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Dienstag, 6. Mai 2008

Koloss-Kalmar wurde aufgetaut

Februar 2007: Der Koloss-Kalmar an der Angelleine | Copyright: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa

Wellington/ Neuseeland - Im Februar 2007 gelang Fischern in den antarktischen Gewässern des Ross-Meeres vor Neuseeland ein wahrhaft gewaltiger Fang: An einer Langleine, mit der eigentlich nach Seehechten gefischt wurde, hing der größte bislang vollständig gefangene Koloss-Kalmar. Das fast 500 Kilogramm schwere Tier überlebte nur kurz und gelangte dann - tiefgekühlt ans "Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa", wo es nun zur wissenschaftlichen Untersuchung aufgetaut wurde.


Der aufgetaute Kadaver des Koloss-Kalmars im Museumsbecken | Copyright: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa

Im Gegensatz zu Riesen-Kalmaren (Architeuthis dux) erreichen ausgewachsene Koloss-Kalmare (Mesonychoteuthis hamiltoni) bis zum doppelten Körpergewicht. Seit 1925, als zum ersten Mal Reste eine Koloss-Kalmars im Magen eines Pottwals gefunden wurden, wurden erst acht ausgewachsene Exemplare gefangen.

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Mit den Papageien-Schnabel zerlegt der Koloss-Kalmar seine Beute | Copyright: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa

Die riesigen Jäger leben in den antarktischen Gewässern i Tiefen von bis zu 1000 Metern. Mit ihrem papageiartigen scharfen Schnabel, und den langen mit hacken und bezahnten Saugnäpfen besetzten Fangarmen gehören Koloss-Klamare zu den Größen und zugleich gefährlichsten Raubtieren der Tiefsee und gelten als die Erzfeinde der Pottwale.

Winzige zahnartigen Haken umsäumen die Saugnäpfe der Fangarme, um die Beute festzuhalten | Copyright: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa

Über das Geschlechtsverhalten der Tiere wissen selbst die Experten nur wenig, da bislang lediglich weibliche Tiere gefangen wurden. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass die männlichen Tiere einen sehr langen Penis besitzen, mit dem sie ihr Sperma direkt in das Weibchen geben. Wie alle Kalmare, so legt auch Mesonychoteuthis hamiltoni Eier, aus denen Jungtiere schlüpfen, die sich wahrscheinlich innerhalb von drei Jahren zu ausgewachsenen Tieren entwickeln.

Das Auge und die Linsen des untersuchten Koloss-Kalmars | Copyright: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa

Die bisherige Untersuchung des Kadavers offenbart immer neue Rekorde, so besitzt das Exemplar des Te Papa-Museums Augen von je 27 Zentimetern Durchmesser und somit die größten Augen im Tierreich. Zu ersten Ml konnte Wissenschaftler damit intakte Augen eines Koloss-Kalmars untersuchen. Alleine die Linse hat die Größe einer Orange, wodurch die Tiere auch in großen Tiefen Licht zum Sehen einfangen können, um andere Meeresbewohner zu jagen.

Illustration eines Koloss-Kalmars | Courtesy of Steve O'Shea tonmo.com

Die genaue Größe des Tieres wurde bislang noch nicht bekannt gegeben. erste Schätzungen gehen jedoch von einer Körperlänger zwischen acht und zehn Metern aus.

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Quellen: grenzwisenschaft-aktuell.de / tepapa.govt.nz
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