https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Dienstag, 21. Oktober 2008

Fernsehen beeinflusst Farbwahrnehmung in Träumen

Eine US-amerikanische Familie beim Fernsehen um 1958 | Copyright: Public Domain

Dundee/ Schottland - Dass unser Fernsehverhalten Trauminhalte beeinflussen kann, ist sicherlich kein Geheimnis. Eine aktuelle Studie an der "University of Dundee" hat nun allerdings gezeigt, dass die Art des TV-Geräts auch die Farbwahrnehmung unserer Träume beeinflusst.

In ihrer Studie fand die Psychologiestudentin Eva Murzyn heraus, dass Personen die älter als 55 Jahre sind, selbst heute noch auffallend häufiger monochrome Träume in schwarzweiß erleben, als etwa 25-Jährige, die nahezu ausnahmslos in Farbe träumen. Eine Erklärung für diese Beobachtung scheint naheliegend und geht mit dem Wandel der Fernsehtechnologie vom Schwarzweiß-Bild hin zum Farbfernseher einher.

Sollten Murzyns Schlussfolgerungen richtig sein, wäre belegt, dass es offenbar einen psychologisch kritischen Punkt während der Kindheit gibt, der von unserem Fernsehverhalten beeinflusst werden kann und eine enorme Auswirkung auf den Rest unseres Lebens - im speziellen auf die Art, wie wir träumen - hat.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

"Noch interessanter ist jedoch, dass es Hinweise darauf gab, dass vor der Einführung des (Schwarzweiß)Fernsehens alle Menschen in Farbe geträumt hatten", zitiert der britische "New Scientist" die Psychologin. Erst mit der Einführung und Verbreitung des Schwarzweiß-Fernsehens begannen dann - das zeigen Untersuchung von 1915 bis 1950 - die Farben der Träume zu verblassen. Erst in den 1960er Jahren - als mehr und mehr Farbfernseher verkauft und auch im Kino Technicolor eingeführt wurde - wurden die Träume dann wieder bunter, als 86 Prozent der befragten wieder farbige Träume erlebten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen auf dramatische Weise, dass selbst die Tatsache, dass selbst wenn - wie in den Zeiten des Schwarzweiß-Fernsehens - nur ein Bruchteil des Tages mit Fernsehen verbracht wurde, diese Bilder offenbar eine bedeutende Auswirkung auf unsere emotionale Wahrnehmung haben und sich diese Eindrücke tief im Bewusstsein der Menschen prägen.

Murzyn glaubt, dass die derartig prägende Phase in der kindlichen Entwicklung zwischen drei und zehn Jahren liegt. Ob allerdings die Träume tatsächlich monochrom ablaufen, oder ob unsere mediale Wahrnehmung nur die Wahrnehmung und Erinnerung an unsere Träume selbst verändert, ist bislang noch unbekannt.

Bücher zum Thema:

- - -


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE