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Donnerstag, 27. März 2008

Sonde Cassini findet organisches Material in Enceladus-Fontänen

Die Cassini-Wärmekarte der Südpolregion des Saturnmond Enceladus | Copyright: NASA/JPL/SSI

Pasadena/ USA - Beim Vorbeiflug am Saturnmond Enceladus am 12. März 2008 hat die Sonde Cassini unerwartete neue Erkenntnisse über den Mond gesammelt. Wie sich zeigt, ist die südliche Polarregion wesentlich aktiver und wärmer, als ursprünglich angenommen und das Wasser aus den gewaltigen Fontänen beinhaltet chemisch-organisches Material.

Eine von Cassini angefertigte Wärmekarte der Südpolregion von Enceladus (s. Abb. o.) zeigt westlich höhere Temperaturen als bislang bekannt. Auf den Aufnahmen des "Composite Infrared Spectrometer" zeichnen sich heiße Spuren entlang der gewaltigen Spaltensysteme, der sog. Tiegerstreifen, in der eisigen Oberfläche ab, aus welchen die geysirartigen Fontänen ausbrechen. Diese Spalten sind über ihre gesamte Länge bis zu 17 Grad Celsius "wärmer" als die immer noch -93 Grad kalte direkte Umgebung, die selbst wiederum immer noch um rund 93 Grad "wärmer" ist, als andere Regionen des Saturnmondes. Die höchsten Temperaturen innerhalb der Spalten stimmen dabei mit den Ausbruchsorten der Fontänen (s. Abb. gelbe Sternmarkierungen) überein.

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Die Zusammensetzung der organischen Chemikalien der Fontänen, so die Cassini-Wissenschaftler um Hunter Waite vom Southwest Research Institute in San Antonio, der die Auswertung der Messungen des " Ion and Neutral Mass Spectrometer" an Bord von Cassini leitet, "schmecken und riechen" wie jene, die man eigentlich in Kometen vorfindet: "Derart ursprüngliches Material, das aus dem Inneren eines Mondes stammt, wirft viele neue Fragen über die Entstehung des Saturnsystems auf. Dabei handelt es sich bei Enceladus eindeutig nicht um einen Kometen. Diese haben Schweife, umkreisen die Sonne und beziehen ihre Energie von der Sonne. Enceladus aber kreist um einen Planeten, hat eine eigene innere Wärmequelle und erzeugt sein eigenes kohlensäurehaltiges Wasser mit natürlichen Gasen."

Das "Ion and Neutral Mass Spectrometer" konnte zudem eine bis zu 20-fach höhere Dichte an flüchtigen Gasen, Wasserdampf und Kohlendioxid und Kohlenmonoxid nachweisen, als bislang angenommen.

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"Diese neuen Daten werden uns helfen, die Kräfte dieser Geysire besser zu verstehen. Die erstaunlich hohen Temperaturen lassen flüssiges Wasser unter der Oberfläche immer wahrscheinlicher werden", erläutert John Spencer vom "Composite Infrared Spectrometer"-Team am Southwest Research Institute in Boulder, Colorado.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

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