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Donnerstag, 22. November 2007

Unser Mond ist (fast) einzigartig

Erde und Mond im Größenmaßstab | Copyright: NASA

Gainesville/ USA – Neuste Beobachtungen des NASA-Weltraumteleskop „Spitzer“ zeigen, dass Einzelmonde wie unser Erdtrabant, die durch einen gigantischen Zusammenstoß aus dem Mutterplanet herausgerissen wurden, im für uns sichtbaren Weltraum sehr selten sind.

Wie die NASA erklärt, gibt es ähnliche Planet-Mond-Konstellation wahrscheinlich in nur in fünf bis 10 Prozent der Planetensysteme. Nach der gängigen Lehrmeinung soll unser Mond vor rund 4,5 Milliarden durch den Aufprall eines Himmelskörpers von der Größe des Mars mit der noch jungen, jedoch bereits verfestigten Erde entstanden sein. Die bei dieser Mega-Explosion aus Erdmantel und -kruste herausgeschlagenen Trümmer sollen sich dann zuerst in einem Ringsystem in einem Erdorbit angesammelt und sich im Laufe der Jahrmillionen zusammengeballt haben. Durch den Zusammenstoß und die freiwerdende Gravitationsenergie bei der Bildung des Mondes wurde dieser aufgeschmolzen und vollständig von einem Ozean aus Magma bedeckt. Im Laufe der Abkühlung bildete sich eine Kruste aus den leichteren Mineralen aus, die noch heute in den Hochländern vorzufinden sind. Mitunter wird auf Seiten der Erde das Becken des Pazifiks teilweise als Narbe dieser Großkollision betrachtet.

Welten im Zusammenstoß – Klicken Sie auf die Abbildung, um eine Animation der "Kollisionstheorie" der Mondenstehung zu betrachten | Copyright: NASA/JPL

Im „Astrophysical Journal“ berichten die Forscher um Nadya Gorlova von der „University of Florida“ in Gainesville, dass man nur selten entsprechende Staubringe um Planeten vorfindet. Nur einer aus 400 Sternen, die in etwas gleich alt wie unsere Sonne sind, als sich der Erdmond formte (ca. 40 Millionen Jahre) zeige ähnliche Anzeichen auf eine erdähnliche Mondbildung im Planetensystem. Ob sich aus diesem einen Ereignis dann irgendwann auch einmal ein Mond formt, ist zudem ungewiss – wodurch die errechnete Chance noch geringer ausfallen könnte.

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Hintergrund: Die Enstehung des Erdmondes
Erst seit beginn der 1980er Jahre hat sich die obig beschriebene Theorie eines kosmischen Zusammenstoßes zwischen der noch jungen erde und einem Marsgroßen Planeten als Erklärung für die sogenannte „Entstehung des Erde-Mond-Systems“ in der naturwissenschaftlichen Astronomie etabliert. Offiziell wurde diese „Kollisionstheorie“ von William K. Hartmann und Donald R. Davis 1975 entwickelt. Mit diesem Modell konkurrieren zur Zeit neben Varianten der Vorstellung, dass der bereits geformte Mond von der Erde eingefangen wurde, auch die sogenannte „Abspaltungstheorie“, von George Darwin aus dem Jahr 1878. Demnach rotierte die Erde in ihrer Frühphase so stark, dass sich durch Instabilitäten ein Teil ablöste und den Mond bildete. 1882 fügte der Geologe Osmond Fisher die Feststellung hinzu, dass der Pazifische Ozean die heute noch sichtbare Narbe dieser Abspaltung darstelle. In etwa zeitgleich sprachen auch Geisteswissenschaftler wie Rudolf Steiner von der Ablösung des Mondes aus der Erde: „Alles, was im festen Erdenstoffe zur bleibenden Verhärtung beitragen konnte, wurde ausgeschieden. Unser gegenwärtiger Mond verließ damals die Erde“.

Eine Zusammenfassung und Diskussion aller naturwissenschaftlichen Entstehungstheorien für das Erde-Mond-System finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

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