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Dienstag, 28. April 2015

Pionier der instrumentellen Transkommunikationsforschung Dr. Ernst Senkowski verstorben


Ernst Senkowski bei der Bearbeitung von Videomaterial, Mainz, 2009. | Copyright/Quelle: sterbebegleitung-jenseitskontakte.de

Hamburg (Deutschland) - Im Alter von 92 Jahren ist am 13. April 2015 einer der Pioniere der instrumentellen Transkommunikationsforschung, Dr. Ernst Senkowski verstorben. Senkowski zählte zu den wichtigsten Vertretern der Erforschung des sogenannten Tonbandstimmenphänomens, dessen Arbeiten selbst von den Massenmedien und Kritikern ungewöhnlich wertfrei dargestellt und beurteilt wurde.

Die auch als "Electronic Voice Phenomenon" (EVP) bezeichneten "Tonbandstimmen" sind Stimmen und von diesen gesprochenen Worte und Sätze, die mit modernen Aufzeichnungsgeräten hörbar gemacht werden können und über deren Herkunft Forscher, Kritiker und Skeptiker von jeher kontrovers diskutieren. Während Letztere in den zweifelsohne vorhandenen Hörereignissen entweder zufällig durch die verwendeten Empfänger aufgefangene profane Funksignale oder sogar nur eingebildete Sinninhalte (ähnlich der visuellen Pareidolie, bei der in chaotischen Strukturen wie Felsformationen oder Wolken, bekannte Muster und Objekte 'erkannt' werden) sehen, deuten die Vertreter dieser Forschungsrichtung darin eine Form der Kommunikation mit Verstorbenen - eine Art technischer bzw. instrumenteller Variante des medialen Spiritismus. Auch und gerade der jetzt verstorbene Dr. Ernst Senkowski zählte sich zu jenem Forscherkreis, der die Tonbandstimmen als "Botschaften von Drüben" und damit Jenseitskontakte sah.


Was Senkowski jedoch von vielen anderen "Jenseitskontaklern" unterschied, war seine naturwissenschaftliche Ausbildung und Herangehensweise: Mit teils großem technischen Aufwand versuchte er, jegliche ungewollte und artifizielle Fremdeinwirkung auf die Experimente auszuschließen. Während er selbst von der Realität und anormalen Qualität einer Vielzahl der aufgezeichneten Stimmen, Botschaften und später auch mittels Videorekordern aufgezeichneten Abbildern der sich auf diese Weise offenbarenden Quellen überzeugt war, präsentierte er die Ergebnisse seiner Arbeit nie als eindeutigen Beweis für das Jenseits. Als Indiz und deutlichen Hinweis darauf, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist und unser Bewusstsein überdauert, allemal...

- Ein umfangreiche Informationsseite zur Arbeit von Dr. Ernst Senkowski und der instrumentellen Transkommunikationsforschung finden Sie HIER



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- Bitte beachten Sie auch den umfangreichen Youtube-Kanal zur instrumentellen Transkommunikation


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Montag, 20. April 2015

Forscher untersuchen Zusammenhang zwischen Raumluftqualität und Spukerlebnissen


Archivbild: Schimmelbefall an einer Wohnungswand. | Copyright: Riki1979, CC-BY-SA 4.0

Potsdam (USA) - In einigen angeblichen Spukhäusern im US-Bundesstaat New York untersucht ein Wissenschaftlerteam derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen einigen Facetten von Spukerlebnissen und etwa durch Schimmelpilze verunreinigte Raumluft geben könnte. Die beschriebenen Erlebnisse und Zustände in angeblich von Spuk heimgesuchten Räumen und Häusern, so die Forscher, gleichen mentalen und neurologischen Symptomen, wie sie von Patienten beschrieben werden, die giftigem Schimmel ausgesetzt sind.

"Obwohl bekannt ist, dass einige dieser Pilze, wie etwa Pilze aus der Mutterkorn-Familie, sogar schwere Psychosen auslösen können, wurden mögliche Verbindungen zwischen dem Ausgesetztsein schädlicher Innenraumschimmelpilze und psychologischen Effekten wurden bislang nur ungenügend untersucht", kommentiert Professor Shane Rogers von der Clarkson University. "Zudem fällt auf, dass gerade angebliche Spukhäuser oft die geradezu besten Voraussetzungen für alle möglichen Arten von Schimmelpilzen aufweisen. Oft handelt es sich um ältere Gebäude oder auch Räume mit einer nur schlechten Belüftung. Zugleich liegen Berichte von Menschen vor, die in Schimmelverseuchten Häusern und Wohnungen Depressionen, Angstzustände und andere Symptome entwickelt, diese jedoch nicht mit Spuk assoziiert haben. In unserer Arbeit untersuchen wir derzeit, ob es eine Verbindung zwischen diesen Faktoren geben könnte."


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Unter anderem stellen die Forscher um Rogers Messungen der Raumluftqualität in einigen angeblich von Spuk heimgesuchten Gebäuden im Norden des US-Bundesstaates New York an, etwa im Frederic Remington Art Museum in Ogdensburg. Durch einen Vergleich der gesammelten Raumluft-Daten mit Wohnungen und Häusern ohne Spuk-Geschichte erhoffen sich die Forscher, Faktoren identifizieren zu können, die sich so nur und übereinstimmend in den Spukhäusern finden. Sollten diese gefunden werden, wollen die Forscher entsprechenden Substanzen auf ihre toxikologischen und psychoaktiven Wirkstoffe hin untersuchen.

Selbst ein bekennender Fan von Geistergeschichten, will Rogers mit seiner Forschung entsprechende Legenden nicht zerstören, sondern vielmehr Hinweise und Erkenntnisse dazu liefern, warum bestimmte Orte als Spukorte wahrgenommen werden: "Ich hoffe, dass unsere Arbeit dazu beitragen kann zu verstehen, was zu einigen dieser Phänomene führen könnte, um damit vielleicht auch Menschen im Umgang mit diesen Phänomenen helfen zu können."


Die Ergebnisse dieser Studie sollen dann wohl noch im Spätsommer publiziert werden...


Spukort-Untersuchung der anderen Art


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Donnerstag, 26. Februar 2015

GreWi erklärt das "Grusel-Foto" von Hampton Court


Screenshot einer aktuellen Mail-Meldung zum angeblichen "Grusel-Foto-Beweis" aus Hamton Court. | Quelle: dailymail.co.uk


Hampton Court (England) - Zwar steht das Anwesen von Hampton Court im Südwesten Londons schon lange in dem Ruf, dass es darin spuken und nicht mit rechten Dingen zugehen soll, doch zumindest für eine derzeit durch die britischen und deutschen Boulevardmedien geisternde Handy-Fotoaufnahme aus dem Innern des einstigen Tudor-Schlosses gibt es eine recht einfache Erklärung - so bizarr das Bild auf den ersten Blick auch scheinen mag.

Wie zunächst die britische "Daily Mail" (u.a.) und tagsdarauf auch die deutsche "BILD" berichtete, stammt die Aufnahme von den beiden Teenagern Holly Hampsheir und Brook McGee, die zu Besuch in dem altehrwürdigen Gemäuer waren.


Während der Aufnahmen wollen die beiden 12-Jährigen von der "Erscheinung" auf ihrem Foto noch nichts bemerkt haben. Umso mehr erschraken sie dann zuhause bei der Durchsicht ihrer Ausflugsfotos: Tatsächlich hat es den Anschein, als zeige sich auf einem der Bilder die bizarr verformte Gestalt einer gerade unnatürlich langgestreckten langhaarigen Dame in einem dunklen Gewand.



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Schnell waren die Boulevardmedien mit der Erklärung parat, es könne sich dabei um den Geist von Dame Sybil Penn handeln, die schon lange im Verdacht steht, das Gebäude aus dem 15. Und 16. Jahrhundert unsicher zu machen, obwohl sie schon 1562 an Pocken verstorben war. Erste Berichte über ihren Geist stammen tatsächlich schon aus dem 19. Jahrhundert, als ihr Grab zwecks neueren Baumaßnahmen verlegt wurde.

Neben der Dame Sybil Pen, sollen im Hampton Court auch der Geist von Catherine Howard, der fünften Ehefrau Heinrich VIII. umhergehen, nachdem diese auf Geheiß Ihres Gemahls enthauptet wurde.


In eigener Sache
http://www.visionbakery.com/grewi

Laut Meinung der GreWi-Redaktion ist das obige Foto jedoch alles andere als mysteriös. Vielmehr handelt es sich um einen bekannten Effekt der fälschlichen bzw. zufällig-unbeabsichtigten Anwendung der Panorama-Funktion von Mobilfunkkameras: Bleibt der Hintergrund konstant so kann ein sich davor bewegender Gegenstand oder eine Person auf bizarrste Weise deformiert, gestaucht, gestreckt und gerade neu zusammengefügt werden.


Weitere Beispiele für den bizarren Panorama-Effekt. Zahlreiche weitere Bildbeispiele hierfür liefert schon eine Online-Bildersuche unter dem Suchbegriffen "Panorama Fails"...

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Mittwoch, 10. Dezember 2014

Buchneuerscheinung: "Reise ins Unbekannte - Wahre Geistergeschichten aus dem deutschsprachigen Raum"


Umschlagsabbildung "Wahre Geistergeschichten" | Copyright: Lucia Moiné

Passau (Deutschland) - Noch im April dieses Jahres suchte die Buchautorin Dr. Lucia Moiné über unsere Seite Zeugenberichte wahre Geistergeschichten für ein Buchprojekt (...wir berichteten). Jetzt liegt das fertige Werk als Taschenbuch und Kindle-Version vor. Schon jetzt sucht die Autorin neue geisterhafte und unheimliche Zeugenerlebnisse für einen zweiten Band.

"Etwa jeder Dritte hat in seinem Leben schon selbst ungewöhnliche Phänomene erlebt - auch wenn selten offen darüber gesprochen wird. Trotz oder gerade wegen dieser Tabuisierung hat die promovierte Archäologin diese "wahren Geistergeschichten" gesammelt und in Buchform veröffentlicht. Auch auf mögliche rationale Erklärungsmodelle wird dabei ausführlich eingegangen. Ob es sich nun um Hausgeister, Erscheinungen verstorbener Verwandter oder Haustiere, Poltergeistphänomene, Wahrträume oder Erlebnisse in berüchtigten Spukschlössern handelt, eines haben diese Geschichten alle gemein: sie jagen uns eine Gänsehaut über den Rücken, lassen uns vielleicht sogar an unserem bisherigen Weltbild zweifeln.


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Nach einer kurzen Einführung in die Thematik, Erklärung der Begrifflichkeiten und Hintergründe, wird der Leser auf eine spannende Reise in die Grauzonen der menschlichen Erfahrungen geschickt. Im ersten Kapitel "Geisterhafte Mitbewohner" werden Augenzeugenberichte dargelegt, die sich mit dem Thema Hausgeister befassen. Im Kapitel "Grüße aus dem Jenseits" wird dann der Abschied von Verstorbenen thematisiert. Kapitel 3 befasst sich mit "Tierischem Spuk", in dem verschiedene Sichtungen verstorbener Haustiere behandelt werden. In den Berichten aus Kapitel 4 werden klassische Poltergeistphänomene wiedergegeben. Diese äußern sich vor allem durch unerklärliche Objektbewegungen, können aber auch richtiges Chaos verbreiten. Kapitel 5 befasst sich mit dem Thema "Spukschlösser". Von diesen gibt es in Großbritannien zwar viele Berichte, es ist jedoch Wenigen bekannt, dass es auch im deutschsprachigen Raum "richtige" Geisterschlösser gibt. Verschiedene Zeugen berichten von ihren Erlebnissen in den alten Gemäuern, die von Lichterscheinungen, weißen Frauen, Schattengestalten und Schabernack treibenden Kindergeistern handeln. Da die Bandbreite außergewöhnlicher und unheimlicher Phänomene groß ist, werden in Kapitel 6 deshalb Wahrträume, verfluchte Gegenstände, geisterhafte Anhalter und Nahtoderfahrungen geschildert. Einige dieser Erlebnisse wurden bereits seit Generationen weitererzählt. Es entstanden so genannte "urban legends" (Großstadtlegenden) oder auch Geistersagen. In Kapitel 7 werden einige kaum bekannte Geschichten dieser Art erzählt. Im Schlusskapitel 8 "Von Schiegen und anderen seltsamen Phänomenen" wird schließlich möglichen natürlichen Ursachen für die angeführten Erlebnisse nachgegangen.

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Für den geplanten zweiten Band such Lucia Moiné weitere geisterhafte und unheimliche Zeugenberichte. Diesmal sollen es nicht nur Geschichten aus dem deutschsprachigen Raum, sondern aus ganz Europa sein. Wer also selbst bereits eines oder mehrere solcher Erlebnisse hatte, oder aus seinem Bekannten- und Familienkreis kennt, kann diese Geschichten an wahregeistergeschichten@gmail.com oder spuklegenden@gmail.com schicken. Sie können auf Wunsch auch anonym publiziert werden.

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Freitag, 7. November 2014

Dritter Mann: Neurologen erzeugen Geister-Illusion


Künstlerische Darstellung des "Phänomens des dritten Mannes". Schon viele Bergsteiger und Überlebende berichteten von der Anwesenheit geisterhafter Begleiter in Extremsituationen (Illu.). | Copyright/Quelle: The Third Man Factor, by John Geiger

Lausanne (Schweiz) - Für Naturwissenschaftler existieren Geister lediglich in unserer Fantasie. Aus diesem Grund, so der Hintergrund einer aktuellen Studie von Schweizer Neurowissenschaftlern, müssen also auch jene Geister, von denen sich einsame Bergsteiger und verschollene Überlebende, aber auch zahlreiche Patienten mit neurologischen oder psychiatrischen Krankheiten wie Epilepsie und Schizophrenie begleitet und beobachtet fühlen, auch "nur" in unserem Inneren existieren. Im Labor ist es ihnen nun gelungen, zumindest eine solche Geister-Illusion gezielt hervorzurufen.

Wie die Forscher um Giulio Rognini und Olaf Blanke von der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) aktuell im Fachjournal "Current Biology" (DOI: 10.1016/j.cub.2014.09.049) berichten, zählt auch der Bergsteiger Reinhold Messner zu den berühmtesten Zeugen eines solchen sogenannten "Phänomens des dritten Manns": Am 29. Juni 1970 war er gemeinsam mit seinem Bruder beim auszehrenden Abstieg vom Nanga Parbat. Frierend, erschöpft und von Sauerstoffarmut mitgenommen, berichtete Messner später von einer höchst eigenartigen Erfahrung in der kargen Landschaft, die er mit vielen Bergsteigern und Extremüberlebenden teilt: "Plötzlich war da ein dritter Mann, der mir den Weg gewiesen hat. Dieser dritte Mann ging sogar voraus, ich habe ihn sogar gesehen".


Auch Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Störungen berichten von ähnlichen Wahrnehmungen unsichtbarer Begleiter, Schutzengel oder auch Dämonen.


Dem Team um Rognini und Blanke ist es nun gelungen, eine solche "Illusion", also die Vorstellung von der Anwesenheit eines unsichtbaren Begleiters, im Labor gezielt zu erzeugen.


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Wie die Forscher berichten, handele es sich bei dieser Illusion um das Ergebnis einer Veränderung sensormotorischer Hirnsignale, die durch die Verarbeitung von Informationen über unsere Bewegungen und unserer Position im Raum auch an der Erzeugung unserer Eigenwahrnehmung beteiligt sind.

In ihrem Experiment, griffen die Wissenschaftler in den sensormotorischen Input der Teilnehmer derart ein, dass sie eine Situation erzeugten, dass das Hirn der Probanden entsprechen eingehende Signale nicht mehr länger als Signale des eigenen Körpers, sondern die einer anderen Person wahrnahm.


Hierzu untersuchten die Forscher zunächst die Hirne von 12 Teilnehmern mit neurologischen Schäden mittels MRT. Hierbei handelte es sich vornehmlich Epilepsiepatienten, die schon zuvor von der beschriebenen Form von Erscheinungen berichtet hatten. Die Untersuchungen zeigten Beeinträchtigungen dreier Regionen: der Inselcortex, des vorderen parietalen Cortext und des tempo-parietalen Cortex. Alle drei Regionen tragen zur Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum bzw. der Lage/Stellung einzelner Körperteile zueinander, der sog. Propriozeption, bei.


Danach sollten gesunde Teilnehmer mit verbundenen Augen Handbewegungen vor ihrem Körper ausführen, während ein Roboterarm hinter ihnen, diese Bewegungen in Echtzeit imitierte und die Testpersonen so auf dem Rück berührte (s. Video). Das Ergebnis dieses sogenannten Dissonanz-Experiments ist eine Art räumliche Diskrepanz zwischen den synchronisierten Bewegungen des Roboters, an die sich das Hirn gesunder Testperson jedoch anpassen und diese ausgleichen kann.



Im Experiment. | Copyright: Alain Herzog/EPFL

In einem nächsten Schritt verzögerten die Forscher nun diese Übereinstimmung zwischen der Eigenbewegung der Testpersonen und der Umsetzung dieser durch den Roboterarm. Anhand dieser nun asynchronen Verbindung, wurden die zeitlichen und räumlichen Wahrnehmungen der Testperson verzögert und derart gestört, das es zur Wahrnehmung einer nicht vorhandenen Person kam.

Nach etwa drei Minuten verzögerter Umsetzung der Eigenbewegungen durch den Roboter, befragten die Forscher die Probanden, die über Sinn und Ziel des Experiments nicht informiert waren, wie sie sich fühlten.


"Geradezu instinktiv berichteten einige unserer Testpersonen von einem starken Empfinden der Anwesenheit von bis zu vier Geistern", berichtet Rognini. "Für einige war dieses Gefühl sogar derart stark, dass sie darum baten, das Experiment abzubrechen."


Zum Thema

Zum ersten Mal sei somit die Induktion der Wahrnehmung einer fremden Anwesenheit unter Laborbedingungen gelungen. "Das Experiment zeigt uns zudem, dass derartige Wahrnehmungen und Illusionen auch unter 'normalen' Bedingungen entstehen können. Es bedarf lediglich sich einander widersprechender sensormotorischer Signale und Informationen", so Blanke. "Unser Robotersystem ahmt beispielsweise Wahrnehmungen von Patienten mit mentalen Beeinträchtigungen aber auch Beeinträchtigungen eigentlich gesunder Personen in Extrembedingungen nach. Damit bestätigt sich unsere Vermutung, dass diese Störungen Veränderungen unserer eigenen Körperwahrnehmungen im Gehirn mit sich bringen können."

Neben einer neurologischen Erklärung für ein kulturübergreifendes Phänomen, war das Ziel der Studie aber auch, zu einem besseren Verständnis einiger Symptome zu gelangen, wie sie von Schizophrenie-Patienten bekannt sind. Zu diesen zählen Halluzinationen, oder Verstörtheit aufgrund der Vorstellung von der Anwesenheit eines fremdartigen Wesens, dessen Stimmen viele Patienten hören oder dessen Handlungen die zu spüren glauben.


"Die Wahrnehmung unseres eigenen Körpers entsteht in unseren Gehirn auf der Grundlage sensormotorischer Informationen", erläutert Rognini abschließend. "Unter normalen Bedingungen erzeugt unser Gehirn auf dieser Grundlage eine einheitliche Selbstwahrnehmung und kann leichte Störungen sogar ausgleichen. Wenn dieses System aber nicht mehr richtig funktioniert - etwa aufgrund einer Krankheit, wie sie in unserem Experiment von dem Roboter simuliert wurde - so kann die Wahrnehmung entstehen, dass eine zweite Körperwahrnehmung (oder mehr) erzeugt wird, die wir dann aber nicht mehr als uns selbst, sondern als jemand bzw. etwas anderes wahrnehmen."



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Ob sich damit auch Wahrnehmungen wie Messners spukhaftem Bergführer oder Geistererscheinungen allgemein rational erklären lassen, muss nun sicherlich noch weiterführend untersucht werden. Zweifelsohne bietet die neue Studie aber eine Grundlage für erwartungsgemäß kontroverse Diskussion zwischen Vertretern der Authentizität von Geisterwahrnehmungen und ihren Kritikern.


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Samstag, 13. September 2014

Vampirglaube in Norddeutschland: Grabfunde belegen Bestattungssrituale gegen Wiedergänger und Nachzehrer


Das Skeletts eines einst mit einem großen Stein beschwerten und offenbar als sogenannter Wiedergänger im ehemaligen Kloster Harsefeld. | Copyright/Quelle: Kreischäologie Stade, D. Nösler

Stade (Deutschland) - Dass die Menschen schon von jeher und noch bis in die jüngere Vergangenheit an die Existenz von Untoten, Vampiren und Werwölfen glauben, ist sowohl aus zahlreichen Sagen und Legenden als auch anhand zeitgenössischer Dokumente bekannt. Nachdem Forscher in ganz Europa angebliche "Vampirgräber" entdeckt haben (...wir berichteten, s. Links), haben Wissenschaftler nun auch in Norddeutschland archäologische Beweise nicht nur für diesen Glauben sondern auch für rituelle Bestattungsrituale gefunden, die potenzielle Wiedergänger und Nachzehrer davon abhalten sollten, Unglück über die Lebenden zu bringen.

Daniel Nösler ist Kreisarchäologe des Landkreises Stade und machte seine erste Entdeckung des Grabes einer Person, die offenbar als Vampir galt, eher zufällig: "Vor zehn Jahren habe ich bei einer Grabung im ehemaligen Kloster Heiligengrabe eine Bestattung mit zwei Totenmünzen gefunden", erinnert sich Nösler gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de".


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Was auf den ersten Blick an das antike Brauchtum erinnern könnte, bei dem den Verstorbenen eine kleine Münze mitgegeben, um damit bei Charon die Überfahrt ins Totenreich bezahlen zu können (sog. Charonspfennig), machte den Archäologen stutzig: "Da ich mir nicht erklären konnte, dass sich heidnische Bräuche über so lange Zeiträume halten konnten und dies auch noch im Hort des Christentums, begann ich zu recherchieren. Es gibt eine unglaubliche Vielzahl von volkskundlichen Hinweisen, Sagen, Märchen usw., die die Problematik der Wiedergänger und Nachzehrer behandeln. Zudem sind in den letzten Jahren immer mal wieder entsprechende Bestattungen bei Grabungen gefunden wurden.

Bei mittelalterlichen/neuzeitlichen Bestattungen findet man ab und an Münzen im Mund. Die Totenmünze im Mund sollte das 'Schmatzen' oder 'Nachzehren' bei den Hinterbliebenen verhindern. Hierfür gibt es einige Belege aus der Volkskunde, dass damit nicht ein Charonspfennig gemeint war, sondern es sich um ein Abwehrzauber gegen Untote gehandelt hat, die - anders als Vampire oder Wiedergänger - das Grab nicht verlassen. Gegen das Nachzehren hat man generell die verschiedensten Dinge in den Mund oder gegen das Kinn (Gesangbuch, Bibel, Stein, Torfstück usw. oder wie bei einem Fund in Oldendorf 2010 einen fremden menschlichen Knochen) gelegt. Der Mund musste unbedingt geschlossen bleiben, da den Hinterbliebenen sonst Unheil drohen konnte."



Ein fremder Oberschenkelknochen sollte den Mund dieses befürchteten Nachzehrers in Oldendorf geschlossen halten. | Copyright/Quelle: Kreisarchäologie Stade, D. Nösler

Bei der Durchsicht der digitalisierten Bilder des Diaarchivs ist dem Archäologen dann die mit dem Findling beschwerte Bestattung aufgefallen und er begann auch an der Niederelbe nach entsprechenden Belegen zu recherchieren.


Bei dieser Bestattung handelte es sich um das Grab eines Mannes aus dem 14. oder 15. Jahrhundert auf dem Friedhof des ehemaligen Klosters Harsefeld, das schon 1982 ausgegraben und dokumentiert wurde. Tatsächlich fand sich unmittelbar neben dem Schädel ein ungewöhnlich großer Stein, der den Schädel zur Seite und auch den Rest des Skeletts teilweise verschoben hatte. "Da damals solche Sonderbestattungen noch nicht im Fokus der Archäologie standen, blieben die Befunde unbeachtet", erläutert Nösler.



Weitere Ansicht des Wiedergänger-Skeletts im Kloster Harsefeld. | Copyright/Quelle: Kreisarchäologie Stade, D. Nösler

Dass der schwere Brocken zufällig ins Grab gerollt sein sollte, glaubt der Archäologe nicht: "Mindestens zwei starke Männer müssen mit angepackt haben, um ihn überhaupt bewegen zu können", so Nösler gegenüber Spiegel-Online. Auch an einen Zufall glaubt er nicht: "Der Boden des Friedhofes ist sehr feinkörnig. Darin liegen sonst nicht mal Kieselsteine."


Zudem wies die Erde unmittelbar über dem Skelett eine leicht andere Färbung auf als die übrige Verfüllung des Grabaushubs. Der Stein wurde also nicht gleich in das Grab hineingeworfen, sondern dieses wahrscheinlich später nochmals geöffnet, nachdem der Tote bereits bestattet war.


Zum Thema

Gemeinsam mit seinem Kollegen Dietrich Alsdorf, der schon vor 32 Jahren im westlichen Kreuzgang des Klosters von Harsefeld Grabungen durchgeführt hatte und dabei einen ungewöhnlich tief und verkehrt herum gelagerten Sarg entdeckte, der zudem mit Ziegelsteinen worden war, ist sich Nösler sicher, dass sich auch auf sonstigen alten Friedhöfen noch so manche vermeintlichen Untote, Wiedergänger und Nachzeherer finden lassen, wenn man nur danach sucht: "Jetzt wissen wir, dass die Leute in dieser Gegend tatsächlich an Wiedergänger geglaubt haben - und können ganz gezielt nach entsprechenden Hinweisen suchen", so die Archäologen. Einen der Gründe für den mittelalterlichen Vampirglauben sehen auch die Stader Archäologen in den großen Seuchen des Mittelalters: "Wenn einer starb, dann folgten oft weitere Familienmitglieder. Damals war eine gängige Erklärung, dass der erste Tote die anderen ins Grab nachholt."

Derzeit wird der Fund des Nachzehrers aus Oldendorf für eine wissenschaftliche Publikation ausgewertet, die im kommenden Herbst veröffentlicht werden soll.


wir werden berichten...

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Quelle: landkreis-stade.de, spielgel.de

Donnerstag, 12. Juni 2014

Studie ergründet Poltergeist-Phänomene nach 1945


Symbolbild: Poltergeist-Spuk. | Copyright: Nevit Dilmen, CC-by-SA 3.0

Vancouver (Kanada) - Für seine Doktorarbeit mit dem Titel "Mischievous Forces" (Bösartige Kräfte), die die historische Bedeutung des Poltergeist-Phänomens in der Nachkriegszeit (1945-1990) ergründen will, sucht der Historiker Christopher Laursen von der University of British Columbia derzeit Zeitzeugen entsprechender Erscheinungen und Ereignisse.

"Beim Poltergeist-Phänomen handelt es sich um das merkwürdige Phänomen, bei dem Menschen die Eigenbewegung von unbelebten Objekten beobachten konnten", erläutert der Forscher den Hintergrund seiner Studie. "Doch was ist die historische Bedeutung dieser Phänomene? Mit erst in der Nachkriegszeit entwickelten psychologischen Konzepten von der Wirkung des Geistes auf die Materie liegen seither neue Ansätze für die Erklärung von Poltergeist-Erscheinungen vor."


Der Bergriff "Poltergeist" beschreibe unsichtbare, schelmenhaft bis bösartige Kräfte, die an Wände Klopfen, mit allen Arten von Objekten um sich werfen und selbst schwere Möbel umdrehen und verrücken. "In den 1950er Jahren wurden psychologische und psychoanalytische Konzepte des menschlichen Potentials, von der Wirkung des Geistes auf die Materie und des emotionalen Wohls auf Poltergeist-Erscheinungen übertragen, die seither die bis dahin oft als Erklärung angewandten Konzepte und Vorstellungen von Geistern Verstorbener als Verantwortliche für diese Erscheinungen in Frage gestellt und teilweise abgelöst haben."


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Ziel die Studie, so erläutert der Forscher weiter, sei es aber nicht, bestimmte Theorien über das Poltergeist-Phänomen zu beweisen oder zu widerlegen, sondern eine historische Bestandsaufnahme dessen, wie Menschen Poltergeist-Erscheinungen erlebt und untersucht haben.


"Die bestimmenden Personen bei der Einschätzung dessen, was in derartigen Fällen vorgefallen war, waren Familienmitglieder, Nachbarn, Polizisten, religiöse Authoritäten, Journalisten, Skeptiker und Parapsychologen", erläutert Laursen. "Ein Aspekt der Studie widmet sich der Frage, wie dieser Prozess die Bedeutung dieser Ereignisse für diejenigen beeinflusst hat, die sie direkt erlebt haben. Wie entstand in den Nachkriegsjahrzehnten das Wissen über dieser Phänomene und wie wurden sie diskutiert?"


Im Zentrum der historischen Forschungsarbeit steht das Zusammentragen älterer Augenzeugenberichten dieser Phänomene aus erster Hand. "In vielen Fällen von berichten über Poltergeist-Erscheinungen sind diese Aussagen kaum vorhanden", so der Forscher. "Zusätzlich zu dieser eher archivarischen Arbeit ist es mein Ziel, lebende Augenzeugen, Erforscher und Kritiker dieser Phänomene zu interviewen."


Die weiteren Studienziele fasst Laursen wie folgt zusammen:


- Die Studie soll zeigen, wie das Poltergeist-Phänomen das Leben der Menschen beeinflusst hat, deren Zuhause davon betroffen wurde - sowohl während als auch nach den Poltergeist-Erscheinungen.


- Sie soll die unterschiedlichen Interpretationen von Poltergeistern untersuchen und die Hintergründe aufzeigen, vor denen diese Interpretationen getätigt wurden.


- Es soll bewertet werden, welche formelle Erforschung dieses Phänomens durch Parapsychologen und andere Untersucher in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurden und zu welchen Interaktionen es insbesondere mit den Augenzeugen, den Forschungsmethoden und Theorien gekommen ist.


- Die Studie will zudem ergründen, wie diese Erfahrungen, Untersuchungen und Analysen die Diskussionen darum angeregt und vorhandene Vorstellungen über Metaphysik, die physikalische Welt und das menschliche Potential herausgefordert haben.


Umgekehrt soll auch untersucht werden, auf welche Weise das Poltergeistphänomen, Spukfälle und Geister in der Populärkultur dargestellt wurden und wie diese Porträts die Deutungen und Interpretationen der Menschen beeinflusst haben, wenn sich solche Phänomene ereigneten.


Obwohl sich die Studie auf Großbritannien, die USA und Kanada und auf den Zeitraum von 1945 bis 1990 konzentriert, ist Laursen auch an Erfahrungen aus erster Hand aus anderen Ländern und anderen Zeitperioden interessiert.


- Weitere Informationen sowie ein Kontaktformular für Zeugen finden Sie HIER und HIER


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Quelle: journal.extra-ordinarium.com

Samstag, 24. Mai 2014

Black Shuck: Haben Archäologen reales Vorbild für britischen Höllenhund gefunden?


Das in den Ruinen der Leiston Abbey entdeckte ungewöhnlich große Hundeskelett. | Copyright: digventures.com

Theberton (England) - Eine Meldung über den Fund ungewöhnlich großer Hundeknochen auf dem Areal der Ruinen von Leiston Abbey in der britischen Grafschaft Suffolk hat in den vergangenen Tagen zu einem großen Interesse besonders in den englischsprachigen Medien geführt - obwohl die eigentliche Entdeckung bereits einige Monate zurückliegt und aus dem vergangenen Jahr datiert. Grund für das Aufsehen war die von britischen Medien hergestellte Verbindung des Fundes mit einer lokalen Legende - der Legenden um den Höllenhund Black Shuck. Haben die Archäologen tatsächlich die Überreste des geisterhaften schwarzen Riesenhundes entdeckt, wie britische Medien dies den Forschern in den Mund legten? "Grenzwissenschaft-Aktuell" hat nachgefragt.

Die lokalen Legenden und Folklore entlang der britischen Ostküste und im Landesinnern von East Anglia beschreiben den Black Shuck meist als gewaltigen ebenso schwarzen wie geisterhaften Hund mit feurig roten Augen, wie er in ähnlicher Form aber auch als Legendenmotiv nahezu in allen anderen britischen Landesteilen und europäischen Ländern und unter unterschiedlichen Namen in Erscheinung tritt.


Flugschrift über den Black Shuck von 1577.

Doch neben den zahlreichen Legenden werden die Umtriebe des Black Shuck in einem Pamphlet von 1577 auch historisch verankert: In der Flugschrift mit dem Titel "A straunge and terrible Wunder" (Ein merkwürdiges und grausames Wunder; s. Abb.l.) beschrieb Reverend Abraham Fleming die Ereignisse vom 4. August des gleichen Jahres, als der Höllenhund an den Kirchen von Bungay und Blythburgh in Suffolk erschien und einhergehend mit einem Donnerschlag durch die Tore der Holy Trinity Church brach, auf seinem Weg durch das Gotteshaus einen Mann und einen Jungen tötete und schlussendlich den Einsturz des Kirchturms durch das Kirchendach verursacht haben soll. Bis heute sollen Schmauchspuren an der nördlichen Kirchenpforte an dieses Ereignis erinnern.


Der aktuelle Fund des Grabes eines auffallend großen Hundes auf dem Areal der nur acht Meilen von Blythburgh entfernten einstigen Abtei von Leiston sorgt nun für Spekulationen darüber, ob die Knochen tatsächlich einem realen Vorbild für Legenden um die damaligen Vorgänge zugeschrieben werden können.


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Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" erläutert der Grabungsleiter Brendon Wilkins des privaten Archäologie-Unternehmens "Digventures", dass es sich bei den Mutmaßungen der Journalisten - vornehmlich der britischen "Daily Mail" - um voreilige Spekulationen handele:


"Tatsächlich sind die Knochen des Hundeskeletts, die wir im vergangenen Jahr innerhalb der Ruinen gefunden haben, wirklich auffallend groß. Wir vermuten, dass der Hund in etwa die Größe einer Dänischen Dogge erreicht hatte. Ganz sicher aber nicht die des blutrünstigen Höllenhundes der lokalen Legende. (Anm. d. GreWi-Red.: Dieser soll die Größe eines Pferdes erreicht haben.)


Die Geschichte nahm ihren Weg über einen lokalen Newsletter, der die Verbindung zu Black Shuck selbst eher humorvoll herstellte und eher einen Spaß zwischen uns Archäologen vor Ort zitierte, bis hin zur Daily-Mail-Meldung.


Die Wirklichkeit sieht derzeit aber so aus, dass wir noch in einer frühen Phase einer Beurteilung des Knochenfundes sind. So steht beispielsweise eine vollständige metrische Analyse der Knochengröße noch aus, anhand derer wir Rückschlüsse über die tatsächliche Größe des Hundes ziehen und im Weiteren dann auch genau sagen können, um welche Rasse es sich genau handelt. Bislang wissen wir nur, dass er in etwa so groß gewesen sein muss, wie ein großer Wolf oder eine Dänische Dogge.



Luftbild der Ruinen von Leiston Abbey. | Copyright: digventures.com

Auch warten wir derzeit noch auf die Ergebnisse der Radikarbondatierung (C14) der Knochen selbst, die uns eine deutlichere Vorstellung davon geben kann, wann dieser Hund hier begraben wurde. Derzeit sind wir uns nur sicher, dass er nach der Auflösung der Kloster 1536 innerhalb eines damals schon teilweise zerstörten klösterlichen Gebäudes beigesetzt wurde. Der Fundort wurde während der Tudor und Georgianischen Perioden als Farm genutzt. Allerdings gibt es keine anderen Funde, die uns dabei behilflich sein könnten, die Knochen exakt zu datieren. Anhand der Schichtenkunde glauben wir aber, dass der Fund aus dieser Periode stammt.


Ob der Hund, zu dem diese Knochen gehören, tatsächlich der die reale Vorlage für die lokalen Legenden aus dem 16. Jahrhundert war bzw. sein könnte, können wir derzeit einfach noch nicht sagen."


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Archäologen finden weiteres "Vampirgrab" im Bulgarien 11. September 2013
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Dienstag, 15. April 2014

Buchautorin sucht "wahre Geistergeschichten"


Symbolbild "Spukschloss". | Copyright: L. Moiné

Salzweg (Deutschland) - In vielen Familien kursieren Geschichten, die unheimlich oder unerklärbar sind, wie z.B. über jüngst Verstorbene, die sich noch einmal bei ihren Lieben verabschieden, ein Hausgeist, der die neuen Mieter durch allerlei Phänomene ängstigt, Kinder, die ins Nichts winken und sich scheinbar mit der Wand unterhalten. Es sind genau diese Erlebnisse, wie sie die Autorin Dr. Lucia Moiné für ihr aktuelles Buchprojekt über eben jene Phänomene und entsprechende Erfahrungen sucht.

"Etwa jeder Drittel, das haben Umfragen bei den Spuknacht-Veranstaltungen gezeigt, hat in seinem Leben schon selbst scheinbar Unerklärliches erlebt - auch wenn - vor allem aus Angst, sich vor anderen lächerlich zu machen - selten offen darüber gesprochen wird", so die Autorin. "Trotz oder gerade wegen dieser Tabuisierung habe ich begonnen, diese 'wahren Geistergeschichten' zu sammeln, um sie bald in Buchform zu veröffentlichen."


"Einige Personen werden sich sicher an dem Begriff 'wahre Geistergeschichten' stören. Es ist natürlich nicht nachzuweisen, dass es sich bei den einzelnen Erlebnissen tatsächlich um durch übernatürliche Eingriffe und Handlungen ausgelöste Vorfälle handelt, jedoch besteht, meiner Meinung nach, kein Zweifel an der Aufrichtigkeit der Personen, die diese Geschichten erlebt haben. Es handelt sich also um echte Begebenheiten im Kontrast zu fiktiven Geistergeschichten. Was diese Erlebnisse letztendlich hervorgerufen hat, muss offen bleiben und ist frei für die Interpretation des Lesers und seiner Glaubensvorstellungen."


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Für besagtes Buchprojekt sucht Moiné nun noch weitere "wahre Geistergeschichten": "Die Geschichten müssen nicht unter Ihrem richtigen Namen erscheinen, sondern können auch anonym wiedergegeben werden. Unter allen, die mir Ihre persönliche Geschichte (oder auch aus dem Familien- und Freundeskreis) aufschreiben und für eine Veröffentlichung zuschicken, wird eine Spuknacht für 2 Personen, im Wert von 150 Euro, verlost."


Dr. Lucia Moiné ist Mitveranstalterin der mittlerweile deutschlandweit bekannten "Spuknächte" (www.spuknacht.de): "Mein Interesse für scheinbar unerklärliche Phänomene wurde schon früh geweckt und Zeit meines Lebens begleitete mich dieses Thema. Zusammen mit einem Neurobiologen und einem sehr skeptischen, wenn auch generell aufgeschlossenen, Computerfachmann habe ich 2007 begonnen, mich der Aufklärung des scheinbar Unerklärlichen zu widmen und den Betroffenen so gut es geht zu helfen. Seit 2009 veranstalten wir auch die "Spuknächte“ in Schlössern, die einen gewissen geisterhaften Ruf haben. Diese sollen u.a. dazu dienen, das Thema zu öffnen, den Menschen die Scheu zu nehmen und auch die gängigen Vorurteile zu beseitigen. Auch wird durch die eine oder andere Besucherbefragung dazu beigetragen, ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Ein Teil der Einnahmen fließt in unseren Verein (Society for Transcendental and Anomalistik Investigation and Research - STAIR), der pro bono arbeitet.


Viele Gäste haben mir im Laufe dieser Veranstaltungen ihre persönlichen Geschichten erzählt - Geschichten, die sie teilweise niemandem sonst anvertrauen wollten. Dies und auch die Erlebnisse während unserer Veranstaltungen, denen ich ein eigenes Kapitel widmen werde, brachten mich letztendlich auf die Idee, dieses Buch zu schreiben und zu zeigen, wie verbreitet auch heutzutage solche Erlebnisse noch innerhalb der Bevölkerung des deutschsprachigen Raumes sind.


Wenn Sie von Ihren eigenen Erfahrungen und "wahren Geistergeschichte" berichten wollen, schicken Sie diese an: spuklegenden@gmail.com oder info@spuknacht.de

Zudem gibt dazu auch eine eigene Facebook-Gruppe.

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Quelle: spuknacht.de

Freitag, 22. November 2013

Spuk im Museum? Rätsel um sich drehende ägyptische Statue gelöst


Aufnahmen unterschiedlicher Phasen der Drehbewegung der Statuette.
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egyptmanchester.files.wordpress.com


Manchester (England) - Im vergangenen Juni sorgte der Kurator des Im Ägyptischen Museum an der Manchester University, Campbell Price für kontroverse Diskussionen und internationales Medieninteresse, als er von einer sich wie von Geisterhand immer wieder im die eigene Achse drehenden Pharao-Statuette berichtete. Das Phänomen konnte auch auf Film gebannt werden und brachte Price sogar zu der Vermutung, dass er eine "spirituelle Erklärung" nicht ausschließe (...wir berichteten). Jetzt konnten Vibrationsmessungen das Rätsel um den "Spuk des Pharao" lösen.

"Eines Tages ist mir aufgefallen, dass sich die Statuette gedreht hatte. Ich war darüber recht verwundert (...)", berichtete Price gegenüber der "Daily Mail". Also drehte ich sie wieder in ihre richtige Position. Doch am nächsten Tag hatte sie sich erneut bewegt. (...) Die Alten Ägypter waren davon überzeugt, dass Statuen als Gefäß für die Seele eines Verstorbenen dienen können, wenn etwa dessen Mumie zerstört wurde. Vielleicht ist es das, was die Bewegung der Statuette erklärt."


Tatsächlich ging jedoch schon aus den ersten Zeitrafferaufnahmen hervor, dass sich die Statuette immer nur während der Tageszeiten und offenbar nicht über 180° hinaus drehte, weshalb kritische Beobachter von einer äußeren Einwirkung auf die Statuette ausgingen.



Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Der britische TV-Sender ITV hat jetzt die Ergebnisse von Messungen des Vibrationsexperten Steve Gosling präsentiert, die die Rotation der Statuette durch Schwingungen erklären können, wie sie durch sportliche Aktivitäten auf dem nahegelegenen Fußballfeld und dem Straßenverkehr ausgelöst werden.


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Innerhalb der Sendereihe "Mystery Map" wurde ein 3-Achsen-Sensor unter der Vitrine platziert, in der die Statuette zu sehen ist. Beginnend um 6 Uhr morgens, zeichneten die Sensoren den Höhepunkt von Schwingungen immer dann auf, wenn sich auch die Statuette bewegte - während die Vibrationen des Nachts ebenso stoppten wie die Rotation des Pharao.


"Die Vibration ist eine Kombination von Schwingungen unterschiedlicher Quellen", zitiert die Zeitung "The Scotsman" den Wissenschaftler. Darunter fänden sich vorbeifahrende Busse und Sportaktivitäten.


Auf die Frage, warum andere Objekte in der gleichen Vitrine nicht rotieren, erklärte Gosling, die Statuette habe eine konvexe Unterseite. "Es gibt da einen Hubbel an der Unterseite, der genau diese Statuette anfälliger für die gemessene Vibrationen macht als andere Objekte mit einer flachen Unterseite."


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Quelle: scotsman.com

Montag, 14. Oktober 2013

Wie gewöhnlich ist außergewöhnlich? Tagungsbericht "Klinische Parapsychologie - eine kritische Bestandsaufnahme"


Symbolbild: Psychiotherapeutische Sitzung. | Copyright: Jty33, CC-BY-SA-3.0 - via Wikimedia Commons

Freiburg (Deutschland) - Der Begriff "Klinische Parapsychologie", zunächst vielleicht eigentümlich anmutend, wurde im Jahr 1990 geprägt und bezeichnet einen Ansatz, der die Ergebnisse der parapsychologischen Forschung in die psychologische bzw. psychiatrische Praxis und Beratung zu integrieren versucht. Wie Bevölkerungsumfragen zeigen, sind außergewöhnliche Erfahrungen (AgE) zwar weit verbreitet, doch wird über sie nur im geschützten Rahmen gesprochen. Zu groß ist die Angst davor, für verrückt gehalten zu werden. Da diese Erlebnisse nur schwer in ein naturwissenschaftlich-rationales Weltbild zu integrieren sind, können sie durchaus zu Irritationen des Betroffenen sowie zu psychischen und alltagsweltlichen Belastungen führen. Wenn Menschen mit AgE Beratungsangebote aufsuchen, begegnen ihnen jedoch häufig Misstrauen und unangemessene Deutungen; das "Klinische" scheint mit dem "Außergewöhnlichen" noch unvereinbar. Deshalb sind die Schulung von Experten und die Sensibilisierung von Beratungskräften essentiell, wie sie beispielsweise in Fortbildungsveranstaltungen des Beratungsteams des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) angeboten werden.

- Bei diesem Text handelt es sich um einen Gastbeitrag von Corinne Dialer

Erstveröffentlicht wurde dieser in der aktuellen "Zeitschrift für Anomalistik", Band 13 (2013), S. 182-186

Da die "Klinische Parapsychologie" inzwischen auch über die engeren Grenzen der Parapsychologie hinaus Beachtung findet - siehe grundsätzlich dazu Belz (2009), Kramer, Bauer & Hövelmann (2012) und Simmonds-Moore (2012) -, widmete die Gesellschaft für Anomalistik e.V. diesem Themenkomplex eine eigene Tagung, die am 26. und 27. April 2013 in den Räumen des IGPP in Freiburg stattfand. Eine kritische Bestandsaufnahme war ihr Ziel, Modelle, Konzepte sollten diskutiert, Theorie und Praxis verknüpft werden. Drei prägnante Impulsvorträge regten zu einer Podiumsdiskussion mit Experten aus der Ethnologie, Ethnopsychotherapie, der transpersonalen Psychologie sowie der philosophischen Beratung an, die über interkulturelle Aspekte des therapeutischen Umgangs mit außergewöhnlichen Erfahrungen sprachen. Im Folgenden sollen die einzelnen Tagungsbeiträge kurz vorgestellt werden.

Dipl.-Psych. Eberhard Bauer, Leiter der Beratungsstelle des (IGPP), führte das interessierte Publikum in die Thematik ein und bettete diese in einen historischen Rahmen. Beginnend mit der Institutsgründung durch Prof. Hans Bender (1907-1991), dem Hauptvertreter der deutschen Parapsychologie in der Nachkriegszeit, spannte er den Bogen über Fanny Moser und Johannes Mischo bis zum gegenwärtigen, sechsköpfigen Beratungsteam. Die statistischen Übersichten zur ratsuchenden Klientel und die Ideologie der Beratungsstelle reicherte Herr Bauer mit zahlreichen Literaturhinweisen und Fallbeispielen an.


Womöglich dem genius loci geschuldet, befindet sich die einzige weitere "Parapsychologische Beratungsstelle" in Deutschland ebenfalls in Freiburg. Die breitgefächerten Erfahrungen ihrer Beratungstätigkeit wurden abwechselnd von Dipl.-Psych. Franziska Wald und Leiter Dr. Dr. Walter von Lucadou vorgestellt. Neben der Darstellung der Telefonberatung wurde am Beispiel des Spuks, veranschaulicht durch einen Film über einen Spukfall in Köln, ein Deutungsmodell erörtert. Wissenschaftliche Kontroversen würden Herrn von Lucadou zufolge gerne in Kauf genommen, solange das wichtigste Ziel, den Betroffenen zu helfen, erreicht werde. Nach Vortragsende entspannte sich eine angeregte Diskussion, die wegen der Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Anomalistik teilweise am nächsten Tag fortgesetzt werden musste.


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Am Samstag hielt der Frankfurter Psychiater Dr. Wolfgang Hasselbeck, der über die Relevanz von parapsychologischen Beratungsansätzen für die sozialpsychiatrische Alltagspraxis sprach, einen kurzweiligen Auftaktvortrag. Kritisch beleuchtete er den Spagat, den man zwischen den Anforderungen eines Sozialpsychiaters, der seine Reputation zu verteidigen habe, und der Klientel, deren Erfahrungen man ernst nehmen müsse, täglich zu vollbringen habe. Besondere Vorsicht und Gespür sei bei dieser Gratwanderung vonnöten, da unterschiedliche Weltbilder und Wirklichkeitskonstruktionen aufeinander prallten und man versuchen müsse, jeder Seite gerecht zu werden. Sich selbst bezeichnete er als "schwachen Konstruktivisten", weshalb er derartige außergewöhnliche Erfahrungen in sein Weltbild integrieren könne.


Im Anschluss daran zeigte Dipl.-Psych. Wolfgang Fach zur Einstimmung seines Vortrages einen Film über einen Spukfall in einer Metzgerei. Danach präsentierte der Vortragende ein Dokumentationssystem des IGPP-Beratungsteams sowie ein zweiachsiges Klassifikationsmodell für Außergewöhnliche Erfahrungen. Auf der einen Achse stellte er Koinzidenzphänomene (z.B. Fügungen) und Dissoziative Phänomene (z.B. Außerkörperliche Erfahrung, Paralyse) gegenüber, auf der anderen Achse internale Phänomene (z.B. Stimmen) versus externale Phänomene (z.B. Erscheinungen).


Dr. phil. Eckart Ruschmann stellte am Nachmittag kurz und prägnant ontologische Hintergrundannahmen beim Umgang mit außergewöhnlichen Erfahrungen vor. Dr. Niko Kohls fragte im Anschluss nach dem Transformations- und Wachstumspotenzial im Sinne der positiven Psychologie, was er mit wissenschaftshistorischen Beispielen veranschaulichte.


Prof. Dr. Bräunlein betrachtete die Parapsychologie aus ethnologischer Perspektive, wobei er seinen Argumentationsstrang mit kunsthistorischen und indigenen Beispielen unterstützte. Alle Impulsvorträge warfen wichtige Fragen und Gedanken auf, welche die richtige "Betriebstemperatur" für die Podiumsteilnehmer bereitete.


Nach der Vorstellung der Teilnehmer Dipl. Psych. Bauer, Prof. Dr. Bräunlein, Dr. med. Koch, Dr. phil. Kohls sowie Dr. phil. Ruschmann eröffnete Moderator Prof. Dr. Stefan Schmidt die Podiumsdiskussion. Herr Koch, psychiatrischer Experte für Migrationsfragen, verglich die Situation von Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen mit der von Migranten: Zunächst herrsche eine Fremdheit in der Beziehung zwischen Therapeuten und Ratsuchenden. Deshalb müsse eine wechselseitige Annäherung stattfinden, was einer höheren Bereitschaft und Offenheit bedürfe. Therapeutischer Fortschritt sei nur möglich, wenn man davon absehe, den Betreffenden eigene Meinungen überstülpen zu wollen. So sei es doch beispielsweise erstaunlich, dass Schizophrenie bei Migranten häufiger diagnostiziert werde.


Herr Bräunlein forderte als Ethnologe eine Offenheit für die indigene Perspektive, da er es als sein Berufsethos ansehe, den "native point of view" zu stärken. Andere Kulturen hätten deutlich weniger Probleme mit Geistern, die Faszination am Irrationalen nehme zu. Man müsse stets den Zeitgeist mit im Blick haben, da es immer Konjunkturen - am Beispiel von Lehrbüchern verdeutlicht - gäbe. Außerdem sprach er von einer "Weltbildbastelei", da jeder sich seine eigene Weltanschauung aus verschiedensten Quellen (Film, Fernsehen, Zeitung etc.) zusammensuche. Deshalb sei es auch für eine Beratung unerlässlich, medial interessiert zu sein und die "Leute dort abzuholen, wo sie sind". Nur so könne man Prägung und Ideengeschichte nachvollziehen.


Auf die Frage, was Herrn Bauer antreibe, seine Energie parapsychologischen Fragen zuzuwenden, antwortete er verschmitzt: "Eine tiefe Lust an Anarchie". Die Parapsychologie sei ein Nadelstich für die Wissenschaften, und es fasziniere ihn außerdem, wie Menschen AgE in ihre Denkmodelle einordneten. Er fügte hinzu, dass die Parapsychological Association (PA) schon lange versuche, eine transkulturelle Parapsychologie zu entwickeln. Ein größeres Bewusstsein für AgE sei unter anderem auch durch Fortbildungsveranstaltungen, wie sie durch das Beratungsteam des IGPP angeboten werden, zu erzielen. Die Anregungen und Impulse aus diesen Seminaren für Psychotherapeuten bereicherten auch die eigene Beratertätigkeit; der Austausch sei sehr fruchtbar.


Herr Ruschmann argumentierte, dass der Berater keine zugrunde liegende Theorie benötige. Es sei sehr schwierig, bestehende Konzepte zu ändern, jedoch ungleich leichter, Erfahrungen zu ändern. Offenheit gegenüber anderen Theorien sei das non plus ultra. An das IGPP richtete er die Mahnung, die Konzepte nicht zu eng ziehen, sondern eine offene metatheoretische Haltung zu bewahren. Außerdem fügte er hinzu, dass nach Umfragewerten die Spiritualität der Menschen und somit deren Sinnsuche zunehme. Leider seien aber "partielle Dummheit und quantitatives Wissen in den Wissenschaften" vorherrschend.


Herr Kohls kritisierte, dass außergewöhnliche Erfahrungen pathologisiert worden seien, wodurch deren inhärentes Potential für Entwicklung übersehen worden wäre. Man solle sich nicht nur auf die Schattenseite konzentrieren, sondern auch die positive Seite sehen: Jeder Spuk habe auch eine Funktion. Im Beispiel des Metzgerei-Falles wäre ein Achtsamkeitstraining wohl sehr erfolgreich gewesen, der Spuk wäre sogleich verschwunden. Generell vermutet Herr Kohls bei Poltergeistbetroffenen geringe Achtsamkeitswerte.


Abschließend fasste Herr Schmidt die Grundideen nochmals zusammen und fragte - die Diskussion für das Publikum öffnend - ob es nicht mit einer Angst vor dem Untergang des Abendlandes einhergehe, dass AgEs mit solchem Argwohn beäugt würden. Wenn Spuk und Irrationales zugelassen würden, wachse womöglich die Angst, wieder vor die Aufklärung zurückzufallen. Wie könne man dem begegnen und gesellschaftlich wirksam werden?


Ein weiteres Problem wurde aus dem Publikum formuliert: die weitgehende Manualisierung und das stringente Vorgehen nach Behandlungskonzepten sehe derartig paranormale Erfahrungen nicht vor, weshalb diese so angstbesetzt seien. Herr Koch ergänzte, dass die Selbstreflexion in der Ausbildung angehender Psychotherapeuten nicht mehr gefördert werde. Abschließend kam aus dem Publikum die Anregung, die bisherige Zusammensetzung des parapsychologischen Beratungsteams aus Psychologen zu diskutieren und mit neuen Konzepten ein multidisziplinäres Team (z.B. mit Künstlern, Soziologen etc.) einzusetzen.


Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Tagung durch ihre Multidisziplinarität eine breite Herangehensweise an das Thema "Klinische Parapsychologie" ermöglichte. Besonders der Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis war wohl gelungen, da sowohl die parapsychologischen Beratungsteams ihre Erfahrungen aus dem Beratungsalltag in übergeordnete Modelle einordneten, also auch theoretische Vorträge an veranschaulichenden Beispielen nicht sparten. Dies trug zu einer Lebendigkeit der Tagung bei, die jedoch stets einem hohen wissenschaftlichen Standard verpflichtet blieb. Für einen kompletten Neuling auf dem Gebiet der klinischen Parapsychologie war es außerdem interessant, die unterschiedlichen Positionen auf diesem Gebiet kennenzulernen und zu sehen, wie wertschätzend auch kontroverse Themen ausdiskutiert wurden. Besonders die echte Anteilnahme und die Sorge um die Betroffenen, die Schwierigkeiten mit ihren außergewöhnlichen Erfahrungen haben, zogen sich durch die Vorträge hindurch. Meine anfänglichen Bedenken, dass AgE pathologisiert und somit "wegerklärt" werden würden, hat sich nicht bestätigt. Diese anregende Tagung hat gezeigt, wie wichtig klinische Fundierung im Zusammenhang mit AgE ist und wie konstruktiv die behandelten Problematiken angegangen werden können.


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Corinne Dialer, M.A., B.Sc., studierte Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Jura in München. Derzeit schreibt sie ihre Masterarbeit in Psychologie über Nahtoderfahrungen. An der Tagung "Klinische Parapsychologie" nahm sie im Rahmen eines Praktikums am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene teil.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Neue Fachpublikation über den Umgang mit Zeugen paranormaler Erfahrungen im klinisch-medizinischen Bereich 2. Februar 2013

Quelle: igpp.de, anomalistik.de

Montag, 24. Juni 2013

Spuk des Pharao? Kamera dokumentiert eine sich wie von Geisterhand bewegende altägyptische Statuette im Manchester Museum


Aufnahmen unterschiedlicher Phasen der Drehbewegung der Statuette.
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egyptmanchester.files.wordpress.com

Manchester (England) - Im Ägyptischen Museum an der Manchester University scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen - dreht sich doch eine knapp 20 Zentimeter große Opferstatuette des ägyptischen Toten- und zugleich Fruchtbarkeitsgottes Osiris seit einigen Monaten immer wieder wie von Geisterhand in der Vitrine. Während derartige Geschichten gerne in das Reich moderner Großstadtmythen abgeschoben werden, wurde die 180-Grad-Drehung der Statue nun von einer Zeitrafferkamera dokumentiert und sorgt seither für Rätselraten.

UPDATE 22. November 2013: Das Rätsel um die rotierende Statuette konnte gelöst werden. Unsere Meldung dazu finden Sie HIER

"Vor einigen Monaten haben wir bemerkt, dass sich eine unsere Statuetten aus dem Mittleren Reich sehr langsam aber dennoch merklich in ihrer neuen Vitrine in unserer neuen Ausstellung 'Egyptian Worlds' dreht", berichtet der Kurator des Museums, Campbell Price im Museums-Blog "Egypt at the Manchester Museum". "Wir haben eine Zeitrafferkamera aufgestellt, die eine Woche lang jede Minute ein Bild aufnahm und hier ist das Ergebnis."



Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


"Der Grund", so berichtet der Mueums-Blog weiter, "könnten feinste Schwingungen vom Fußballsport oder dem Verkehr von draußen sein. Allerdings steht die Statuette schon seit Jahrzehnten in einer solchen Glasvitrine an nahezu dem gleichen Platz und hat sich noch nie zuvor bewegt. Auch bewegt sich keine der anderen Statuetten in der Vitrine auch nur annähernd. Ein Mysterium? Sehen und urteilen sie selbst."



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Tatsächlich dokumentieren die Zeitrafferaufnahmen eine Drehung der Statue um nahezu 180 Grad innerhalb einer Woche, weshalb sie von Price immer wieder von Hand in ihre, dem Besucher zugewandte, Position zurechtgerückt werden musste.


Die Statuette selbst wurde etwa 1800 v.Chr. von Neb-Senu gefertigt und gelangte 1933 als Spende in das Museum der Manchester University. Auf dem Pfeiler auf der Rückseite befindet sich ein Opfergebet für Verstorbene: "Ein Opfer, welches der König Osiris, dem Herr über das Leben, darbringt. Auf dass diese ein Speiseopfer aus Brot, Bier, Ochsen und Geflügel für das Ka (der altägyptischen Seelenvorstellung) des (Verstorbenen, dessen Name dann auf der Vorderseite solcher Statuetten angebracht wurde) erbringe."



Detailaufnahme der Statuette. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
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Gegenüber der Tageszeitung "Daily Mail" erklärte Price, dass er eine "spirituelle Erklärung" nicht ausschließe: "Eines Tages ist mir aufgefallen, dass sich die Statuette gedreht hatte. Ich war darüber recht verwundert, da ich der einzige bin, der zu der Vitrine einen Schlüssel hat. (Anm. d. GreWi-Red.: Diese Information hat Price mittlerweile wieder revidiert!)


Also drehte ich sie wieder in ihre richtige Position. Doch am nächsten Tag hatte sie sich erneut bewegt. (...) Die Alten Ägypter waren davon überzeugt, dass Statuen als Gefäß für die Seele eines Verstorbenen dienen können, wenn etwa dessen Mumie zerstört wurde. Vielleicht ist es das, was die Bewegung der Statuette erklärt."


Aus der Zeitrafferaufnahme geht allerdings hervor, dass sich die Statuette immer nur während der Tageszeiten und offenbar nicht über 180° hinaus dreht, weshalb kritische Beobachter von einer äußeren Einwirkung auf die Statuette ausgehen.



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Der in England populäre Physiker Brian Cox vermutet, dass es sich um einen Fall von differentieller Reibung der beiden Oberflächen (Statuette und Glas) handelt, die von feinsten Schwingungen ausgelöst werden. "Allerdings befindet sich die Statuette schon immer an einem solchen Platz und sie hat sich noch nie zuvor bewegt", fügt Price hinzu. Auch der Umstand, dass die Statuette schon mehrfach wieder zurückgedreht und dabei ihre Position immer wieder leicht variiert wurde erschwert die Erklärung.

Eine weitere Erklärung könnte, so Price, auch sein, dass die Statuette aus Steatit besteht, der zusätzlich gebrannt wurde und dass sie deshalb auf magnetische Kräfte reagieren könnte.


Doch auch hier stelle sich die Frage, warum die Figur sich erst seit kurzem dreht.
Derzeit denkt Price darüber nach, die Statuette mit Wachs zu fixieren und kommentiert abschließend: "Es wäre faszinierend, wenn sie sich dann imme rnoch drehen würde."


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Quellen: egyptmanchester.wordpress.com, dailymail.co.uk

Freitag, 7. Juni 2013

Wissenschaftler wollen kontrollierte Beweise für spiritistische Seance-Phänomene erbringen


Ausfluss von sogenanntem Ektoplasma während einer der Sitzungen.
| Copyright: felixcircle.blogspot.de


Wien (Österreich) - In einem privaten Bauernhaus in Österreich bemühten sich in den vergangenen Wochen Parapsychologen um Stephen E. Braude, Professor emeritus an der University of Maryland, um wissenschaftliche Beweise von Phänomenen, wie sie typisch für Erscheinungen während spiritistischer Seancen sind. Schon jetzt, so die Forscher, liegen erste sensationelle Ergebnisse, Beweise und faszinierendes Videomaterial von "historischer Bedeutung" vor.

Das private Bauernhaus, so erläutert Kai M. selbst u.a. physikalisches Medium und Mitglied der spiritistischen "Felix Experimental Gruppe" (FEG), bot alle notwendigen Umgebungen für die hohen Anforderungen des speziell für die Sitzungen erstellten wissenschaftlichen Protokolls, das überdurchschnittliche hohe Anforderungen an die Kontrolle des Mediums und bezüglich der Vorkehrungen zum Schutz vor Schwindel vorgab, damit die beteiligten Wissenschaftler später die erzielten Ergebnisse gegen die zu erwartenden Angriffe von skeptischer Seite verteidigen können.


Stephen E. Braude im Bauernhaus. | Copyright: felixcircle.blogspot.de

Schon im dritten Jahr untersucht Professor Braude nun gemeinsam mit zwei deutschen Wissenschaftlern, deren Namen zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden können, sowie begleitet von dem US-amerikanischen Dokumentarfilmer und Filmemacher Robert Narholz die Experimente der FEG.


Die nun dokumentierten Demonstrationen des FEG-Teams unter kontrollierten Bedingungen stellen den Höhepunkt dieser Arbeit dar und sollen schlussendlich in einer Sonderausgabe der anomalistisch-wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Journal of Society for Scientific Exploration" (JSSE) publiziert werden, die auch unter Wissenschaftlern des Mainstreams ein vergleichsweise hohes Ansehen genießt.


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Das wissenschaftliche Protokoll und die Ergebnisse kommentiert Robert Narholz wie folgt: "Die sich anhand des physikalischen Mediumismus zeigenden Phänomene wurden in der Geschichte der parapsychologischen Forschung schon vielfach dokumentiert. Niemals zuvor aber waren alle möglichen Variablen derart auf- und miteinander abgestimmt, wie während unserer 'Österreichischen Woche" im vergangen April 2013.


Die aufopfernde Kooperation mit einem talentierten Medium, die Erfahrung des Teams aus bekannten Forschern kombiniert mit der aktuellen Spitzentechnologie, haben es erstmals überhaupt ermöglicht, auf Video eine vollständige Tisch-Levitation sowie zahlreiche Sequenzen, in denen sogenanntes Ektoplasma austritt und entsteht, zu dokumentieren."


Auch die beteiligten deutschen Wissenschaftler zeigen sich von den Ergebnissen beeindruckt: "Die Kontrollmechanismen unserer Experimente während der FEG-Sitzungen in Österreich hatten ein bislang nicht erreichtes Niveau. Trotz dieser Maßnahmen kam es zu Phänomenen wie Apporten (Anm.d.GreWi-Red.: der Materialisierung von Gegenständen aus dem vermeintlichen 'Nichts' heraus, ...wir berichteten), dem Ausstoß von Ektoplasma und der vollständigen Levitation eines Tisches.



Standbild aus einem der Videos der Tisch-Levitation während einer der Seancen.
| Copyright: felixcircle.blogspot.de


Auch der die Experimente leitende Stephen Braude bezeichnet die Ergebnisse als "von historischer Bedeutung". Trotz der aufs Schärfste kontrollierten Bedingungen habe man "zweifellos die bislang hochwertigsten und besten Videoaufnahmen einer Tisch-Levitation unter derartigen Bedingungen anfertigen können. Von ebensolcher Qualität sind die Videoaufzeichnungen, auf denen das Medium große Mengen an Ektoplasma aus seinem Mund ausscheidet (s. Abb.o.) und dieses mit den Händen verteilt, wobei teilweise die Struktur (des Ektoplasmas) erkennbar wird. Hinzu erhielten wir zwei beeindruckende Apporte - ebenfalls unter guten Beobachtungsbedingungen."


Wie Kai M. gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" berichtete, wird die Arbeit auch zukünftig weitergehen. Konkret werden Experimente mit weiteren Kameras geplant, um eine noch größere Bandbreite an Materialisationen und Raumphänomenen in noch komplexerer Ausformung foto- und videografisch dokumentieren zu können. Auch sind Versuche geplant, das eigentlich flüchtige Ektoplasma zu beproben und eingehend zu analysieren.


Die von Narholz gemachten Aufnahmen werden Teil der Dokumentation "Finding PK" sein der Anfang 2014 veröffentlicht werden soll.


- Einen ausführlichen Bericht zu den Experimenten und Ergebnissen finden Sie HIER


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Mediales Schreiben: Neuroscans belegen veränderte Hirnaktivität während des Kontakts zur Anderswelt 23. November 2013
Neuveröffentlichung: "N gleich 1 - Methodologie und Methodik anomalistischer Einzelfallstudien" 11. Oktober 2011
Spiritistischer Apport: Jenseitsbotschaft von Albert Hofmann 7. April 2009

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