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Dienstag, 18. März 2008

Unerwartete Lichterscheinungen in Polarlichtern auf Jupiter


Jupiterpolarlichter mit Io-Fußpunkten | Copyright: LPAP/Université de Liège

Köln/ Deutschland - Auf Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble entdeckten deutsche und belgische Wissenschaftler in den Polarlichtern der Jupiter-Atmosphäre sonderbare Lichterscheinungen. Diese werden wahrscheinlich durch starke Plasmawellen erzeugt, die vom Jupitermond Io ausgehen.

Als einer der inneren Jupitermonde bewegt sich Io auf seiner Umlaufbahn ständig durch einen Strom aus geladenen Teilchen. "Wie ein Stein in einem Bach stellt er ein Hindernis für diese Strömung dar, wobei auch das Magnetfeld lokal verändert wird. Am Fuß der gestörten Magnetfeldlinie an Jupiters Polen ist dies dann als Leuchtpunkt zu beobachten", erläutert Professor Joachim Saur vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln, der die Phänomene gemeinsam mit Bertrand Bonfond von der Université de Liège entdeckte und weitere, jedoch weitaus schwächere Leuchtpunkte auch in neuen Bildern gefunden hat.

"Frühere Beobachtungen mit dem Hubble Weltraumteleskop zeigen einen hellen Punkt in der Jupiteraurora bei der Position Ios, den so genannten Io-Fußpunkt. Häufig erkennt man noch weitere, schwächere Leuchtpunkte hinter dem ersten Fußpunkt. Sie sind sozusagen ein Echo des Hauptpunktes", so Saur in einer Mitteilung des Instituts. "Überraschenderweise wurden jetzt auch schwache Leuchterscheinungen beobachtet, die Io vorauseilen." Diese befänden sich also an Orten, wo nach der bisherigen Erklärungstheorie keine sein solten.

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Bislang konnten die Forscher mit einem aufwendigen Computermodell die wichtigsten Eigenschaften der Punkte erklären. "Die Entdeckung der Vorläufer zeigt uns jetzt, dass dieses Bild noch nicht ganz vollständig ist", erklärt Student Sven Jacobsen, der die Simulationen durchführt.

Ihre Beobachtungen präsentieren die Forscher auch in der neuen Ausgabe des Fachmagazins "Geophysical Research Letters". Hier diskutieren sie auch einen ersten möglichen Erklärungsansatz. Dieser geht davon aus, dass es sich um Strahlen von schnellen Elektronen handelt, die Io an den Jupiterpolen entstehen lasse, wenn sich diese Elektronen auf anderen Bahnen durch die Jupiteratmosphäre bewegen als die bisher bekannten Teilchenströme.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / geophysik.uni-koeln.de
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