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Montag, 17. Dezember 2007

Streit um möglichen Ozean auf Saturnmond Enceladus

Fontainen speien gewaltige Wassernebel von etwa null Grad Celsius aus der Südpolregion des Saturnmondes Enceladus | Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute

San Francisco/ USA – Der Saturnmond Enceladus gilt als einer der heißesten Kandidaten bei der Suche nach außerirdischem Leben innerhalb unseres Sonnensystems – nicht zuletzt, da Astronomen unter seiner dicken Eisdecke einen gigantischen Ur-Ozean vermuten. Bestätigt wird dies durch sehr hohe Fontänen aus Wassereispartikeln auf der südlichen Hemisphäre. Doch was speist sie?

Auf dem Treffen der „American Geophysical Union (AGU)“ erläuterte der Planetenforscher Dr. Nick Schneider von der „University of Colorado“ nun die Ergebnisse seiner Studie, in der er bezweifelt, dass die Fontainen einem Ozean entstammen.

Der Grund für seine Schlussfolgerung liegt darin, dass eine chemische Spektralanalyse dieser Ausstöße mit dem „Keck Telescope“ auf Hawaii kein Natrium nachweisen konnte. „Wenn es sich um einen Ur-Ozean handelt (in dem Wasser über Jahrmillionen mit dem Untergrundgestein in Kontakt war), muss darin auch Salz zu finden sein“, erklärt Schneider. Selbst wenn es auf Enceladus einen solchen Ozean gäbt, sei dieser nicht die Quelle der Fontainen.

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In den Wasserdampf-Fontainen die den sechstgrößten Mond des Saturn umgeben, fand der Forscher keinen Hinweis auf Natrium, welches wiederum (in Form von Natriumchlorid) charakteristischer Bestandteil von Meersalz. Bei dem Wasser der Fontainen handele es sich wahrscheinlich um absolut reines Wasser. Bei diesem reinen Wasser könnte es sich beispielsweise, so vermutet Schneider, entweder um Schmelzwasser des Eispanzers oder um Wasser-Klathrate handeln, einer Kristallform aus Wasser, Kohlendioxid und Ammoniak handeln.

Noch deutlicher werden die Enceladus-Fontainen in der Falschfarbendarstellung | Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute

Ein vermuteter Ozean unter der Eiskruste des Mondes war bislang jedoch Hauptargument für einen zukünftige Mission zum Saturnmond, die hier nach Lebensformen suchen sollte.

Virtuelle Reise zum Saturnmond Enceladus

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Zwar bezweifelt niemand die erbrachten Daten, doch gibt es Wissenschaftler, die Schneiders Schlussfolgerungen nicht teilen. „Wenn man mit einen Salzstreuer Salz in die Luft wirft, könnte die angewendete Methode hier auch kein Natrium nachweisen – obwohl es zweifelsohne Bestandteil des Salzes ist“, argumentiert etwa Torrence Johnson vom wissenschaftlichen Team der amerikanisch-europäischen Saturnmission Cassini. Auch Schneiders Ergebnisse müssen demnach einen Ozean als Quelle der Fontainen nicht zwangsläufig ausschließen.
„Die Tatsache, dass Natrium nicht nachgewiesen werden konnte sagt nur, dass kein Natrium nachgewiesen werden konnte“ zitiert die BBC auch Carolyn Proco von der Cassini-Bildauswertung. Das Natrium könnte auch in fester – zum Beispiel in kristalliner - Form gebunden sein, und wäre somit durch eine Spektralanalyse wie Schneider sie durchgeführt habe, nicht nachzuweisen.

Zwar soll die Cassini-Sonde schon im kommenden März die Enceladus-Fontainen aus nächster Nähe analysieren – doch leider verfügt auch die Sonde nicht über die Fähigkeit Natrium nachzuweisen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / bbc.co.uk

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, 16. August 2007
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