https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 11. Juli 2007

WEITERER EXOPLANET MIT WASSER ENTDECKT

Künstlerische Interpretation des Exoplaneten „HD 189733b“ vor seinem Muttergestirn | Copyright: ESA / C. Carreau

Paris/ Frankreich – Wissenschaftler der ESA haben anhand der Daten des NASA-Weltraumteleskops „Spitzer“ Wasserdampf in der Atmosphäre eines weiteren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt.

Die Entdeckung gelang dem Team um Giovanni Tinetti vom „Institute d’Astrophysique de Paris“ während einer Analyse des Transits des Gasriesen „HD 189733b“ vor dessen Muttergestirn „HD 189733“ im Sternbild Fuchs, rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Während der bereits 2005 entdeckte Planet vor seiner Sonne vorbeizog, erkannten die Forscher anhand einer Infrarot-Analyse, dass dieser nicht nur eine Atmosphäre aufweist, sondern auch dass diese Atmosphäre eindeutige Spuren von Wasser aufzeigt.

Dennoch bedeutet der Nachweis von Wassermolekülen in der Atmosphäre bei Weitem nicht, dass es sich auch um einen hoffnungsvollen Kandidaten für erdenähnliches Leben handelt. Im Gegenteil – der Gasriese, aus der „Hot-Jupiter“-Klasse, hat die 1,5-fache Größe des Jupiter und umkreist seine Sonne in lediglich 4,5 Millionen Kilometern Entfernung. (Unsere Erde umkreist die Sonne in rund 150 Millionen Kilometern Abstand. Selbst der innerste Planet unseres Sonnensystems ist noch 70 Millionen Kilometern von der Sonne entfernt.) Das bedeutet, dass innerhalb seiner Oberfläche Temperaturen von über 700°C herrschen. Unter diesen Umständen kann der in der Atmosphäre gebundenen Wasserdampf nicht zu flüssigem Wasser kondensieren, Wolken bilden und als Regen niedergehen.

Dennoch lässt auch diese Entdeckung die Forscher hoffen, bald auch Wasser auf einem Felsplaneten zu finden.

Bereits vor drei Monaten meldete der US-Astronomen Travis Barman im „Astrophysical Journal“ Wasserspuren auf dem 150 Lichtjahre entfernten Planeten "Osiris" (HD 209458b) entdeckt zu haben. Seither steht seine Entdeckung im Kreuzfeuer internationaler Kritik. In seinem Artikel im Fachjournal „Nature“ unterstellt denn auch Tinetti, Barmans Anspruch als erster Wasser auf einem Exoplaneten gefunden zu haben, sei „mit Vorsicht zu genießen.“

Hieran zeigt sich, wie sehr unter den internationalen Wissenschaftlern ein von Konkurrenzkampf geprägtes Wettrennen um die Erstentdeckung von Wasser außerhalb unseres Sonnensystems ausgebrochen ist.

Quelle: esa.int
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE