https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 8. August 2007

UR-MIKROBEN WURDEN WIEDERBELEBT

Gletscher in der Antarktis | Copyright: "National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)"/Public Domain

USA – Amerikanische Wissenschaftler haben im Labor uralte Mikroben aus dem Eis eines Antarktisgletschers erfolgreich wieder zum Leben erweckt. Die Forschugsergebnisse werfen eine neues Licht auf die Theorie der Panspermie und könnten auch für die aktuelle NASA-Mission "Phoenix" interessant sein, die im Polareis des Mars nach Spuren von Leben suchen soll.

Wie die BBC berichtet, stammen die Mikroben aus Eisproben deren Alter zwischen 100.000 und acht Millionen Jahren datiert wird. Nachdem die Proben erwärmt und mit Nährstoffen versorgt wurden, zeigten die Mikroorganismen erneute Aktivität und vermehrten sich.

Wie das Forscherteam um Kay Bidle von der Rutger University in New Jersey und David Marchant von der Boston University in ihrem aktuellen Artikel im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ darlegen, stellt sich anhand der Studienergebnisse die Frage, ob sich derartige Prozesse aufgrund der Kilmaverwärmung auch unter natürlichen Umständen einstellen können.

Zugleich gehen die Forscher jedoch nicht davon aus, das dadurch eine konkrete gesundheitliche Gefahr ausgehe, da derartige Prozesse wahrscheinlich schon von jeher vor sich gehen.

Die Studie zeigte zudem, dass sich die Mikroben in den jüngeren proben wesentlich schneller und leichter fortpflanzten wie die aus den Älteren Eisschichten. So verdoppelten die 100.000 Jahre alten Mikroben ihre Anzahl schon innerhalb von einer Woche. Die Mikroben und Bakterien aus den bis zu acht Millionen Jahre alten Proben benötigten hierfür zwischen 30 und 70 Tagen. DNS-Analysen zeigten, dass die über die Zeiten der an den Polen stärker einwirkenden kosmischen Strahlung ausgesetzten Mikroben deutliche Schäden davongetragen

Dass die Proben durch moderne Mikroben kontaminiert wurden, schließen die Forscher aufgrund der Vorgehensweise und Quelle der Proben aus. Kritiker fordern jedoch eine Widerholung der Studie an unabhängigen Laboren um dieses Risiko einer Kontamination mit modernen Bakterien gänzlich auszuschließen

Die starke Beschädigung der DNS der Mikroben habe auch Konsequenzen für jene Theorien die davon ausgehen, dass das Leben einst in Form von Mikroben auf und in Kometen von außerhalb des Sonnensystems auf die Erde gebracht gelangt ist (Panspermie). Die Studienergebnisse würden eine solche Annähme sehr unwahrscheinlich erscheinen lassen.

Die Studienergebnisse dürften auch interessant für die NASA sein, die vergangene Woche ihre neue Mars-Sonde „Phoenix“ auf den Weg zum Roten Planten geschickt hat (wir berichteten). In der Arktisregion des Mars soll die Landeeinheit im gefrorenen Boden und Eis des Planeten nach Spuren von mikrobiologischen Leben suchen. An der geplanten Landestelle des Phoenix-Landers herrschen ähnliche geologische Begebenheiten wie an Gletschern im antarktischen Beacon Valley, aus denen einige der Proben der Studie stammen.

Quelle: bbc.co.uk / pnas.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE