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Donnerstag, 31. Januar 2008

Merkur erstaunt Planetenforscher

MESENGER-Aufnahme der "Spinne" auf Merkur | Copyright: NASA

Washington/ USA - Der kürzliche Vorbeiflugder NASA-Sonde MESSENGER am Planeten Merkur hat die Wissenschaftler mit einer Fülle neuer Daten und Bilder überhäuft. Diese zeichnen ein völlig neues Bild des Planeten, den die Forscher bisher zu großen Teilen mit dem Erdmond verglichen haben.

Stattdessen fanden die Exogeologen Hinweise auf erstaunlich vielseiteige geologische Prozesse und eine Magnetosphäre, die sich deutlich von jener unterscheidet, wie sie noch 1975 von der Sonde Mariner 10 vermessen wurde.

"De neuen Aufnahmen zeigen uns Teile des Planeten, die noch nie zuvor von einem Raumschiff fotografiert und vermessen werden konnten" erläutert der leitende Wissenschaftler der MESSENGER-Mission Sean Solomon von der Carnegie Institution of Washington.


Im Unterschied zum Erdmond zeigen die neuen Aufnahmen nun gigantische Klippen, die sich teilweise hunderte von Kilometern über die Planetenoberfläche ziehen. Anhand dieser Strukturen offenbaren sich auch tektonische Merkmale, die den Wissenschaftlern neue Einblicke in die geologische Geschichte des Planeten erlauben. Auch einige jetzt dokumentierten Krater unterscheiden sich in ihrem Eigenschaften deutlich von Kratern des Erdmondes.

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Besonderes Interesse erweckt dabei unter anderem eine Formation, die von den Forschern als "The Spider" bezeichnet wird. Nie zuvor hatten die Wissenschaftler dieses Detail auf Merkur gesehen und vergleichbares gibt es auch nicht auf dem Mond. Die "Spinne" (s. Abb.) befindet sich inmitten des rund 1500 Meter durchmessenden Caloris-Kraters und besteht aus hunderten von schmalen und flachen Rinnen und Mulden, die einem kleineren Krater als gemeinsamen Zentrum zu entspringen scheinen. "Ob dieser Krater jedoch etwas mit der "Spinne" zu tun hat, oder erst später als dieses System entstand, ist bislang noch unbekannt", erläutert James Head von der Brown University in Providence. Möglicherweise entstand das Merkmal auch durch den immer noch aktiven Vulkanismus des Planeten. Die Ebenen im Innern des Kraters sind viel ausgeprägter und reflektierender als seine direkte Umgebung. Mondkrater weisen exakt gegenteilige Charaktersiken auf.

Besonders überrascht sind die Planetenforscher über die neuen Vermessunsgdaten der Magnetosphäre. Diese unterscheiden sich nämlich deutlich von jenen Daten, wie sie noch Mitte der 1970er Jahren von der Sonde Mariner 10 beim damaligen Vorbeiflug an Merkur gemessen wurden. Jetzt sehen die Wissenschaftler, dass das Magnetfeld des Planeten grundsätlich eher ruhig sei, es zeige jedoch immer wieder Signaturen von Druckanstiegen innerhalb der Magnetosphäre.

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Von allen erdartigen Planeten in unserem Sonnensystem besitzen lediglich Merkur und die Erde ein globales Magnetfeld und eine entsprechende Magnetosphäre. Diese schützen unseren Planeten vor den schädlichen hochenergiegeladenen Partikeln des Sonnenwindes. Ähnlich, so vermuten die Astronomen, verhält es sich auch anhand des Magnetfeldes des Merkur. Während der nächsten beiden Vorbeiflüge soll dies noch intensiver untersucht werden.

Auch erlangten die Wissenschaftler durch die MESSENGER-Untersuchungen neue Einblicke in den mineralischen Aufbau der Planetenpberfläche und Atmosphäre. Die Instrumente fanden in der Exosphäre des Merkur Signaturen von Natrium, Kalzium und Wasserstoff. Diese äußerste Atmosphärenschicht markiert den fließenden Übergang zum interplanetaren Raum und reicht auf Merkur mehr als 40.000 Kilometer ins All hinein.

Ausführliche Information zu den ersten Untersuchungsergebnisse der MESSENGER-Sonde finden Sie HIER

Quellen: nasa.gov / grenzwissenschaft-aktuell.de

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