https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Samstag, 28. Juni 2008

100 Jahre Tunguska-Rätsel

Foto umgeknickter Bäume in der Tunguska-Region von 1927 | Copyright: Public Domain

Tunguska/ Russland - Am 30. Juni jährt sich ein wortwörtlich gewaltiges Ereignis zum hundertsten Mal, das seither sowohl die Phantasie als auch wissenschaftlichen Forschergeist inspiriert. Immer noch ist ungeklärt, was vor hundert Jahren über der sibirischen Region Tunguska-Region eine gewaltige Explosion verursachte und ein Waldgebiet von mehr als 2000 Quadratkilometern verwüstete.

Von den eher exotische Theorien über den Absturz eines außerirdischen Raumschiffs, über eine frühe Kernwaffe ähnlicher Herkunft und Mini-Schwarze Löcher, bis hin zur wissenschaftlichen Annahme, dass es hier zur bislang gewaltigsten Einschlag eines Kometen oder Asteroiden in der jüngeren Geschichte der Erde gekommen sei, wird seither heiß diskutiert und geforscht, was damals rund 80 Millionen Bäumen umknicken ließ.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Bereits im vergangenen Jahr will ein Team italienischer Geophysiker der Universität von Bologna, den Cheko (Tscheko) See als lange gesuchten Einschlagskrater des kosmischen Brockens identifiziert zu haben (...wir berichteten).

Eine 3D-Rekonstruktion der wahren Form des Cheko Sees | Copyright: Università di Bologna
Das Profil des Cheko (o.) ist untypisch für andere Seen der Region (m.), gleicht jedoch dem Kratersee von Odessa (u.) | Copyright: Università di Bologna

Der See habe eine auffallend kegelförmig zulaufende und schachtartige Form, wie sie anhand keines der sonstigen Seen in der Region zu finden sei. Zudem befinde sich am Grund des Sees, ein ungewöhnlich geformtes Gebilde, dass die Wissenschaftler entweder für extrem verdichtete Sedimentschichten oder aber ein Reststück des vermeintlichen Kometen halten.


Noch in diesem Jahr wollen die Forscher um Professor Giuseppe Longo und Luca Gaspari an den Tscheko zurückkehren, um das mysteriöse Objekt genauer zu untersuchen und somit vielleicht das Rätsel von Tunguska hundert Jahre später endgültig lösen. Man darf also gespannt sein, was die Forscher am Boden des Sees, der sich interessanterweise auf militärischen Landkarten von 1883 noch nicht findet, erwartet.

Seismogramm: Rund zehn Meter unter dem Boden des Cheko schlummert ein flacher, noch unbekannter Körper (Pfeil) im Grund | Copyright: Università di Bologna

Derweil bereitet sich die Region auf die Feierlichkeiten zu Jahrestag vor. Um das internationale Interesse auf die Region als Tourismusattraktion zu lenken, wurde ein Kreativ-Komitee zusammengestellt, welches für die Verbesserung der touristische Infrastruktur verantwortlich zeichnet und ein kulturelles Programm rund um die „Geburtstagsparty“, sowie ein Open-Air-Museum, und eine rund 80 Kilometer lange Themen-Strasse durch die Taiga konzipiert hatte.


Bücher zum Thema:

- - -

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:

Tunguska-Katastrophe: Neues Computermodel verweist auf kleineren Asteroiden

19. Dezember 2008

100 Jahre Tunguska-Katastrophe – Krasnoyarsk-Region plant Party

18. Oktober 2008

Geologen wollen Einschlagskrater von Tunguska entdeckt haben
26. Juni 2008
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE