landschaften und jener seiner Ahnen, soll er sein Erbe, seine Geschichte und seine Vorgeschichte kennen lernen. Hierzu gehört auch das Ergründen der Geschichten seiner Ahnen, ihrer Mythologien und ihrer Folklore. Viele werden die keltische Sprache oder die Sprache ihrer Ahnen, deren Musik, Geschichtenerzählung und Rethorik erlernen. Durch all' dies soll der Druide zu seinen Göttern finden und gleichzeitig seine Hingabe durch Opfergaben, Gebeten, Kreativität und dem Bekenntnis zu einem ehrenhaften Leben bekunden. Mit anderen Worten: Es gibt kein Element des Lebens, in dem ein Druiden sich nicht mit seinen Göttern, seinen Ahnen und seiner Umwelt auseinandersetzt - wenn er etwa das Feuer eines Ofens entfacht, einen Garten pflegt, Kinder beaufsichtigt oder den Sonnenaufgang betrachtet. Die Reise eines Druiden besteht darin, zu lernen, wie man mit allen Dingen in respektvoller und verantwortungsvoller Weise in einem Akt der (göttlichen) Hingabe interagiert."

- Weitere Antworten auf zahlreiche Fragen zum modernen Druidentum in Großbritannien finden sie (in englischer Sprache) HIER

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / druidnetwork.org / bbc.co.uk

Montag, 27. September 2010

Werbeverbot für Russlands Hexen

Blick auf den Moskauer Kreml | Copyright: Tal.smart / Public Domain

Moskau/ Russland - Geht es nach dem Willen russischer Politiker, so sollen zum Schutze der Verbraucher zukünftig Hexen, Hexenmeister und Magier in Russland nicht mehr öffentlich für ihre Dienste werben dürfen.

Wie russische Medien berichten, wird das Verbot damit begründet, dass man mit dieser Maßnahme zukünftige Opfer vor von den Hexen erzeugter falschen Hoffnungen schützen wolle, wenn diese beispielsweise behaupten, Krankheiten wie Krebs heilen zu können, oder wirkungsvolle Liebes- und Geldzauber anbieten.

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Die Behörden geben an, dass es in Russland rund eine Millionen entsprechender Anbieter gebe. Laut einem Bericht des "Daily Telegraph" nutzen rund fünf Prozent der Russen die Angebote - ein Trend, der die Gesetzgeber alarmiert und zu dem Verbot bewegt hatte.

"Alleine im vergangenen Jahr haben mehr als 300.000 Moskauer derart versprochene Dienste in Anspruch genommen", erklärte die Politikern Tatyana Yakovleva gegenüber der Zeitung "Rossiiskaya Gazeta".

Tritt das Gesetz in Kraft, müssen sich zudem alle, die von sich behaupten, beispielsweise Krankheiten und gesundheitliche Probleme auch durch unkonventionelle Praktiken heilen zu können, einem Test des Gesundheitsministeriums unterziehen, um im besten Fall eine Lizenz zur Ausübung ihrer angebotenen Dienstleistungen zu erhalten.

Bereits im Dezember 2007 hatte die ehemalige Sowjetrepublik
Tadschikistan Hexerei und Wahrsagerei grundsätzlich verboten (...wir berichteten).

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Tadschikistan verbietet Hexerei und Wahrsagerei
16. Dezember 2007

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / rg.ru / telegraph.co.uk

Sonntag, 19. September 2010

Jahrestagung: "Panorama der Astrologie"

Archiv: Modernes Horoskop | Copyright: nach P.Presslein/GNU FDL

Bonn/ Deutschland - Unter dem Motto "Panorama der Astrologie" findet vom 24. - 26. September 2010 die diesjährige Jahrestagung des "Deutschen Astrologen-Verbandes" (DAV) in Bonn statt.

"Die Auffächerung der Astrologie in den letzten Jahrzehnten, sei es auf psychologisch-beratungskundlicher Ebene, sei es in Finanzastrologie und Börsenastrologie, sei es aber auch in stärker esoterische Bereiche wirft die Frage nach dem Gesamtbild der Astrologie auf und ebenso die Frage, ob es überhaupt eine einheitliche Theorie der Astrologie geben kann", so die Veranstalter vorab.

In zahlreichen Inputs und Kurzvorträgen sollen auf der Tagung verschiedene Facetten und Ansätze der Astrologie, neue Denkanstöße und Forschungsergebnisse präsentiert, mit dem Versuch einer Bündelung und dem Ausblick auf die Möglichkeiten der Theoriebildung in der Astrologie.

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Den Hauptvortrag hält am Freitagabend, 24. September 2010, die bekannte Schweizer Astrologin Verena Bachmann zum Thema "Astrologie im Zeitenwandel". Als weiteres Highlight wird die bulgarische Astrologin Svetlana Tilkova Alena angekündigt, die auf Deutsch ebenfalls am Freitagabend über Astrologie, Gesundheit und Karma spricht. Weitere bekannte Vortragende sind der Astrologiekritiker Dr. Edgar Wunder, außerdem unter anderem Ernst Ott, Dr. Peter Schlapp und Anabela Cudell. Mit dem Vortrag "Gibt es eine einheitliche Theorie der Astrologie?" des DAV-Vorsitzenden Dr. Christoph Schubert-Weller schließt die Tagung am Sonntagmittag, 26. September 2010.

Der Deutsche Astrologen-Verband (DAV, astrologenverband.de) mit Sitz in Heidelberg, gegründet 1947, ist mit seinen rund 700 Mitgliedern der größte deutschsprachige Fach- und Berufsverband in der Astrologie. Der DAV vereint unter seinem Dach unterschiedliche astrologische Arbeitsrichtungen. Der DAV sieht seinen berufspolitischen Schwerpunkt in der Qualitätssicherung astrologischer Beratung. Dies geschieht mit dem Angebot einer Prüfung für professionelle Astrologen und der ethischen Verpflichtung professionell tätiger astrologischer Berater auf ein Berufsgelöbnis. Der DAV organisiert regelmäßig Fachtagungen und Fachkongresse und fördert die curricular geregelte Astrologieausbildung in den in verschiedenen Städten Deutschlands tätigen DAV-Ausbildungszentren. In rund 40 Regionalgruppen zwischen Flensburg und Konstanz findet weiterer fachlicher Austausch statt.

- Tagungsort ist das Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn.
Zeiten: 24.09.10, 18 - 22.30 Uhr; 25.09.10, 9 - 22 Uhr, 26.09.10, 9 - 13.00 Uhr

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Astrologen-Kommentar zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009
8. Januar 2009

Bücher zum Thema:

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Quellen: astrologenverband.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Sonntag, 25. Juli 2010

Vastu: Pyramiden-Kraft soll Verkehrsunfälle verhindern

Straßenszene in Nagpur | Copyright: Rhaessner, CC-by-sa GNU/FDL

Nagpur/ Indien - In der Stadt Nagpur im indischen Bundesstaat Maharashtra hat sich die örtliche Verkehrsbehörde dazu entschlossen, an 10 unfallträchtigen Orten kleine Pyramiden aufzustellen. Mit der den Pyramiden zugeschriebenen Kraft und positiven Energie sollen zukünftig Unfälle verhindert werden.

Gegenüber der Presse erklärte der stellvertretende Präsident der Verkehrspolizei Sahebrao Patil, dass die Maßnahme durch die Beratung eines Vastu-Experten zustande gekommen sei.

Bei Vastu handelt es sich um eine altindische Lehre über das richtige Aus- und einrichten von hinduistischen Tempeln aber auch allen anderen Arten von Gebäuden, Bauwerken und Anlagen und entspricht somit dem hinduistischen Pendant zum auch im Westen populären Feng-Shui und der Geomantie.

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"Der Experte Sushil Fatehpuria hat mir erklärt, dass er mit dem Aufstellen von Pyramiden außerhalb der Stadt schon exzellente Erfahrungen gemacht und sich die Anzahl dortiger Unfälle reduziert habe. Er wollte gleiches auch in der Stadt ausprobieren, wogegen wir nichts einzuwenden haben", so Patil.

Die 30 Zentimeter kleinen Pyramidenmodelle aus Kupfer, die Fatehpuria kostenlos zur Verfügung stellt, werden an 10 unfallträchtigen Orten, an den Ecken von Plätzen und in der Nähe von Ampeln installiert, wo sie den Verkehr nicht behindern werden. Im Innern der äußeren Pyramide befinden sich zudem fünf weitere kleine Pyramiden.

"Ich glaube, dass die Unfälle von negativer Energie hervorgerufen wurden. Aus diesem Grund müssen wir diese negative Energie und positive Energien umwandeln", zitiert u. a. die "Times of India" den Vastu-Experten.

Während Fatehpuria auf die Kraft der von ihm energetisierten Pyramiden baut, hat Patil zugleich auch seine Beamten dazu anhalten, wachsamer zu sein. In sechs Monaten soll eine erste Bilanz des Pyramiden-Experiments gezogen werden.

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / timesofindia.indiatimes.com

Freitag, 2. Juli 2010

Gerichtsurteil: Kartenwahrsager haben keinen Anspruch auf Honorar

Historisches französisches Tarotblatt der "Liebenden" | Copyright: Public Domain

Stuttgart/ Deutschland - Nach Ansicht des Oberlandesgerichts Stuttgart haben Wahrsager und Kartenleger keinen nachträglichen Honoraranspruch, da es sich um eine im Rechtsinn unmögliche Leistung handelt. Allerdings trifft dies nur dann zu, wenn die Leistung nicht schon im Voraus erbracht wurde.

Im aktuellen Fall, der am 8. April 2010 vor dem OLG Stuttgart verhandelt wurde, hatte sich die Klägerin verpflichtet, den Beklagten, gestützt auf Erkenntnisse über die Zukunft, die sie beim Kartenlegen gewinnt, in Lebensfragen zu beraten und ihm durch ihre Kräfte zu helfen. Zwar konnte nicht angenommen werden, dass die Klägerin dem Beklagten einen mit ihrer Tätigkeit verbundenen Erfolg in Form des Eintritts von bestimmten Ereignissen versprochen hatte. Dennoch bestehe kein Vergütungsanspruch, weil die von der Klägerin versprochenen Dienste, so das Urteil "objektiv unmöglich sind, so dass der Anspruch auf die Gegenleistung laut §§ 326 Abs. 1, 275 Abs. 1 BGB, entfällt.

"Objektiv unmöglich ist eine Leistung, wenn sie nach den Naturgesetzen oder nach dem Stand der Wissenschaft und Technik nicht erbracht werden kann", so das Urteil. "Insbesondere ist in Rechtsprechung und Literatur anerkannt, dass ein Vertrag, in dem sich eine Partei zum Einsatz magischer Kräfte verpflichtet, mit denen Lebensumstände positiv beeinflusst werden sollen - zum Beispiel Partnerschaftsprobleme gelöst werden sollen - auf eine unmögliche Leistung gerichtet ist, weil solche Kräfte nicht existieren."

Gleiches gilt nach gültiger bundesdeutscher Rechtsprechung "für die Übernahme einer Verpflichtung, die darauf hinausläuft, auf astrologischer Grundlage - dem Stand der Sterne - zu beraten und Weisungen für die Zukunft zu erteilen."

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Mit dem Argument, der Leistungsempfänger habe das bekommen, was er wollte und dass es auf den von ihm erhofften Erfolg nicht ankomme, könne die Unmöglichkeit der Leistung nicht verneint werden. Zwar kenne der die Leistung begehrende Vertragspartner in der Regel die ablehnende Haltung der Wissenschaft und wisse auch auch, "dass die Mehrheit der denkenden Bevölkerung solche Kräfte für Aberglauben hält". Die Kenntnis von der fehlenden Anerkennung reduziere die versprochene Leistung aber nicht zu unverbindlichen Beratungen.

"Inhalt und Qualität der Leistung werden durch den zugesagten Einsatz magischer Kräfte bestimmt. Dies zeigt sich auch in der Preisgestaltung. Ohne ein besonderes Leistungsversprechen würde der Vertragspartner - wie auch hier - keine beachtlichen Zahlungen leisten wollen. Seine Zahlungsbereitschaft besteht nur, weil er an die versprochene Wirkung magischer Kräfte glaubt", so das Urteil weiter und fährt fort:

"Der Auffassung, dass Wahrsagungen durch Kartenlegen unmögliche Leistungen darstellen, schließt sich der Senat daher an. Dabei kommt es nicht darauf an, ob aufgrund der Deutung der Karten konkrete Ereignisse vorhergesagt oder, wie die Klägerin meint, nur 'Tendenzen gesehen werden'. Auch letzteres würde übernatürliche Kräfte erfordern. Das Gleiche gilt auch für jede Art von Versprechen, durch Kartenlegen oder andere magische Kräfte die Zukunft zu beeinflussen."

Abzugrenzen hiervon, so entschieden die Richter weiter, sei das Angebot bloßer Lebensberatung. Diese könne etwa darin bestehen, dass aufgrund der Schilderung von Lebensumständen und Begebenheiten allgemeine Ratschläge für ein bestimmtes weiteres Verhalten erteilt werden. Eine solche Beratung, die auf irrationale Bezüge verzichtet, stelle durchaus eine erbringbare Leistung dar. Da das Leistungsversprechen der Klägerin insgesamt auf die Wirkung magischer Kräfte gestützt war, handele es sich um eine unmögliche Leistung.


Im vorliegenden Fall sei es dann für den relevanten Zeitraum nicht möglich gewesen, jene Beratungsleistungen abzugrenzen, die keinen Bezug zu den versprochenen magischen Kräften hatten.

Grundsätzlich werden allerdings Verträge, in denen Wahrsagerei versprochen wird, in der Rechtsprechung nicht von vornherein als sittenwidrig angesehen, weil solchen unseriösen Verträgen heute der Rechtsschutz nicht mehr zu versagen sei.

Bereits in einer älteren Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts wurde das entgeltliche Erstellen von Horoskopen nicht als sozialunwertige Betätigung angesehen und der Beruf des Astrologen dem Schutz von Art. 12 GG unterstellt.

Abschließend stellten die Richter zusätzlich fest, dass aufgrund der Änderungen durch die Schuldrechtsreform Klärungsbedarf über die Frage bestehe, welche Gesetzesbestimmungen auf Leistungsversprechen anzuwenden sind, die auf Aberglauben beruhen.

- Das vollständige Originalurteil finden Sie HIER

Quellen: grenzwisseschaft-aktuell.de / lrbw.juris.de

Mittwoch, 31. März 2010

Niederlande: Übersinnliches hinter Gittern

Illustration | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Amsterdam/ Niederlande - Laut Aussagen eines spiritistischen Mediums beschäftigen niederländische Staatsgefängnisse spiritistische Medien, um Gefangene in Kontakt mit verstorbenen Verwandten zu bringen.

Wie das Magazin "HP De Tijd" berichtet, will Paul van Bree durch die Botschaft, dass es verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden gute gehe, den Gefangenen Frieden spenden. "Tatsächlich bringen die Erlebnisse selbst die schwersten Jungs zum weinen", zitiert die Zeitung das Medium.

Gegenüber der Zeitschrift erklärte van Bree, dass er nicht das einzige Medium im Dienst des niederländischen Justizministeriums sei. Das niederländische Ministerium selbst hat derweil den Aussagen des Mediums widersprochen. Derartige Praktiken passten nicht in die Programme der Behörden. Dem wiederum hat nun van Bree entgegnet und erklärt, er habe drei Jahre lang im Gefängnis von Scheveningen entsprechende Dienstleistungen erbracht und könne hierzu auch noch die Belege und Rechnungen vorlegen.

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Wie der britische "Daily Telegraph" berichtet, greifen auch die niederländische Arbeitsbehörde auf Rückführungstherapien und Tarotkartensitzungen zurück, um Arbeitslose besser zu vermitteln. Auch unkooperativen Beziehern von Sozialhilfe soll bereits die Kürzung von Leistungen angedroht worden sein, wenn diese sich nicht einer Reinkarnationstherapie unterziehen wollten. Alleine 2007 sollen rund 42.500 Niederländer staatliche Unterstützung für spiritistische "Persönlichkeitsprogramme" beansprucht haben.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / hpdetijd.nl / telegraph.co.uk
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