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Dienstag, 11. März 2008

Snack-Werbung für 47 Ursae Majoris

Die EISCAT Anlage auf Spitzbergen | Copyright: Togr/GNU FDL

London/ England - Als Hauptpreis für das beste selbst gedrehte Video will der Snack-Hersteller Dorito den Gewinner-Beitrag ins All und in Richtung des Sonnensystems 47 Ursae Majoris senden. An dem Projekt beteiligt sich auch ein Team aus Wissenschaftlern der University of Leicester.

Aufgabe des öffentlichen Wettbewerbs (der Teil der Dorito Werbekampagne "You Make It, We Play It" ist) ist es, mit einem 30-Sekunden Film das Leben auf der Erde zu beschreiben. Der Gewinner-Clip wird dann am 12. Juni vom ("European Incoherent SCATter") EISCAT Space Centre auf Spitzbergen mittels eines 500 MHz Ultra High Frequency Radar ins All geschickt. Ziel der Botschaft soll das 42 Lichtjahre von der Erde entfernte Sonnensystem 47 Ursae Majoris (UMa) im Sternbild des Großen Bären sein. Hier könnte es Planeten auch innerhalb der haitablen Zone um das Zentralgestirn, und somit möglicherweise auch intelligentes Leben geben.

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Mit Lichtgeschwindigkeit und 2000.000.000 Watt Stärke (eine normale Glühbirne benötigt ca. 100 Watt) wird der Werbeclip - zerlegt in Einsen und Nullen dann schon nach etwa sechs Stunden unser Sonnensystem verlassen haben.

Der Direktor von EISCAT, Professor Tony van Eyken zeigt sich von dem Projekt begeistert und hofft, dass die Sendung auch - von wem auch immer - empfangen und verstanden wird. Dr. Darren Wright vom Department of Physics & Astronomy an der University of Leicester hofft nicht nur auf einen wissenschaftlichen, sondern auch finanziellen Erfolg der fragwürdigen Aktion. "Unternehmen wie dieses könnten auch von kommerziellem Interesse sein. Man könnte sich beispielsweise vorstellen, dass eines Tages Firmen von der Erde auch in den Kolonien auf anderen Planeten für ihre Produkte wollen."

Natürlich finden sich anhand solcher fragwürdiger Werbegags auch Kritiker. Bereits Anfang Februar sendete die NASA den Beatles-Song "Across the Universe", um damit das eigene 50-jährige Jubiläum zu feiern (wir berichteten). Schon kurze Zeit später zeigten sich SETI-Forscher, die nach intelligenten außerirdischen Signalen aus dem All fahnden, ganz und gar nicht erfeut über den Publicity-Gag. Dr. Douglas Vakoch vom SETI Institut die NASA rief dazu auf, ähnliche Aktionen zukünftig sorgsamer zu durchdenken (wir berichteten). Außerirdische könnten solche Botschaften schließlich auch als Kriegserklärung fehlinterpretieren: "Bevor wir (symbolische) Botschaften gezielt ins All senden, sollten wir zumindest ausführlich und offen auch über die potentiellen Risiken solcher Nachrichten diskutieren."

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / le.ac.uk / eurekalert.org / sciencedaily.com

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:

NASA beamt die Beatles ins All
, 1. Februar 2008
Beatles im All - SETI kritisiert NASA
, 9. Februar 2008
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