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Donnerstag, 11. September 2008

Erstmals Fotos von freilebendem "Afrikanischem Einhorn"

Freilebendes Okapi im Virunga-Nationalpark | Copyright: zsl.org

Virunga-Nationalpark/ Dem. Rep. Kongo - Forschern der "Zoological Society London" (ZSL) ist es erstmals gelungen, Okapis in freier Wildbahn zu fotografieren. Die Tiere sind derart scheu und ihr Bestand so gering, dass sie lange Zeit als afrikanisches Einhorn bezeichnet wurden und als Fabelwesen galten.

Mittels getarnter selbstauslösender Kameras, gelang es den Londoner Forschern gemeinsam mit dem kongolesischen Institut für Naturerhaltung (ICCN) das Tier im Virunga-Nationalpark im Osten des Landes zu fotografieren und somit nachzuweisen, dass es weiterhin freilebende Exemplare der seltenen Tierart gibt. Zuvor hatten Forscher befürchtet, dass auch der Restbestand der Tiere in den Unruhen des kongolesischen Bürgerkrieges ausgerottet wurde.

Der Expedition ist es zudem nicht nur gelungen Okapis zu fotografieren, sondern auch, eine ganze, bislang unbekannte Population nachzuweisen. Anhand des individuellen Streifenmusters der auch als Wald- oder Kurzhalsgiraffe bezeichneten Paarhufer, konnten die Wissenschaftler bislang drei Exemplare unterscheiden. Weitere Studien vor Ort sollen zukünftig eine genauere Größeneinschätzung der Population ermöglichen.

Freilebendes Okapi im Virunga-Nationalpark | Copyright: zsl.org

Die Größe des Gesamtbestands der Okapi ist bislang unbekannt, und wird durch die mangelnde Infrastruktur im Kongo immer noch erschwert. Schon jetzt gelten die Tiere als bedroht- nicht zuletzt weil auf den lokalen Märkten immer wieder und neuerlich vermehrt auch Okapi-Fleisch angeboten wird. Sollte dieser Trend anhalten, könnte die Population im Virunga-Nationalpark, eine von drei Regionen in welchen freilebende Okapis vorkommen, binnen weniger Jahre von der Ausrottung bedroht sein.

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Das Okapi (Okapia johnstoni) ist ein Paarhufer aus der Familie der Giraffenartigen, obwohl es durch seine Gestalt auf den ersten Blick eher einem Pferd ähnelt und zudem am Hinterteil schwarz-weiße Streifen wie ein Zebra zeigt.

Nachtaktives Okapi im Virunga-Nationalpark | Copyright: zsl.org

Obwohl das Okapi bei den Einheimischen des kongolesischen Regenwaldes von jeher bekannt war und etwa von den Pygmäen mittels Fallgruben bejagt wurde, galt es westlichen Forschern und Wissenschaftlern lange Zeit als mystisches Fabeltier und wurde gar als afrikanische Variante des Einhorns bezeichnet. Erst 1900 erreichten erste Fellproben, die durch den britischen Vizekonsul in Kamerun und Afrikaforscher Henry Hamilton Johnston von Einheimischen erworben wurden, die Zoologische Gesellschaft in London. Ursprünglich wurden die Tiere fälschlicherweise der Gattung der Pferde zugeordnet und so mit dem wissenschaftlichen Namen "Equus johnstoni" (Johnston Pferd) bedacht. Nachdem jedoch schon ein Jahr später ein vollständiges Fell und Schädel vorlagen, wurde dieser Irrtum erkannt und das Okapi den Giraffenartigen zugeordnet. Das erste lebende Exemplar wurde 1909 gefangen, woraufhin seither zahlreiche Okapis weltweit in Zoos gehalten und gezüchtet werden.

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Einhorn-Rehbock in Italien, 12. Juni 2008

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