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Montag, 12. Mai 2008

Forscher erklären Merkurs rätselhaftes Magnetfeld

Rätselhafter Merkur | Copyright: NASA

Urbana Champaign/ USA - Geologen der University of Illinois habe eine Erklärung für das schwache Magnetfeld des Merkurs gefunden. Bislang stellte dieses die Wissenschaft vor ein Rätsel, da der innerste Planet unseres Sonnensystems eigentlich gar kein Magnetfeld haben dürfte.

Den möglichen Grund für das dennoch schwach vorhandene Feld, das 1974 von der Raumsonde Mariner 10 gemessen wurde, glauben die Forscher um Bin Chen jetzt gefunden zu haben: Im innern des Planeten "schneie" es möglicherweise Eisen, wie die Forscher nun im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" erläutern.

Sonstige planetare Magnetfelder, wie etwa das der Erde, das hundert Mal stärker ist als das des Merkur, benötigen große Mengen elektrisch leitender Flüssigkeiten und zudem eine Wärmequelle wie etwa einen heißen Planetenkern. Im Falle des Merkur sollte dieser Kern jedoch schon zu stark abgekühlt sein, um ein Magnetfeld aufrecht zu erhalten.

Der Merkur-Kern besteht wahrscheinlich hauptsächlich aus Eisen mit Schwefelanteilen. Da es jedoch keine seismologischen Aktivitäten auf dem Planeten gibt, ist über die genauere Zusammensetzung des Merkurinneren nur wenig bekannt. Um dem Merkur-Rätsel nähr zu kommen, rekonstruierten die Forscher die Bedingungen des Merkur im Labor und setzten hierfür ein Eisen-Schwefel-Gemsich unter enorm hohen Druck und hohe Temperaturen.

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Dabei beobachteten die Forscher, dass sich das Gemisch unter dem großen Druck verflüssigte, sich dann in den äußeren Kernregionen langsam wieder abkühlte und dabei würfelförmige "Flocken" bildeten, die dann wieder langsam ins Zentrum des Kerns absanken. Zur gleichen Zeit steigt der verflüssigte Schwefelanteil nach oben und es entsteht Bewegung, die für die für den Wärmetransport innerhalb des Systems (Konvektion) und somit das schwache Magnetfeld verantwortlich ist.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / agu.org

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