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Freitag, 7. März 2008

Studie: Doch kein flüssiges Wasser auf Mars?

Marskrater 1999 und 2006 mit Abfluss | Copyright: NASA/JPL/Malin Space Science Systems

Tucson/ USA - 2006 erregten Aufnahmen des Mars Global Surveyor, die offenbar den Abfluss flüssigen Wassers aus einer Kraterwand zeigten, weltweit Interesse und schienen zugleich zu beweisen, dass auf dem Roten Planten auch heute noch Wasser in flüssiger Form selbst an der Oberfläche vorkommt. Eine neue Studie stellt diese Interpretation der geologischen Struktur jetzt in Frage.

Eigentlich erhofften sich die Wissenschaftler um den Geophysiker Dr. Jon D. Pelletier von der University of Arizona in Tucson die damalige NASA-Theorie um einen Ausbruch und Abfluss von flüssigem Wasser erhärten zu können. Hierzu verwendeten sie topografische Daten der High Resolution Imaging Science Experiment (HIRISE) Kamera und fütterten damit ein physikalisches Computermodell für Fließeigenschaften flüssiger Substanzen und Materialien. In diesem wurde nun überprüft, wie das Rinnsal vor Ort aussehen würde, wenn es von flüssigem reinem Wasser gespeist worden wäre. Das Ergebnis verglichen sie mit jenen Mustern, wie sie voraussichtlich von grobkörnigen Sand-, Gesteins und Erdabgängen verursacht worden wären.

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Dabei zeigte sich, dass die Variante wie sie von grobkörnigem und trockenem Material hervorgerufen wird, am ehesten die Merkmale des an der Kraterwand fotografierten Rinnsals, das zwischen 1999, als an gleicher Stelle noch kein Abfluss zu erkennen war, und 2006 entstanden sein musste, reproduzierte.

Vergleich des Rinnsals (l.) mit den Computermodellen für flüssiges reines Wasser (m.) und einem Abgang von grobkörnig-trockenem Erdmaterial (r.) | Copyright: Jon Pelletier, UA

"Eigentlich hatten wir uns erhofft, die Möglichkeit, dass es sich um einen Abfluss von trockenem Material handelt, mit unserem Computermodell ausschließen zu können - leider ist uns das jedoch nicht gelungen", kommentiert der Koautor der Studie Dr. Alfred S. McEwen das Ergebnis der Untersuchung.

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Dennoch können und wollen die Forscher nicht ausschließen, dass es sich auch um einen Ausfluss von dickflüssig mit bis zu 60 Prozent mit Wasser getränktem Schlamm handelt. Dieser hätte dann eine vergleichbare Konsistenz wie Melasse oder heißer Lava. Auf den Aufnahmen der Mars-Sonde würde sowohl ein Abgang von trockenem, grobkörnigem Material als auch besagter Wasser-Schlamm sehr ähnlich aussehen. Das Ergebnis der von der NASA finanzierten Studie wird jetzt im Fachmagazin Geology veröffentlicht.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arizona.edu

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