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Samstag, 12. Oktober 2013

Science Camp in Hessdalen 2013 - Ein grenzwissenschaftlicher Reisebericht aus Norwegen - Teil 2


Kameraaugen und Sensoren auf dem Mast der "Blue Box" überblicken das Hessdalen. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Hessdalen (Norwegen) - Seit 2002 veranstaltet das norwegische Østfold University College jedes Jahr das sogenannte "Science Camp". Hierbei werden Schüler und Studenten von und gemeinsam mit Lehrern, Wissenschaftlern und Forschern im norwegischen Hessdalen an die Methoden und Ansprüche aktiver wissenschaftlicher Feldforschung herangeführt und mit technischer Ausrüstung vertraut gemacht. Inhalt der nächtlichen Beobachtungen sind bis heute unerklärte Lichtphänomene, die schon seit mehr als 100 Jahren über dem Hochtal gesichtet und seit Mitte der 1980er Jahre auch wissenschaftlich beobachtet und ausführlich dokumentiert werden konnten. In diesem Jahr war neben deutschen Hessdalen- und UFO-Forscher auch GreWi-Herausgeber Andreas Müller aktiv am "Science Camp 2013" und rund um die Erforschung der Hessdalen-Phänomene vor Ort dabei. Im folgenden zweiten Teil unseres grenzwissenschaftlichen Reiseberichts schildert GreWi-Herausgeber Andreas Müller, die Ergebnisse der Beobachtungen der privaten deutschsprachigen Reisegruppe nach Hessdalen während Zeit des "Science Camp 2013".

...hier geht's zu Teil 1


Grund für die koordinierte Reise von Forschern und Astrofotografen um Bernd Pröschold (hessdalen.de), dem deutschen UFO-Forscher Gerhard Gröschel und Grewi-Herausgeber Andreas Müller war das zur gleichen Zeit stattfindende "Science Camp" rund um die Hessdalen-Forschung. Dies wird nicht zuletzt deshalb auf Anfang September gelegt, weil zu dieser Zeit sowohl die nächtlichen Temperaturen mit zwischen 0 und 5 Grad noch vergleichsweise angenehm sind, sondern weil ab dieser Zeit auch die nordischen Nächte wieder länger beziehungsweise dunkler werden - wodurch die Chance, die primär lichtartigen Hessdalen-Phänomene sehen und dokumentieren zu können, natürlich steigt.


Dass der Zeitpunkt der jährlichen "Science Camps" gut gewählt ist, zeigt u.a. die spektakuläre Sichtung und zugleich fotografische als auch videografische Dokumentation eines Hessdalen-Phänomens durch die Teilnehmer des "Science Camps" im Jahre 2007. Die faszinierte Reaktion der Studenten und Schüler, macht jeglichen weiteren Kommentar der folgenden Videosequenz überflüssig:


Hessdalen-Phänomen 2007


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


Fotoaufnahme mit Spektralfilter (das farbige Spektrum ist im unteren Bildteil zu sehen) des gefilmten Hessdalen-Phänomens, aufgenommen in der Nacht vom 20. Auf den 21. September 2007 vom Berglager Rognefjell aus (Belichtungszeit: 30 Sekunden). | Copyright: Björn Gitle Hauge, Østfold Science Center, hessdalen.org

Hierbei handelte es sich, so Björn Gitle Hauge, um "eines der größten und hellsten Erscheinungen in 25 Jahren. Das Phänomen bewegte sich innerhalb von 30 Sekunden rund zwei Kilometer weit." Die Analyse des Spektrums (s. Abb.) erlaubte die Identifikation der beteiligten Elemente: von Neben den gewöhnlichen Elementen Sauerstoff und Stickstoff konnten auch Silizium, Eisen, Titan und Scandium nachgewiesen werden.


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Sechs Jahre später sorgte, kaum eine Woche vor unserer Ankunft, eine Videoaufnahme, die vom Slettaelet im Hessdalen-Tal aus gemacht wurden, für kontroverse Diskussionen. Während es zunächst den Anscheint hat, als wäre hier lediglich der Start und Flug einer chinesischen Himmelslaterne (Papiertüten, die nach dem Prinzip eines Heißluftballons fliegen und durch einen kleinen Brandsatzsatz befeuert werden, der in der Regel nach 5 bis maximal 10 Minuten erlischt), lässt die "Landung" trotz weiterer Leuchtkraft sowie die deutlich erkennbare Farbveränderung und das immer wieder sichtbare Blinken dieses "Objekts" eine solche Erklärung wenn auch nicht gänzlich ausschließen, dann aber doch zumindest fragwürdig erscheinen. Eine Kontaktaufnahme zum Kameramann scheiterte bislang...


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Unsere eigenen Beobachtungen gemeinsam aber auch beabsichtigt unabhängig vom "Science Camp" begannen mit dem Aufbau der mobilen UFO-Beobachtungsstation von Gerhard Gröschel (www.biz11.de), der sich schon seit Jahren durch seine aktive instrumentelle Feldforschung und den Aufbau auch permanenter Überwachungsanlagen an den europäischen UFO-Hotspots einen Namen gemacht hat.






UFO-Forscher Gerhard Gröschel bei der Einrichtung einer mobilen Überwachungsstation am Hersjøen-See. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Gröschels mobile Station in Hessdalen bestand aus einer Wärmebildkamera, sowie einem Beobachtungs- und Mess-System aus zwei Kameras, die im Normalmodus jede Sekunde ein Bild aufzeichnen. Nur wenn die ebenfalls integrierten Sensoren Veränderungen etwa im Magnetfeld oder dem Gravitationsfeld melden, nimmt die Kamera 25 Bilder pro Sekunde auf. Zudem installierte der Forscher eine permanente Überwachungseinheit im und am Haus des lokalen Hessdalen-Forscher Peder Skugas.


Trotz dieser großen technischen wie zeitlichen Aufwende fällt das Resümee Gröschels über seine einwöchigen Beobachtungen in Hessdalen zurückhaltend aus: "Einzig eine Aufnahme von etwas, das es so nicht geben dürfte, ist mir mit dem System gelungen."


Gröschels Aufnahme vom 8.9.2013 um 0:36:24 Uhr. | Copyright: Gerhard Gröschel, www.biz11.de

"Ein Objekt leuchtet plötzlich auf und fliegt in der nächsten Sekunde kleiner werdend weg. Das Objekt war zufällig im Sichtbereich von drei völlig unterschiedlichen Videokameras. Das war kein Iridium-Flare, kein Flugzeug und auch keine Sternschnuppe. Abschließend erklärt der Forscher:"Das Hessdalen-Phänomen erscheint mir eine höchst seltene Erscheinung, ist aber dennoch real und sollte weiterhin untersucht werden."


"Selten" darf jedoch auch im Falle der Hessdalen-Phänomene als relativer Begriff verstanden werden - schließlich sind nicht nur die Sichtungen sondern auch die dokumentierten Lichterscheinungen über dem Hessdalen-Hochtal häufiger als an den meisten Orten auf dieser Welt.


Wie bereits erwähnt, trägt die permanente Beobachtungs- und Messstation (Blue Box) rund um die Uhr und Jahr für Jahr genau zu dieser Dokumentation der Hessdalen-Phänomene bei. (Ausführliche Informationen über die "Blue Box", deren Daten und bisherige Aufnahmen finden Sie in der Rubrik "Station" unter "hessdalen.org".)



Blick vom Fuße der "Cam 1" über das Bergland von Hessdalen. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Drei der Überwachungskameras der Station sind auch für jeden Internetnutzer als Webcam-Stream zu erreichen. Um die Übertragung dieser Daten noch zu verbessern, beteiligte sich GreWi-Herausgeber Andreas Müller während seines Hessdalen-Aufenthalts, gemeinsam mit Roger Eide vom "Inspiria"-Planetarium und Erling Strand am Verlegen eines LAN-Kabels von der "Blue Box" aus zu einer Kamera, die 200 Meter entfernt, jedoch steil bergauf und im unzugänglich Bergland in einem gesicherten Baumwipfel installiert ist. Seither sind die Bilder dieser Kamera "Cam 1" als Livestream HIER abrufbar. Die Live-Bilder der beiden anderen Kameras finden Sie HIER und HIER


Trotz ausgedehnter Nachtwachen, teilweise von einer der Science-Camp-Stationen aber auch unabhängig davon an Aussichtspunkten in der markanten Berglandschaft des zentralnorwegischen Fjells, gelang es GreWi-Herausgeber Andreas Müller selbst nicht, das Hessdalen-Phänomen eindeutig mit eigenen Augen zu beobachten, geschweige denn zu dokumentieren.


GreWi-Herausgeber Andreas Müller vor der "Blue Box" in Hessdalen. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

"Allerdings konnte ich immer wieder kleiner, jedoch Lichtblitze wahrnehmen, deren Dauer diese Beobachtungen jedoch meist an den Rand der Frage rückten, ob es sich bei diesem Aufblitzen nicht auch um Sinnestäuschungen gehandelt haben könnte, wie sie gerade bei konzentrierten Nacht- und Sternen- bzw. Himmelsbeobachtungen zu erwarten sind. In anderen Fällen waren Lichter zwar deutlicher und konnten auch mehrere Sekunden fixiert werden, doch konnte ich im Nachhinein nicht gänzlich ausschließen, dass es sich nicht vielleicht auch um die Taschenlampe eines Nachtwanderers gehandelt hatte - wenn ich diese Möglichkeit auch aufgrund des meist in der Dunkelheit kaum sicher begehbaren Geländes der abgeschiedenen 'Wildnis' des Hochtals und Fjells als zumindest eher unwahrscheinlich betrachte. Zu einer länger anhaltenden und zweifelsfreien Sichtung eines Hessdalen-Phänomens deutlich oberhalb des Horizonts und damit am Himmel, kam es für mich leider nicht."



Stattdessen wurden Müller und die meisten Teilnehmer an den nächtlichen Beobachtungen in Hessdalen aber in der Nacht auf den 4. September jedoch mit einem Himmelsschauspiel ganz anderer, jedoch nicht minder beeindruckender Art entlohnt: Ein sich weit über den Nachthimmel auftuendes Nordlicht (Aufnahmen kontrastverstärkt). | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de


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Auch der durch seine auf astronomischen Langzeitaufnahmen bekannte Astrofotograf Bernd Pröschold (sternstunden.net) war nicht nur zu astrofotografischen Zwecken in Hessdalen. Seit Jahren schon ist der Fotograf auch vom Hessdalen-Phänomen selbst fasziniert und betreibt hierzu auch die deutsche Info-Seite "hessdalen.de". Gemeinsam mit Pröschold jedoch eigentlich ausschließlich zu astrofotografischen Zwecken nach Hessdalen gereist, war auch der bekannte Astrofotograf Gernot Meiser. Bei Kalibrierungsarbeiten für seine aufwendigen Landschaftspanoramen entstand eine Aufnahme, die unter den Hessdalen-Interessierten zunächst für Rätselraten sorgte und dann zu einem guten Beispiel für die Auswertungs-, Analyse- und Aufklärungsarbeit werden sollte, wie sie von dem angereisten "Team" vor Ort und in der Nacharbeit geleistet wurde.


Schließlich geht es nicht um ein blindes Bestaunen zunächst nicht offenkundiger Merkwürdigkeiten, sondern auch um eine Faktenanalyse, um sich so dem eigentlichen (Hessdalen)-Phänomen zu nähern und nicht darum, sich durch die Fehlinterpretation eigentlich erklärbare Erscheinungen von diesem zu entfernen.



Lichtspuren auf einem Astrofoto am Øyungen-See. Die Lichtspuren setzen an hellen Sternen an. Das Bild wurde 10 Sekunden belichtet bei Blende 2.8 und 2000 Asa. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Gernot Meiser (beschr.: Hessdalen.de)

Die besagte Aufnahme entstand in der Nacht vom 30. auf den 31. August und zeigte bei einer 10-sekündigen Langzeitbelichtung eine Vielzahl merkwürdiger Lichtspuren. Was zunächst für ein Effekt gehalten wurde, der durch Verwackeln bzw. Schwingen der Kamera entstanden sein könnte, wurde bei genauerer Betrachtung jedoch zunächst in Frage gestellt - zeigte sich doch, dass diese "Lichtspuren", die - mit einer Ausnahme (s. f. Abb.) - an hellen Sternen anzusetzen schienen, zwar in ihrem Verlauf ähnlich aber nicht identisch sind. "Dies schien zunächst gegen einen Verwackler zu sprechen, wäre doch zu erwarten, dass dieser an allen hellen Lichtpunkten (in diesem Fall also den Sternen) identische Spuren erzeugt", so Müller. "Diese Spuren waren einander aber zu ähnlich, als dass es sich um Flugspuren angeleuchteter Insekten handeln könnte."


"Müssen diese Schleifen, die beim Verwackeln an hellen Sternen entstehen, absolut identisch sein?", fragte sich Pröschold in der Folge und unterzog diese Vermutung nach der Heimreise einem Test: "Ein in Köln aufgenommenes Bild zeigt die hellen Himmelskörper Kapella und Jupiter. Und bemerkenswerterweise sind die Spuren, die diese beiden Gestirne beim Verwackeln des Fotos hinterlassen, nicht identisch", so der Astrofotograf.


 
In Köln aufgenommenes Testfoto, das bewusst verwackelt wurde. Bemerkenswerterweise sind die Spuren, die Jupiter und Kapella auf dem Bild hinterlassen, nicht vollkommen identisch, obwohl sie von der gleichen Bewegung verursacht wurden. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Bernd Pröschold, hessdalen.de

"Es kann also mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass auch das in Hessdalen aufgenommene Bild lediglich verwackelt ist und kein besonderes Phänomen zeigt."


Pröschold selbst war es dann zum Abschluss und in der letzten Nacht seines diesjährigen Hessdalen-Aufenthalts vergönnt, ein potentielles Hessdalen-Phänomen mittels einer Langzeitbelichtung zu bannen: "In der Nacht vom 07. auf den 08. September 2013 tauchte ein Licht in einer Zeitraffersequenz auf, welches deutlich heller leuchtet als die Sterne. Das Licht ist für mehr als zwei Minuten im Bildausschnitt der Kamera zu sehen und ändert währenddessen seine Helligkeit, Flugbahn und Geschwindigkeit. (...) Das Licht hat eine orange Tönung, und es ist kein regelmäßiges Pulsieren auszumachen. Deutlich zu erkennen ist der Unterschied zu den Positionslichtern eines Flugzeugs (Airplane), die ebenfalls in der Aufnahme zu sehen sind. Eine zweite Kamera mit Spektralgitter war ebenfalls in Betrieb, allerdings drehte das Licht ab, bevor es den Bildausschnitt dieser Kamera erreichte. Visuell konnte das Licht nicht beobachtet werden. Sämtliche Beobachter hatten nach einer anstrengenden Beobachtungswoche zum fraglichen Zeitpunkt bereits ihre Unterkunft aufgesucht."



Lichtphänomen in einer sternenklaren Nacht an der Grenze der Sternbilder Luchs und Zwillinge. Links im Bild sind die Positionslichter eines Flugzeuges zu erkennen, rechts daneben ein schwaches Polarlicht. Das Bild wurde mit einem Vollformatfischauge mit einer Bilddiagonale von 180° aufgenommen. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Bernd Pröschold, hessdalen.de


Vergrößter Bildausschnitt: Die Lichtspur ist unterbrochen, da zwischen 10 Sekunden Belichtungszeit immer 5 Sekunden Belichtungspause fielen. Deutlich sind Änderungen in der Flugbahn des Lichtes zu erkennen. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Bernd Pröschold, hessdalen.de

In Ermangelung einer wissenschaftlichen Erklärung für die Hessdalen-Phänomene, soll dieser Reisebericht mit der Beschreibung fallender Sterne aus den Erzählungen "Vom größten Bilderbuch der Welt" enden, wie sie sowohl auf die darin beschriebenen Sternschnuppen als vielleicht auch auf die Hessdalen-Lichter zutreffen:

"Die wunderlichen Unruhgeister erscheinen im festgefügten Gefunkel des Sternenhimmels meist so unerwartet und in so wechselnder Gestalt - als hell aufblitzendes Strichlein, als lange Bahn von Licht, als goldener Kopf mit feurigrotem Schwanz - dass man vor lauter Staunen über so viel Wunderbarem die eigenen Wünsche leicht vergisst."

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Science Camp in Hessdalen 2013 - Ein grenzwissenschaftlicher Reisebericht aus Norwegen - Teil 1 3. Oktober 2013


Hessdalen-Phänomene: Norwegens Außenminister eröffnet Ausstellungsraum zur Erforschung von unbekannten Himmelsphänomenen in Wissenschaftsmuseum  14. Mai 2013 
Science Camp in Hessdalen wieder ein Erfolg 6. Oktober 2012
Wissenschaftler präsentieren weitere Beweise für Hessdalen-UFOs 29. August 2012

Lichtphänomene: Hessdalen-Webcam wieder online 20. Dezember 2008
Umfangreiche Studie zu norwegischen UFO-Fotos online 2. Februar 2008
Hypothese soll Lichtphänomene von Hessdalen erklären 14. November 2007


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Donnerstag, 3. Oktober 2013

Science Camp in Hessdalen 2013 - Ein grenzwissenschaftlicher Reisebericht aus Norwegen - Teil 1


Blick über das Hessdalen und Umgebung. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Hessdalen (Norwegen) - Seit 2002 veranstaltet das norwegische Østfold University College jedes Jahr das sogenannte "Science Camp". Hierbei werden Schüler und Studenten von und gemeinsam mit Lehrern, Wissenschaftlern und Forschern im norwegischen Hessdalen an die Methoden und Ansprüche aktiver wissenschaftlicher Feldforschung herangeführt und mit technischer Ausrüstung vertraut gemacht. Inhalt der nächtlichen Beobachtungen sind bis heute unerklärte Lichtphänomene, die schon seit mehr als 100 Jahren über dem Hochtal gesichtet und seit Mitte der 1980er Jahre auch wissenschaftlich beobachtet und ausführlich dokumentiert werden konnten. In diesem Jahr war neben deutschen Hessdalen- und UFO-Forscher auch GreWi-Herausgeber Andreas Müller aktiv am "Science Camp 2013" und rund um die Erforschung der Hessdalen-Phänomene vor Ort dabei.

...Teil 1...Teil 2


In Ermangelung genügender Teilnehmer an einem von "grenzwissenschaft-aktuell.de" gemeinsam mit dem Astrofotografen und Hessdalen-Forscher Bernd Pröschold (hessdalen.de) angebotenen Workshop, machte sich eine kleine Gruppe deutscher Forscher Anfang September alleine auf die Reise ins norwegische Mittelgebirge, um eine Woche lang dem Hessdalen-Phänomen auf die Spur zu kommen und auch am diesjährigen "Hessdalen Science Camp" mitzuwirken. Neben Pröschold und Müller war auch der deutsche UFO-Forscher Gerhard Gröschel vom "Institut für technische UFO-Forschung" (www.biz11.de) vor Ort, der seit Jahren mit großem persönlichen Engagement federführend die instrumentelle UFO-Forschung im deutschsprachigen Raum vorantreibt.

Angekommen in Hessdalen stand natürlich zunächst ein Ortstermin an der berühmten "Blue Box" auf dem Terminkalender. Hierbei handelt es sich um die "Hessdalen Automatic Measurement Station" (H-AMS), also um eine permanente automatisierte Überwachungsstation, von der aus seit 1998 Hessdalen mittels Kameras und verschiedener Sensoren (Radar, VLF, Magnetfeld usw.) überwacht und die Hessdalen-Phänomene registriert und dokumentiert werden können.


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Unterstützt wird der Unterhalt der "Blue Box" vom Østfold University College, sowie vom Nationalen Forschungsrat Italiens (Consiglio Nazionale delle Ricerche, CNR) und Wissenschaftlern der astronomischen Fakultät der Università di Bologna, sowie durch Gelder, die von den Hessdalen-Forschern und -Freunden selbst zur Verfügung gestellt werden. Seit 2012 wird die Hessdalen-Phänomen-Forschung zudem durch das norwegische Wissenschaftsmuseum "Inspiria" (inspiria.no) unterstützt, in dem im vergangenen Frühjahr niemand geringerer als der norwegische Außenminister persönlich einen eigenen Ausstellungsraum zum Hessdalen-Phänomen eröffnete (...wir berichteten).



Die kurz als "Blue Box" bezeichnete Station mit Blick auf das 12 Kilometer lange Hessdalen-Hochtal. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

"Von derartigen UFO-Forschungsbedingungen kann man andernorts nur träumen", zeigt sich GreWi-Herausgeber Müller beeindruckt. "Allerdings trügt auch hier der erste Schein, da die Gelder nicht derart umfangreich vorhanden sind, wie es zunächst scheint. Trotz der Beteiligung verschiedener großer Forschungseinrichtungen, mangelt es auch hier oft an den finanziellen Mitteln und ein Großteil der Arbeit wird von den Wissenschaftlern um Erling Strand und Björn Gitle Hauge mehr oder weniger ehrenamtlich, in deren Freizeit und neben dem normalen Lehrbetrieb geleistet. Dennoch kann die Einrichtung und das Engagement in Hessdalen weltweit wohl als einzigartig bezeichnet werden - zumal an der Erforschung auch naturwissenschaftliche und akademische Institutionen beteiligt sind."


Diesem Umstand ist es aber auch zuzuschreiben, dass die beteiligten Wissenschaftler und Forscher sich mit der Definition ihrer Forschungsinhalte in der Öffentlichkeit etwas schwer tun bzw. darum bemüht sind, sich von dem mit (außerirdischen) Vorurteilen und Klischees UFO-Begriff, wie er in großen Teilen der (nicht zuletzt medial geprägten) Öffentlichkeit verbreitet ist, zu befreien: "Zunächst wurden die Hessdalen-Phänomene (HP) als 'UFOs' bezeichnet", erläuterte Erling Strand schon zuvor in einem Interview mit "grenzwissenschaft-aktuell.de" (...wir berichteten). "Verwendet man die Definition nach Prof. J. Allen Hynek (und "UFO" damit als Kürzel für "unidentifiziertes Flugobjekt), so wäre diese Bezeichnung durchaus zutreffend.



Aufnahme eines klassischen Hessdalen-Phänomens im Oktober 1982. | Copyright: Arne P. Thomassen, Project Hessdalen/hessdalen.org
 
Auch wir haben diese Bezeichnung zu Beginn verwendet, haben dann aber schnell bemerkt, dass der Gebrauch dieses Kürzels den Umgang und die Kommunikation der Hessdalen-Phänomene gegenüber der Wissenschaftsgemeinde erschwert oder gar behindert. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden die Erscheinungen hier mit dem Begriff "Hessdalen-Phänomene" zu beschreiben und allgemein von UAPs (unidentified aerial phenomena = unidentifizierte Phänomene im Luftraum) zu sprechen. Das hat uns Vieles erleichtert. Wir verwenden den Plural - Phänomene statt Phänomen - da es durchaus sein könnte, dass wir (in Hessdalen) unterschiedliche Arten von Phänomenen beobachten und untersuchen."



Hessdalen-Phänomen-Forscher Erling P. Strand bei Wartungsarbeiten in und an "seiner" Blue-Box. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Strand selbst kam zu seinem Interesse an den Hessdalen-Phänomenen als er diese "selbst mit eigenen Augen gesehen hatte und herausfand, dass sowohl Laien als auch die Wissenschaftsgemeinde nicht glauben wollten, dass solche Dinge existieren. Stattdessen wurden Menschen, die derartige Phänomene gesehen hatten, lächerlich gemacht. Das hat mich besonders gereizt. Zugleich fand ich heraus, dass es viele Wissenschaftler gab, die ebenfalls an solchen Phänomenen interessiert waren, sich jedoch nicht wagten, dies öffentlich einzugestehen. Mir war klar, dass ich zunächst beweisen musste, dass diese Phänomene real sind, um sie weiterführend studieren zu können."


Um das Studieren, bzw. die Beobachtung und Dokumentation der Hessdalen-Phänomene bemüht sind auch die seit 2002 jährlich durchgeführten einwöchigen "Science Camps".



Das Feldcamp der Science-Camp-Station auf oberhalb des Øyungen-Sees.
| Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de


Auch in diesem Jahr wurden hierzu an insgesamt vier Stationen im Bergland des Hessdalen Forschungscamps aufgeschlagen, von welchen aus die Schüler, Studenten und Forscher die Landschaft mittels verschiedenster Kamerasysteme (Langzeit, Video, optisch und UV), sowie mit Hilfe von Niedrigfrequenzantennen und Radar.



Wissenschaftlicher Nachwuchs bei der nächtlichen Beobachtungsarbeit an der Øyungen-Station. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Radarbeobachtungscamp auf dem Gipfel des Skarvan. | Copyright: sciencecamp.no

Das Ergebnis der von den Camps aus durchgeführten Beobachtungen 2013 fasst Erling Strand wie folgt zusammen: "In diesem Jahr waren 31 Schüler, sechs Lehrer und ebenfalls sechst Mitglieder von Inspiria und dem Østfold College auf drei Stationen und dem Hauptquartier stationiert. Zu den eingesetzten Instrumenten gehörten Kameras im optischen wie im ultravioletten Lichtspektrum, VLF-Antennen und Spektralanaysierer. Zudem wurden Wetterdaten erhoben und radioaktive Strahlung gemessen. Auch in diesem Jahr wurden jede Nacht kleine Lichter beobachtet und konnten teilweise sogar fotografiert werden. Diese Aufnahmen werden jedoch derzeit ebenso wie die sonstigen umfangreiche Daten noch ausgewertet. Hinzu waren Forscher und Journalisten auch aus den Niederlanden, Deutschland und natürlich Norwegen anwesend. Französische Wissenschaftler haben zwei neue dauerhafte Stationen in Betrieb genommen, die das Magnetfeld und das elektrische Feld im Boden messen und beobachten."


Neben den direkt am "Science Camp" teilnehmenden Schülern, Studenten und Forschern waren auch in diesem Jahr unabhängige Forscher, Fotografen und Journalisten zum "Science Camp" angereist und beteiligten sich sozusagen unabhängig an der großflächigen Überwachung und Beobachtung des insgesamt 12 Kilometer langen Hochtales.


Über diese diesjährigen Ergebnisse dieser privaten Beobachtungen berichten wir im zweiten Teil unseres Berichts...


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