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Montag, 17. März 2008

Sonde Cassini: Probleme beim Vorbeiflug an Enceladus

Die nördliche Polarregion des Saturnmond Enceladus | Copyright: NASA/JPL/SSI

Washington/ USA - Beim kürzlichen Vorbeiflug der Sonde Cassini am Saturnmond Enceladus gelangen dieser zwar neue Aufnahmen der Mondoberfläche - die geplanten Probenentnahme von Material der Eisfontänen (wir berichteten) verlief jedoch weniger erfolgreich.

Am 12. März passierte die Sonde wie geplant den Mond und bereitete sich auf die Beprobung der Fontänen aus Wassereis-Partikeln vor. Ein bislang unerklärter Software-Fehler verhinderte jedoch die Übertragung der Daten des Cosmic Dust Analyzer (CDA) zur Erde. Eigentlich sollte ein neues Programm die Analysemöglichkeiten erhöhen, stattdessen glauben die Forscher, dass genau diese Software Grund für die Probleme beim Vorbeiflug gewesen sind.

Anhand der Auswertung des Probenmaterials erhofften sich die Wissenschaftler vom Max Planck Institut for Nuklearphysik in Heidelberg Informationen über die Herkunft und Zusammensetzung des Wassereises der Fontänen und somit auch Antworten auf die Frage, ob diese von Wasserseen oder gar Ozeanen unterhalb der Eiskruste des Mondes gespeist werden.

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Andere Instrumente an Bord der Sonde funktionierten hingegen störungsfrei. Auf den neuen Aufnahmen ist die Nordpolregion von Enceladus in bislang unbekannter Qualität zu erkennen. Die Oberfläche ist mit zahlreichen Kratern übersäht und somit geologisch wesentlich älter, als die Südpolregion des Mondes. Hier sei die Oberfläche sehr viel dichter mit jungen Ablagerungen aus den Fontänen bedeckt, die aus Spalten hervorbrechen, die aufgrund ihrer Form von den Wissenschaftlern als "Tigerstreifen" bezeichnet werden.

Diese konnten vom Composite Infrared Spectrometer (CIRS) genauer unter die Lupe genommen werden. Die Bilder, die bald veröffentlicht werden, sollen dann mit älteren Aufnahmen vom Vorbeiflug 2005 verglichen werden um mögliche Veränderungen anlesen und auswerten zu können. Schon jetzt konnten erneut wärmer Regionen (Hot Spots) ausgemacht werden, über deren Ursprung die Wissenschaftler noch rätseln. Diese Wärmequellen könnten auch die möglichen Ozeane unterhalb der Eiskruste in flüssigem Zustand halten und somit ideale Voraussetzung für die Entstehung von Leben bilden.

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Auch das Magnetometer lieferte neue Daten darüber, wie das Magnetfeld des Saturns den Mond und dessen Haloschein aus Material der Fontänen umschließt. Ob sich dies auch auf die potentiellen Enceladus-Ozeane auswirkt, sollen weitere Auswertungen dieses und zukünftiger Vorbeiflüge beantworten können.

Schon im August und Oktober wird Cassini erneut den Mond passieren und dabei die Experimente vom 12. März wiederholen.

Quellen: nasa / grenzwissenschaft-aktuell.de / space.com

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