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Dienstag, 29. Juli 2008

Kultanlage aus der Bronzezeit in Sachsen-Anhalt entdeckt

Archiv: Das rekonstruierte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt | Copyright: franklaumen.de

Pömmelte-Zackmünde/ Deutschland - Archäologen der "Martin-Luther-Universität in Halle" heben derzeit im sachsen-anhaltinischen Salzlandkreis eine Palisadenkreisanlage aus der Bronzezeit aus, die wahrscheinlich als Kultort und Observatorium genutzt wurde.

Im Gegensatz zu dem berühmten mächtigen Steinkreis von Stonehenge in der englischen Grafschaft Wiltshire, markierten die gewaltige Grabenanlage aus bislang sechs Ringen von bis zu 115 Metern Durchmesser, jedoch keine Steinquader sondern hölzerne Palisaden, weshalb heutzutage von dem einstigen Bauwerk nur noch wenig übrig geblieben ist.

Viel eher scheint die bereits 1991 auf Luftbildern entdeckte Anlage deshalb dem sogenannten Sonnenobservatorium von Goseck, ebenfalls in Sachsen-Anhalt (s. Abb.), zu gleichen, die jedoch bereits in der Jungsteinzeit, also nahezu 1000 Jahre zuvor, errichtetet worden war.

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Im zentralen Bereich der Anlage von Pömmelte gab es zudem einen Ringgraben von nicht weniger als 80 Metern Durchmesser. Anhand von Keramikfunden datierten die Wissenschaftler Bau und Nutzug des Monuments auf das 23. Bis 21. Jahrhundert v. Chr. Laut dem Doktoranden André Spatzier waren derartiger Strukturen aus der zugeordneten Zeit von europäischen Festland bislang nicht bekannt.

In der Nähe der Hauptanlage haben die Archäologen zudem ein weiteres, ringförmiges Holzheiligtum entdeckt, das im kommenden Jahr genauer untersucht und ausgegraben werden soll.

Ähnliche Außenheiligtümer finden sich auch im Umfeld anderer Kreisanlagen, wie die sog. "Sanctuary" nahe dem Steinkreis von Avebury in England und "Woodhenge" nahe Stonehenge

Nächtliche Lichtinszenierung der durch Betonquader markierten ehemaligen Palisadenlöcher der "Avebury Sanctuary" | Copyright: franklaumen.de

Wie so oft, ist über Sinn und Zweck der Anlage noch so gut wie nichts bekannt und wie anhand vergleichbarer Bauten, vermuten die Forscher bislang lediglich, dass es sich um einen Kultort für Rituale und mögliche astronomischen Beobachtungen gehandelt haben könnte. Der Fund eines in Fötushaltung bestatteten Kindes einen Würdenträgers auf dem Areal, scheint diese Vorstellungen zu stützen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uni-halle.de
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