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Donnerstag, 20. Dezember 2007

Aktiver Gletscher auf dem Mars

Gletscherartige Struktur in der Mars-Region Deuteronilus Mensae | Copyright: ESA/DLR/FU Berlin/Neukum

Berlin/ Deutschland – Das geologische Bildauswertungsteam der ESA-Marsmissionen um Dr. Gerhard Neukum von der „Technischen Universität Berlin“ hat auf Aufnahmen der europäischen Sonde „Mars Express“ auf dem Roten Planeten zum ersten Mal eine geologische Struktur ausgemacht, die man für einen aktiven Gletscher hält.

Bislang waren auf dem lediglich Millionen Jahre alte Gletscher-Strukturen auf dem Mars entdeckt worden. Die aktuellen Aufnahmen zeigen jedoch eine Struktur, die die Forscher lediglich auf einige Tausend Jahre einstufen und die möglicherweise immer noch aktiv ist – zumindest deuten weiße Gipfel auf erst relativ kürzlich freigelegte Eispartien hin.

Der geologisch junge Gletscher befindet sind in der Region „Deuteronilus Mensae“ zwischen den südlichen Hochländern und den nördlichen Tiefebeben des Planeten. „Wenn die Aufnahmen von der Erde stammen würden, würde ich sofort sagen, dass es sich um einen Gletscher handelt“, zitiert die BBC den Berliner Wissenschaftler zu den neuen Aufnahmen der HRSC-Kamera des „Mars Express“.

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Bislang steht eine Spektralanalyse der Struktur noch aus und nur sie kann letztlich belegen, ob es sich tatsächlich um Wassereis handelt. In den kommenden Monaten soll diese bei erneuten Überflügen über die Region jedoch folgen.

Dr. Neukum nimmt an, dass der Gletscher durch unterirdisches Wasser innerhalb er vergangenen 10.000 bis 100.000 Jahre gespeist wurde. Doch es gibt auch Kritiker dieser Interpretation. Einige Forscher wenden ein, dass auch Gletscher auf dem Mars ebenso durch Schneefall geformt werden müssten, wie jene auf der Erde. Hierfür, so Neukum, gäbe es auf dem Mars jedoch zu wenig Niederschlag.

Sollte Neukum richtig liegen, wäre der junge Mars-Gletscher ein primäres Ziel für die Suche nach Spuren von einstigem oder sogar aktivem Leben auf dem Roten Planeten und somit ein ideal für zukünftige Roboter-Missionen. Mikroben könnten tief im Eis des Gletschers überlebt haben und durch die nachfließende Wasser-Eis-Bewegung auch in höhere Schichten oder sogar an die Oberfläche transportiert worden sein.

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Quelle: bbc.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int

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