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Donnerstag, 21. Juni 2007

ERSTE VOLLSTÄNDIGE EISZEITLICHE ELFENBEINFIGUR ENTDECKT

Grafische Darstellung des in Elfenbein geschnitzten Mammut | Copyright: AM

Tübingen/ Deutschland - Archäologische Ausgrabungen am Vogelherd im Lonetal liefern spektakuläre neue Kunstwerke aus der Eiszeit. Darunter entdeckten die Forscher aus Tübingen auch die erste vollständig erhaltene Elfenbeinfigur.

Im aktuellen Band der Jahresausgabe „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg“ berichten die Tübinger Archäologen über die Entdeckung von fünf neuen Figuren aus der Eiszeit: „Diese bemerkenswerten Funde aus der Vogelherdhöhle im Lonetal in Südwestdeutschland, die aus Mammutelfenbein geschnitzt sind, haben ein Alter von etwa 35.000 Jahren und gehören zu den ältesten und beeindruckendsten Beispielen figürlicher Kunst der Eiszeit“, erklärt Prof. Nicholas J. Conard von der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen.

Von besonderer Bedeutung sei der Fund der ersten vollständigen Elfenbeinfigur von der Schwäbischen Alb, die ein sorgfältig geschnitztes Mammut darstellt. Unter den Figuren befinden sich zudem ein gut erhaltener Teil eines Löwen, ein Bruchstück eines zweiten Mammuts sowie Reste zweier noch nicht identifizierter Motive.

Die Funde stammen aus den Sedimenten einer Höhle, die bereits 1931 durch den Archäologen Gustav Riek ausgegraben wurde. Der Fundkontext und eine die Radiokohlenstoffdaten weisen auf ein Alter von 30.000 und 36.000 Jahren vor heute. Somit stammen die Funde aus dem so genannten Aurignacien, das oft mit der Ankunft des modernen Menschen in Europa in Zusammenhang gebracht wird.

„Die vollständige Wiedergabe eines Mammuts und die Darstellung eines Löwen erweitern die eindrucksvolle, international bekannte Gruppe von Figuren, die Riek 1931 entdeckt hatte. Wie die meisten aurignacienzeitlichen Figuren aus den Höhlen der Schwäbischen Alb ist das neue Mammut klein und wurde mit großem Detailreichtum unter Benutzung von Steinartefakten geschnitzt“, so Conard in der Pressemitteilung.

„Die neuen Funde demonstrieren die glänzende Kunstfertigkeit der eiszeitlichen Bewohner der Schwäbischen Alb und bekräftigen die Beobachtung, dass die älteste figürliche Kunst schön und hoch entwickelt und keineswegs primitiv war. (...) Diese Funde gehören zu den ältesten und eindrucksvollsten figürlichen Kunstwerken weltweit.“

In einer Sonderausstellung im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren sollen die Funde nun vom 24.06.07 bis zum 13.01.08 gezeigt werden. (24.06.07- 13.01.08). 2009 werden die Figuren in der großen Landesausstellung in Stuttgart mit dem Titel „Kulturen und Kunst der Eiszeit“ ausgestellt.

Quelle: www.uni-tuebingen.de
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