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Dienstag, 17. März 2015

Yeti-DNA-Studie: Forscher zweifeln an Eisbären im Himalaya


Symbolbild: Historische Aufnahme eines Eisbären | Copyright: gemeinfrei


Washington (USA) - Während das Ergebnis einer DNA-Analyse angeblicher Yeti-Haare durch ein Team um den Oxford-Genetiker Brian Sykes Vertreter der Theorie einer noch unbekannten Großprimatenart im Himalaya enttäuschte, lieferte es zugleich den Nachweis einer vermeintlichen zoologisch-kryptozoologischen Sensation: Die Existenz einer urzeitlichen Eisbärenart im Himalaya (...wir berichteten). Eine Überprüfung der Analyseergebnisse im vergangenen Dezember hatte dann jedoch ergeben, dass diese Schlussfolgerung auf einem Fehler beruht und die Haare nicht von einem urzeitlichen sondern einem modernen Eisbären stammen (...wir berichteten). Aufgrund der weit voneinander entfernt gelegenen Fundorte der untersuchten Haarproben stellte diese Erkenntnis zwar keinen Beweis für einen unbekannten Großprimaten, dafür aber für einen dennoch für hiesige Verhältnisse exotischen unbekannte und mit modernen Eisbären verwandten Großbären im Himalaya dar. Jetzt zweifeln US-Genetiker aber auch an dieser Erklärung.

Wie Eliecer Gutierrez of the Smithsonian Institution und Ronald Pine vom Natural History Museum and Biodiversity Research Center an der University of Kansas nun aktuell im Open-Access-Fachjournal "ZooKeys" (DOI: 10.3897/zookeys.487.9176) berichten, handele es sich wahrscheinlich weder um Haare des klassischen Yeti, noch um die eines urzeitlichen oder modernen Eisbären, sondern lediglich um Haare von im Himalaya bekannten Braunbären.


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Die Daten der Analyse zeigten schlicht und einfach zu viele Überlappungen mit den RNA-Analysen gewöhnlicher Braunbären auf, als dass man diese Bärenart als Ursprung der untersuchten Proben ausschließend könne.

Gegenüber NBC-News hat Sykes die nun von Gutierrez und Pine veröffentlichte Einschätzung als "vollständig von statistischer Natur" bezeichnet: "Diese Erklärung könnte richtig sein, oder aber auch nicht. (...) Wie ich das schon wiederholt gesagt habe, ist der einzige Erkenntnisweg nun der, dass man im Himalaya einen lebenden Bären finden muss, dessen RNA mit jener der Proben übereinstimmt. Dazu muss man seinen Hintern aber natürlich von Schreibtisch weg in den Himalaya begeben. (...) Die wahren Helden in diese Angelegenheit sind doch jene Personen, die selbst tatsächlich in den Himalaya gegangen sind, mit den Menschen vor Ort gesprochen, und diese Haare gefunden haben. Die dann so weise waren, einige davon aufzubewahren und diese für unsere Untersuchungen zur Verfügung gestellt hatten."


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Donnerstag, 29. Januar 2015

VIDEO: Kanufahrer filmt angeblichen Südstaaten-Bigfoot "Skunk Ape"


Standbild aus dem Video. | Copyright/Quelle: Matt M. / bigfootevidence.blogspot.com

Tampa (USA) - Ein Kanufahrer will in den Sümpfen außerhalb von Tampa im US-Bundesstaat Florida den Südstaaten-Cousin des legendären Bigfoot, ein dort als "Skunk Ape" (Stinkaffe) bezeichnetes Wesen nicht nur gesehen sondern auch gefilmt haben. Sollte sich der Film als authentisch erweisen, dürfte er zu den besten Filmbeweisen für die Existenz einer bislang zwar von Volkslegenden überlieferten und von zahlreichen Augenzeugen - nicht jedoch wissenschaftlich beschriebenen, aufrechtgehenden Art von Großprimaten zählen.

UPDATE 31.01.2015:
Wir haben diese Meldung mit einer neuen stabilisierten Version des Videos mit Fokus auf den vermeintlichen Skunk Ape akualisiert (s.unten).


Wie die Bigfoot-Blog "Bigfoot Evidence" berichtet, wurde ihm die Aufnahme am 26. Januar von Matt M. zugeschickt, der während einer Kanu-Tour durch knapp 100 Hektar großen Lettuce Lake Park im Hillsborough County plötzlich etwas durch den dicht von Alligatoren bevölkerten Sumpf "gehen und schwimmen" gesehen haben will. Weil er glaubte, dass es sich um einen hier seltenen Bären handeln könnte, begann Matt zu filmen.

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"Ich war mit dem Kanu in den Sümpfen des Lettuce Lake Park unterwegs, als ich etwas sah, das ich zunächst für einen Bären hielt. Ich habe später dann einer Park-Rangerin davon erzählt, doch die zeigte sich verwundert und erklärte mir, dass sich Bären nur sehr selten in den Sumpf wagen und dass es grundsätzlich nicht sehr viele Sichtungen hier gäbe. Ich habe ihr dann mein Video gezeigt und sie sagte, dass sie nicht wisse, was das sei. Ich habe dann eine Nachrichtenmeldung über eine Bigfoot-Sichtung hier von vor einigen Wochen gesehen und dachte, dass es da vielleicht einen Zusammenhang geben könnte. Ich selbst habe nie wirklich an die alten Skunk-Ape-Legenden geglaubt. Als ich mir nun aber (das Video) genauer angeschaut habe, bemerkte ich, dass (dieses Wesen) lang, schwingende Arme hat und sich mit Leichtigkeit durch den hier wirklich sehr dichten Sumpf bewegt. Ich kann mir das ganz bestimmt nicht erklären. Ich selbst bin nicht sehr nahe herangekommen, hoffe aber, dass das Video vergrößert werden kann."

Das Originalvideo


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Beobachter stimmen mit Matts abschließender Einschätzung und Beobachtung überein: "Sollte es sich hier um einen Menschen und damit Schwindler in einem Affenkostüm handeln, so ist das entweder ein vollkommener Idiot oder Irrer. Dieses Ding geht, schwimmt und tauchte in einer Gegend in der es von Alligatoren und Wassermokassinschlangen nur so wimmelt. Ich selbst habe (dieses Wesen) eine Zeit lang beobachtet. Als es mich dann aber offenbar bemerkte, ging es in tieferes Wasser, tauchte unter und verschwand. Tauchte dann paddelnd wieder auf und war dann irgendwann nicht mehr zu sehen."


Stabilisierte Version

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GreWi-Top 5

Einige Betrachter wollen darüber hinaus sogar erkennen, dass das Wesen in dem Video einen Ast, einen Fischer oder aber auch eine Schlange in den Händen hält.

Selbst der meist kritische Bigfoot-Forscher und Video-Analytiker Phil Poling (Parabreakdown) zeigt sich in seiner ersten Analyse einer bildstabilisierten und kontrastverstärkten Version von der Aufnahme angetan und stimmt den Beobachtungen, die einen Menschen im Affenkostüm als Erklärung zumindest in Zweifel ziehen, ebenfalls zu – obwohl man auch das anhand des Video schlussendlich natürlich nicht völlig ausschließen könne.



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Montag, 29. Dezember 2014

Die 5 interessantesten Bigfoot-Videos


Weltweit kennen Märchen, Legenden und moderne Sagen Berichte über Begegnungen mit menschenähnlichen "Ungeheuern", die in den kaum besiedelten Waldgebieten des Kaukasus, der mongolischen Steppe, im Himalaya, China, auf den indonesischen Inseln, im australischen Outback und natürlich in den Wäldern Nordamerikas zuhause sein sollen. Seit Foto- und Filmkameras erschwinglich wurden und heute in Form von Smartphones nahezu jederzeit zur Verfügung stehen, wurden und werden diese Wesen immer wieder auch auf Film gebannt - entsprechende Aufnahmen zugleich aber auch von jeher kontrovers diskutiert. Im folgenden präsentiert GreWi die unserer Meinung nach 5 interessantesten dieser Filmdokumente der nordamerikanischen Varianten, die als Bigfoot, Sasquatch und Skunk Apes bekannt sind.

1. Der Patterson-Gimlin-Film (1967)
Am 20. Oktober 1967 filmten Roger Patterson und Robert "Bob" Gimlin am Bluff Creek in Kalifornien ein massiges und gänzlich behaartes, aufrecht gehendes, zudem offenkundig weibliches Wesen, wie dieses, sich noch einmal zur Kamera umdrehend, im nahen Unterholz und Wald verschwindet. Seit ihrer Veröffentlichung wird die Aufnahme wie kaum eine andere von Kritikern vehement angezweifelt und als Schwindel (Mann im Affenkostüm), von Bigfoot-Forschern hingegen als einer der besten Filmbeweise für die Existenz der schon in der Indianer-Folklore beschriebenen Wesen bezeichnet. Im Gegensatz zu immer wieder kolportierten gegenteiligen Behauptungen haben die beiden Filmer - Patterson (14.02.1933 – 15.01.1972) und Gimlin - selbst nie eingestanden, dass es sich um einen Schwindel handelt. Bob Gimlin steht bis heute in Zusammenarbeit mit Kryptozoologen und auf Konferenzen zur Authentizität seiner Aufnahmen. Statt dessen behaupteten jedoch verschiedene Personen entweder an der Herstellung des Kostüms beteiligt oder sogar der "Mann im Affenkostüm" gewesen zu sein. Bigfoot-Forscher sind hingegen davon überzeugt, entsprechende Behauptungen anhand anatomischer und proportionaler Analysen des Wesens im Patterson-Gimlin-Films, entkräften zu können.

Hier zunächst das Original...


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...und eine stabilisierte Version der Aufnahmen


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- Eine ausführlicher Diskussion der Fakten zum Patterson-Gimlin-Film finden Sie HIER und HIER



GreWi-Links zum Patterson-Gimlin-Film:
- Bigfoot oder Affenkostüm...?
- Hollywood-Kostüm-Experte ist überzeugt: "Wesen in historischem Bigfoot-Film ist kein Mensch im Kostüm!"
- Neue Expertenanalyse: Bigfoot-Aufnahmen von 1967 sind authentisch


2. The Brown-Thermal-Footage (2013)
Am 30. Oktober 2013 gelangen Forschern zwischen 23:00 und 23:15 Uhr Aufnahmen eines massigen primatenartigen Wesens mit einer FLIR-Wärmebildkamera (FLIR) in den Wäldern nahe Grey Harbours im US-Bundesstaat Washington. Vergleiche der Ausmaße und Proportionen mit denen eines Menschen zeigen deutlich die im wahrsten Sinne des Wortes "gewaltigen" Unterschiede.


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Ein Breakdown des Videos des für seine kritischen Videoanalysen bekannten Forschers Phil Poling (Parabreakdown)


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3. Der Paul-Freeman-Film (1994)
1994 gelangen dem ehemaligen Forestranger Paul Freeman Aufnahmen einer vermeintlichen Familie von Bigfoot bzw. Saquatch in den Blue Mountains in Washington. Auch wenn die Qualität des Films selbst eher schlecht ist, konnten mit Bildbearbeitungs- und Stabilisierungsmethoden einige Details und Merkmale der aufrecht gehenden "Wood Apes" (Waldaffen) herausgearbeitet werden.

Stabilisierte Version des Paul-Freeman-Films und das Original...


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4. Der Marble-Mountain-Film (2001)

Im Juni 2001 entdeckte Jim Mills während einer Wanderung mit einer Jugendgruppe in den Marble Mountains im US-Bundesstaat Kalifornien eine hüttenartige Struktur und wurde dann auf ein merkwürdiges Wesen aufmerksam, das die Gruppe von einem Berghang aus zu beobachten und mit deren Anwesenheit nicht gerade einverstanden zu sein schien. Auch hier sprechen anatomische und proportionale Merkmale des aufrecht gehenden Wesens gegen einen entfernten gewöhnlichen Wanderer als Erklärung.


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GreWi-Meldung zum Marble-Mountain-Film:

- Vor 10 Jahren: Camper entdecken mögliche Bigfoot-Hütte und filmen Bigfoot aus der Ferne

5. Police-Dash-Cam-Video (2009)

In der Nacht des 16. Mai 2009 sah und filmte ein Polizeibeamter in Begleitung einer Sozialarbeiterin die Bordkamera ein affenartiges Wesen, das auf zwei Beinen laufend unmittelbar vor dem Auto erstaunlich schnell eine Straße im Lumpkin County im US-Bundesstaat Georgia überquerte. Auch wenn die Aufnahme aufgrund der schlechten Lichtqualität kaum Details des "Wesens" zeigen, wirken die Reaktionen der Zeugen, die ebenfalls von der Dash-Cam aufgezeichnet wurden, sehr authentisch. Filmten die Beamten ein Exemplar der Südstaaten-Variante von Bigfoot & Sasquatch, den sogenannten Stinkaffen "Skunk Ape"?


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Freitag, 19. Dezember 2014

Verwirrung um Yeti-DNA-Analyse: DNA stammt von modernem Eisbären - nicht von Himalayabären


Archivbild: Eisbär. | Copyright: Hannes Grobe/AWI, CC-BY-SA 2.5

Oxford (England) - Erst gestern berichteten wir über einen Fehler bei der Identifizierung der DNA-Analyseergebnisse angeblicher Yeti-Haarproben durch den Oxford-Genetiker Dr. Brian Sykes und Kollegen. In dieser gestrigen Meldung berichteten wir, dass die DNA nicht, wie von Sykes und Kollegen ursprünglich berichtet, mit der eines urzeitlichen Eisbären, sondern mit der des Himalayabären übereinstimme. Heute müssen wir leider eingestehen, dass auch diese Zuordnung falsch war, bzw. von uns nicht korrekt dargestellt wurde. GreWi bittet dies an dieser Stelle zu entschuldigen. Richtig ist: Die in den angeblichen Yeti-Proben gefundene DNA stammt nicht von einem urzeitlichen Eisbären des Pleistozäns sondern stimmt zu 100 Prozent mit der moderner, heute lebender Eisbären überein. Was diese Bären jedoch im Himalaya zu suchen haben, ist weiterhin rätselhaft.

Unser Fehler entstand durch eine Vermischung unterschiedlicher Quellen der Nachricht. Hauptsächlich durch die in unserer Meldung zitierten Originalpublikationen im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" und einer uns vorliegenden dazugehörigen (von GreWi in der Meldung jedoch nicht genannten) Meldung der BBC.


Wie die US-Kryptozoologe Loren Coleman in seinem Artikel richtig feststellt, hat der BBC-Autor die Fakten der neuen Zuordnung offenbar etwas vorschnell (wenn auch möglicherweise im Sinne der Autoren) weiterinterpretiert und diese Interpretation fälschlicherweise als Zitat der Autoren gekennzeichnet.


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Die Fakten, wie sie auch in der Originalpublikation von Dr. Ceiridwen Edwards von der University of Oxfordshire und Dr. Ross Barnett vom Statens Naturhistorikse Museum der Universität Kopenhagen aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2014.1712) und in der Antwort von Dr. Brian Sykes und Kollegen (DOI: 10.1098/rspb.2014.2434) zu finden sind, sind folgende:
- Die ursprüngliche Schlussfolgerung (von Sykes et al.), dass die angebliche Yeti-DNA zu 100 Prozent mit der eines urzeitlichen Eisbären übereinstimmt ist falsch.
- Richtig ist, dass die angebliche Yeti-DNA zu 100 Prozent mit der eines modernen Eisbären (Ursus maritimus) übereinstimmt.
Während (wie auch von GreWi gestern falsch berichtet) die Übereinstimmung der angeblichen Yeti-DNA mit der des zwar seltenen aber dennoch im Himalaya beheimateten Himalayabären (Ursus arctos isabellinus) keine Merkwürdigkeit darstellen würde, stellt der durch die DNA-Analyse belegte Umstand der Existenz mindestens zweier Eisbären mit einem Altersunterschied von rund 40 Jahren (entspricht dem Altersunterschied der analysierten Proben) im für Eisbären eigentlich fremden Himalaya die Forschung weiterhin vor ein Rätsel.

Und nun macht auch die Schlussbemerkung in der Antwort von Sykes et al. Zum nachgewiesenen Fehler wieder Sinn: "In unserem Originalartikel unterstreichen wir, dass die wahre Identität dieses faszinierenden Tieres neu definiert werden muss - vorzugsweise durch eine DNA-Sequenz aus einer frischen Gewebeprobe, die von einem lebenden Exemplar gewonnen wird, angesichts derer die DNA-Degeneration keine Bedenken mehr darstellt."


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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Fehlerhaftes Studienergebnis: Yeti-DNA stammt doch nicht von urzeitlichem Eisbär im Himalaya


Der Himalayabär (Ursus arctos isabellinus). | Copyright: German Stimban (WikiCommons), CC BY-SA 3.0

Oxford (England) - Während das Ergebnis einer DNA-Analyse angeblicher Yeti-Haare durch ein Team um den Oxford-Genetiker Brian Sykes Vertreter der Theorie einer noch unbekannten Großprimatenart im Himalaya enttäuschte, lieferte es zugleich den Nachweis einer vermeintlichen zoologisch-kryptozoologischen Sensation: Die Existenz einer urzeitlichen Eisbärenart im Himalaya (...wir berichteten). Jetzt jedoch hat eine Überprüfung der Analyseergebnisse ergeben, dass diese Schlussfolgerung auf einem Fehler beruht - den auch die Autoren um Sykes eingestanden haben.

UPDATE 19.12.2014
Erst gestern berichteten wir über einen Fehler bei der Identifizierung der DNA-Analyseergebnisse angeblicher Yeti-Haarproben durch den Oxford-Genetiker Dr. Brian Sykes und Kollegen. In dieser gestrigen Meldung berichteten wir, dass die DNA nicht, wie von Sykes und Kollegen ursprünglich berichtet, mit der eines urzeitlichen Eisbären, sondern mit der des Himalayabären übereinstimme. Heute müssen wir leider eingestehen, dass auch diese Zuordnung falsch war, bzw. von uns nicht korrekt dargestellt wurde. GreWi bittet dies an dieser Stelle zu entschuldigen. Richtig ist: Die in den angeblichen Yeti-Proben gefundene DNA stammt nicht von einem urzeitlichen Eisbären des Pleistozäns sondern stimmt zu 100 Prozent mit der moderner, heute lebender Eisbären überein. Was diese Bären jedoch im Himalaya zu suchen haben, ist weiterhin rätselhaft. weiterlesen... + + + 

Wie Dr. Ceiridwen Edwards von der University of Oxfordshire und Dr. Ross Barnett vom Statens Naturhistorikse Museum der Universität Kopenhagen aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2014.1712), in dem schon Sykes und Kollegen ihre DNA-Studie veröffentlicht hatten (...wir berichteten) berichten, handele es sich bei der festgestellten Übereinstimmung der untersuchten "Yeti-DNA" mit der eines urzeitlichen Eisbären des Pleistozäns um einen Fehler. Stattdessen stimme die identifizierte DNA mit der einer seltenen Braunbärenart überein:
"Der Himalayabär (Ursus arctos isabellinus, s. Abb.) ist eine Unterart des Braunbären und lebt in den Höhenregionen des Himalaya, in den entlegenen Bergregionen Pakistans, Nepals, Tibets, Bhutans und Indiens. Die Populationen der auch als Isabellbären bekannten Himalayanbären sind klein, leben isoliert und sind in vielen Teilen dieser Gebiete extrem selten. Der in dieser Region meist gebrauchte Name für diese Bären ist Dzu-Teh, ein nepalesischer Begriff für 'Rinder/Viehbär' und diese Bären werden schon seit langem mit dem Mythos des Yeti assoziiert."
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In einer ebenfalls in den "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichten Antwort (DOI: 10.1098/rspb.2014.2434) haben Professor Brian Sykes, Terry W. Melton und der Leiter des Naturkundemuseums Lausanne Dr. Michel Sartori den Fehler anerkannt. Dieser sei durch eine unvollständige Suche in der GenBank verursacht worden:
"Auch wenn dieser Fehler zweifellos unglücklich ist, verändert er jedoch nicht die (grundsätzliche) Schlussfolgerung unserer aus den (angeblichen) Yeti-Haaren extrahierten Sequenzen, noch entwertet er die in unserem Artikel diskutierten möglichen Erklärungen." Auch werde die Schlussfolgerung, dass die untersuchten Proben nicht von einem bislang unbekannten Primaten stammen, von dem Fehler nicht beeinträchtigt.
In unserem Originalartikel unterstreichen wir, dass die wahre Identität dieses faszinierenden Tieres neu definiert werden muss - vorzugsweise durch eine DNA-Sequenz aus einer frischen Gewebeprobe, die von einem lebenden Exemplar gewonnen wird, angesichts derer die DNA-Degeneration keine Bedenken mehr darstellt."
+ + + GreWi-Kommentar
Bislang ist noch unklar, ob Sykes und Kollegen mit dem "faszinierenden Tier" ihres letzten Satzes den Himalayabären meinen, oder ob (und wenn ja warum) sie weiterhin von einer unbekannten Tierart im Himalaya als Kern des Yeti-Mythos ausgehen. Derzeit sind wir um eine Antwort auf diese Frage bemüht und werden umgehend berichten, sobald uns diese vorliegt.

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Mittwoch, 17. Dezember 2014

Taniwha - Zeigt Google Earth die Seeschlange der Maori?




Satellitenaufnahme der Oke Bay in Neuseeland vom 30. Januar 2014. | Copyright/Quelle: Google Earth/Maps

Hamilton (Neuseeland) - Wieder einmal sorgt eine Entdeckung eines ungewöhnlichen Bilddetails auf Satellitenaufnahmen des Online-Atlanten Google Earth/Maps für Aufsehen und kontroverse Diskussionen. Auf der Aufnahme der Oke Bay an der Ostküste des Far North District auf der Nordinsel Neuseelands ist im seichten Küstenwasser ein ungewöhnlich langer, schlangeförmiger "Schatten" zu sehen, von dessen Spitze aus eine deutliche Bugwelle ausgeht. Zeigt die Aufnahme ein bekanntes Tier, die Spur eines Bootes oder vielleicht sogar das von den neuseeländischen Ureinwohnern als Taniwha bezeichnete Ungeheuer?

Entdeckt hat das ungewöhnliche Bilddetail Pita Witehira aus Hamilton, als er seinen Urlaubsort auf Google Earth betrachten wollte. Gegenüber der "Daily Mail Australia" erklärte der Ingenieur, dass das rund 12 Meter lange Objekt wohl zu groß für eine bekannte Haiart sei. Zudem bewege sich dieses Objekt aber so schnell und zu scharfkurvig, als dass es um einen Wal handeln könne. Auch ein Boot schließt Witehira aus. Zwar verursache das Objekt eine vergleichbare Bugwelle, doch fehle der charakteristische Schaum auf dem Wasser, wie er von Booten, die eine solche Bahn und Welle erzeugen, von deren Motoren erzeugt werde. Zur Erläuterung präsentiert Witehira Google-Earth-Aufnahmen solcher Boote mit vergleichbaren Bugwellen.



Satellitenaufnahmen von Motorbooten, die vergleichbare Bugwellen, zugleich aber auch deutlich erkennbare Schaumkronen darauf erzeugen. | Copyright/Quelle: Google Earth/Maps

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Tatsächlich kennt der Mythen- und Legendenschatz der Ureinwohner Neuseelands ein Wesen, das die Maori Taniwha nennen. Das drachen- oder schlangenähnliche Fabelwesen lebt demnach vornehmlich in Höhlen, Gewässern und im Meer und ist sowohl dafür berüchtigt, Menschen zu fressen, als auch diese zu beschützen.


Traditionelle Maori-Darstellung eines Taniwha. | Copyright: gemeinfrei

Zugleich erinnert die aktuelle Google-Earth-Aufnahme an einen bis heute kontrovers diskutierten Klassiker der Kryptozoologie - also jenem Forschungszweig, der nach zwar zahlreich von Legenden und Augenzeugen, jedoch von der Wissenschaft noch nicht beschriebenen Tierarten sucht: Am 12. Dezember 1964, gelangen Robert Le Serrec angeblich zufällig drei Aufnahmen eines dunklen kaulquappen-schlangenartigen Objekts vor der australischen Insel Hook Island. Begleitend zu seiner Fotoreihe erklärte der Fotograf, dass sich die "Seeschlange" zunächst nicht bewegt und er schon vermutet habe, dass das Tier tot sei. Erst als er sich ihm näherte, habe es sein Maul geöffnet und sei auf ihn und seine Familie zu, dann aber davongeschwommen.


Robert Le Serrecs Aufnahmen einer vermeintlichen Seeschlange vor Hook Island im Dezember 1965. | Copyright: Robert Le Serrec

Seit der Veröffentlichung der Aufnahmen wird über deren Authentizität und das, was sie zeigen kontrovers diskutiert. Neben der Vermutung, dass es sich tatsächlich um ein unbekanntes seeschlangenartiges Tiere handeln könnte, vermuten Kritiker, die Aufnahme zeige einen übergroßen Plastiksack, wie er von der US-Navy zum Abschleppen von Benzin benutzt wurde. Andere sehen in dem "Wesen" einen abgestürzten und mit Tang bedeckten Wetterballon oder sogar eine vom Fotografen in trügerischer Absicht im seichten Gewässer platzierte, entsprechend geformte Plastikfolie.


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Montag, 1. Dezember 2014

Bigfoot oder Affenkostüm...?


Archiv: Standbild aus Filmaufnahmen aus dem Jahr 1967, der vielen Bigfoot-Experten als bislang bester Bildbeweis für die Existenz der nordamerikanischen legendären "Waldmenschen" gilt. | Copyright: Patterson u. Gimlin

Washington (USA) - Geht es um die Frage, was angebliche Beweisfotos von Bigfoot, Sasquatchs oder Yeti zeigen, so sind sich viele Betrachter schnell mit Skeptikern einig: Ein Mann im Affenkostüm. Tatsächlich gehört der berühmte "Monkey Suit" zweifelsohne zur Standardausrüstung eines jeden Bigfoot-Schwindels. Doch hält die Behauptung auch der Analyse stand? Bigfoot-Forscher sind überzeugt, dass dem nicht so ist und präsentieren ihre auf Anatomie und Proportionen basierenden Analysen.

Schon der wohl berühmteste Foto- bzw. Filmbeweis für Bigfoot, der sogenannte Patterson-Gimlin-Film (s. Foto o.) steht seit seiner Erstveröffentlichung Ende der 1960er Jahre in dem Ruf, lediglich einen großen Mann in einem ausgefeilten Affenkostüm zu zeigen. Tatsächlich zeigen sich alleine in den USA etwa Zweidrittel der in Umfragen befragten Personen davon überzeugt, dass das hier zu sehende Wesen in Wirklichkeit ein Mann im Affenkostüm sei. Zudem hält sich hartnäckig die Behauptung, die Filmer, Robert Gimlin und der mittlerweile verstorbene Roger Patterson hätten dies bereits vor langer Zeit auch so eingestanden. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Robert "Bob" Gimlin steht bis heute in Vorträgen und in Interviews (1, 2) zu seinem Film.

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Zugleich behauptetet Bob Heironimus schon Ende der 1960er Jahre Freunden gegenüber immer wieder, er sei der "Mann im Gorillakostüm" und auf dem Patterson-Gilmlin-Film zu sehen. Auch Heironimus steht bis heute zu dieser Aussage.

Allerdings präsentierte schon im vergangenen Jahr der professionelle Masken- und Kostümbildner Bill Munns die Ergebnisse seiner bislang fünfjährigen Untersuchungen und Analyse des Patterson-Gimlin-Films und kommt ebenfalls zu dem Schluss: "Das Wesen in dem historischem Bigfoot-Film ist kein Mensch im Kostüm!" (...wir berichteten).


Aktuell hat sich auch der Informatiker, Filmemacher und Animator "Thinker Thunker" der Frage um natürliche und falsche Proportionen angenommen und präsentiert seine Ergebnisse in einem aktuellen Video:



Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Vor diesem Hintergrund hat sich "Thinker Thunker" auch das derzeit neuste angebliche Bigfoot-Video vorgenommen und die hier zu sehenden "Wesen" proportional analysiert und auch die – auch angesichts des Patterson-Gimlin-Films - immer wieder vorgebrachte Behauptung von angeblich verwendeten Armlängerungen miteinbezogen.



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Donnerstag, 20. November 2014

Echtes "Einhorn" in Slowenien erlegt


Der Schädel des slowenischen Einhorn. | Copyright: Eva Klevska, eveofcleves.blogspot.de

Celje (Slowenien) - In Slowenien hat ein Jäger einen Rehbock mit einem massiven einzigen zentralen Geweih erlegt, was dem Tier zweifelsohne das Aussehen eines klassischen Einhorns verlieh. Bei der Deformität handelt es sich um eine seltene Form des Fehlwuchses, bei dem die eigentlich zwei Gehörne zu einem zusammengewachsen waren. Forscher sehen in dem seltenen Wuchs eine Erklärung für die gerade im Mittelalter beliebten Mythen um sagenhafte Einhörner.

Erlegt wurde das Tier im vergangenen August von einem Jäger nahe Celje in der Region Savinjska. Wie "National Geographic" berichtet, erklärte der das Tier untersuchende Wissenschaftler Bostjan Pokorny vom Forschungsinstitut ERICO Velenje, dass er selbst noch nie einer solche Abnormität gesehen habe. Der Jäger unterstreicht indes, dass er das Tier aufgrund seines schon fortgeschrittenen Alters und nicht wegen seines sonderbaren Fehlwuchses erlegt habe. Diesen habe er aus der Schussentfernung zunächst gar nicht als solchen erkannt.

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Einhornmosaik auf einem Kirchenfußboden von 1213 in Ravenna. Nicht nur, dass das hier dargestellte Horn dem des jetzt erlegten Rehbocks stark gleich. Dieses Einhorn hat sogar statt die eines Pferdes bzw. sog. Einhufer die typischen Paarhufe eines Rehs. | Copyright: gemeinfrei (mate2code, WikimediaCommons)

Bereits im Juni 2008 wurde in einem italienischen Naturpark in der Toskana ein 10 Monate alter Rehbock mit nur einem Horn entdeckt (s. Abb.l.) und vom Naturwissenschaftlichen Zentrum Prato (CSN) dokumentiert. Historische Ausprägungen dieser morphologischen Anomalie lege die Vermutung nahe, dass in der Vergangenheit gesichtete Hirsche, Rehe oder andere Tiere mit nur einem Horn und nach antiker Vorlage des Einhorn-Symbols den Mythos realer Einhörner mit besagter Physiognomie entstehen ließen.


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Saola Wiederentdeckt: "Asiatisches Einhorn" tappt in die Kamera-Falle 14. November 2013
Archäologen finden mythologische Einhorn-Höhle in Nordkorea 5. Dezember 2012

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Donnerstag, 6. November 2014

Seeungeheuer Champ: Neue Hydrophon- und Videoaufnahmen belegen erneut unbekanntes Lebewesen im Lake Champlain


Camp-Klassiker: 1977 gelang Sandra Mansi diese Aufnahme, nachdem sie und ihre Vater "Champ" aus direkter Nähe beobachtet haben wollen (s.f.Video). | Copyright: Sandra Mansi Sunny Press

Burlington (USA) - Neben dem schottischen Loch Ness gilt der Lake Champlain im US-Bundesstaat Vermont an der Grenze zu Kanada als einer der für einen sagenumwobenen Bewohner berühmtesten Binnenseen. "Champ", so der Kosename des angeblichen Ungeheuers, wurde erstmals 1609 und seither mehr als 600 mal gesichtet. Doch ähnlich wie angesichts seines schottischen Verwandten Nessie, fehlen von Champ bislang direkte physische Beweise. Forscher wollen nun zum wiederholten Male unter Wasser Geräusche aufgezeichnet haben, die zumindest jenen Klick- und Quieklauten gleichen, wie sie von Weißwalen (Belugas) bekannt sind. Handelt es sich bei Champ also um einen bzw. eine Population von Belugas oder um ein Lebewesen, dass sich ähnlicher Laute bedient? Neben den akustischen Aufnahmen gelangen den Forscher im vergangenen Sommer auch drei Videoaufnahmen mindestens eines großen Tieres im See.

Wie der Lokalsender "WCAX" berichtet, ist Dennis Hall schon seit 1985 auf der Suche nach Champ. Damals will er das "Ungeheuer" zum ersten selbst mit eigenen Augen gesehen haben. Seither ist er auch mit Unterwassermikrophonen auf der Jagd nach Beweisen für die Existenz von Champ.


Gemeinsam mit Katy Elizabeth von der kryptozoologischen Forschungsorganisation "Champ Search" gelangen Hall erst kürzlich Aufnahmen, die sich beide Forscher seither nicht erklären können. Dennoch stellen sie fest: "Irgendetwas muss diese Geräusche aber schließlich verursacht haben."


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Am ehesten gleichen die Aufgezeichneten Unterwassergeräuschen jenen Klängen, die Belugas zur Kommunikation untereinander oder zur Jagd erzeugen. Darüber hinaus gibt es etwa eine handvoll weiterer Arten, die derartige Geräusche von sich geben. Auch Hall selbst beschriebt, dass er etwas "großes, weißes und torpedoförmiges" im See gesehen habe. Auch eine solche Beschreibung kann mit dem Aussehen eines Weißwals in Übereinstimmung gebracht werden.

Was "singt" im Lake Champlain (Aufnahmen ab 01:20)

WCAX.COM Local Vermont News, Weather and Sports-
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Darüber hinaus gelangen den Forscher auf ihren Expeditionen im vergangene Sommer drei Videoaufnahmen, die offenbar ebenfalls ein unbekanntes und großes Lebewesen im Lake Champlain bestätigen.


Die Ergebnisse der Lake Champlain Expedition 2014


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Tatsächlich handelt es sich bei den aktuellen Aufnahmen nicht um die ersten Beluga-ähnlichen Töne die im Lake Champlain bereits aufgezeichnet werden konnten: Schon 2003 suchten Forscher für den Discovery Channel im See nach Hinweisen auf das Ungeheuer. 2009 gelangen zudem der Biologin Elizabeth von Muggenthaler vom "Fauna Communications Research Institute" Bio-Sonar-Aufnahmen im See, die sie keinem darin bekannten Lebewesen zuordnen konnte (...wir berichteten). Die Wissenschaftlerin selbst ist für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Bio-Akustik und für ihre Entdeckungen bekannt, dass auch Okapis, Giraffen und Nashörner Infraschall zur Kommunikation nutzen. 1992 sorgte sie für Aufsehen, als es ihr gelang den walartigen "Jagdgesang" des seltenen Sumatra-Nashorns aufzeichnen.



Weißwale (Beluga) in einem Aquarium. | Copyright: Hohum (Wikimedia Commons), CC by-SA 2.5

Wer nun aber glaubt, dass angesichts der neuen Hydrophon-Aufnahmen das Rätsel um Champ damit eine einfache Erklärung gefunden habe und dass Champ also ein verirrter Beluga oder eine ganze Gruppe von Weißwalen sei, der irrt. Schließlich sollte keines der bekannten Lebewesen, die unter Wasser derartige Geräusche von sich geben, in Süßwasserseen beheimatet sein.


Vom Sender auf die Aufnahmen angesprochen, will auch der Biologe Bill Ellison vom Echo Lake Aquarium and Science Center in Burlington das Szenario von Belugas im Lake Champlain nicht kategorisch ausschließen, dennoch sei dies "höchst unwahrscheinlich". Der Experte vermutet vielmehr, dass Hall stattdessen einen Stör gesehen habe.


Tatsächlich wurde jedoch schon ein Weißwal in einem Seitenkanal des Richelieu River, einem Abfluss des Sees, nahe St. Lawrence, ein Beluga gesichtet.


"Nicht nur, dass es den Tieren wirklich schwer fallen dürfte, überhaupt in den See zu gelangen, sie hätten es hier auch schwer, zu überleben", erläutert der Biologe weiter. "Da sie normalerweise im Salzwasser leben halte ich es für wirklich höchst unwahrscheinlich, dass ein Beluga durch den Richelieu in den Champlain schwimmt und dazu dann auch noch von niemandem gesehen wird."



Detailvergrößerung aus Sandra Mansis Foto (s.o.) von 1977. | Copyright: Sandra Mansi Sunny Press

TV-Doku über Sandra Mansis Sichtung und Foto


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Interessanterweise stammen die neusten Hydrophon-Aufnahmen nur 8 Meilen von jener Stelle, an der 1849 nahe Charlotte Fossilien von Belugas entdeckt wurden. Noch vor der Eiszeit war der Champlain direkt mit dem Atlantik verbunden. Nach dem Rückgang der Gletscher wurde er vom Land abgeschlossen und einige Wale und andere Meereslebewesen waren darin gefangen und verendeten. Einige Arten passten sich jedoch an die neue Umgebung, darunter beispielsweise der Atlantische Lachs. Auf die Theorie von angepassten Belugas erwidert Elliston, dass ihm nicht bekannt sei, das Weißwale dazu in der Lage seien.


Doch was erzeugt dann akustische und Bio-Sonar-Signale im Lake Champlain?
Derzeit sind Biologen um eine genaue Analyse der neuen Aufzeichnungen bemüht.


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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Warum gehen Bigfoot & Co nicht in Kamerafallen? Studie offenbart visuelle und akustische Schwachstellen von Wildtierkameras


Bigfoot vor der Kamerafalle? | Copyright: Boar


Coffs Habour (Australien) - Seit einigen Jahren sorgen versteckt und getarnte Kamerafallen immer wieder für zoologische Sensationen, wenn die automatisierten Wildtier-Kamerafallen exotische, vom Aussterben bedrohte oder sogar schon ausgestorben geglaubte Tierarten in freier Wildbahn dokumentieren (...wir berichteten 1, 2). Auch in der Kryptozoologie - also dem Forschungszweig, der nach Tieren sucht, die zwar bereits vielfach von Legenden und Augenzeugen, jedoch noch nicht wissenschaftlich beschrieben wurden - kommen Kamerafallen zum Einsatz. Besonders bei der Suche nach angeblichen noch unbekannten Großprimaten wie dem nordamerikanischen Waldmenschen. Bislang jedoch mit kaum nennenswertem Erfolg. Eine aktuelle Studie könnte nun erklären, warum die Fotofallen an Bigfoot und Sasquatch scheitern.

Für Wissenschaftler wie dem Anthropologen und international anerkannten Experten für den aufrechten Gang, Dr. Jeffrey Meldrum von der Idaho State University, sind die Indizien und Beweise in Form von Hinterlassenschaften der kryptiden Primaten wie u.a. Fuß- und Handabdrücke sowie die unzähligen Augenzeugenberichte mehr als ausreichend, um von der Existenz der immer noch mysteriösen Wesen auszugehen.


Doch auch Meldrum weiß um die Problematik, dass Foto- und Filmbeweise für die Existenz des Bigfoot selten sind und diese - mit Ausnahme einer kontrovers diskutierten Filmsequenz aus den 1960er Jahren - meist nur in Form unscharfer und verwackelter, aus der Ferne aufgenommener und zudem meist vielfach interpretierbarer Aufnahmen vorliegen.



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Auch der Einsatz von automatisierten Wildtierkameras in Gegenden, in denen es gehäuft zu Bigfoot-Sichtungen kommt oder Regionen wie der Olympic-Halbinsel im US-Bundesstaat Washington, die von Bigfoot-Forschern sogar als "Habitate" der legendären Wesen bezeichnet werden, änderte an dieser Situation bislang nur wenig. Zwar liegen zahlreiche Aufnahmen von Kamerafallen vor, die einen Bigfoot zeigen könnten – doch auch angesichts dieser Bilder ist eine eindeutige Bestimmung dessen, was genau die Kamerafallen ausgelöst hatte und auf den Aufnahmen zu sehen ist, nicht möglich.


Gewöhnliches Wild, ein kranker Bär oder doch Bigfoot? Eine Zuordnung ist angesichts solcher Aufnahmen nicht möglich. (Ausführliche Informationen und Diskussionen zu diesen finden Aufnahmen finden Sie HIER) | Copyright: R. Jacobs

Nicht zuletzt aus diesem Grund stehen entsprechende Aufnahmen unter ständiger Kritik, die auf die fehlende Beweiskraft verweist und in einigen Fällen sogar simple Fälschungen unterstellt.



Auge in Auge mit Bigfoot? Trailcam-Aufnahme aus Virginia. | Copyright: Barry Arrington

Die Frage, warum Bigfoot & Co nur so selten oder sogar gar nicht in Kamerafallen tappen, wird natürlich auch innerhalb der Gemeinde der Kryptozoologen seit Jahren diskutiert. Allgemeiner Konsens unter den Bigfoot-Forschern ist, dass es sich um sehr intelligente und wachsame Wesen handelt, die selbst gut getarnte Kamerafallen erkennen und wohlmöglich aufgrund ihrer sensiblen Sensorik schon von Weitem wahrnehmen können und entsprechende Orte meiden.


Während derartige Vermutungen von Kritikern und Skeptikern bislang ebenso in das Reich der Fantasie verbannt wurden, die wie Existenz der Wesen überhaupt, zeigt nun eine von der Bigfoot-Thematik gänzlich unabhängige Untersuchung australischer Wissenschaftler, dass entsprechende elektrisch Kamerasysteme trotz Tarnung tatsächlich eine Vielzahl von akustischen und visuellen Signalen aussenden, wie sie zwar von uns Menschen nicht - dafür aber wahrscheinlich von vielen Tieren wahrgenommen werden können.


Wie das Team um Paul D. Meek von der University of Canberra aktuell im Fachjournal "PLoS One" (DOI: 10.1371/journal.pone.0110832) berichtet, sei bislang nur wenig darüber bekannt, wie Tiere auf die elektrischen Instrumente und ihre Emission reagieren.


"Es gibt Fälle, in denen Forscher davon berichten, dass Tiere auf die Kamerafallen direkt reagieren", so Meek. "Für die Forschung ist dies jedoch ein meist unerwünschter Effekt und es ist wichtig zu wissen, warum und von was genau die Tiere gestört werden."


In ihrer Studie haben die Forscher 12 Modelle von Kamerafallen auf akustische Emissionen im für Menschen hörbaren und im Ultraschallbereich, sowie auf visuelle Emissionen im sichtbaren und infraroten Lichtspektrum untersucht und dabei festgestellt, dass "nahezu alle Kamerafallen Töne und Lichtsignale von sich geben, die von einer Vielzahl von Säugetieren wahrgenommen werden können."


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Hollywood-Kostüm-Experte ist überzeugt: "Wesen in historischem Bigfoot-Film ist kein Mensch im Kostüm!" 30. Juni 2013

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Donnerstag, 18. September 2014

Zum 70sten: Reinhold Messner will nächstes Jahr den Yeti-Bären finden


Reinhold Messner | Copyright: A. Savin (auf Wikimedia Commons), CC by-SA 3.0

Bozen (Italien) - Gestern, am 17. September, hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert: Der wohl berühmteste Bergsteiger der Welt, Reinhold Messner. Neben seinen alpinistischen Leistungen zählt sich Messner selbst auch zu den wenigen Augenzeugen des Yeti - auch wenn er selbst davon überzeugt ist, dass dieser ein Bär und kein "Schneemensch" ist. Durch neuste Genanalysen angeblicher Haar- und Gewebeproben sieht sich die Bergsteiger-Legende in seiner Theorie bestätigt und will schon im kommenden Jahr selbst nach seinem Yeti-Bären suchen.

Aus etwa 20 Metern Entfernung habe der den Yeti-Bären damals gesehen. "Dieser ist nur nachts unterwegs und in der Nacht sind alle Schatten grau", so Messner in einem aktuellen Interview mit der Bild-Zeitung und führt weiter aus: "Ich habe in meinen 10-jährigen Forschungsarbeiten diesen Bären auch mit Nachtsichtgeräten beobachtet. Als mir 1986 klar wurde, dass dieser Bär die zoologische Figur ist, die zur Yeti-Legende passt, habe ich diese Bären verfolgt. Das hat mich sehr viel Zeit und Geld gekostet."


Durch jüngste Genanalysen von Haar- und Gewebeproben, die angeblich von Yetis stammen sollen, sieht sich Messner in seiner Bären-Theorie als Erklärung für den Yeti bestätigt: "Ich würde den Kopf verwetten, dass dieser Bär die zoologische Entsprechung der Yeti-Legende ist."


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Allerdings ist die Zuordnung der analysierten Proben zu einem tatsächlich angeblichen klassischen Yeti, also einem wissenschaftlich noch nicht beschriebenen aufrecht gehenden Großprimaten, eher anekdotischer Natur und nicht ganz so eindeutig, wie dies gerade die Mainstream-Medien angesichts der Genanalysen gerne behaupten.

Zu Hintergrund: Nachdem der anerkannte Oxford-Genetiker Brian Sykes gemeinsam mit dem Leiter des Naturkundemuseums Lausanne, Michel Sartori, die untersuchten Haare eine bislang unbekannten jedoch noch zumindest bis vor 40 Jahren im Himalaya lebenden urzeitlichen Eisbären zuordnen konnte, kann man überall hören und lesen, die Analyse hätte gezeigt, dass der Yeti in Wirklichkeit (nur) ein Bär ist. Faktisch betrachtet ist diese Deutung der Analyseergebnisse jedoch falsch: Das einzige, was die Studie und das Ergebnis zeigen konnte ist, dass die untersuchten Proben von einem solchen Bären stammen (...wir berichteten).



Zum Thema

Schon 2015, so bestätigte Messners Büro auf Anfrage von "grenzwissenschaft-aktuell.de" (GreWi), wolle Reinhold Messner auf eine Expedition nach dem Yeti-Bären im Himalaya suchen. Genauere Details wolle er derzeit noch nicht verraten. Auf diese will er dann bei gegebener Zeit in einem Interview mit GreWi eingehen. Jetzt wolle er erst einmal Geburtstag feiern. Es sei ihm gegönnt.

Herzlichen Glückwunsch, Reinhold Messner!


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Dienstag, 9. September 2014

Fischer fängt "Riesengarnele"


Riesiges Krustentier am Angelhaken vor Fort Pierce. | Copyright/Quelle: Steve Bargeron / facebook.com/MyFWC

Fort Pierce (USA) - Einem amerikanischen Angler ist Mitte vergangener Woche ein ungewöhnlicher Fang an die Angel geraten: Mit einer Länge von annähernd einem halben Meter stellt die im wahrsten Sinne des Worten Riesen-Garnele örtliche Biologen vor ein Rätsel. Um welche Art es sich genau handelt ist ebenso unklar wie die Antwort auf die Frage, warum das Tier so groß ist.

Wie die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) auf ihrer Facebook-Seite berichtet, gelang der unerwartete Fang einem Angler an den Hafendockanlagen von Fort Pierce.


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Weitere Fotos des Reisenfangs. | Copyright/Quelle: Steve Bargeron / facebook.com/MyFW

Glücklicherweise wurde der ungewöhnliche Vorfall von einem weiteren anwesenden Angler, Steve Bargeron, fotografiert, bevor der Riesenschrimp wieder ins Wasser geworfen wurde.


Naturalistische Darstellung eines Fangschreckenkrebses aus R A Lydekker - The Royal Natural History

Laut dem FWC vermuten Biologen, dass es sich um eine Art von Fangschreckenkrebs handelt, die trotz ihres ähnlichen Aussehens, nicht mit Garnelen sondern mit Heuschreckenkrebsen (Stomatopoda) verwandt sind. Weitere Untersuchungen der Aufnahmen sollen nun dazu führen, das riesige Krustentier noch genauer zu identifizieren.


Tatsächlich sieht das Tier einem Fangschreckenkrebs sehr ähnlich. Bislang war jedoch nicht bekannt, dass die Tiere annähernd einem halben Meter lang werden können. Die größten bislang bekannten Exemplare erreichten eine Länge von rund 30 Zentimetern.


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Quelle: FWC

Freitag, 5. September 2014

Neuentdeckte Tiefseeorganismen könnten unbekanntem Ur-Tierstamm angehören


Aufnahmen der "neuen" urzeitlichen Organismen. | Copyright: Just et al.

Kopenhagen (Dänemark) - Dänische Biologen haben zwei neue Arten pilzförmiger Meeresorganismen entdeckt. Die Organismen sind mehrzellig und meist unsymmetrisch aufgebaut und konnten bislang keinem der bekannten zoologischen Stämme zugeordnet werden. Die Forscher vermuten, es könnte sich einen frühen Tierstamm handeln, der Ähnlichkeiten zu eigentlich schon seit 600 Millionen Jahren ausgestorbenen Organismen aufzeigt.

Wie Jean Just, Reinhardt Møbjerg Kristensen und Jørgen Olesen von der Universität Kopenhagen aktuell im Fachjournal "PLoS One" (DOI: 10.1371/journal.pone.0102976) berichtet, entdeckten sie die sonderbaren Organismen gemeinsam mit anderen bereits 1986 in Tiefen zwischen 400 und 1000 Metern vor der südöstlichen Australischen Kontinentalhang, doch erst jetzt ist es ihnen gelungen, die beiden Arten pilzförmiger Organismen aus den Proben zu isolieren. Allerdings sei es ihnen nicht gelungen, die Lebewesen einem der bekannten Stämme oder Arten der Zoologie zuzuordnen.


Aus diesem Grund haben die Forscher die beiden Organismen einer neuen Gattung mit den Bezeichnungen Dendrogramma enigmatica und Dendrogramma discoides zugeschrieben, die der ebenfalls neuen Familie der sogenannten Dendrogrammatidae angehören.


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Allerdings fanden die Forscher auch Ähnlichkeiten zwischen den so neu beschriebenen Dendrogrammatidae und Mitgliedern der Ctenophora (Rippenquallen) und Cnidaria (Nesseltiere) und vermuten deshalb, dass Dendrogrammatidae mit diesen Stämmen zumindest verwandt sein könnten.

Dendrogrammatidae weisen zudem auch Ähnlichkeiten zu Lebensformen (Ediacara) auf, die schon vor 600 Millionen Jahren im Präkambrium ausgestorben sind und wie sie von einigen Forschern als "erster Versuch mehrzelligen Lebens" gedeutet wurden (...wir berichteten 1, 2).


Da die Proben in Formaldehyd und 80-prozentigem Ethanol aufbewahrt worden waren, und dieser Umstand etwa eine Molekularanalyse unmöglich macht, hoffen die Forscher anhand frischer Exemplare der Dendrogrammatidae schon bald mehr über deren Verwandtschaftsverhältnisse zu anderen Organismen zu erfahren.


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Quelle: plosone.org

Mittwoch, 27. August 2014

Lagarfljótsormurinn: Kommission hält Seeschlangen-Video für echt


Standbild aus dem Video. | Copyright: Hjörtur E. Kjerúlf

Fljótsdalshérao/ Island - Glaubt man jahrhundertealten Legenden wie auch modernen Augenzeugenberichten, so soll - ähnlich wie der schottischen Loch Ness - auch der See Lagarfljót im Osten Islands Heimat eines mysteriösen Seeungeheuers sein. 2012 sorgte eine Videoaufnahme eines vermeintlich schlangenartigen Wesens im eisigen Wasser eines Zuflusses des Sees für ebenso viel Aufsehen wie kontroverse Diskussionen. Jetzt hat eine Kommission der örtlichen Behörden und des Tourismusverbandes dieses Video als echten Beweis für die Existenz von Lagarfljótsormurinn - so der unaussprechliche Name des Ungeheuers - und den Kameramann mit einem zuvor ausgelobten Preisgeld ausgezeichnet. Berechtigte Zweifel am Video bleiben dennoch bestehen.

Erste Berichte über das Ungeheuer im Lagarfljót stammen aus dem Jahr 1345. Laut einer Legende soll es sich um einen großen Wurm handeln. Das Video selbst ist der letzte angebliche Beweis für die Existenz von Lagarfljótsormurinn. Aufgenommen wurde das Video am 2. Februar 2012 von Hjörtur Kjerúlf und damals auf dem Internetportal des "Icelandic National Broadcasting Service" "RUV.is" veröffentlicht (...wir berichteten).


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Wie "IcelandReview.com" berichtet, hat jetzt eine 13-köpfige Kommission des Stadtrates von Fljótsdalshérað das Video für echt erklärt und sieht darin einen Beweis für die Mythen um Lagarfljótsormurinn. Als Preisgeld für die schon seit 1997 gemeinsam mit dem lokalen Tourismusverband ausgeschriebene Suche nach Beweisen für den Seewurm erhielt Kjerúlf jetzt rund 3.300 Euro. Zugleich befürwortet die Kommission eine weitere Erforschung und Suche nach Lagarfljótsormurinn.

Kjerúlfs Video der angeblichen Seeschlange Lagarfljótsormurinn


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+ + +GreWi-Kommentar

Betrachtet man das Video genau, so hat es zunächst tatsächlich den Anschein, als bewege sich hier ein großes wurm- bzw. schlangenartiges Tier sogar gegen die Strömung des teilweise vereisten Zuflusses.

Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass diese "Schlange" zu keiner Zeit wirklich ihre Position verändert - und dass, obwohl das Video immerhin fast 3 Minuten dauert. Überzeugen Sie sich selbst und vergleichen Sie die Position des "Kopfes" zu Beginn des Videos anhand der vereisten Ufermerkmale in der rechten Bildhälfte mit den Aufnahmen am Ende des Videos.


Interessanterweise gibt es noch ein weiteres Video, das ebenfalls Lagarfljótsormurinn zeigen soll - und auch hier entsteht zunächst der Eindruck eines sich unmittelbar unterhalb der Wasseroberfläche dahinschlängelnden Lebewesens. Doch auch hier zeigt sich nach genauerer Betrachtung, dass diese "Schlange" ihre Position im Fluss kaum verändert.


Weiteres Lagarfljótsormurinn-Video vom März 2012


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Wir vermuten, dass es sich hierbei um ein teilweise vereistes Stück Stoff, Plastik, ein Netz, Seil oder eine Pflanze handelt, die sich am Boden verfangen hat und in der Folge an der Oberfläche in der Strömung treibt, wodurch der Eindruck einer schlängelnden Vorwärtsbewegung entsteht. Dieser Eindruck wird durch die mit der Strömung vorbeitreibenden Eisstücke noch verstärkt. In Wirklichkeit ist diese Vorwärtsbewegung jedoch nur eine optische Täuschung, wie der vergleich mit dem Ufer in beiden Videos deutlich zeigt. Das Video selbst ist zweifelsohne echt - es handelt sich also nicht um manipulierte Aufnahmen. Nur scheint das Seeungeheuer nicht aus Fleisch und Blut zu sein.


Ein Beweis für die Existenz von Lagarfljótsormurinn steht also - zumindest nach Meinung der GreWi-Redaktion - weiterhin aus. Vielleicht können jedoch die geforderten weiteren Erforschungen des Mythos dies zukünftig ändern?


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Quelle: icelandreview.com
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