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Montag, 18. Februar 2008

Neue Studie: Mehrheit aller sonnenähnlicher Sterne bildet Gesteinsplaneten

Grafische Interpretation der neuen Studie | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Tucson/ USA - Mindestens 20-, wenn nicht sogar über 60 Prozent aller Sterne in unserer Galaxie haben wahrscheinlich Gesteinsplaneten ähnlich wie unsere Erde. Zu dieser neuen Einschätzung kommen jetzt Wissenschaftler der University of Arizona anhand einer Auswertung von Daten des NASA-Weltraumteleskops Spitzer.

Wie Michael Meyer jetzt auf dem Jahresreffen der American Association for the Advancement of Science in Boston und in der Februar-Ausgabe der Astrophysical Journal Letters berichtet hat, untersuchte die Studie sechs Gruppen von Sternen mit annähernden Massen unserer, so glauben Astronomen, rund 4,6 Milliarden Jahre alten Sonne. Dabei vermaßen die Wissenschaftler Gas- und Staubscheiben, welche junge Sterne umgeben und verglichen diese dann mit jenen Zuständen, von denen man ausgeht, dass sie in früheren Entwicklungsphasen unseres eigenen Sonnensystems geherrscht haben.

Zwar kann das Spitzer-Teleskop selbst keine Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (sog. extrasolare Planeten bzw. Exoplaneten) entdecken. Stattdessen findet es mittels Infrarotbeobachtungen Staub der bei Kollisionen entstand, als sich die Planeten gebildet hatten. Dabei weisen die heißesten Staubmassen die kürzesten Wellenlängen zwischen 3,6 und 8 Mikron auf. Die Wellenlänge kühler bis kalter Staubmassen liegen hingegen zwischen 70 und 160. Da Staubmassen umso heißer sind, je näher sie sich zum Muttergestirn befinden, deuten lediglich "warme" Staubmassen (ca. 24 Mikron) daraufhin, dass sich diese in Regionen befinden, die in unserem Sonnensystem den Sonnenabständen zwischen Erde und Jupiter entsprechen.

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Anhand dieser Vergleichswerte und der von Spitzer gemessenen Daten zeigte sich nun, dass zwischen 10 und 20 Prozent der untersuchten "jungen" Sterne "warme" Staubmassen aufzeigten. Bei Sonnen deren Alter auf mehr als 300 Millionen Jahre geschätzt wird, finden sich diese hingegen sehr selten. Auch eine andere Studie durch Thayne Currie und Scott Kenyon vom Smithsonian Astrophysical Observatory in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts fand Hinweise auf sich bildende erdähnliche Planeten im Umfeld von 10 bis 30 Millionen Jahre alten Sternen. "Die Beobachtungen legen es nahe, dass was immer auch zur Entstehung der Erde geführt hat, sich also auch im Umfeld aller Sterne im Alter von drei bis 300 Millionen Jahren zutragen kann" zitiert die NASA Michael Meyer.

Anhand einiger von Kenyon and Ben Bromley von der University of Utah entwickelten Modelle, können nun wissenschaftlich plausible Szenarien für Planetenentstehungen abgeleitet werden. Demnach bilden sich "warme" Gas- und Staubmassen wenn kleinere Gesteinsplaneten zusammenstoßen und miteinander verschmelzen. Die "warmen" Staubmassen, wären dann also einnatürliche Ergebnis und Nebenprodukt der Entstehung von Gesteinsplaneten wie etwa Erde, Venus und Mars. Da die Spitzer-Daten unterschiedlich interpretiert werden können, liege, so Meyer, die Anzahl jener Sterne mit Gesteinsplaneten in unserer eigenen Galaxie zwischen mindestens 20 und über 60 Prozent.

Ab Februar 2009 soll die NASA-Sonde Kepler konkret nach weiteren Exoplaneten suchen. Hierzu soll sie über mehrere Jahre die Helligkeit von ca. 100.000 Sternen messen und dabei regelmäßige Helligkeitsschwankungen feststellen, die durch den Durchgang eines Planeten zwischen dem Stern und der Raumsonde verursacht werden. Um die Beobachtungen ungestört durchführen zu können, wird die Sonde nicht in einen Erd-, sondern in einen Sonnenorbit gebracht und wird hier der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne folgen.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

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