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Dienstag, 9. September 2008

Talnetzwerke des Mars enträtselt

Parana Valles auf dem Mars: Flussbettartige Kanäle bilden die sog. Talnetzwerke | Copyright: NASA/C. Barnhart

Santa Cruz/ USA - Eine aktuelle Studie an der "University of California" legt nahe, dass die Oberfläche der Talnetzwerke auf dem Mars von wiederkehrenden Fluten in Zeiten geformt wurde, als das Marsklima wahrscheinlich dem arider und semiarider Regionen auf der Erde glich. Zugleich widersprechen die Ergebnisse jener Theorie, die davon ausgeht, dass diese Täler durch katastrophaler Fluten binnen relativ kurzer Zeit entstanden seien.

Mit geologischen Erosionsmodellen untersuchte das Team um Charles Barnhart, Jeffrey Moore und Alan Howard von der "University of Virginia" die Strukturen der marsschen Talnetzwerke, um jene klimatischen Bedingungen zu simulieren, die zu ihrer Ausformung geführt haben. Ihre Ergebnisse wurden jetzt im Fachmagazin "Journal of Geophysical Research" veröffentlicht.

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Bislang glaubten viele Wissenschaftler, dass ein stetig feuchtes Klima vor rund 3,5 Milliarden Jahren gewaltige Regenfälle und Überflutungen hervorrief, die hunderte oder tausende Jahre andauerten und dabei die Täler formten.

Die neue Studie zeigt nun jedoch, dass derartige Umstände gänzlich andere Erosionsstrukturen erzeugen würden, wie jene, wie sie heutigen Talnetzwerke auf dem Mars ausmachen. Einer der Hauptgründe liege - so die Studie - in der Tatsache, dass sich das Wasser zuerst in den Kratern ansammeln, irgendwann überlaufen würde und dabei Brüche und Einstürze in den Kraterwänden verursachen würde. Diese sind auf dem Mars jedoch nicht zu finden.

Computersimulation: Perioden von Überflutungen und Verdunstungen in aridem bis semiardiem Klima (s. Abb. C, l.) erzeugt die heutigen Talnetzwerke auf dem Mars. Humindes Klima und lang anhaltende katastrophale Fluten Erzeugen beim Überlaufen der Krater Wasserdurchrüche in den Kraterwänden (s. Abb. D, r.). | Copyright: C. Barnhart

Damit die Krater nicht überfließen, bedarf es laut Banhart jahreszeitartigen Perioden, in welchen das angestaute Wasser verdunsten und einsickern kann. Anhand der Auswertung von mehr als 70 durchgespielten unterschiedlichen klimatischen Modellen, gelangten die Forscher zu der Einsicht, dass die Marstäler in ariden bis semisariden Klimaperioden von einigen zehntausend Jahren entstanden sein müssen, in welchen sich Flutperioden mit Zeiten langer Dürre abwechselten und so das Wasser entweder verdunstete oder im Boden verschwand. (Anm. d. Red.: Man spricht von aridem Klima - lateinisch aridus = trocken, dürr -, wenn die mögliche Verdunstung den Niederschlag einer Region übersteigt und sich somit eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit ergibt. Es ist das Gegenteil des humiden - also feuchten - Klimas.)

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Quellen: ucsc.edu / grenzwissenschaft-aktuell.de
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