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Montag, 9. Juli 2007

AUSSERIRDISCHES LEBEN MÖGLICHERWEISE BIZARRER ALS GEDACHT

Hoffnungsvoller Kandidat für außerirdisches Leben: Methanseen auf Saturnmond Titan | Copyright: NASA/JPL

Washington/ USA – Eine aktuelle Studie hochrangiger Wissenschaftler des „ National Research Council (NRC)“, einer Abteilung der „National Academies (NAS)“, ruft Wissenschaftler und Planer zukünftiger Weltraummissionen dazu auf, die Merkmale für außerirdisches Lebens auszuweiten. Dieses könne sich unter völlig anderen Voraussetzungen entwickelt haben, wir das Leben auf der Erde. Somit müssten auch die Suchmethoden auf selbst die bizarrsten Möglichkeiten angepasst werden.

Statt in Wasser, könnte sich etwa auf anderen Planeten das Leben in Seen und Meeren aus flüssigem Methan entwickelt haben. Statt die Energie aus Sonnenlicht zu erzeugen, könnten Lebensformen ihre Energie aus Salzsäuren gewinnen. Auch habe sich gezeigt, dass multiplere DNS Zusammensetzungen möglich sind, als jene, wie sie Grundlage irdischer Lebensformen sind. Diese Einschätzung könnte und sollte nach Ansicht der NAS zukünftige Weltraummissionen grundsätzlich mitbestimmen und verändern, wenn es darum geht, auf anderen Himmelskörpern nach Leben zu suchen.

Man müsse die Merkmale für Leben ausweiten und sich auch auf bizarre Lebensformen einstellen, die unter Bedingungen existieren, wie wir sie uns auf der Erde kaum vorstellen könnten, erklärt der Vorsitzende des Komitees John Baross, Professor für Ozeanographie an der University of Washington, Seattle.

In der Vergangenheit habe gerade die gedankliche Begrenzung auf das Leben auf der Erde, seine Grundlagen, Erscheinungsformen und seiner Verbreitung, bisherige Missionen - die etwa nach Leben auf dem Mars gesucht hatten - eindeutig eingeschränkt. Gerade die Vorstellung, lediglich Wasser könne die Grundlage des Lebens bilden, sei – dies zeige die Studie – falsch. Auch Ammoniak oder Formamide könnten, wenn auch anhand einer andersartige Biochemie, die Funktionen des Wassers übernehmen.

Als hoffnungsvollster Kandidat für außerirdisches Leben innerhalb unseres Sonnensystems betrachten die Wissenschaftler von der NAS den Saturnmond Titan. Auf ihm konnten Sonden bereits Meere und Seen aus flüssigem Methan nachweisen (wir berichteten). Auch Saturnmond Enceladus sollte aufgrund seiner Wassergeysire genauestens untersucht werden.

Buchtips zum Thema:

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Zum Verständnis möglicher außerirdischer Lebensformen gehöre, so der Bericht, jedoch auch
eine weitere und intensivere Erforschung des Lebens auf der Erde. Gerade extreme Regionen wie Wüsten, Meere und die Tiefsee zeigten immer wieder, wie anpassungsfähig das Leben selbst unter den extremsten Umständen sei. Möglicherweise biete unser eigener Planet eine Vorschau auf das, was uns auf anderen Himmelskörpern erwarten kann.


„Keine Entdeckung könnte eine größere Auswirkung auf die Wahrnehmung unserer Stellung im Kosmos haben und mehr inspirierend sein, wie die Entdeckung außerirdischen Lebens.“
John Baross

Quelle: nas.edu / nationalacademies.org

Weitere Meldungen zum Thema:

MEERESKÜSTE UND INSELN AUF SATURNMOND TITAN
, 26. Mai 2007

NEUE BILDER VON TITAN, 4. Juni 2007
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