https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Posts mit dem Label PSI-Phänomene werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label PSI-Phänomene werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. März 2015

Studie belegt neuronale Präkognition: Nervenzellen erkennen Berührung schon bevor sie passiert


Bei Berührung senden die Tasthaare von Ratten Informationen an Nervenzellen in der primären sensorischen Hirnrinde. | Copyright: Evgeny Bobrov, 2015

Berlin (Deutschland) - Werden Ratten an ihren Tasthaaren berührt, dann sind Nervenzellen im Gehirn der Tiere bereits vor der Berührung aktiv. Besonders bei Körperkontakt mit Artgenossen ist dieser Effekt stark ausgeprägt, berichten Berliner Forscher und zeigen damit, dass Nervenzellen in der primären sensorischen Hirnrinde, dem sogenannten barrel cortex, eine Berührung schon im Voraus erkennen. Wie genau dies geschieht ist indes noch unklar.

"Artgenosse oder Rattenfalle? Um diese Frage zu beantworten, nutzen Ratten ihre Tasthaare. Mit ihrer Hilfe können sie auch im Dunkeln verschiedene Objekte und Texturen wahrnehmen", erläutert die Pressemitteilung des Bernstein Zentrums Berlin

an der Humboldt-Universität zu Berlin.

...GreWi in eigener Sache
Ihnen gefällt das täglich kostenfreie Nachrichtenangebot von grenzwissenschaft-aktuell?
Über unsere aktuelle CrowdFunding-Kampagne können Sie GreWi noch bis zum 2. April 2015 unterstützen. Weitere Informationen und unsere Dankeschön-Gegenleistungen für Ihre Unterstützung finden Sie HIER.
Vielen Dank!



"In unserer Studie haben wir die elektrische Spannung, die über der Zellmembran der Gehirnzellen herrscht, gemessen. Sie ist Grundlage für die Weiterleitung von Signalen und somit quasi die 'Sprache' der Nervenzellen“, erklärt Erstautorin Constanze Lenschow. "Als wir die Membranspannung während der Berührungen der Tasthaare untersuchten, stellten wir fest: Sie ändert sich schon vor der tatsächlichen Berührung. Übersetzt heißt das: Die Nervenzellen fangen zu reden an, bevor sie das Thema des Gesprächs kennen." Dieser Befund widerspricht der bisherigen Auffassung, dass der barrel cortex lediglich Tastinformationen repräsentiert. Als Erklärung für den Beobachteten Effekt schlagen die Neurobiologen nun vor, dass der Hirnbereich noch weitere Sinnesreize verarbeitet. 

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Die vorausgehende Nervenzellaktivität könnte auf einem Schnüffeln der Ratten beruhen, dass durch sozialen Kontakt hervorgerufen wird", erläutert Hauptautor Michael Brecht. Ebenso denkbar seien Gerüche in Form von Pheromonen oder akustische Laute, die die Nagetiere im Ultraschallbereich aussenden. Für diese Hypothesen spreche, dass der Kontakt durch Artgenossen und Nichtartgenossen unterschiedliche Wirkungen auslöst.

"Werden die Tasthaare durch eine andere Ratte berührt, so hat dies größere Spannungsschwankungen zur Folge, als wenn sie etwa durch eine ausgestopfte Ratte oder die Hand des Versuchsleiters berührt werden", berichtet Lenschow weiter. Bislang wusste man wenig darüber, wie das Tasthaar-Sinnessystem biologisch bedeutungsvolle Informationen, wie Sozialkontakt, verarbeitet. Das Ergebnis der Wissenschaftler deutet auf einen Unterschied zwischen einfachen und sozial komplexen Reizen hin. Ein wichtiger Befund für das Forschungsfeld: Bisher haben viele Studien die Rolle des barrel cortex untersucht, indem sie mit künstlichen Reizen die Tasthaare stimuliert haben. Das Ergebnis ihrer aktuellen Studie haben die Forscher in der Fachzeitschrift "Neuron" (DOI:

10.1016/j.neuron.2014.12.059) veröffentlicht.

grenzwissenschaft-aktuell

Montag, 16. Februar 2015

Buchneuerscheinung: "Experimentelle Parapsychologie - Ein Einführung"


Buchumschlag "Experimentelle Parapsychologie". | Copyright: Ergon Verlag

Würzburg (Deutschland) - Gibt es wissenschaftliche Beweise für Außersinnliche Wahrnehmung, Psychokinese oder Präkognition? Zu diesen Fragen werden seit über 100 Jahren systematische Experimente durchgeführt. Ein neuer Band, der mittlerweile 11. Band, aus der Reihe "Grenzüberscheitungen" im Ergon Verlag, gibt eine detaillierte und kritische Übersicht über den aktuellen Kenntnisstand der experimentellen Parapsychologie.

Der Autor, Stefan Schmidt stellt Befunde zu den Themenbereichen Telepathie, Hellsehen, Präkognition, Blickwahrnehmung, direkter mentaler Interaktion und Psychokinese anhand von Metaanalysen vor und erläutert dieser.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Darüber hinaus wird die Übersicht mit einer Darstellung theoretischer Ansätze ergänzt. Dabei geht der Autor auch auf die speziellen methodischen Anforderungen an die experimentelle Parapsychologie ein und thematisiert die besondere Stellung dieser oft umstrittenen Disziplin.

'Experimentelle Parapsychologie'
können Sie hier bestellen:

Prof. Dr. phil. Stefan Schmidt, Dipl.-Psych., leitet die Sektion Komplementärmedizinische Evaluationsforschung am Universitätsklinikum Freiburg i. Br. und unterrichtet am Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

grenzwissenschaft-aktuell.de

Mittwoch, 4. Februar 2015

Tagung zu außerordentlichen Bewusstseinszuständen am Deutschen Hygiene-Museum in Dresden


Symbolbild: Detail aus "Der Flug zum Himmel" (Hieronymus Bosch, etwa 1500). | Copyright: gemeinfrei

Dresden (Deutschland) - Unter dem Motto "Geist und Gehirn. Was wir vom Bewusstsein (nicht) wissen" findet am 27. Februar 2015 eine Tagung über außerordentliche Bewusstseinzuständen wie Nahtoderfahrungen und terminale Geistesklarheit statt.

Organisiert wurde die Tagung in Kooperation zwischen dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden, der Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit Dresden, der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen und der Evangelischen Akademie Meißen und dem Institut für katholische Theologie der Technischen Universität Dresden.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Zum Inhalt der Tagung erläutert das Deutsche Hygiene-Museum folgendes: "Aktuelle Ergebnisse der Erforschung außerordentlicher Bewusstseinszustände insbesondere in Todesnähe, beispielsweise Nahtoderfahrungen und terminale Geistesklarheit, lassen Zweifel an der Grundannahme aufkommen, das menschliche Bewusstsein sei grundsätzlich an messbare Gehirnaktivitäten gebunden. Die Einordnung dieses Befundes schwankt zwischen esoterischer Stilisierung zum 'Jenseitsbeweis' und reduktionistischer Erklärung zur 'Illusion'. Dagegen gilt es, auf intellektuell redliche Weise zu erwägen, inwiefern die Zweifel am gängigen Paradigma begründet sind und welche alternativen Erklärungsansätze sich rational verantworten lassen. Die Tagung schließt an aktuelle Diskussionen an, bei denen die offenen Punkte unseres Wissens über das Sterben zutage kommen. Es soll nunmehr eine genauere Bestimmung und ein klareres Verständnis des Verhältnisses von Geist und Materie im Allgemeinen sowie von Bewusstsein und körperlichem Gehirn im Besonderen angebahnt werden."

Die Themen der Vorträge:

- Was wissen wir über Nahtoderfahrungen? Definition, Häufigkeit, Forschungsstand

- Wenn Sterbende uns überraschen: ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe
- Vom Umgang mit rätselhaften Phänomenen
- Was wir vom Bewusstsein (nicht) wissen: Zwei Standpunkte

Abschließend findet eine Podiumsdiskussion der Redner zu den jeweiligen Positionen statt.


- Das vollständige Tagungsprogramm und Informationen zur Anmeldung finden Sie HIER


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Nahtoderlebnis inklusive: Frau war 45 Minuten lang tot 18. November 2014
Studie zu Nahtoderlebnissen legt ein den klinischen Tod überdauerndes Bewusstsein nahe
8. Oktober 2014

Wiederentdeckt: Medizinischer Bericht beschreibt Nahtoderfahrung schon im 18. Jahrhundert 3. Juli 2014
Studie: Nahtoderlebnisse gleichen sich mehrheitlich 2. Juli 2014

grenzwissenschaft-aktuell.de

Mittwoch, 20. August 2014

Studie offenbart erhöhte telepathische Fähigkeit bei Autistin


Symbolbild Autismus: Ein autistischer Junge und von ihm angeordnete Gegenstände. | Copyright: Nancy J Price, CC BY-SA 3.0

Medford (USA) - Dass Autisten trotz oder gerade wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten zur sozialen Interaktion mit dem, was andere als die reale Umwelt und Umgebung bezeichnen, meist über extrem ausgeprägte und fokussierte kognitive und künstlerische Begabungen verfügen, ist der Allgemeinheit spätestens seit dem Hollywood-Film "Rain Man" mit Dustin Hoffman und Tom Cruise bekannt. Immer wieder berichten Freunde, Angehörige und Therapeuten aber auch über eine Vielzahl von vermeintlich paranormalen Fähigkeiten bei autistisch veranlagten Menschen. In einer gezielten Studie an einem neunjährigen Mädchen, bei dem wiederholt die Fähigkeit zur Telepathie - also des Gedankenlesens - beobachtet wurde, erzielte eine US-Neuropsychiaterin nun ganz erstaunliche Ergebnisse.

Wie Dr. Diane Hennacy Powell aktuell auf dem 57. Jahrestreffen der Parapsychological Association im kalifornischen Concord berichtete, wurden PSI-Begabungen bei Autisten bislang kaum untersucht, obwohl einige der dokumentierten Fähigkeiten durchaus unerklärliche Aspekte aufzeigen - wenn beispielsweise einige Autisten zwar in der Lage sind, umgehend die Quadratwurzeln sechsstelliger Zahlen zu benennen, selbst aber noch nicht einmal "einfache" mathematische Funktionen wie Addition oder Multiplikation durchführen können und auch keine eigene Vorstellung von den genannten Wurzelsummen aufzeigen. "Dennoch wird die Tatsache, dass diese Menschen über besagte Begabungen verfügen, wissenschaftlich anerkannt - schlicht und einfach, weil sie reproduzierbar sind", so Powell.


Im Gegenteil dazu, würden Wissenschaftler jedoch dazu tendieren, einzelne Fallberichte von Hinweisen auf eine PSI-Begabungen zu ignorieren oder Berichte darüber zu kritisieren, weil auch diese nur selten reproduzierbar sind, so die Forscherin weiter. Ein Grund hierfür liege in dem Umstand, dass aufgrund der persönlichen Umstände, die sonst üblichen kontrollierten Laborbedingungen für entsprechende Versuche mit Autisten oft nur schwer herzustellen seien - wenn beispielsweise der Versuchsaufbau eigentlich erfordere, dass der Proband alleine und räumlich abgeschottet von anderen bestimmte Aufgaben und Tests durchführen soll.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Powells eigene Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf angeblich telepathisch veranlagte, nonverbal-autistische Kinder, deren Fähigkeit des Gedankenlesenes sowohl von ihren Eltern als auch von Therapeuten beobachtet wurden.

2013 erhielt Powell drei Heimvideos zu einem stark autistischen Mädchen im Alter von neun Jahren, bei dem immer wieder entsprechende Beobachtungen gemacht wurden, wie sie auch von zwei Therapeuten beobachtet wurden.


Mit Hilfe dieser beiden Therapeuten (A und B) führte Powell jeweils zwei kontrollierte, jeweils zweistündige Testsitzungen durch. Während dieser wurden den Therapeuten zufallsgenerierte Zahlen, Sätze, Falschwörter und visuelle Abbildungen gezeigt - ohne, dass das Mädchen die Möglichkeit hatte, diese oder ihre Therapeuten selbst zu sehen. Während dieser "Vorführungen" sollten die Therapeuten die gezeigten Darstellungen in ihren eigenen Worten aufschreiben, um diese Liste dann mit den Antworten und Beschreibungen des Mädchens - das gebeten wurde, die Gedanken ihrer Therapeuten zu lesen - vergleichen zu können.


Anhand der zufallsgenerierten Zahlen wurden mathematische Gleichungen erstellt, die die Therapeuten mit Hilfe eines Taschenrechners lösen sollten. Das Mädchen sollte daraufhin nicht nur alle Zahlen und Gleichungen sondern auch die entsprechenden Lösungen "duplizieren".


Da es aufgrund des Zustand der Testperson nicht möglich war, das Mädchen räumlich von seinen Therapeuten zu trennen, arbeiteten die Forscher lediglich mit einem Blickschutz zwischen den beiden Personen. Um jegliche potentiellen visuellen oder akustischen Stichwortvorgaben zwischen den Therapeuten und dem autistischen Mädchen zu überprüfen, wurden rund um die Personen jeweils fünf miteinander synchronisierte hochauflösende Kameras und Mikrofone an strategischen Punkten platziert.


Zum Thema

Die Ergebnisse waren erstaunlich: In der ersten Sitzung mit Therapeuten A gab es eine 100-prozentige Übereinstimmung bei 3 von 20 Abbildungsbeschreibungen, darunter Wörter von bis zu 9 Buchstaben; 60 bis 100-prozentige Übereinstimmungen in allen drei dargestellten fünfbuchstäbigen Nonsens- bzw. Falschwörtern und eine 100-prozentige Übereinstimmung bei zwei zufallsgenerierten Zahlen, die in einem Fall aus 8 und im anderen aus 9 Stellen bestand.

In der zweiten Sitzung mit dem Therapeuten A wurde bei 6 von 12 Gleichungs-Aufgaben eine 100-prozentige Übereinstimmung mit 15- bis 19-stelligen Zahlen erzielt. Eine vollständige Übereinstimmung wurde in 7 von 20 Abbildungsbeschreibungen erreicht, wobei Wörter mit bis zu sechs Buchstaben übereinstimmten. 81 bis 100-prozentige Übereinstimmungen wurde bei aus zwischen 18 und 35 Buchstaben bestehenden Sätzen erzielt.


Die Auswertung der Sitzung mit dem Therapeuten B zeigte eine 100-prozentige Übereinstimmung bei 5 von 20 zufallsgenerierten, bis zu 6-stelligen Zahlen, sowie bei 5 von 12 Bildbeschreibungen mit Wörtern, die aus bis zu 6 Buchstaben bestanden.


In keinem Fall konnte zwischen den Therapeuten und der Testperson, also dem autistischen Mädchen, eine Form geheimer Absprache oder Betrug festgestellt werden.


"Unsere Daten deuten stark auf einen unterschwellig vorhandene alternativen Kommunikationsmechanismus hin, wie er gerade von Menschen mit stark eingeschränkten Sprachfähigkeiten genutzt werden kann", so die Schlussfolgerung Powells.


- Weiere Meldungen zum Thema PSI-Phänomene finden Sie HIER

grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: parapsych.org

Mittwoch, 13. August 2014

Nach Hirnoperation: Frau plötzlich hyper-empathisch


Symbolbild: Emotion. | Copyright: Jiri Hodan / gemeinfrei

Saint-Etienne (Frankreich) - Seit ihrem zweiten Lebensjahr litt "Susan" - so das Pseudonym einer französischen Patientin - unter epileptischen Anfällen, die durch gezielte Medikation des rechten Schläfenlappens bis zu ihren 17 Lebensjahr erfolgreich kontrolliert werden konnten. Als diese Behandlung jedoch nicht mehr griff, entschieden sich die Ärzte für die Entfernung dieses Teil des Gehirns. Seit der Operation berichtet Susan eine verstärkte Fähigkeit entwickelt zu haben, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen. Jetzt haben französische Neurologen und Mediziner den Fall Susan genauer untersucht und diesen Zustand bestätigt – obwohl genau ein Teil jener Hirnregion entfernt wurde, der gerade für Empathie mitverantwortlich sein soll.

Neben der sogenannten Hyper-Empathie beschreibt Susan auch Symptome, die auch auf eine Hypersensibilisierung hindeuten, wenn sie etwa wortwörtlich spürt, wie sich ihr "Herz umdreht", wenn sie emotional mitgenommen wird, wenn sie gute Freunde wieder trifft oder etwa von fiktiven Filmen berührt wird.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Wie das Team um Aurélie Richard-Mornas, Neurologin am Centre Hospitalier Universitaire des Hôpital de la Charité aktuell um Fachjournal " Neurocase: The Neural Basis of Cognition" (DOI: 10.1080/13554794.2013.826695) berichten, ist Susan heute 37 Jahre alt und wurde einer systematischen Untersuchung und neuropsychologischen Tests unterzogen.


Hierbei kamen sie zu dem Schluss, dass Susan die gesteigerte Fähigkeit besitzt, die Gefühle und Emotionen anderer wahrzunehmen und zugleich gesteigert intensiv auf die Emotionen anderer zu reagieren.


Besonders interessant sei dieser Umstand, da sich diese Fähigkeit erst nach der Entfernung genau von einem Teil jener Hirnregionen eingestellt haben, die - als Teil eines neuralen Netzwerks - zusammen mit dem präfrontalen Kortex gerade für die Wahrnehmung und das Verstehen der Bewusstseinszustände und Gefühle anderer mitverantwortlich ist:


"Der vorliegende Fall legt nahe, dass es bei unserer Patientin zu einer neue dauerhafte Organisation des Kortex (der Hirnrinde) und jener Areale gekommen ist, die für die Verarbeitung von Aufmerksamkeits- und Emotionsbezogenen Prozessen verantwortlich sind, und dass diese Prozesse auch zu einer Verstärkung der Empathie (bei Susan) geführt haben", so die Autoren des Fachartikels.


Zum Thema


grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: tandfonline.com/toc

Freitag, 27. Juni 2014

Remote Viewing: Studie gelingt hoher Börsengewinn mit außersinnlicher Wahrnehmung


Zwei Ziele (o.) und das Ergebnis einer Remote-Viewing-Sitzung (u.). | Copyright/Quelle: Smith, Laham u. Moddel et al. / psiphen.colorado.edu

Boulder (USA) - Ein von Skeptikern immer wieder angeführtes Argument gegen außersinnliche bzw. übersinnliche Fähigkeiten ist die Behauptung, niemand würde diese angebliche Gabe bislang dazu genutzt haben, um damit etwa bei Glücksspielen oder an den Börsen Gewinne zu machen. US-Forscher haben nun jedoch eine Studie veröffentlicht, die genau das getan hat: Mittels sogenannter Fernwahrnehmung (Remote Viewing) haben Studenten der University of Colorado versucht, Börsenbewegungen vorherzusehen und mit diesen Vorhersagen tausende von Dollar Gewinn eingefahren. Tatsächlich geschah dies aber nicht zum ersten Mal.

Wie die Studenten um Christopher Carson Smith, Darrell Laham and Garret Moddel aktuell im "Journal of Scientific Exploration" berichten, wäre mit der angewandten Methode ein Börsengewinn von 380 Prozent möglich gewesen.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Der Versuchsaufbau und -ablauf kann wie folgt beschrieben werden:


- Zuerst wurde von einer unabhängigen Partei aus einem Fotoarchiv zwei sich deutlich unterscheidende Motive ausgewählt und bestimmt, welches der beiden Motive symbolisch für steigende oder sinkende Märkte stehen sollte.


- Dann wurden die Probanden - ohne zu wissen welche Motive ausgewählt und entsprechend zugeordnet wurden - angewiesen, sich auf jenes Motiv zu konzentrieren, dieses zu beschreiben und somit "fern zu sehen", das ihnen vor dem nächsten Durchgang gezeigt werden würde.


- Nach Ablauf der fünfminütigen Sitzung entschieden unabhängige Schiedsrichter, welches Motiv von der Mehrheit der jeweils 10 Remote Viewer am ehesten beschrieben bzw. skizziert wurde (s. Abb.).


- Entsprechend dieser Entscheidung und der jeweiligen symbolischen Zuordnung dieses Motivs (steigende oder fallende Märkte), wetteten die Forscher dann am nächsten Handelstag auf die jeweilige Kursbewegung.


- Nach Ablauf dieses Handelstages wurde dann den Probanden nur jenes der beiden Bilder gezeigt, das auch der korrekten Entwicklung des bewetteten Handelstages zugeschrieben wurde.


Alle sieben Vorhersagen, so berichten die Forscher ihrem Artikel, endeten in sieben korrekten vorhersagen und somit mit einer statistischen Signifikanz von p < .01.


Noch greifbarer als die trockene Statistik sind jedoch die finanziellen Ergebnisse des Experiments: "Ausgehend von einer Investition von 10.000 US-Dollar haben wir nach dem 5. Durchgang einen Gewinn von 16.000 Dollar gemacht", erläutern die Forscher.


"Die ersten fünf Durchgänge wurden an Handelstagen mit großen Handelsschwankungen durchgeführt. Somit waren die potentiellen Gewinne auch sehr hoch. Die Versuche 6 und 7 fanden an Tagen mit nur geringen Schwankungen statt. Obwohl wir die Bewegungen korrekt vorhergesagt hatten, erzielten wir mit diesen also auch nur einen vergleichsweise geringe Gewinne. Hinzu kam ein Timing-Problem am siebten Versuchs- und Handelstag, das in einem zusätzlichen Verlust von rund 12.000 Dollar resultierte. Es sei aber nochmals betont, dass diese Verluste nichts mit unserer weiterhin korrekten Vorhersage zu tun hatten. Ohne diesen Timing-Fehler hätten wir rund 38.000 US-Dollar und damit fast 400 Prozent Gewinn in nur knapp zwei Wochen eingefahren."


Die Forscher schlussfolgern, dass das Remote Viewing "als eine Methode erscheint, mit der auf angemessene Art und Weise zukünftige binäre Ergebnisse vorhergesagt werden können." Damit habe die Fernwahrnehmung "dramatische Auswirkungen darauf, wie wir Zeit und unser Fähigkeit die Zukunft vorherzusehen wahrnehmen."


Greg Taylor fügt auf "DailyGrail.com" erläuternd hinzu, dass es sich bei diesem Experiment nicht um das erste Mal handele, bei dem Forscher erfolgreich versucht hatten, mittels des Remote Viewings Geld zu verdienen:


"Auch die aktuelle Studie diskutiert frühere Versuche, darunter eine Studie eines der Pioniere des Remote Viewings, Hal Puthoff von 1982. In einer Serie von 30 Versuchen gelang es diesem das Ergebnis des Silver Future Markets vorherzusagen und damit einen Gewinn von rund 250.000 für einen Investor zu machen. 10 Prozent dieses Gewinns gingen an Puthoff, der damit die Gründung einer neuen Waldorfschule unterstützte.


Noch im selben Jahr nutzen die Forscher Russel Targ und Keith Harary das Remote Viewing zum gleichen Zweck, um damit ihre eigenen Forschung auf diesem Gebieten zu finanzieren. Das Ergebnis ihrer ersten versuche war ein Gewinn von 120.000 US-Dollar."


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Meta-Analyse bestätigt: Der Mensch hat die Fähigkeit zur Vorahnung 16. April 2014

Neue Meta-Analyse bestätigt: Wir können bis zu 10 Sekunden unbewusst in die Zukunft sehen 6. März 2014
Präkognition: Überprüfende Studien bestätigen Daryl Bems Studie zur Vorahnung 21. Januar 2014  Neue Meta-Analyse: Haben wir die physiologische Fähigkeit des Vorfühlens? 26. Oktober 2012
Kontroverse um Präkognitions-Studie: Meta-Analyse findet ebenfalls keine Hinweise für übersinnliche Vorahnung 10. September 2012
Überprüfende Studie findet keine Bestätigung für übersinnliche Vorahnung 17. März 2012
Studie zu übersinnlicher Vorahnung sorgt für Empörung unter Wissenschaftlern
10. Januar 2011
Präkognition: Haben Psychologen Beweise für übersinnliche Vorahnung gefunden? 22. Oktober 2010



grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: dailygrail.com

Dienstag, 27. Mai 2014

Türöffner zu verborgenem Wissen? Wissenschaftler belegen Ouija-Brett-Effekt


Symbolbild: Ouija-Brett. | Copyright: Sarah Mae Worden, innerintelproject.org


Vancouver (Kanada) - Seit mehr als 100 Jahren gehört das sogenannte Ouija-Brett zu einem der beliebtesten Hilfsmitteln des Spiritismus. Ähnlich wie beim Gläserrücken, dient hier jedoch ein Zeigerbrett zur Auflage der Finger der Beteiligten und zur Anzeige der ersehnten "Botschaften aus dem Jenseits". Während Skeptiker erwartungsgemäß die Funktion des Ouija-Bretts als Kommunikationsmedium mit Geistwesen bestreiten und - wie beim Pendeln - auf nicht kontrollier- oder gar abstellbare minimale Eigenbewegung des menschlichen motorischen Systems als Erklärung für die Bewegungen des "Schiffchens" verweisen (Ideomotorik), haben US-Forscher in Experimenten nun belegt, dass der Effekt doch deutlich über diese Erklärung hinausgehen kann.

Allerdings glaubt auch das Team um den Psychologen und Projektleiter Dr. Ronald Rensink, Dr. Helene Gauchou und Docky Duncan vom Visual Cognition Lab an der psychologischen Fakultät der University of British Columbia weniger an Botschaften aus dem Jenseits oder anderen Dimensionen, als daran, dass das Ouija-Brett mittels der ideomotorischen Funktionsweise eine Art "Fenster zu einem tief in unserem Innern verborgenen Wissen" sein könnte, das mit Hilfe dieses "Werkzeugs" auf- bzw. abgerufen werden kann.


"Ouijas könnten deshalb funktionieren, weil wir mit ihnen auf ein inneres Intelligenzsystem in unserem Unterbewusstsein zugreifen können und das dort vorhandene Wissen in sinnvolle Bewegungen umsetzten können", erläutern die Forscher auf der Internetseite des "Inner Intel Project".


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Auch ihre erstmals im Juni 2012 im Fachjournal "Consciousness and Cognition" (DOI: 10.1016/j.concog.2012.01.016) veröffentlichten Experimente basierend auf der Erklärungstheorie der ideomotorischen Bewegungen für den Ouija-Effekt, um herauszufinden, ob dieser tatsächlich von unserem Unterbewusstsein gesteuert wird. "Sollte dies der Fall sein, so hätten wir im Ouija-Spiel eine großartige Möglichkeit gefunden, das Unterbewusstsein zu studieren und ihm unter kontrollierten wissenschaftlichen Bedingungen direkte Fragen zu stellen."


Hierzu versicherten sie die teilnehmenden Probanden zunächst des Umstandes, dass diese das Ouija-Spiel gemeinsam mit einer anderen Person "spielen" würden. "Diese Annahme ist notwendig, um den ideomotorischen Effekt auszulösen, da der Spieler der Überzeugung ist, sein Mitspieler würde das Zeigerbrett bewegen."


Nachdem dem jeweiligen Probanden die Augen verbunden worden waren, hörte sein vermeintlicher Mitspieler jedoch auf zu spielen, wodurch nun der Proband alleine das Ouija-Brett bewegte und - ohne dies zu wissen - auf diese Weise alleine das Zeigerbrett des Ouija führte.



Ouija-Experiment des Inner Intel Project. | Copyright: Sarah Mae Worden, innerintelproject.org

"Die Illusion eines zweiten Mitspielers war offenbar stark genug, um dem Probanden in der Annahme zu belassen, dass jemand anderes das Brett bewegen und somit zunächst eine Reihe allgemeiner Fragen mit "Ja" oder "Nein" beantwortete", erläutern die Forscher.


"Wir haben herausgefunden, dass die Probanden auf diese Weise mehr Fragen richtig beantworten konnten als im normalen Zustand. Die Trefferquote der Antworten bewegte sich von den bei Ja-Nein-Antworten zu erwarteten 50 Prozent im Normalzustand auf bis zu 65 Prozent, wenn die selben Personen diese Antworten durch das Ouija-Spiel generierten. Diese Quote liegt deutlich über dem Zufall."


Auf der Grundlage dieser Versuche postulierten die Wissenschaftler, einen bislang noch unbekannten Mechanismus des Unterbewusstseins als Grundlage für den im Labor aufgezeigten Effekt. "Der entdeckte Effekt beinhaltete eine wahre Datenbank an Informationen, die unserem wachen Bewusstsein in der Regel nicht zugänglich ist, die wir aber dennoch stets mit uns tragen. Ganz gleich, was wir über uns selbst glauben, unser Unterbewusstsein ist schlauer als unser Bewusster Geist. Wie sich zeigt, sind wir also alle viel schlauer als wir dies glauben."



Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: innerintelproject.org

Freitag, 9. Mai 2014

Okkulte DDR: DFG-Forschungsprojekt "Im Schatten des Szientismus - Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR" - Projektteam bittet um Unterstützung


Symbolbild: Okkulte DDR (Illu.) | Copyright: igpp.de

Freiburg (Deutschland) - Wie erfolgte die private, öffentliche und wissenschaftliche Verhandlung von im weitesten Sinne parapsychologischen Themen und paranormalen Erfahrungen in der DDR? Welche Rolle spielten Themen wie Gedankenübertragung, Wahrträume, Ahnungen, Spuk-, Geister- und Jenseitserscheinungen, Parapsychologie, Astrologie und Wahrsagepraktiken, Wunderheilungen oder UFOs im Alltagsleben der DDR-Bürger? Diese Fragen illustrieren das Untersuchungsziel eines aktuellen soziologischen Forschungsprojektes, durchgeführt von Soziologen am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg (IGPP). Für das Projekt suchen die Forscher jetzt Zeitzeugen.

Die Soziologen Ina Schmied-Knittel, Andreas Anton und Michael Schetsche gehen davon aus, dass das Paranormale und die mit ihm verbundenen lebensweltlichen Erfahrungen und Praktiken für die DDR-Administration an die weltanschaulichen Grundprinzipien des vom Marxismus-Leninismus geprägten Wirklichkeitswissens rührten.


Mit "dem Paranormalen" soll ein Bereich abweichender Glaubens-, Erfahrungs-, Wissens, und Praxisformen bezeichnet werden, zu dem Themenkomplexe wie Okkultismus und Esoterik, Parapsychologie und Astrologie, Wahrsagepraktiken und magisch-therapeutische Handlungen gehören. "Im herkömmlichen wissenschaftlichen Verständnis handelt es sich dabei um Phänomene, außergewöhnliche Erfahrungen, Vorgänge und Erscheinungen, deren ontologischer Status als äußerst problematisch erachtet wird, da sie von der Normalität (besser: von Übereinstimmungen mit normalen wissenschaftlichen Erwartungen) abweichen und sich hinsichtlich ihres Nachweises oftmals (natur-) wissenschaftlichen Begründungen entziehen", so die Forscher.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
 + + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"In einer Gesellschaft wie der DDR, deren 'amtliches Wirklichkeitswissen' explizit materialistische und szientistische Züge trug, stellt sich die Frage nach dem sozialen Umgang mit derartigen Heterodoxien (vermeintliche Irrlehren) umso deutlicher. Die gezielte Vermittlung der wissenschaftlich-szientistischen Weltanschauung war ein wichtiges programmatisches Ziel der DDR-Führung - dadurch sollte es zu der Verdrängung von 'Finsternis und Unwissenheit', 'Aberglauben' und letztlich zu einem gänzlichen Verschwinden 'religiöser Ideologien' kommen.


In erster Linie war damit seinerzeit zunächst das Feld des Religiösen gemeint, nach der - im Einzelnen noch zu rekonstruierenden - Subsumtionslogik der offiziellen DDR-Weltanschauung aber gleichzeitig immer auch sämtliche im weitesten Sinne esoterischen, paranormalen, okkulten und alternativ-religiösen Themen.

Entsprechend kann von einer prinzipiellen ablehnenden Haltung gegenüber entsprechenden Themen und Erfahrungen in der DDR ausgegangen werden."

Tatsächlich liefern die Vorarbeiten der Forschergruppe deutliche Hinweise dafür, dass neben den traditionellen Religionen eben auch Okkultismus, Parapsychologie und "Aberglaube" (mithin "übernatürliche" Weltbilder und Praktiken) als falsche (bürgerliche) Ideologie denunziert und ausgegrenzt, ideologisch stigmatisiert und politisch unterdrückt wurden.


In diesem Kontext sei auch bemerkenswert, dass die in der DDR vertretenen Positionen in diesem Bereich sich möglicherweise von anderen sozialistischen Staaten, namentlich von jenen in der Sowjetunion, unterschieden haben: "Im Gegensatz zur DDR existierten dort zumindest vereinzelt parapsychologische Forschungsabteilungen und es gab auch entsprechende Publikationen (...wir berichteten).


Für die Freiburger Soziologen und Forscher stellt sich nun die Frage, mit welchen Konsequenzen diejenigen zu rechnen hatten, die sich in der DDR mit von der geltenden Weltsicht abweichenden Themen beschäftigten oder sogar selbst weltanschaulich unpassende Erfahrungen machten: "Anders gefragt: War entsprechenden Vorstellungen und Praktiken in der DDR tatsächlich der Nährboden entzogen, wie es der offizielle Diskurs verlauten ließ, oder gab es - gleichsam im Schatten der amtlichen Ordnung – einen 'okkulten Untergrund'?"


Diese Überlegungen bildeten den Ausgangspunkt des Forschungsprojektes. "Soziologisch gesprochen geht es um das Verhältnis zwischen orthodoxen und heterodoxen Wissensbeständen und Praxisformen in der DDR, namentlich um den Konflikt zwischen dem dominanten szientistischen Weltbild auf der einen und davon abweichenden Anschauungen und Lebenspraxen der Bevölkerung auf der anderen Seite." Methodische Zugänge bilden zum einen Interviews sowohl mit Akteuren aus dem Bereich des Paranormalen als auch mit damaligen Vertretern der DDR-Administration. Zum anderen werden die themenspezifische Literatur der DDR, aber auch massenmediale Bezugnahmen und behördliche Dokumente (wie z.B. Akten der Staatssicherheit) untersucht.


Für Auskünfte bzw. Informationen jeglicher Art ist das Projektteam außerordentlich dankbar. Personen, die sich zu DDR-Zeiten mit Themen wie

- Astrologie
- Wunderheilung, Geistheilung, Alternativmedizin
- UFOlogie
- Parapsychologie
- Paranormale Erfahrungen und Praktiken (sog. außersinnliche Wahrnehmungen, Nahtoderfahrungen, Hellseh- und Wahrsagepraktiken, Seancen, Tisch- und Gläserrücken, Wünschelruten) beschäftigten und dazu bereit sind, über ihre Erfahrungen Auskunft zu geben, sind hiermit explizit eingeladen, Verbindung zum Projektteam aufzunehmen.

Konkrete Forschungsfragen sind beispielsweise:

- Wie verbreitet waren individuelle Erfahrungen und soziale Praktiken im hier interessierenden Untersuchungsfeld des Paranormalen?

- Wie und wo wurden die DDR-Bürger über solche Themen informiert bzw. wo konnten sie selbst entsprechende Informationen einholen?


- Unter welchen Bedingungen und in welcher Form waren diese Erfahrungen und die entsprechenden Themen Gegenstand öffentlicher Berichterstattung? Aber auch: Welchen Einfluss hatten die (West-)Medien?


- Waren Eliten und Staatsorgane involviert? Gab es wissenschaftliche Experten, Forschungseinrichtungen und/oder -projekte, die sich mit den genannten Themen befassten?


- Wurde der gemeinte Themen- und Akteursbereich als problematisch von staatlichen Instanzen zur Kenntnis genommen?


- Welche staatlichen Instanzen waren für die Überwachung entsprechender Aktivitäten und für die Sanktionierung entsprechender Praktiken bzw. Akteure zuständig?
Kontakt:
Dr. Ina Schmied-Knittel
Dr. Michael Schetsche
Andreas Anton
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. Wilhelmstraße 3a 79098 Freiburg i.Br. Deutschland
E-Mail: ddr-projekt@igpp.de
Telefon: +49 (0)761 20721 19 Projekthomepage: www.okkulte-ddr.de

grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: igpp.de

Mittwoch, 16. April 2014

Meta-Analyse bestätigt: Der Mensch hat die Fähigkeit zur Vorahnung


Symbolbild: PSI (Illu.). | Copyright: grewi.de

Ithaca (USA) - Im Herbst 2010 schockierte der bis dahin selbst im wissenschaftlichen Mainstream angesehene Psychologe Prof. Daryl Bem die naturwissenschaftliche Gemeinde mit einer in der nicht weniger respektierten Fachzeitschrift "Journal of Personality and Social Psychology" veröffentlichten Studie. In dieser erklärte er, den Beweis für die Fähigkeit des Menschen zur Vorherahnung zukünftiger Ereignisse gefunden zu haben. Obwohl seither der Expertenstreit um die Interpretation der Ergebnisse unvermindert andauert, konzentrierten sich die meisten Medienberichte primär auf jene überprüfenden Experimente unabhängiger Forscher, die angesichts der von Bem ausführlich zur Replikation beschriebenen Experimente und Methoden zu negativen Ergebnissen gekommen waren. Tatsächlich gab es aber auch eine Vielzahl von Beispielen mit positivem, also Bems Ergebnisse bestätigendem Ausgang (...wir berichteten). Jetzt hat Bem gemeinsam mit Kollegen sämtliche Replikations-Experimente einer Meta-Analyse unterzogen. Das Ergebnis belegt Bems erste Ergebnisse und beweist damit, dass uns Menschen die Fähigkeit zur Vorahnung gegeben ist.

Insgesamt haben die Forscher 90 Experimente in ihre Meta-Analyse der Studien einbezogen, die in 33 unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Labors, in 14 Ländern und unter der Teilnahme von 12.406 Probanden durchgeführt wurden. 51 der auf diese Weise untersuchten Studien wurden zudem in Fachzeitschriften (Peer-Review) oder auch Expertenkonferenzen veröffentlicht.


Das Ergebnis: Zusammengenommen belegen die Experimente Bems Schlussfolgerung über die Fähigkeit der anomalen Vorahnung zufälliger zukünftiger Ereignisse. Dieses Ergebnis liege deutlich über jeder Zufallsquote und erfülle sämtliche statistischen Anforderungen eines eindeutigen Beweises im Sinne der experimentellen Hypothese, schreiben Bem, Patrizio E. Tressoldi von der Università di Padova, Thomas Rabeyron von der Université de Nantes und der unabhängige Forscher Michael Duggan in ihrem auf der Seite des "Social Science Research Networks" (SSRN) veröffentlichten Artikel.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +
 
In ihrer Analyse beachteten die Forscher natürlich auch das sogenannte "Schubladenproblem" (Publikationsbias), welches das Risiko beschreibt, wonach bevorzugt Experimente mit positivem Ergebnis veröffentlicht wurden, da diese erwartungsgemäß sehr viel interessanter sind als negative Ergebnisse. In ihrer Publikation belegen die Autoren aber auch hier anhand ausführlicher Statistiken, dass dieser Effekt als unwahrscheinlich betrachtet werden kann.


Zugleich gestehen die Autoren zwar ein, dass die Meta-Analyse zwar statistisch hochgradig signifikante Ergebnisse aufzeige, dass aber die statistische Größe des belegten "vorhersehenden" Effekts (Effektgröße/Effektstärke) aber sehr klein sei. Hierzu kommentieren sie, dass aber "selbst sehr kleine Effekte sowohl theoretische Bedeutung als auch praktischen Nutzwert haben können." Als vergleichendes Beispiel hierfür zitieren die Forscher etwa eine medizinische Studie, mit der untersucht werden sollte, ob die tägliche Gabe von Aspirin Herzschlägen vorbeugen könne. Diese Studie wurde nach sechs Jahren eingestellt, da anhand der bis dahin gewonnenen Daten gezeigt werden konnte, dass die Aspirinbehandlung wirkte und entschieden wurde, dass es ethisch nicht vertretbar sei, der Kontrollgruppe weiterhin Placebos zu verabreichen. Obwohl also die Studie selbst als großer medizinischer Durchbruch gefeiert wurde, war der bis dahin nachgewiesene Aspirin-Effekt mit (d ≈.07) sehr klein und entsprach damit nur einem Drittel der Effektgröße des in Bems ursprünglichen Experimenten nachgewiesenen Vorahnungseffekts.


Interessanterweise geht aus der Meta-Analyse auch hervor, dass erotische Stimuli (beispielsweise erotische Fotografien) zu einer größeren Effektstärke führten als andere...

Hintergrund:
Prof. Daryl Bems Experimente und Ergebnisse
In seinen Experimenten nutzte Bem bereits bekannte psychologische Phänomene - kehrte deren Chronologie jedoch um. So beruht eines der Experimente beispielsweise auf dem bekannten Phänomen, dass es leichter fällt, sich zukünftig Wörter zu merken, wenn diese zuvor eingeübt wurden.

Hierzu wurden 100 CU-Studenten eine Liste mit bekannten Wörtern vorgelegt. Für jedes Wort hatten die Studenten drei Sekunden lang Zeit, um es sich zu merken und zu visualisieren. Danach sollten sich die Teilnehmer an so viele Wörter der Liste wie möglich erinnern und diese aufschreiben. Danach wählte ein Computer die Hälfte der Wörter aus der Liste nach dem Zufallsprinzip aus. Diese Wörter sollten die Studenten erneut mehrmals als Erinnerungsübung abschreiben.


Das erstaunliche Ergebnis des Experiments zeigte, dass die Studenten mit höherer Wahrscheinlichkeit sich im vorigen Erinnerungstest an genau jene Wörter besser erinnerten, die sie erst später erneut aufgrund der zufallsgenerierten Computervorgabe abschreiben sollten.


In einem weiteren Experiment drehte Bem die Chronologie des psychologischen sogenannten Priming-Tests um, in dem normalerweise die Versuchspersonen innerhalb kürzester Zeit die Darstellung eines Bildes oder Fotos positiv oder negativ bewerten sollen. Frühere Studien hatten gezeigt, dass mit dem Bild extrem kurzzeitig eingeblendete Wörter (sublimal priming) die Reaktionsgeschwindigkeit und die Richtigkeit der Zuordnung bei derartigen Tests deutlich erhöhen können. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass unser Hirn diese Wörter unterbewusst wahrnimmt, obwohl sie viel zu kurz eingeblendet werden, um bewusst wahrgenommen zu werden.


Die Übereinstimmung des beschreibenden Wortes mit dem Bildinhalt beeinflusst nachweislich die Schnelligkeit unserer Reaktion auf das Bild. Wird beispielsweise das Wort "schön" zu dem Foto eines Kätzchens eingeblitzt, so erhöht sich die richtige Bewertung des Bildes deutlich im Vergleich zu jenen Versuchen, in denen gemeinsam mit der jungen Katze das Wort "hässlich" eingeblendet wird. Psychologen gehen davon aus, dass das unterbewusste Wahrnehmen des Wortes "schön" uns unterbewusst darauf einstellt, auch ein schönes Bild zu sehen. Stimmen Wort- und Bildeigenschaft nicht überein, wird die entsprechende Reaktion verzögert.


In Bems Versuch wurde das sublimal eingeblendete und beschreibende Wort nun jedoch nicht "vor" oder zeitgleich mit dem Bild, sondern erst eingeblendet, "nachdem" die Testperson ihre Wahl bereits getroffen hatte.


Die Versuchsergebnisse zeigten auch hier, dass die Probanden das Bild schneller richtig einschätzen konnten, wenn das Bild von einem passenden Wort gefolgt wurde. Es hatte also den Anschein, als wisse das Gehirn noch während das Bild gezeigt wurde, welches Wort eingeblendet werden wird.
WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Neue Meta-Analyse bestätigt: Wir können bis zu 10 Sekunden unbewusst in die Zukunft sehen 6. März 2014
Präkognition: Überprüfende Studien bestätigen Daryl Bems Studie zur Vorahnung 21. Januar 2014  Neue Meta-Analyse: Haben wir die physiologische Fähigkeit des Vorfühlens? 26. Oktober 2012
Kontroverse um Präkognitions-Studie: Meta-Analyse findet ebenfalls keine Hinweise für übersinnliche Vorahnung 10. September 2012
Überprüfende Studie findet keine Bestätigung für übersinnliche Vorahnung 17. März 2012
Studie zu übersinnlicher Vorahnung sorgt für Empörung unter Wissenschaftlern
10. Januar 2011
Präkognition: Haben Psychologen Beweise für übersinnliche Vorahnung gefunden? 22. Oktober 2010


grenzwissenschaft-aktuell.de
Quellen: ssrn.com, dailygrail.com

Montag, 10. März 2014

Einzelfallstudie beschreibt Fähigkeit der gezielt herbeigeführter außerkörperlicher Erfahrungen


Außerkörperliche Erfahrung (Illu.). | Copyright: louishpixel.com

Ottawa (Kanada) - In einer Fallstudie haben kanadische Neurologen eine 24-jährige Studentin untersucht, die von sich behauptet, bewusst und jederzeit ihren Körper verlassen und sich dabei betrachten zu können. Während nahezu identische Erlebnisse auch von Menschen beschrieben werden, die diese Erfahrung als "außerkörperliche Erfahrung" (AKE) bezeichnen und entsprechende Vorgänge u.a. als Beweis für die Existenz der Seele betrachten, unterscheiden sich die Wahrnehmungen der Studentin jedoch in anderen Punkten von einer klassischen AKE. Nach ihren Untersuchungen sind sich die kanadischen Wissenschaftler sicher, dass zumindest die untersuchte Studentin selbst neurologische Illusionen herbeiführen kann. Zudem vermuten die Forscher, dass es sich bei der Studentin nicht um einen kuriosen Einzelfall handelt.

Auf die junge Frau aufmerksam wurden die Wissenschaftler nach einer Vorlesung über außerkörperliche Erfahrungen (out-of-body experiences, OBE), als die Studentin über ihre Fähigkeit berichte, eben solche Zustände vor dem Einschlafen gezielt und absichtlich herbeiführen zu können. Offenbar war sie zudem überrascht zu hören, dass nicht Jedermann über die Fähigkeit verfügt und diese Fähigkeit allgemein als eher ungewöhnlich gilt.


Wie Andra M. Smith und Claude Messier im Fachjournal "Frontiers in Human Neuroscience" (DOI: 10.3389/fnhum.2014.00070) weiter berichten, erklärte die junge Frau, diese Fähigkeit schon im Kindesalter entdeckt und diese geradezu als Zeitvertreib geübt und perfektioniert zu haben.


"(Die Studentin beschreibt, dass sie) in der Lage war, sich selbst in der Luft über ihr drehen zu sehen, während ihr Körper weiterhin im Bett lag. Sie berichtete auch, dass sie sich selbst manchmal von oben herab bewegen sah, obwohl sie sich ihres reglosen wirklichen Körpers 'bewusst' war. Während dieser Erfahrungen, habe sie keinerlei besondere mit diesem Vorgang verbundene Emotionen erlebt."


Da aber genau dieser Punkt, starke Emotionen (Schock, Ehrfurcht, Furch, Freude, Trauer) während einer außerkörperlichen Erfahrung von den meisten Zeugen besonders betont wird und der eigene Körper während dieser Erfahrung sozusagen aus der Perspektive einer dritten Person betrachtet wird, bezeichnen die kanadischen Forscher die Erfahrungen der 24-Jährigen nicht als klassische "out-of-body experience" (OBE) sondern als "extra-corporeal experience" (ECE; extrakörperliche Erfahrung).


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Nachdem eine erste Untersuchung zeigte, dass die Frau an keinerlei Hirnanomalien oder Hirnschäden litt, untersuchten die Forscher die Studentin während der von ihr willentlich herbeigeführten ECE mittels MRT-Scans.

Hierbei stellten die Forscher eine zu einen eine starke Deaktivierung des visuellen Cortex fest, während zum anderen verschiedene Hirnregionen der linken Hirnhälfte, wie sie für die kinästhetischer (bewegungsempfinsamer) Bildgebung – wie etwa der mentalen Abbildung von Körperbewegungen - verantwortlich sind, aktiviert wurden. Offenbar handelt es sich also zumindest bei den Erfahrungen der Studentin um eine neurologisch induzierte Illusion bzw. Halluzination und nicht um das Erleben eines tatsächlichen Ereignisses.


Abschließend beschreiben die Wissenschaftler die Erfahrungen bzw. die Fähigkeit der 24-Jährigen zwar als für die Forschung und Neurologie "neuartig", dennoch könne es sein, dass "das Phänomen wesentlich weitverbreiteter sei - es jedoch von den betroffenen Personen nicht als etwas Ungewöhnliches erachtet und somit auch nicht darüber als solches gesprochen, geschweige denn davon berichtet werde".


Alternativ bestehe die Möglichkeit, dass diese Fähigkeit noch bei Kindern angelegt sei, diese sich jedoch ohne gezielte Übung mit der Zeit verliere. Ähnliches konnte auch schon bezüglich des Phänomens der Synästhesie beobachtet werden, wenn bei einigen Menschen, zwei oder mehrere Sinneswahrnehmungsbereiche, etwa die von Farbe und Temperatur oder Zahlen, miteinander gekoppelt sind und in der Wahrnehmung dieser Personen miteinander einhergehen.


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

AWARE: Klinische Studie über Nahtod- und außerkörperliche Erfahrungen vor der Fachpublikation 12. Februar 2014


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: journal.frontiersin.org

Donnerstag, 6. März 2014

Neue Meta-Analyse bestätigt: Wir können bis zu 10 Sekunden unbewusst in die Zukunft sehen


Symbolbild: Zeit (Bewegungsstudien des Eadweard Muybridge). | Copyright: gemeinfrei

Evanston (USA) - Im Oktober 2012 überraschten US-amerikanische und italienischer Wissenschaftler mit dem Ergebnis einer Meta-Analyse, die den Nachweis der menschlichen Fähigkeit erbracht haben soll, zukünftige Ereignisse 2 bis 10 Sekunden vorherahnen zu können. Jetzt bestätigt eine weitere Meta-Analyse diesen erstaunlichen messbaren Effekt. Zugleich präsentieren die Forscher sogar praktische Anwendungen für das beobachtete Phänomen.

In ihrer aktuellen Untersuchung haben die Forscher die Datengrundlage der Ergebnisse ihrer Meta-Analyse von 2012 erneut kritisch überprüft und das Ergebnis im Fachjournal "Frontiers in Human Neuroscience" (DOI: 10.3389/fnhum.2014.00146) veröffentlicht.


Schon damals hatten Julia Mossbridge von der Northwestern University, Patrizio Tressoldi von der Università di Padova und Jessica Utts University of California aktuell in der Spezialrubrik "Frontiers in Perception Science" des Fachmagazins "Frontiers in Psychology" berichtet, dass ihre Meta-Analyse von sieben voneinander unabhängigen Laborexperimenten, die seit 1978 durchgeführt wurden, auf den Umstand hindeutet, dass anregende und neutrale Stimulation beim Menschen zu geringfügig unterschiedlichen Reaktionen "nach" dem Reiz führt. Zugleich belegen jedoch auch eine Vielzahl der in der Meta-Analyse untersuchten Studien, dass es zu diesem Effekt auch eine deutlich "vor" dem Reiz messbare Reaktion gibt und dies selbst dann, wenn die Art des Reizes auf einer zufälligen Auswahl durch einen Computer basierte. Aus diesen Beobachtungen heraus schlossen die Forscher auf eine bislang unbekannte Fähigkeit des Menschen, eigentlich unvorhersehbare zukünftige Ereignisse einige wenige Sekunden voraus vorherzusehen und unbewusst entsprechend physiologisch zu reagieren (...wir berichteten).


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Erneut kommt das Team Julia Mossbridge nun zu der Schlussfolgerung, dass die Ergebnisse "die Fähigkeit der menschlichen Physiologie bestätigen, zwischen eigentlich unvorhersehbaren zwiespältigen zukünftigen Stimuli - etwa emotionalen vs. neutralen Abbildungen, Lärm vs. Stille - zu unterscheiden. Während das Phänomen bislang als "feeling the future" (die Zukunft erfühlen) beschrieben wurde, belegen die Forscher es im aktuellen Artikel nun mit einem Fachbegriff und bezeichnen es als "predictive anticipatory activity" (PAA, dt.= vorhersehend-vorwegnehmende Aktivität).


Das Phänomen könne deshalb als "vorhersehend" bezeichnet werden, da es zwischen zukünftigen Stimuli unterscheiden kann. Zudem sei es "in seiner Art 'vorwegnehmend', da sich die physiologischen Veränderungen schon vor dem sie eigentlich auslösenden zukünftigen Ereignis einstellen. Um 'Aktivitäten' handele es sich deshalb, da es sich um (physiologische) Veränderungen des extrakorporalen Kreislaufsystems, der Haut und/oder des Nervensystems handelt."


In ihrer überprüfenden Analyse fanden die Autoren "weder Hinweise auf fragwürdige Forschungspraktiken (Voreingenommenheit) noch physiologische Artefakte, wie sie die (beobachtete) PAA erklären könnten." Stattdessen lege die Beweislage die Schlussfolgerung nahe, dass es eine temporale (also zeitliche) Spiegelung zwischen den beobachteten physiologischen Reaktionen vor und nach dem eigentlichen diese Reaktionen auslösenden Stimuli gibt."


Weiterhin arbeiten die Wissenschaftler heraus, dass die beschriebene PAA offenbar ein unbewusstes Phänomen darstellt, wie es zwar der bewussten Vorausahnung gleiche, sich aber auf unbewusste physiologische Reaktionen beschränke. Aus dieser Beobachtung heraus leiten die Forscher die Schlussfolgerung ab, dass es einen Grund geben müsse, weswegen die PAA in der Regel unbewusst abläuft: "Wäre es nicht zu erwarten, dass wenn Teile unseres Nervensystems Informationen über Ereignisse erlangen kann, die einige Sekunden in der Zukunft liegen, sich diese Fähigkeit auch zu einer bewussten Fähigkeit entwickelt hätte?"


Zum Thema

Sollte sich die erstaunliche Beobachtung weiterhin bestätigen lassen, so entwerfen die Wissenschaftler zudem auch ein Szenario für praktische Anwendungen: Da die Beobachtungen schließlich auf, wenn auch unbewussten, aber dennoch physiologischen und damit messbaren Veränderungen beruhen, könnten zukünftig auch Instrumente entwickelt werden, die diese Veränderungen erkennen und entsprechende Alarmhinweise geben.

Die Effektivität eines sogenannten "PAA Sensing Tool" (PAAST) hänge jedoch stark mit der zeitlichen Vorab-Verzögerung zwischen dem eigentlichen Ereignis (vor dem das PAAST schließlich warnen soll) und dem PAA-Vorab-Signal und natürlich auch davon ab, wie genau die Signale unterschiedlicher Stimuli voneinander getrennt und als solche identifiziert werden können. Schlussendlich sei es nicht schwer, sich eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten vorzustellen, in welchen auch nur wenige Sekunden nicht nur nützlich sein sondern - etwa im Falle von Verkehrsunfällen, Explosionen, Kurskorrekturen usw. - sogar Leben retten könnten.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Präkognition: Überprüfende Studien bestätigen Daryl Bems Studie zur Vorahnung 21. Januar 2014
 
Neue Meta-Analyse: Haben wir die physiologische Fähigkeit des Vorfühlens? 26. Oktober 2012
Kontroverse um Präkognitions-Studie: Meta-Analyse findet ebenfalls keine Hinweise für übersinnliche Vorahnung 10. September 2012
Überprüfende Studie findet keine Bestätigung für übersinnliche Vorahnung 17. März 2012
Studie zu übersinnlicher Vorahnung sorgt für Empörung unter Wissenschaftlern
10. Januar 2011
Präkognition: Haben Psychologen Beweise für übersinnliche Vorahnung gefunden? 22. Oktober 2010


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: journal.frontiersin.org

Dienstag, 14. Januar 2014

PSI - Wissenschaftler fordern ergebnisoffene und erhliche Erforschung parapsychologischer Phänomene


Symbolbild PSI. | Copyright: grewi.de

Lund (Schweden) - 90 Akademiker und Wissenschaftler haben einen öffentlichen Brief des Psychologieprofessors Etzel Cardeña von der Universität Lund unterzeichnet, in dem die Wissenschaftler eine ergebnisoffene und ehrliche Erforschung parapsychologischer Phänomene (PSI) , sowie der Rätsel des menschlichen Bewusstseins fordern.

In seinem aktuell im Fachjournal "Frontiers in Human Neuroscience" (DOI: 10.3389/fnhum.2014.00017) veröffentlichten Brief, skizziert Cardeña sechs Punkte, die die Forderung erläutern:
1) Forschung über parapsychologische Phänomene (PSI) wird an unterschiedlichen akkreditieren Universitäten und Forschungszentren weltweit von Akademikern unterschiedlicher Disziplinen mit wissenschaftlichen Methoden durchgeführt (z.B. wurden in den vergangenen Jahren alleine in Großbritannien ca. 80 Doktortitel für PSI-verwandte Arbeiten vergeben). Diese Forschung wird schon seit mehr als einem Jahrhundert durch- und fortgeführt und das, obwohl die Untersuchung derartiger Themen mit wissenschaftlichen Tabus zu kämpfen hat, kaum Forschungsmittel zur Verfügung stehen und die Forscher persönlichen und beruflichen Angriffen ausgesetzt sind.
Die "Parapsychological Association" ist seit 1969 der AAAS (American Association for the Advancement of Science) angeschlossen und mehr als 20 Nobelpreisgewinner und viele andere bedeutende Wissenschaftler haben schon die Erforschung von PSI entweder unterstützt oder sogar selbst betrieben.

2) Trotz der negativen Haltung einiger Chefredakteure und Prüfer (zahlreicher Fachzeitschriften), werden immer wieder Untersuchungsergebnisse in akademischen Fachjournalen unterschiedlicher Wissenschaftsfelder von Psychologie über Neurowissenschaften bis hin zur Physik, veröffentlicht, die die Validität von PSI-Phänomenen stützen.


3) Neuere Meta-Analysen legen nahe, dass gesteigerte experimentelle Kontrollen die Belege für die Existenz von PSI-Phänomenen weder ausgelöscht haben noch diese bedeutend reduziert haben.


4) Diese Meta-Analysen und andere Studien legen zudem nahe, dass Daten, die PSI-Phänomene stützen, nicht in begründeter Weise mit Zufall und/oder durch das sog. "Schubladenproblem" (weg)erklärt werden können.


Tatsächlich haben - im Gegensatz zu den meisten Fachzeitschriften anderer Disziplinen - gerade parapsychologische Fachjournale zur Veröffentlichung auch von Null-Resultaten und PSI-kritischen Artikeln aufgerufen. Ein PSI-Versuchsregister wurde eingerichtet, um die Forschungspraxis zu verbessern.


5) Die Effektgrößen, die aus den meisten Meta-Analysen hervorgehen, sind zwar relativ klein und die Phänomene können nicht spontan auf Anfrage (re)produziert werden, doch beschreibt dies auch zahlreiche Phänomene anderer Disziplinen, die sich etwa auf komplexes menschliches Verhalten und Leistungen, etwa in der Psychologie oder der Medizin, konzentrieren.


6) Obwohl weitere schlüssige Erklärungen für PSI-Phänomene noch auf weitere theoretische und Forschungsentwicklungen warten, verstoßen sie nicht grundsätzlich gegen die Naturgesetze - setzt man voraus, dass moderne Theorien der Physik die klassischen Einschränkungen von Raum und Zeit auflösen und sich zunehmend auch Hin- und Beweise für Quanteneffekte auch in biologischen Systemen nachweisen lassen.

Zwar erläutert Cardeña, dass sich seine 90 Mitunterzeichner zwar in dem Grad ihrer Überzeugung von der Existenz von PSI-Phänomenen und deren bislang erbrachten Beweisen unterscheiden, dass sie sich aber in ihrem Wissenschaftsverständnis einig darüber sind, dass es einen "non-dogmatischen, offenen, kritischen aber respektvollen Umgang und eine sorgfältige Abwägung aller Beweise sowie Skeptizismus sowohl gegenüber den Vertretern (der PSI-Forschung) als auch gegenüber ihren Kritikern" braucht.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
 + + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Neben zahlreichen internationalen Kollegen haben auch folgende deutsche Wissenschaftler Cardeñas Brief unterzeichnet:
Dr. Gerhard Mayer Dipl.-Psych. Eberhard Bauer und Dipl.-Psych. Wolfgang Fach vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (igpp.de); Prof. Dr. Markus Maier von der Universität München (psy.lmu.de); Prof. Harald Walach und Stefan Schmidt von der Europa-Uni Viadrina Frankfurt (Oder) (europa-uni.de) sowie Dr. Walter von Lucadou von der Hochschule Furtwangen (hs-furtwangen.de).


- Den vollständigen Brief, unterzeichnet von Cardeña und Kollegen finden Sie HIER


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

GreWi-Interview: Prof. Dr. Ulrich Ettinger zur Studie zu übersinnlichen Erfahrungen an der Universität Bonn 9. Dezember 2013
Psychologen der Universität Bonn suchen Probanden für Studie zu übersinnlichen Erfahrungen 2. Dezember 2013
Gibt es wissenschaftliche Beweise für PSI-Phänomene? 16. Mai 2013

grenzwissenschaft-aktuell.de

Quellen: frontiersin.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE